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Polyamory


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nonsurvivor
Alt 21.03.2008, 16:08   #1
Standard Polyamory

Ich wollte mal nachfragen, wer hier mit dem Begriff Polyamory was anfangen kann, Erfahrungen damit gemacht hat oder zumindest eine Meinung dazu hat?

Zunächst einmal für alle, denen das gar nichts sagt: Bei Polyamory geht es darum, offen Beziehungen mit mehreren Menschen zu führen, d.h. alle Beteiligten wissen voneinander. Grundidee ist es, seine Emotionen nicht nur auf eine Person richten zu dürfen, sondern offen damit umzugehen. Es ist möglich, mehrere Menschen mit gleicher Stärke, aber durchaus in unterschiedlichen Ausprägungen zu lieben. Jede Beziehung hat so ihre individuelle Bedeutung in dem Gesamtbeziehungskonstrukt.

Emotionen stehen ganz klar im Mittelpunkt. Natürlich spielt Sexualität eine wichtige Rolle, wie in einer monogamen Zweierbeziehung auch. Aber es geht in erster Linie darum, Raum für die Auslebung emotionaler Bedürfnisse zu schaffen.

Der Wiki-Artikel zum Thema ist ganz informativ, falls sich jemand näher damit beschäftigen möchte.
 
 
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Pussycat
Alt 21.03.2008, 18:45   #2
Standard

Ein sehr interessanter Gedanke....
und ich glaube es gibt niemanden der wirklich davon abgeneigt wäre!

Unsere Seele lebt nun mal von Gefühlen und Emotionen...
für mich ist das "verliebt sein", eines der stärksten Gefühle
..Warum sollte man dieses Gefühl durch eine feste Beziehung untergraben?

Ich denke aber auch...das es einem schwer fällt, wenn sehr, sehr starke Gefühle im Spiel sind, den anderen zu teilen! Auch wenn man selbst das Bedürfnis danach hat...
eigentlich beißt sich da die Katze in den eigenen Schwanz...

Frei nach dem Motto : "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!" gelebt und man kann ganz nach seiner Fasson lieben ...zieh ich da schon vor...

Geändert von Pussycat (21.03.2008 um 19:08 Uhr).
 
 
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K-Stylez
Alt 21.03.2008, 21:29   #3
Standard

Ich möchte nur einen Partner haben und ihn bestimmt nicht mit einer anderen Person teilen.

Meine Gefühle sollen nur ihm gehören - einen zweiten Mann hinzuziehen, in den ich mich evtl. auch verlieben könnte halte ich für extrem unwahrscheinlich, da meine Gefühle nur an einen Mann gerichtet seien sollen.

Wenn ich mein Herz verschenke, dann an eine Person. Von Polyamory halte ich nicht viel
 
 
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Pussycat
Alt 21.03.2008, 21:46   #4
Standard

Ich glaube, wenn man die Liebe des Lebens gefunden hat (sollte es so was geben) die einem alles gibt...wo Gefühl niemals aufhören..und der Alltag nicht auftaucht....dann möchte man sicherlich nicht teilen...und hat auch kein Bedürfnis..nach anderen Menschen mit denen man ähnliche Gefühle und Emotionen teilen kann...

Aber wer schon mal in einer längeren Beziehung gelebt hat oder lebt...weiß wie die Realität aussieht......
es ist einfach schwer...das "neue", das "verliebte" Gefühl lange aufrecht zu erhalten...
 
 
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nonsurvivor
Alt 22.03.2008, 11:55   #5
Standard

Zitat von Pussycat
Aber wer schon mal in einer längeren Beziehung gelebt hat oder lebt...weiß wie die Realität aussieht......
es ist einfach schwer...das "neue", das "verliebte" Gefühl lange aufrecht zu erhalten...
In den meisten Fällen ist es schon so, dass es da um langfristige und ernste Beziehungen geht. Heißt: auch da wird man kaum immer wieder dieses Gefühl des Frischverliebtseins erleben.

Ich persönlich bin auch der Meinung, dass eine Beziehung einzugehen eine ziemlich weitreichende Entscheidung ist, die auch beinhaltet, dass andere Menschen ausgeschlossen werden. Für mich ist jemanden zu lieben etwas einzigartiges und ich kann mir nicht vorstellen, das ich in der Lage wäre, für mehrere Menschen ähnlich starke Gefühle zu haben.

Ich finde die Idee trotzdem irgendwie interessant und faszinierend. Auch wenns für mich kein Weg ist, ist der Gedanke, einfach mal zu sehen, wohin sich der Flirt von letzter Nacht entwickelt oder ob aus der Schwärmerei für Person xy auch was werden könnte, doch irgendwie reizvoll.

Eine Frage, die mir direkt in den Sinn kam, war ja, ob man, wenn man Beziehungsprobleme mit Partner A hat, diese mit Partner B bespricht?! Stell ich mir ziemlich ziemlich merkwürdig vor.
Was ich auch interessant finde, ist ob jemand, der für sich überzeugt monogam ist, sich auf eine Beziehung mit einem Polyamorösen einlassen könnte und inwiefern sowas funktionieren kann, wenn der Partner für einen selbst der einzige ist, aber man für ihn der zweite oder dritte Partner ist.
 
 
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Pussycat
Alt 22.03.2008, 12:16   #6
Standard

In den meisten Fällen ist es schon so, dass es da um langfristige und ernste Beziehungen geht. Heißt: auch da wird man kaum immer wieder dieses Gefühl des Frischverliebtseins erleben.

