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Polyamory


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Fränze
Alt 13.04.2008, 17:50   #26
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Degeneration ist ein Konzept^^?
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 15.04.2008, 18:19   #27
Standard

Toll, daß wir beim tierischen Geschlechtsakt angekommen sind. Rammeln wie die Karnickel (darum ging es bei Polyamory ja auch). Sind wir Tiere? Und ich dachte, es ging hier um Liebe. Wußte nicht, daß Tiere lieben können. Und damit meine ich nicht nur die teeniemäßigen Schmetterlinge.

Was ich auch nicht verstanden habe: Eine Liebe kann abflauen, klar. Aber dann kann man doch ehrlich sein und sich trennen, wenn man eben nicht zusammenpaßt, anstatt mehrere Partner zu wollen. (Somit hat Polyamory immernoch nichts mit Liebe zu tun.)
 
 
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Felicitas
Alt 15.04.2008, 18:49   #28
Standard

Zitat von nonsurvivor
Zunächst einmal für alle, denen das gar nichts sagt: Bei Polyamory geht es darum, offen Beziehungen mit mehreren Menschen zu führen, d.h. alle Beteiligten wissen voneinander. Grundidee ist es, seine Emotionen nicht nur auf eine Person richten zu dürfen, sondern offen damit umzugehen. Es ist möglich, mehrere Menschen mit gleicher Stärke, aber durchaus in unterschiedlichen Ausprägungen zu lieben. Jede Beziehung hat so ihre individuelle Bedeutung in dem Gesamtbeziehungskonstrukt.

Emotionen stehen ganz klar im Mittelpunkt. Natürlich spielt Sexualität eine wichtige Rolle, wie in einer monogamen Zweierbeziehung auch. Aber es geht in erster Linie darum, Raum für die Auslebung emotionaler Bedürfnisse zu schaffen.

Der Wiki-Artikel zum Thema ist ganz informativ, falls sich jemand näher damit beschäftigen möchte.
aber wie gut dass wir nun dazu übergegangen sind das ganze gleich mit fremdfickerei und offenen sexuellen beziehungen gleichzusetzen. ist einfacher so seinen eigenen, nun sagen wir mal, schmalen horizont, zu rechtfertigen, oder?
 
 
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Fränze
Alt 15.04.2008, 19:09   #29
Standard

Zitat von nonsurvivor
Emotionen stehen ganz klar im Mittelpunkt. Natürlich spielt Sexualität eine wichtige Rolle, wie in einer monogamen Zweierbeziehung auch. Aber es geht in erster Linie darum, Raum für die Auslebung emotionaler Bedürfnisse zu schaffen.
Zitat von Fränze
Das Problem bei dem ganzen Polyamory-Gerede ist, dass die Gefühle der Teilnehmer zu jedem der anderen Teilnehmer nicht gleich stark sind...
...Das Ganze ist nichts als ein weltanschaulicher Vorwand für legales Fremdvögeln. Hört sich gut an, ... hinterläßt aber bei denen, die gerade Opfer sind (und das sind immer welche) Eifersucht und Minderwertigkeitsgefühle, die sich nur lindern lassen, indem man wiederum einen anderen zum Opfer macht.
Da schau, wie schmal doch mein Horizont ist, dass ich verkenne, wie sehr doch die emotionale Seite dieses ganzen Beziehungsgeflechts im Vordergrund steht, so dass ich das Ganze für verlogen halte und die Emotionen nur für einen Vorwand.
Ich versuche, mich zu bessern, meinen Horizont zu erweitern und den ethischen Überbau der Polyamoristen brav zu glauben. Wäre ja noch schöner, wenn ich nicht aufhörte, meinen schmalen Horizont zu rechtfertigen, Dummbatz ich!
 
 
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Felicitas
Alt 15.04.2008, 19:10   #30
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dann einfach nicht angesprochen fühlen, wenn du offensichtlich nicht in die angesprochene richtung gebellt hast

@shakethisdingsbums:

du sprichst davon, dass etwas die bezeichnung liebe nur dann verdient, wenn sich dieses etwas auf nur einen menschen bezieht.

was ist mit einer eltern-kind-liebe? hören eltern auf sich gegenseitig zu lieben, wenn sie anfangen ihr kind zu lieben? oder können eltern ihr kind gar nicht lieben solange sie einander lieben? hören kinder einer gesunden eltern-kind-beziehung auf ihre eltern zu lieben sobald ein partner im spiel ist?
 
 
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Fränze
Alt 15.04.2008, 19:13   #31
Standard

Doch, habe ich, aber, wie ich meine, mit gutem Grund. Oder glaubst Du das mit den Emotionen als vorherrschende Grundlage?

Zitat von Felicitas
was ist mit einer eltern-kind-liebe? hören eltern auf sich gegenseitig zu lieben, wenn sie anfangen ihr kind zu lieben? oder können eltern ihr kind gar nicht lieben solange sie einander lieben? hören kinder einer gesunden eltern-kind-beziehung auf ihre eltern zu lieben sobald ein partner im spiel ist?
Darum geht es aber bei Polyamory nicht, sondern um die Liebe zwischen nicht miteinander verwandten Erwachsenen, um Mehrfachliebe statt Zweierbeziehung.

Geändert von Felicitas (15.04.2008 um 19:24 Uhr).
 
