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Raus damit oder lieber nicht?

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Holly
Alt 15.11.2006, 19:26   #1
Standard Raus damit oder lieber nicht?

Soo...Das Problem besteht darin, dass ich wahrscheinlich, eventuell, vielleicht, oder wie auch immer, bald mit einem Kerl zusammenkomme.

Wobei das noch nicht das Problem ist, sondern das, dass ich nicht weiß, ob ich eben diesm Kerl davon erzählen soll, dass im Bezug auf Männer ziemlich gestört bin (oder vielleicht auch war), ihn also "vorwarnen" sollte, so blöd sich das auch anhört.

Ich schreib mal ein paar Beispiele aus der Vergangenheit, ob das immernoch so ist, würde ich eben erst sehen wenn ich wirklich mit ihm zusammen wäre, das ist das Problem.
z.b. ändert sich meine sichtweise des betroffenen kerls radikal, sobald ich mit ihm zusammen bin...es gab 2 Kerle, von denen ich wirklich was wollte und ich ziemlich verliebt war, hab mir ausgemalt wie schön es wär wenn sie genauso denken würden und naja, den üblichen kram halt...als es dann soweit war, und die kerle mir gesagt haben dass das alles auf gegenseitigkeit beruht und ich mit ihnen hätte zusammenkommen können, war ich beide male total schockiert, hab erstmal nichts gemacht und dann langsam angefangen sie zu hassen, ohne was dagegen tun zu können. Da ham dann schon kleinigkeiten wie ein falsch liegendes Haar dazu geführt, sie immer mehr zu hassen, den gedanken zu festigen, was für schlechte menschen sie sind. Obwohl sie mir ja nichts getan hatten und ich diese gedanken und den hass überhaupt nicht haben wollte, aber wie gesagt, ich konnte nix dagegen machen.

Ich wusste lange Zeit nicht warum das so ist und hatte eigentlich die schnauze voll von Männern, weils jedes mal das gleiche war...verliebtheit -> gegenseitigkeit -> hass.
naja dann kam mein ex ins spiel, bei ihm wars nicht so, der hass blieb im entscheidenden moment weg, was mich wieder mal schockiert hat, diesmal positiv. Mit dem Mann bin ich zum ersten ma gewollt körperlich geworden, allerdings erst nach ner ziemlich schweren zeit, und zwar war sie schwer weil ich durch das ganze körperliche an was erinnert wurde, was ich verdrängt hatte und was aber dann ne plausible antwort auf die frage bot, warum ich so komisch bin wenns um männer geht.

Und zwar das der ex daaavor (reihenfolge ex1 - laange zeit nichts - die 2 "hass-kerle" - ex2) dinge mit mir gemacht hat, die ich nicht wollte, das muss hier nicht weiter ausgeführt werden, auf jeden fall hab ich diese dinge über ein jahr lang verdrängt, und selbst als sie wieder zurückgeschlichen kamen in meine erinnerung niemandem was davon gesagt. Das hat nunmal Spuren hinterlassen, die nicht wirklich positiv sind.
Hier in meinem Umfeld wissen mittlerweile 2 Personen davon, nur eine weiß die ganze geschichte, die andere nur teilweise.
Die Spuren ham sich durch die beziehung mit meinem ex gezogen, wir hatten (in nem halben jahr beziehung) ein einziges mal sex, danach wurds immer schlimmer mit mir, da kam dann zwischendurch doch wieder der altbekannte hass durch, den ich immer wieder unterdrückt hab weil ich mich nicht schonwieder unterkriegen lassen wollte.
Das ganze hat dann in so ner art panikattacke gegipfelt, d.h. ich bin aufn boden gefallen und hab hyperventiliert als mein ex mich berührt hat, daraufhin ham wir dann schluss gemacht weils so einfach keinen sinn mehr hatte, eigentlich sollt ich dann ne therapie machen.
Die hab ich nie gemacht, aber ich hab mich allein damit beschäftigt, hab mich gezwungen, mich dran zu erinnen, bis es ohne stechende schmerzen ging und hab einen teil davon aufgeschrieben, ums los zu sein.