Aber es ist doch die Abwechslung vorhanden...man hockt auch nicht jeden Tag "aufeinander"...
Iwie kann man da gewisse Gefühle, vllt doch länger aufrecht erhalten...

Eine Frage, die mir direkt in den Sinn kam, war ja, ob man, wenn man Beziehungsprobleme mit Partner A hat, diese mit Partner B bespricht?! Stell ich mir ziemlich ziemlich merkwürdig vor.
Ich denke...wenn es ja eh offen ist...und man von dem anderen/den anderen weiß...ist es ganz normal, dass man sich auch mal untereinander austauscht...nur so besteht ja auch die Chance, das Person x einem das geben kann...was man von Person y nicht bekommt!

Was ich auch interessant finde, ist ob jemand, der für sich überzeugt monogam ist, sich auf eine Beziehung mit einem Polyamorösen einlassen könnte und inwiefern sowas funktionieren kann, wenn der Partner für einen selbst der einzige ist, aber man für ihn der zweite oder dritte Partner ist.
Ich glaube das dies absolut nicht machbar ist...das stell ich mir für den Monogamen sehr schmerzhaft vor !


Ich für mich ziehe natürlich auch eher die Monogamie vor...aber ich merke auch wie trist eine lange Beziehung werden kann, wenn man verlernt auf den anderen einzugehen!!
Wenn man dann auf jemand anderes trifft..der einem genau das vermittelt, was man vermisst...so lebt man ja doch vorerst in einer geheimen Polyamory...bis sich vllt daraus wieder eine Monogamie entwickelt !
 
 
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nonsurvivor
Alt 22.03.2008, 12:28   #7
Standard

Zitat von Pussycat
Wenn man dann auf jemand anderes trifft..der einem genau das vermittelt, was man vermisst...so lebt man ja doch vorerst in einer geheimen Polyamory...bis sich vllt daraus wieder eine Monogamie entwickelt !
Geheime Polyamory ist ein Widerspruch in sich, da Offenheit über die verschiedenen Beziehungen eins der obersten Prinzipien ist. Was du meinst ist einfach zweigleisig fahren. Und das ist was ganz anderes und meiner Meinung nach auch anders zu bewerten.
 
 
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Pussycat
Alt 22.03.2008, 12:31   #8
Standard

Was ich auch interessant finde, ist ob jemand, der für sich überzeugt monogam ist, sich auf eine Beziehung mit einem Polyamorösen einlassen könnte und inwiefern sowas funktionieren kann, wenn der Partner für einen selbst der einzige ist, aber man für ihn der zweite oder dritte Partner ist.
Wenn du dir aber diese Frage stellst...so hätte es auch nix mit Polyamory zu tun! Denn es würde absoult nicht funktionieren, würde der Monogame davon wissen!!!
Das würde auch Richtung Geheimhaltung tendieren!

Edit:....stimmt wenn du sagst, dass es zweigleisig fahren ist, was ich beschreibe!
Nun kommt aber folgende Frage auf:
Ist es nicht auch eine gewisse Art von Polyamory...wenn die Person mit der man zweigleisig fährt...weiß, dass da noch eine andere vorhanden ist??
Man redet dann ja auch darüber...(gehe jetzt davon aus, das beide in einer Beziehung stecken )!

Geändert von Pussycat (22.03.2008 um 12:48 Uhr).
 
 
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nonsurvivor
Alt 22.03.2008, 12:54   #9
Standard

Zitat von Pussycat
Wenn du dir aber diese Frage stellst...so hätte es auch nix mit Polyamory zu tun! Denn es würde absoult nicht funktionieren, würde der Monogame davon wissen!!!
Das würde auch Richtung Geheimhaltung tendieren!
Nein, das stimmt so nicht. Derjenige, der polyamorös lebt, würde ja niemals seine anderen Beziehungen verschweigen. Von Geheimhaltung kann hier keine Rede sein.
Vielleicht hab ich nicht deutlich genug gemacht, was ich mit meiner Frage meinte. Der Gedanke war, ob es möglich ist, dass der Monogame, der für sich entschieden hat, nur einen Partner zu wollen möglicherweise annehmen könnte, dass sein Partner für sich entschieden hat, mehrere Beziehungen zu führen. Das ist sicherlich eine seltene und auch nicht unproblematische Konstellation, aber ich könnte mir vorstellen, das es sowas gibt. Die Frage ist nur, wie man die vermutlich entstehenden Konflikte am besten meistert.

Ist es nicht auch eine gewisse Art von Polyamory...wenn die Person mit der man zweigleisig fährt...weiß, dass da noch eine andere vorhanden ist??
Man redet dann ja auch darüber...(gehe jetzt davon aus, das beide in einer Beziehung stecken )!
Da bin ich mir nicht sicher, ob man es als Polyamory bezeichnen würde, aber ich vermute eher nicht. Da gäbe es Offenheit zwischen zwei der vier Beteiligten. Die beiden anderen sind die Betrogenen. Und somit würde da ja doch wieder was geheimgehalten. Polyamory soll ja keine Entschuldigung für Fremdgehen sein, sondern ist vielmehr eine Lebenseinstellung.
 
