Oh man, was ich hier bei den Antworten lesen muss, motiviert mich echt mal wieder zu schreiben...
Also ich finde es sehr verständlich, wenn man sich ausserhalb der Ehe etwas sucht, nachdem man es seit langer Zeit "zuhause" nicht mehr bekommen hat. Dass man nicht gleich dem Partner davon erzählt geschweige denn ihn verlässt, ist doch klar. Ich glaube, einige stellen sich die Situation viel einfacher vor als sie ist. Jeder hat tatsächlich eine grosse Verantwortung gegenüber der eigenen Familie, bzw im Grunde hauptsächlich gegenüber den Kindern, und noch mehr, weil die Kinder so jung sind.
In so einer Situation kann man einfach nicht von heute auf morgen seine Familie verlassen, und der Partner in der Affaire gibt ja in Wirklichkeit noch mehr als nur Sex. Er gibt trotz aller damit verbundenen Schuldgefühle Halt und Kraft, die problematischen Zustände zuhause besser aushalten zu können. Wenn man die Affaire aus irgendwelcher Moral heraus beenden würde, würde mit Sicherheit auch die Psyche dramatisch darunter leiden, weil man sich tagtäglich aufs Neue psychisch kaputtmachen oder sogar fertigmachen lässt (evtl sich selber kaputtmacht, kann ich so spontan natürlich nicht beurteilen).
Nun kann man natürlich auch nicht sagen, mit der Ehe wäre alles in Ordnung, nur dass eben diese Kleinigkeit mit dem Sex nicht stimmt. Eventuell stimmt irgendwas mit dem Ehepartner nicht, eventuell aber auch mit euch selbst nicht, dass euch eure Ehepartner nicht mehr begehren. Aber ich will garnicht grossartig auf Ursachen eingehen. Es kann jedenfalls nicht das Ziel auf lange Sicht sein, mit seinem Ehepartner auf Dauer ohne Sex zusammenzuleben, denn der fehlende Sex ist ja ganz klar Ausdruck davon, dass etwas grundlegendes mit der Ehe nicht stimmt. Eine Möglichkeit wäre vielleicht eine Eheberatung oder Paartherapie, wobei ich selber etwas skeptisch bei solchen Dingen bin. Ich denke mir nur... wenn es schon soweit ist, kanns sicher nicht schaden, sowas auszuprobieren.
Ebenso kann die
langfristige Lösung natürlich auch nicht sein, neben der Ehe ständig diese Affaire zu haben, während man sie dem Ehepartner verheimlicht. Zunächst sollte man meiner Meinung nach an den Schuldgefühlen arbeiten und sich klarmachen, dass man einen ganz natürlichen Trieb verfolgt, und diese Affaire zumindest verständlich ist, wenn man sich schon moralisch so verteufeln will (was man auch mMn auch nicht sollte).
Wenn der Ehepartner sagt, dass in der Ehe alles super ist, und er/sie bloss keinen Sex mehr will, dann kann für ihn/sie Sex ja auch nichts mit Liebe und Ehe zu haben haben. Ergo "darf" der Ehepartner ausserehelichen Sex auch nicht verurteilen. Und es ist ja schliesslich nicht so, dass man sich asexuell kennengelernt hat und wusste, worauf man sich einlässt. Die Musterlösung ist das natürlich nicht, und ich bezweifle auch, dass die jeweiligen Ehepartner Sex immer noch so unwichtig finden, wenn der Mann oder die Frau welchen mit nem Fremden hat

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Ne Lösung will ich hier garnicht anbieten, aber diese Heimlichkeit inkl aller Schuldgefühle, die ihr euch wahrscheinlich macht, kann und wird euch langfristig auch nicht guttun. Zudem würden die Kinder in einem Haushalt voller Lüge aufwachsen, in dem die Eltern immer mehr aneinander vorbeileben und am Ende garkeine vernünftige stabile Bindung mehr zueinander haben. Das würde sich nämlich direkt oder indirekt auch auf die Kinder übertragen.
Vielleicht konnte ich ja irgendwie dabei helfen, Ordnung in die Sache zu bringen... alles Gute jedenfalls!