Naja...ich würd behaupten, mir geht es um einiges besser als vor nem halben jahr oder jahr, aber ich kann nicht wissen, was passiert wenn ich mit dem Kerl zusammenkommen sollte.
Deswegen stellt sich mir die Frage, ob ich vorher mit ihm reden sollte, ihm (nicht alles, nur teile) erzählen sollte und ihm sagen sollte, was passieren kann, um fair zu sein und nicht hinterher sagen zu müssen "hups, ich bin doch noch der freak, tut mir leid, tschü" oder ob ich die vergangenheit die vergangenheit sein lassen und mich einfach in die zukunft stürzen sollte, mit der Zuversicht, dass es schon gutgehn wird.

LG Holly
 
 
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Sivar
Alt 15.11.2006, 19:42   #2
Standard

Ich glaube, es wäre ein grosser Fehler, dem Neuen das jetzt zu sagen, bzw ihn zu warnen. Diese Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung ist andererseits eine schlimme Erfahrung, mit der man sich auseinandersetzen sollte, und von der auch ein Partner unbedingt wissen sollte (dazu später mehr).

Ich persönlich bin der Meinung, dass es nicht für alles einen Psychologen braucht, wenn mal alleine halbwegs damit zurechtkommt, und/oder (ganz wichtig) durch sehr gute Freunde Unterstützung findet. Ich kenn dich natürlich viel zu schlecht, um das vernünftig beurteilen zu können, aber aufgrund der Tatsache, dass du dich von alleine nach einiger Zeit damit auseinandergesetzt hast, es aufgeschrieben hast, dich gezwungen hast zu erinnern, hast du wahrscheinlich schon einen grossen Schritt in die richtige Richtung getan.

Nun ist es aber so, dass (ich drück es mal philosophisch aus) jedes Ereignis an Wahrscheinlichkeit gewinnt, wenn man es selber in den Vordergrund rückt, und an Wahrscheinlichkeit verliert, wenn man es halbwegs gelassen zur Seite legen kann. Wahrscheinlichkeit bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es dein Leben beeinflusst.

Wenn du nun das Thema zu früh zur Sprache bringst, könnte es sein, dass dein potentieller Freund davon (möglicherweise ungerechtigt) so abgeschreckt ist, dass du dir eine grosse Chance verbaust - die Chance, dir was mit ihm aufzubauen. Ich behaupte mal, dass es für dich grundsätzlich schwierig ist, nen Mann dir nahekommen zu lassen, insofern hat es aus meiner Sicht schon was zu bedeuten, dass du dich überhaupt verliebst, und dir "mehr" wünschst.

Um es nochmal zu verdeutlichen... wenn du dich jetzt intensiv mit dem vergangenen Trauma im Zusammenhang mit dem neuen Typen beschäftigst, wird es wieder so präsent, dass es dich und ihn vielleicht davon abhält, euch eine Chance zu geben. Nutze die Gelegenheit zunächst lieber, von dem Trauma Abstand zu nehmen und eine Art Neuanfang zu machen.

Allerdings sage ich natürlich nicht, dass du es ihm auf Dauer verheimlichen sollst. Nutze die nächsten Wochen doch einfach, um zu schauen, inwiefern er tatsächlich zu dir passt, ob du dich richtig verlieben und mit ihm zusammen sein kannst. Wenn du dann ein gutes Gefühl bei der Sache hast, wäre es wohl an der Zeit, ihm von den Erlebnissen mit deinem ersten Ex zu erzählen. Die Zeit, die ihr dann schon gemeinsam verbracht habt, dient dann quasi als positives "Gegengewicht" zu den Problemen, die deine Erlebnisse mit sich bringen werden.
 