 
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michaelg
Alt 22.03.2008, 13:01   #10
Standard

Ich habe mich durchaus mal mit einem Vergleich von Polygamie, wie sie anderswo beispielsweise in Kamerun, üblich ist und promiskuitiven Neigungen in eigentlich festen Beziehungen hierzulande beschäftigt. Dabei kam ich schon auf den Gedanken, dass eine erlaubte Form schlicht die friedliche Form der "Untreue" ist, wo man(n) hierzulande sich im Laufe der Zeit nach und nach jeweils jüngere geliebte hält - es aber geheim halten muss und mit massig Blöße rechnen muss.
Eine andere Ähnlichkeit besteht oft zu den den Brückenphasen von einer Beziehung in die nächste, das ist bei vielen ein fließender Übergang, in dem man für einen Zeitraum zwischen zwei Menschen steht. Ein Gedanke, den viele Menschen in solchen Phasen haben ist "eigentlich beide", das wird aber selten so gefahren, schließlich will man Klarheit und würde es als unehrlich empfinden es so zu halten.
Ein weiterer Trend zur Mehrgleisigkeit gibt es auch beim sogenannten "casual sex" (der aber weitestgehend Bindungsfrei ist, also nicht auf Emotionen fixiert ist... also auf Emotionen doch jedenfall aber dann im Wortsinn) und in der sogenannten "Seduction Community", hier z.T. auch offen einvernehmlich.
Die Einvernehmlichkeit und Offenheit fehlt bei den anderen Ähnlichkeitsbeispielen, die ich nannte. Sie ist hier nur schwer zu erreichen, denn die internalisierten Normen sprechen für konventionelle Treue und feste Zweierbeziehungen. Das ist deklaratorisch jedenfalls noch so; eine Erosion solcher Werte nimmt bereits seit sehr langer Zeit mehr und mehr zu.

Ich erkenne alle Formen des friedlichen Zusammenlebens zwischen Menschen an. Die polyamore Lebensweise bietet schöne Gefühle, Bindungserlebnisse und Spaß in allen Richtungen durch ein enormes Maß an Freiheit; sie ist dann optimal, wenn alle Beteiligten es so vorziehen.

Wer aber den besonderen Respekt einer Beziehung, namentlich einer Liebesbeziehung (die eine polyamore Beziehung auch beansprucht zu sein, was ihr nicht abzusprechen sein muss, ich aber schon - wenn es auch diskriminierend sein mag - tue, indem ich einer Beziehung zwischen zwei Menschen eine herausragende Stellung als Liebesbeziehung attestiere) braucht, wird so kaum Glücklich werden. Wahllos eine oder einer unter vielen zu sein? Somit der Bindung der besonderen Qualität von Treue und Einmaligkeit entziehen? Das klingt nicht schön.
Liebe im engeren Sinne sehe ich auch herabgewürdigt, verwendet man den verhaltensorientierten Liebesbegriff, das in die Tat Umsetzen der Fähigkeit eigene Interessen zurückzustellen. Ich teile zwar die Auffassung, dass man mehr Liebespotential als nur für eine Beziehung hat, aber das überschüssige eben nicht in eine andere Beziehung zu geben, sondern zu belassen oder es im nicht-romantischen Sinne zu verwenden ist doch gerade eine Herausforderung.
Aber es ist wohl eher die New Relationship Energy gemeint. Wobei auch hier gilt, sich dieser entweder hinzugeben und mit dem vorigen Partner es beenden oder diese NRE zurückzuhalten, gerade als Liebestat für aktuellen Partner. Und NRE als akute Verliebtheit zu bezeichnen, ich weiß nicht, dann doch lieber Infatuation.

Es stellt sich zudem die Frage: Reicht die Einvernehmlichkeit tatsächlich aus, um Neid-, Eifersuchts- und Konkurrenzgedanken zu unterdrücken? Solches denken entspringt auch Emotionen, es lässt sich nicht einfach gewollt abschalten. Der wikipedia-Artikel spricht das auch an, ob es da mit immer drüber Reden getan ist?

Die menschliche sogenannte "Realität" würde fast zur Polyamory neigen - aus welchen Gründen sei hier offen gelassen. So zu leben wäre nicht nur pragmatisch, bequem sondern vermutlich auch natürlich.
Es ist fantastisch, dass es in weiten Teilen trotzdem nicht so gehandhabt wird, Ausdruck von Menschlichkeit!
Weiterhin glaube ich nicht, dass Polyamory die Geborgenheit vermitteln kann, die viele in einer Kernbeziehung suchen. Zwar sind auch polyamore Beziehungen Liebesbeziehungen im Sinne des Betonung von Gefühlen, doch die bewusste Nichtexklusivität und ein gesteigertes Risiko des Verlassen- oder Ausgebootet-Werden würde eine solche Vertrautheit und Geborgenheit untergraben. Realistisch gedacht hat die Anzahl der simultanen Beziehungen doch auch eine praktische Grenze, aus Zeitgründen oder finanziellen Erwägungen. Was macht man nun, wenn man sich wieder verliebt und den Partner auch haben möchte, dadurch aber die Grenze des Machbaren überschritten wird. Die älteste Beziehung die man hatte nach First-In-First-Out Prinzip abschießen oder Streichhölzer ziehen?

Ein anderes Problem betrifft die Familien. Patchworkfamilien sind mittlerweile endlich auch nichts neues mehr, so weit so gut. Mutter und Kind bleiben uns auch erhalten, aber was ist mit dem Vater, den Vätern?
Das Problem ist nicht so unterschiedlich von monogamen Beziehungen, gebe ich zu. Aber spätestens mit Kindern wird doch die Bindung desjenigen Paares, welches die Eltern sind, eine ganz neue Qualität verliehen. Natürlich kann alles so weiterlaufen wie bisher, der Kontakt zwischen den Nichtvätern, die trotzdem Lebensgefährten der Mutter sind, könnte man vermeiden; wobei ich gar nicht weiß, ob das entwicklungspsychologisch groß wichtig ist, kann es mir aber vorstellen.
Vielleicht weiß man auch nicht, wer der Vater ist. Dann erstmal drei Männer zum Vaterschaftstest, und vielleicht weigern sich davon ja zwei...

Soviel ein paar Gedanken erstmal dazu, hoffentlich ist es mir gelungen Moral weitestgehend rauszulassen.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 11.04.2008, 15:15   #11
Standard

Ich finde, Polyamory hat nichts mit DER Liebe zu tun, Polyamory ist etwas anderes eigenständiges. Nichts Schlechtes, aber nicht mit der Liebe zu vergleichen.
Es ist für Menschen, die nie eine innige Liebe erlebt haben (und deshalb nicht mehr an die Liebe glauben).

Großes Vertrauen und Geborgenheit in einer Liebe bekommen ihre volle Bedeutung gerade durch die Exklusivität! "Zwei von Äonen von Sternen" haben sich zusammengefunden und bilden ihre eigene Vertrauenswelt. Das ist nicht bloße Romantik:

Wenn man in einer polyamoren Beziehung lebt, kann man, wenn es mit dem einen Partner nicht gut läuft, zum anderen Partner gehen, holt sich Streicheleinheiten und kann kann wieder foh gelaunt und entspannt die Probleme zwischen sich und dem ersteren klären? Klingt praktisch. Ist aber krank. Denn Rat und Trost könnte man sich auch bei einem Freund/Freundin holen. Da braucht es nicht mehrere intime Beziehungen!

Die Bereitschaft sich auf nur einen Partner einzulassen, ist doch gerade der Beweis des Vertrauens.

Ich möchte alle Liebe, die in mir steckt, doch nur einem Menschen schenken. Hat also nichts mit Verboten, Gesetzen und Normen zu tun, sondern ist freiwillig. Wenn also polyamor lebende Menschen davon sprechen, daß man eine Person nicht besitzen kann, haben diese etwas falsch verstanden.
Ich würde also immer die klassische monoamore Liebe bevorzugen. Wenn ich in einer Liebesbeziehung alle meine Gefühle leben kann, habe ich auch kein Bedürfnis nach mehreren Partnern.

Ich will meine Meinung noch etwas mit Hilfe des Wiki-Artikels über Polyamory auslassen:
Zitat von Wiki
Eifersucht und Verlustängste treten auch bei Menschen, die diese Beziehungsform gewählt haben, oft auf und sollten offen ausgesprochen werden. Eifersucht stellt in der Tat bei langfristig bestehenden Beziehungen oft die bedeutendste Hürde dar.
Zeigt mir doch, daß diese Beziehungsform eben nicht so toll sein kann. Eifersucht ist mir bei inniger und vertauensvoller Liebe fremd.
Zitat von Wiki
Akute Verliebtheit, in englischsprachigen Foren auch „New Relationship Energy“ (NRE) genannt, wird trotz der schönen Gefühle manchmal als mit Vorsicht zu genießender Zustand gesehen. Sie mache es schwerer, die Bedürfnisse aller Partner auszugleichen und berge die Gefahr von kurzschlüssigen Entscheidungen, deren Konsequenzen langfristig bedauert würden.
Na sowas, spätestens hier stößt mir auf, welch seltsame Art Beziehung Polyamory darstellt.
Zitat von Wiki
Um sich z.B. vor einem Ausspannen von Partnern oder vor Beziehungskonflikten in ungünstigen Lebensphasen wie der Stillzeit eines Kindes zu schützen, handeln langfristige Partner häufig vorher ein gegenseitiges, im Umfang begrenztes Vetorecht in Bezug auf neue Beziehungen aus.
Gehts noch kranker?
Zitat von Wiki
Viele Menschen, die in Mehrfachbeziehungen leben, haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass monogame Beziehungen für sie nicht funktionieren oder sie darin nicht glücklich werden.
Aha, da haben wirs! Als nicht liebesfähig würde ich diese verirrten Menschen bezeichnen!
Aber schaut, es gibt auch Positives:
Zitat von Wiki
Als Grund gegen ein Eingehen polyamorer Beziehungen führen viele polyamore Menschen an, dass oft viel mehr „Beziehungsarbeit“ geleistet werden müsse, was manchmal einen erheblichen Aufwand an Aufmerksamkeit, Zeit und Energie erfordere.[35][36][37][38] Außerdem müsse auf subjektive oder reale Sicherheiten verzichtet werden. Dies werde aber für Individuen, die diese Beziehungsform bevorzugen, durch Authentizität, persönliches Wachstum sowie Selbstentfaltung weit mehr als ausgeglichen. Hinzu komme die Erfahrung von Vielfalt und Lebendigkeit, von Freude am Glück der Geliebten mit ihren anderen Partnern, die Solidarität und Unterstützung in einer erweiterten Lebensgemeinschaft, sowie ähnliche Aspekte. Viele begründen ihre Wahl auch mit der Erfahrung, dass sie in solchen Beziehungen wesentlich glücklicher seien.[39][40]
Ich weiß nur nicht, warum dafür eine polyamore Liebesbeziehung nötig ist. Persönliches Wachstum, Selbstentfaltung, Solidarität und Unterstützung sind Erscheinungen, die bei jedem liebevollen aufmerksamen Umgang mit Mitmenschen entstehen, sei es in Familie, Freundeskreis, im Beruf oder in einer normalen monoamoren Liebesbeziehung (Wer hätte das gedacht?)!