 
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baedr
Alt 15.11.2006, 19:46   #3
Standard

Also erstmal würde ich mir da nicht so große Gedanken machen... Gerade in deinem Alter verändert sich ziemlich viel. Ich an deiner Stelle würd mir viel Zeit lassen mit deinem eventuell neuen Freund, und ihm erstmal nichts davon erzählen, um ihn nicht zu überrumpeln. Aber wenn ihr euch an einander gewöhnt habt, würde ich auf jeden Fall diesbezüglich mit ihm sprechen, es muss ja nicht als Geständnis oder Warnung ablaufen, erzähl ihm einfach etwas über deine letzten Beziehungen, dann kann er auch mehr Verständnis für dich aufbringen.
 
 
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weltretter
Alt 16.11.2006, 11:59   #4
Standard

Da du so große Angst davor hast, und auch schon körperlich in Form von einer Art Panikattacke reagiert hast, befürchte ich, dass diese körperliche Nähe dich sehr wohl weider aus der ABhn werfen kann. 1. ist es nicht so lange her und 2. bist du erst 16.

Ich kann nicht beurteilen, welcher Weg für dich richtg ist, um das zu verarbeiten, so dass es dich nicht mehr belastet oder einschränkt. Momentan scheint es das noch sher zu tun. Was natürlich verständlich sit.

Ich würde warten, bis es zu Situationen komt, in denen du merkst, dass du dich unwohl fühlst und dann auf jeden Fall mit ihm darüber sprechen.
Nicht jetzt sofort, da ihr noch nicht mal oder gerade eben erst zusammen seid aber auch nicht verschweigen, weil er sich da natürlich keinen Reim drauf machen können wird.

Du wirst diese Geschichte, egal wann und wie, immer auch mit einem Mann zusammen verarbeiten müssen, um wieder eine normale (sexuelle) Beziehung führen zu können. Ob das jetzt schon funktioniert liegt an ihm und seiner Zuneigung zu dir und nicht zuletzt an dir und daran ob du bereit bist. Das weiß man meist erst hinterher.
 
 
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Lupus Silvanus
Alt 16.11.2006, 13:38   #5
Standard

Jo, harte Sache. Fragen über Fragen.

So wie du geschrieben hast scheinst den Überblick zu haben daß in dir was abgeht was du eigentlich nicht willst.
Du kannst ihm bißchen was erzählen und riskierst daß er was komisches von dir denkt.
Oder du sagst nix und riskierst daß wieder was schiefgeht.

Wenn ihr zusammenkommt ists denk ich gut daß er zumindest davon weiß daß du Schwierigkeiten in manchen Dingen hast. Da gibst du ihm die Chance das nicht persönlich zu nehmen und damit umgehen zu können.


Die andere Sache ist daß das natürlich kein Dauerzustand ist. Und zwar in erster Linie für dich, Holly.

Du hast ja schon ganz richtig erkannt woher das ganze Schlamassel gekommen ist. Wir haben jetzt schon viel über deine potentielle Beziehung geschrieben, aber das sind ja alles die Symptome, die sich da bemerkbar machen.
Damit du dauerhaft gesund wirst (seelisch mein ich) und diese Dinge nicht bleiben, die dir deine Beziehung madig machen mußt du halt wieder zur Ursache gehen.


Zitat von Holly
da kam dann zwischendurch doch wieder der altbekannte hass durch, den ich immer wieder unterdrückt hab weil ich mich nicht schonwieder unterkriegen lassen wollte.
Unterdrücken ist so ne Notlösung, die leider keine ist. Das ging ja auch nicht gut, es staut sich alles auf.


Die [Therapie] hab ich nie gemacht, aber ich hab mich allein damit beschäftigt, hab mich gezwungen, mich dran zu erinnen, bis es ohne stechende schmerzen ging und hab einen teil davon aufgeschrieben, ums los zu sein.
Das war ja ne Rosskur. Also, nochmal durchleben von dem alten Schmerz um es loszuwerden und aufschreiben sind gute Dinge, diese Methoden werden ja auch von Therapeuten angewendet. Der Unterschied ist daß diese Leute eher ne Ahnung haben was zu welcher Zeit am besten ist und mit Wissen und Erfahrung dir schneller und weniger schmerzhaft helfen können.