Nochmal Eifersucht:
Zitat von Wiki
Polyamory praktizierenden Autoren zufolge stellt Eifersucht das wohl größte Hindernis in polyamoren Beziehungen dar.
[...]
Analog zum Spruch „Courage ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Feststellung, dass etwas anderes wichtiger ist als Angst“ ist, polyamoren Autoren zufolge, in polyamoren Beziehungen weniger die Abwesenheit von Eifersucht wichtig als die Bereitschaft zur Begegnung mit ihr.
Hui Alter, ich glaube nun hakts, da fehlen mir langsam die Worte. Eifersucht als Herausforderung! Was´n kopflastiges Zeug!
Folgender Absatz zeigt besonders, wie kaputt und kalt die ganze Schoose ist!:
Zitat von Wiki
Auch bei Menschen, die normalerweise kaum eifersüchtig sind, kann sie unerwartet eine hohe Intensität erreichen und körperlichem Schmerz ähneln, wenn sich beispielsweise die langjährige Lebenspartnerin mit einer neuen Liebe trifft.
*mit dem Kopf auf die Tischplatte hau*

Nun wirds noch krasser:
Zitat von Wiki
Ein von Wendy Millstone vorgeschlagener Ansatz, die oben beschriebenen Mischungen von Gefühlen zu klären, ist, bildlich gesprochen, die „Zwiebel“ Eifersucht zu schälen, und die Gefühle und Gedanken jeder Schicht aufmerksam zu untersuchen.
Polyamore Beziehung als Psychotherapie.
Zitat von Wiki
Es kann auch vorkommen, dass eine Gruppe von Menschen ein exklusives Netzwerk bildet, dessen Mitglieder jeweils nur untereinander emotionale und sexuelle Beziehungen haben. Dies wird oft „Polyfidelity“ genannt, dieser Begriff bezeichnet manchmal jedoch auch Polyamory im Allgemeinen.
„Polyfidelity“ ist wahrscheinlich ein Tippfehler, es sollte heißen "Polyfickeli". Denn wir lesen weiter:
Zitat von Wiki
Auch verbindliche Partnerschaften zwischen mehr als zwei Menschen (Group Marriages), Beziehungsnetzwerke von Menschen, die nicht mit jemandem zusammen leben (Intimate Networks), bis hin zu „erweiterten Freundschaften“, welche Sexualität als zusätzliche Option beinhalten, kommen vor.
Habe ich doch gesagt! Jeder treibts mit jedem. Schön, daß wir langsam zum Punkt kommen. Gruppensex hieß das früher, Group Marriages nennt man das heute.

Gibt es statt diesem ganzen Polyamory-Geseiere nicht schon die Bezeichnung offene Beziehung?
Zitat von Wiki
Ein relativ hoher Anteil der Angehörigen dieser Subkultur ist bisexuell orientiert, es sind jedoch alle sexuellen Orientierungen vertreten.
Na Donnerknispel! Hätte jemand so etwas geahnt? Fröhliches Poppen egal ob Männlein oder Weiblein. Na seht ihr, wird doch noch gemütlich!
Zitat von Wiki
Wie aus dieser Aufstellung häufiger Werte in polyamoren Beziehungen hervorgeht, stellen diese weniger einen Gegensatz zu den Werten „monoamorer“ Beziehungen dar, sondern eher eine veränderte Priorität von Werten, die auf den menschlichen Grundbedürfnissen von Verbundenheit und Freiheit basieren.
Vielleicht haben solche den Begriff Liebe falsch verstanden, oder den Begriff Freiheit.
_________________

Aus dem Wiki-Artikel habe ich herausgelesen, daß Polyamory eine seriöse Art der Rechtfertigung für das Ausleben sexueller Bedürfnisse nicht liebesfähiger Menschen, unter dem Deckmantel emotionaler Bereicherung und Selbstentfaltung ist! Sogar die dabei häufig auftretende Eifersucht ("das wohl größte Hindernis in polyamoren Beziehungen") läßt bei den Anhängern keine Zweifel an Polyamory zu, sondern wird als psychische Herausforderung gesehen! *Hand-an-die-Stirn-klatsch*

Wäre ich Huxley oder Wells, gäbe das einen schönen Zukunftsroman.

Mein Fazit:
Für mich ist die Zweierbeziehung immernoch die eigentliche Liebe, die höchste Stufe der emotionalen Beziehungen. Wer das nicht kann, kann meinetwegen mit Polyamory glücklich werden.
 
 
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Dreamrat
Alt 11.04.2008, 19:17   #12
Standard

Hey, da muss ich auch noch meinen senf dazu geben, für mich kommt auch nur eine Zweierbeziehung in Betracht, weil das Polyamory ist ja echt voll krank, da gebe ich ShakeTheDisease, vollkommen recht, ein dickes Lob von mir hast super gut geschrieben, echt stark.

Das Polyamory hat in meinen Augen nichts mit Beziehung zu tun, sondern ist nur ein rumgepoppe um sich zu entfalten, geht es eigentlich im Leben nur um Sex und nicht mehr um Liebe . Nun gut, soll jeder für sich entscheiden, aber ich finde das so eckelhaft und weiß nicht Gott noch alles, Bäh.

Lg Dreamrat
 
 
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short_cut_baby
Alt 11.04.2008, 20:18   #13
Standard

Ich möchte nur einen Partner haben und ihn bestimmt nicht mit einer anderen Person teilen.
Seh ich genauso. Ich bin in so Sachen sehr sehr eifersüchtig und selbst wenn ich auch die Erlaubnis hätte, einen andren Sexpartner zu haben, könnte ich das innerlich nie dulden, wenn mein Partner das hat.
 
 
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Cobain
Alt 12.04.2008, 05:08   #14
Standard

Zitat von Pussycat
Aber wer schon mal in einer längeren Beziehung gelebt hat oder lebt...weiß wie die Realität aussieht......
es ist einfach schwer...das "neue", das "verliebte" Gefühl lange aufrecht zu erhalten...
Genau der Meinung bin auch, und es müsste jeder zustimmen der sich nicht selbst belügt.

Liebe ist schön, wunderbar und überhaupt die tiefste Empfindung die ein Mensch haben kann (Ausser Hass) aber dennoch ist sie vergänglich. Und ich glaube inzwischen dass sie immer vergänglich ist.

Die Monogamie ist nicht für den Mann gemacht und Liebe ist nur ein Konstrukt der Natur um den Mann 2-3 Jahre an die Frau zu binden. Klingt hart, ist auch so. Die Natur wurde nicht auf Emozionen aufgebaut, mag sein dass einige Paare 20-30-50 Jahre zusammen leben, aber wieviele davon waren sich treu und glücklich? Nach einigen Jahren macht man sich doch nur noch etwas vor, man versucht sich einzureden keine anderen Sexualpartner zu wollen. Man will nicht dass einem andere Menschen als der geliebte Partner gefallen, aber das wird immer so sein, es wird immer Menschen geben die interessant und wahrscheinlich auch interessanter sind als der eigene Partner.

Wer kann schon sagen dass sein Partner 100% zu ihm passt? Es gibt immer etwas das nicht stimmt im Charakter des Anderen, In einer Partnerschaft sollte man eigentlich sein wie Zwillinge und sowas findet man nicht oft. Man brauch schon viel Glück oder ein gutes Schicksal um die zweite Hälfte seiner Seele zu finden.

Naja, wie auch immer, der Sextrieb beim Menschen ist dem gleich des Tieres und somit können wenige Beziehungen monogam überleben, vor allem in jungen Jahren. man kann sich belügen, sich was vormachen, vorspielen. Aber wenn die Partner einer Beziehung mit den besten Freunden des jeweiligen offen und ehrlich reden könnten und diese alles ausplaudern würden, wären Morgen wohl 50% der Beziehungen getrennt.
 
 
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mizue
Alt 12.04.2008, 09:42   #15
Standard

Zitat von Dreamrat
geht es eigentlich im Leben nur um Sex und nicht mehr um Liebe.
sex gehört zur ("romantischen") liebe auch dazu. da von ekelhaft zu sprechen... das halte ich für ein anschauenswürdiges thema. aus verkehr oder nicht verkehr in einer beziehung lässt sich doch im grunde viel herleiten.

ich halte den post von cobain übrigens für überholt. natürlich kann ich es nicht anhand von irgendwelchen studien, texten von "krassschlauen" einsiedler-philosophen/sonstiger quark beweisen, aber da ich davon überzeugt bin... ist es einfach so. nehmen wir z.b. die passage "ein mann ist nicht für monogamie geschaffen" ... ist es nun arg verstörend für dich, wenn ich dir verrate, dass ich im grunde genauso oft ans vögeln denke, wie so manch ein "klassischer" mann?

In einer Partnerschaft sollte man eigentlich sein wie Zwillinge und sowas findet man nicht oft.
ich halt das - tschuldige, cobaini - für neumodischen schmarrn. wenn man von vornherein davon überzeugt ist, dass man den- oder diejenige eh nicht "findet" (man findet sich gegenseitig), dann ist das auch so. ich zumindest hätte große lust, weiterhin auf meinen "zwilling" zu hoffen und in der zwischenzeit fröhlich vor mich hinzuleben, wenn ich doch eigentlich davon überzeugt bin, dass es ihn gibt...

mit polyamorie tu ich mir übrigens sehr schwer. klar, habe ich es schon erlebt, dass ich mehrere menschen gleichzeitig liebe. aber das war dann eher so auf freunde bezogen, auf tiere... die ich nunmal alle gleichzeitig liebe, wenn das gerade so ist.

hm... vielleicht kann ich mich ja nur nicht in den kopf eines polyamoristen einfühlen... aber für mich klingt das ganze verdächtig nach "sich einem menschen nicht vollkommen hingeben können" oder nach vielen zweiter-wahl-"lieben" ...

aber wer mag, der soll ruhig. wie immer ist alles ne frage vom eigenen standort und der blickrichtung.
 