Es ist manchmal echt gut daß es Fachleute gibt!

Deswegen stellt sich mir die Frage, ob ich vorher mit ihm reden sollte, ihm (nicht alles, nur teile) erzählen sollte und ihm sagen sollte, was passieren kann, um fair zu sein und nicht hinterher sagen zu müssen "hups, ich bin doch noch der freak, tut mir leid, tschü" oder ob ich die vergangenheit die vergangenheit sein lassen und mich einfach in die zukunft stürzen sollte, mit der Zuversicht, dass es schon gutgehn wird.
Wenn du so fragst und wenn ich alles lese was du erzählst dann ist die Vergangenheit alles andere als bereinigt. Du merkst ja immer wieder daß das, was in der Vergangenheit passiert ist echt noch die Gegenwart stört und dich davon abhält einfach natürlich du selbst zu sein.

Also das erste ist daß du dich professionell beraten lässt, Hilfe in Anspruch nimmst wo du allein oder mit guten Freunden nicht weiterkommst, und an deinen seelischen Verletzungen arbeitest.
Und dann kannst du ihm auch sagen daß es noch trouble gibt, aber daß es nicht so bleibt, weil du bist ja dabei was dran zu ändern.
 
 
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Sivar
Alt 16.11.2006, 15:16   #6
Standard

Hmm, ich merke grade beim Lesen, dass ich mich gestern vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt hab...

Es geht natürlich nicht hauptsächlich darum, dass du deinen potentiellen Freund abschrecken könntest, sondern darum, dass du dir nicht selber im Weg stehen sollst... dass du deinem schlimmen Erlebnis nicht "erlauben" sollst, dir den Rest deines Lebens kaputtzumachen - ganz unabhängig von der Notwendigkeit, das aufzuarbeiten. Gib einer schlimmen Vergangenheit nicht mehr "Macht" und Energie, als sie ohnehin schon hat.
 
 
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Holly
Alt 16.11.2006, 15:59   #7
Standard

@ siv: Eben das hält mich davon ab, es ihm einfach zu sagen, natürlich auch dass er sonst was von mir denken könnte, aber in erster linie, dass dieses arschloch (ex1) mir schon die letzte beziehnung kaputt gemacht hat und er mit der neuen einfach nichts zu tun haben soll. Ich will nicht das er immer mehr kaputt macht, du hast es mit der macht ganz treffend formuliert, eben die will ich ihm nicht geben.

Muss dir auch direkt nochmal recht geben bei deinem ersten post, mit dem Wahrscheinlichkeit-Vordergrund-Zeug, wer weiß, vielleicht kann ich wieder "normal" mit männern umgehn und würd mir das selbst in den weg stellen wenn ichs ihm sagen würde...

@ Lupus: für mich steht fest, dass ich keine therapie mache. 1. wegen meinen Eltern, es müsste ja irgendwie über die krankenkasse laufen, sie würdens also mitkriegen. Ok, ärztliche schweigeplicht, aber ich will nicht dass sie überhaupt wissen würden dass ich sowas mache. und 2. ich glaub nicht das ich hingehn würd...mal angenommen ich wüsste ne adresse von so nem psychodoc, vllt würd ich hingehn, aber sobald ich vor dem haus stehn würd, würd ich mich rumdrehn und gehn

Geändert von Holly (16.11.2006 um 16:19 Uhr).
 
 
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Holly
Alt 19.11.2006, 22:37   #8
Standard

hmm...schonmal danke an alle die was geschrieben haben, aber gibts nich noch mehr die da was zu sagen können?
würd mich über n paar mehr antworten freun.

Holly
 
 
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