 
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Cobain
Alt 12.04.2008, 13:40   #16
Standard

Zitat von mizue
ist es nun arg verstörend für dich, wenn ich dir verrate, dass ich im grunde genauso oft ans vögeln denke, wie so manch ein "klassischer" mann?
Du hast damit mein Weltbild zerstört
Eine Frau die so oft an Sex denkt wie ein Mann wünscht sich doch jeder als Partnerin hrhr

Zitat von mizue
ich halt das - tschuldige, cobaini - für neumodischen schmarrn. wenn man von vornherein davon überzeugt ist, dass man den- oder diejenige eh nicht "findet" (man findet sich gegenseitig), dann ist das auch so. ich zumindest hätte große lust, weiterhin auf meinen "zwilling" zu hoffen und in der zwischenzeit fröhlich vor mich hinzuleben, wenn ich doch eigentlich davon überzeugt bin, dass es ihn gibt...
Liebe mizue, was genau ist neumodischer Schmarn? Eigentlich habe ich nur meine persönliche Einstellung offenbart. Hab ich gesagt dass ich davon überzeugt bin dass man die zweite Hälfte nie findet? Ich habe gesagt "nicht oft" denn eigentlich kann das ja nur einmal passieren, wenn man es von der ganz romantischen Seite sieht. Aber natürlich passen mehr Menschen gut zu einem als nur einer, es wäre mehr als schwer zu bewerkstelligen unter Milliarden von Menschen die auf der Ganzen Welt verteilt sind den "einen" zu finden.

Aber da ich an Schicksal glaube, funktioniert das schon irgendwie, wir werden wahrscheinlich schon in der Nähe dieser Seelenverwandten geboren, oder man findet sich eben auf irgend eine Art. Ich denke jeder Mensch bekommt einmal die Chance seine zweite Hälfte zu finden, man muss es dann nur erkennen.
 
 
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Pussycat
Alt 12.04.2008, 13:57   #17
Standard

Cobain:
Aber da ich an Schicksal glaube, funktioniert das schon irgendwie, wir werden wahrscheinlich schon in der Nähe dieser Seelenverwandten geboren, oder man findet sich eben auf irgend eine Art. Ich denke jeder Mensch bekommt einmal die Chance seine zweite Hälfte zu finden, man muss es dann nur erkennen.
Na da steckt doch hinter der harten Macho Schale ein richtig verträumter, romtantischer Kern !

Solange, wie man diesen jenigen aber nicht gefunden hat, wird man wohl ewig suchender sein....und somit auch nicht treu...
"Drum prüfe was sich ewig bindet und ob sich nicht was besseres findet!*
Das Zitat ist immer wieder zutreffend !!
 
 
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Fränze
Alt 12.04.2008, 15:35   #18
Standard

Das Problem bei dem ganzen Polyamory-Gerede ist, dass die Gefühle der Teilnehmer zu jedem der anderen Teilnehmer nicht gleich stark sind. Es gibt immer die, die Teilnehmer A stärker lieben, Teilnehmer B aber weniger, aber von Teilnehmer C sehr geliebt werden, den aber wenig lieben, und so wird jeder zum emotionalen Opfer jeweils desjenigen, den er stärker liebt als er von diesem geliebt wird, mit Ausnahme derer, die im Grunde außer sich selbst niemanden lieben.

Das Ganze ist nichts als ein weltanschaulicher Vorwand für legales Fremdvögeln. Hört sich gut an, enthebt durch genügend Abwechslung die Fremdvögler der Mühe, sich immer wieder werbend auf dem Markt umzutun, hinterläßt aber bei denen, die gerade Opfer sind (und das sind immer welche) Eifersucht und Minderwertigkeitsgefühle, die sich nur lindern lassen, indem man wiederum einen anderen zum Opfer macht.

Was mich am meisten stört: Es hört sich so schön ehrlich an, ist aber das Verlogenste, was man sich in Sachen Beziehung überhaupt vorstellen kann.
 
 
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michaelg
Alt 12.04.2008, 18:02   #19
Standard

Sehr schön Fränze Aber jeder sieht das nicht so. Bei den Vorstellungen von Liebe hat jeder seine eigene Realität. Für manche ist Promiskuität schon verwerfliche Sünde, für andere gibt es keine Liebe oder nicht _die_ Liebe etc.
Hier zwei Links zu Kritik romantischer Liebe, der erste kommt aus der Kreisen fortschrittlicher Gender-Denke, der zweite ist schon recht alt und eigentlich nur eine Übersetzungskritik eines Pro-Liebe Textes.

Kritik an der romantischen Zweierbeziehung
Das Manifest der Anti-Liebe
 
 
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Fränze
Alt 12.04.2008, 20:30   #20
Standard

Den Text "Kritik an der RZB" habe ich gar nicht ganz lesen mögen, weil ich sehr deutlich das Gefühl habe, dass sich da drei zu-kurz-Gekommene zusammengetan und ihrer larmoyanten Wut freien Lauf gelassen haben. Bei der Beschreibung der Romantischen Zweierbeziehung (RZB) wird ständig irgendwas behauptet - Paare kleben immer aneinander, sind idealerweise wie Zwillinge, und anderer Schmarren.

Natürlich stimmt es, dass der Anfang einer RZB in der Regel Verliebtheit ist. Dieses Gefühl hält nicht lange, auch klar. So lange man sehr jung ist, kann man die Sache durch einen Wechsel des Partners wieder in Schwung bringen. Das Wichtige ist in dieser Zeit nicht der jeweilige Partner, sondern das Aufrechterhalten des Gefühls, das Gefühl der Verliebtheit selbst.

Wenn sich einige Zeit nach der Pubertät die Hormone beruhigt haben, fällt das meist zusammen mit der Zeit, in der man sich sein Leben einrichten muss. Das ist aufreibend genug. Da hat man auch noch anderes zu tun, als nur die Schmetterlinge im Bauch zu zählen, weshalb man sich dann in der Regel nach jemandem umschaut, mit dem man sich eine dauerhaftere Zweierbeziehung vorstellen kann, die auf Verläßlichkeit und Vertrautheit gründet. Ich erlebe es im Freundeskreis immer wieder, dass dann PartnerINNEN nicht nur akzeptiert, sondern heftig umworben werden, die in den rein hormonell bestimmten Zeiten nicht infrage gekommen wären.

Die Anfangsverliebtheit dient meiner Meinung nach biologisch dazu, den jeweiligen Partner erstrebenswert zu machen und über seine Fehler hinwegsehen zu lassen - die sog. rosa Brille. Gäb´s die nicht, wären wir ausgestorben. Einen Teil dieses Gefühls retten wir, wenn wir erwachsen sind, in die Zeit nach der Verliebtheit hinüber, in den Jahren davor nicht, weil Beständigkeit da noch nicht nötig ist.

Relativ neu ist, dass eine Zweierbeziehung beides beinhalten soll, Verliebtheit und Verläßlichkeit - dass Verliebtheit zu Liebe und dann zu Verläßlichkeit führen soll. Das gab es früher nicht, da war eine Zweierbeziehung die Ehe, und die wurde wie eine unauflösbare Firma geführt. Da gab es aber auch keine emotionalen Opfer, es gab keinen Anspruch auf Liebe.

Ich weiß nicht mehr, woher ich es habe: Es gibt Untersuchungen, nach denen die meisten Fundamental-Revolutionäre kein sehr erfülltes Liebesleben haben. Sobald sie ihren Deckel finden, werden sie insgesamt ruhiger. Das dürfte auch auf die AutorINNEN des RZB-Pamphlets zutreffen, denke ich.
 
 
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Dreamrat
Alt 12.04.2008, 22:51   #21
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[quote=mizue]
sex gehört zur ("romantischen") liebe auch dazu. da von ekelhaft zu sprechen... das halte ich für ein anschauenswürdiges thema. aus verkehr oder nicht verkehr in einer beziehung lässt sich doch im grunde viel herleiten.


Ich meinte ja damit, nicht den Sex anführsich in einer festen Beziehung, sondern, den Sex mit so vielen, wenn ich dann mit dem Partner Sex hätte fände ich das sehr eckelhaft, wenn er vorher in sich Muschis gewesen wäre.

Auch andersrum, ich glaube nicht das es vielen Männern gefällt, eine Frau zu haben, die jeden über sich drüber läßt. Ich finde das wirklich widerlich.

Deshalb gibt es für mich nur eins, mit einem Partner Sex haben, da ich sehr viel Vertrautheit brauche und ausleben kann man sich da auch, man muss nur genügend Phantasie haben.

lg Dreamrat
 
 
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BerndDasBrot
Alt 13.04.2008, 16:03   #22
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Beim durchlesen diverser Beiträge, zu dieser recht markanten Form, einer auch sexuell ausgeprägten, parallel geführten Liebesbeziehung, empfand ich große Abscheu.
Ich stehe für Freundschaft und für ein Miteinander.
Der Gedanke alleine jedoch, mehr als eine Person parallel sexuell zu lieben ist sehr rückständig.
Es stellt die Degeneration des Menschen gleich dem diverser Tierrassen dar.

Wobei selbst die meisten Tierrassen sich evolutionär so entwickelt haben, einen Sexualpartner zu finden und nicht mehrere.
 
 
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Ripper08
Alt 13.04.2008, 16:56   #23
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Beim durchlesen diverser Beiträge, zu dieser recht markanten Form, einer auch sexuell ausgeprägten, parallel geführten Liebesbeziehung, empfand ich große Abscheu.
Ich stehe für Freundschaft und für ein Miteinander.
Der Gedanke alleine jedoch, mehr als eine Person parallel sexuell zu lieben ist sehr rückständig.
Es stellt die Degeneration des Menschen gleich dem diverser Tierrassen dar.

Wobei selbst die meisten Tierrassen sich evolutionär so entwickelt haben, einen Sexualpartner zu finden und nicht mehrere.


Made my day
 
 
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Fränze
Alt 13.04.2008, 17:20   #24
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Zitat von BerndDasBrot
Wobei selbst die meisten Tierrassen sich evolutionär so entwickelt haben, einen Sexualpartner zu finden und nicht mehrere.
Das stimmt nun ganz und gar nicht. Wir kennen ja gar nicht so viele Tierrassen, wie wir immer glauben, denn was wissen wir schon über das Sexualverhalten von Kellerasseln, Silberfischen oder Wanzen? Sind ja auch schwierig zu beobachten.

Wir wissen von einigen Tierrassen, dass sie sich einen Partner für´s Leben suchen, und wir wissen von einigen, die rummachen, was geht. Die Monogamen dürften sogar die Minderheit sein.

Wie wir wären, wenn wir unter natürlichsten Bedingungen, in äußerster Unwissenheit z. B. über biologische Zusammenhänge, leben würden, ist Spekulation. Unsere relative Monogamie dürfte der Kultur geschuldet sein.
 
 
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michaelg
Alt 13.04.2008, 17:22   #25
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BerndDasBrot hat selbstverständlich recht. Ein sehr richtiges Urteil. *provozier*

Im Ernst, es gilt natürlich Meinungspluralismus, Toleranz und ich gönne es ja jedem und jeder seinen und ihren Spaß, aber... sexuelle Spaßgesellschaft als menschliche Degeneration ist schon ein zutreffendes Konzept!
 
 
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