 
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Felicitas
Alt 15.04.2008, 19:23   #32
Standard

so ist die definition dieses begriffes bzw. der begriff definiert sich über die verteilung diverser emotionen. anhänger wollen also scheinbar offensichtlich NICHT, dass man ihnen vordergründig sexuelle beweggründe unterstellt. wozu sollte ich ihnen das dann also unterstellen? weils für mich einfacher ist das dann als irgendwas perverses abzutun? weil ich mich dann besser fühlen kann weil meine definition von liebe die richtigere zu sein scheint?

freie liebe - basierend auf sexualität
polyamory - basierend auf emotionen
polygamie - basierend auf der ehe

Zitat von Jörn Pfennig
Was du an Liebe brauchst
kann ich allein nicht geben.
Was ich an Liebe geben kann
ist für dich allein zuviel.
fallbeispiel:
nehmen wir mal eine junge frau mit 2 kindern. ihr mann hat stress mit seinem job/seiner selbstständigkeit und hatte eine beschissene jugend, wodurch er heute sehr wahrscheinlich nicht in der lage ist seinen gefühlen ausdruck zu verleien. und dennoch hat er etwas an sich, was diese junge frau ihn lieben lässt. dennoch ist sie teilweise sehr unglücklich, weil ihr zuneigung und zärtlichkeiten bei ihm fehlen. wäre sie nun polyamor und würde zB. mit einem anderen mann kuscheln und mit einem dritten könnte sie einmal die woche abends saufen und party machen gehen, wäre sie in summe viel ausgeglichener und glücklicher. auch ihr partner wäre das vllt, denn er hätte nun nicht den zwang sich zu ändern, sondern könnte so wie er ist bleiben und könnte trotzdem mit seiner frau zusammen bleiben. natürlich könnte sie sich trennen und auf die suche nach dem mann gehen, der alles in einem vereint. der hat dann aber vllt andere "macken". sie kann also ewig auf der suche sein, sich irgendwann damit abfinden eben nicht alles haben zu können, oder alles wollen und eben polyamor durch die welt hüpfen.

@eltern-kind-liebe

so verkehrt war das gar nicht. denn ich wollte auf etwas anderes hinaus. nämlich dass man an der stelle erst einmal liebe definieren muss. den begriff. zumindest wenn man ihn derart eng betrachtet, als das man sagt wahre liebe kann nur zwischen 2 menschen bestehen. dann muss man das derart begründen können, dass das immer funktioniert. auch wenn eine mutter, eine 30 jahre lang beste freundin, ein kind uä. dabei ist. so eine definition muss immer funktionieren. und das tut die von shakethedisease nicht.

Geändert von Felicitas (15.04.2008 um 19:50 Uhr).
 
 
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Ripper08
Alt 15.04.2008, 19:30   #33
Standard

Ein weiterer Gedanke ueber euer Verhalten:

Wer hier nur unfundiert gegen diese Thematik wettert ohne seine Meinung im geringsten zu hinterfragen und anfaengt Dinge als unerschuetterliche Wahrheit darzustellen, ohne sie im geringsten logisch zu begruenden, macht sich sehr verdaechtig.

Menschen mit Tieren gleichsetzen, die praktizierenden "Polyamoristen" als gehirnlose triebgesteuerte Unmenschen darstellen, Glaubenssaetze mit geradezu religioesem Fanatismus aufstellen und beinahe blutig verteidigen...
all das ist der Reaktion eines nicht-selbstgestaendigen Alkoholikers, der auf seine Sucht angesprochen wird, gar nicht so unaehnlich.



Wer hier in der Lage ist eine begruendete Meinung zu formulieren (ob pro oder konra!), die ohne unterschwelligen Hass auskommt -woran hier schon so einige gescheitert sind- darf sich gluecklich schaetzen. Allen anderen wuerde ich die Idee ans Herz legen mal das eigene Bild der Sexualitaet und Liebe zu hinterfragen.

Wer mit seiner eigenen Sexualitaet im reinen ist wird sich auch objektiv mit diesem Thema auseinandersetzen koennen. Mal im Ernst, es gibt einen sehr ersichtlichen Grund, weshalb viele der "Kontra" Leute gerade bei diesem Thema so aus dem Haeussen sind und mit boesen Woeretern um sich werfen. Und dieser Grund ist nicht etwa bei der Thematik zu suchen, sondern bei jeder einzelnen Person, welche glaubt hier eine Diskussion im Glaubenspredigtstil aka Kindergartenstil fuehren zu koennen. Wir sind hier nicht im Sportpalast, es ist an der Zeit zu denken bevor man redet.

Ich muss mich doch echt fragen wie manche Aussagen mit freier Meinungsaeusserung und der Tatsache, dass wir heute keine Schwulen mehr steinigen, zusammenpassen.

Wenn diese "nicht-reflektierenden" Personen den Polyamoristen tieraehnliche Attribute ankreiden und sie als Triebgesteuereten Abschaum darstellen, muss ich eben diese Leute mal ganz klar dazu auffordern, sich einen Spiegel vorzuhalten und zu fragen, wer hier gerade ohne Ueberlegung auf Auotilot faehrt.


MfG, Ripper
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 15.04.2008, 20:22   #34
Standard

Zitat von Felicitas
so eine definition muss immer funktionieren. und das tut die von shakethedisease nicht.
Kann ich Königsberger Klopse lieben und gleichzeitig Wiener Schnitzel? Kann ich einen Lieblingsfilm haben und einen Lieblingssong? Logo, sogar noch mehrere gleichzeitig!
Was ich meine:
Nur weil es lieben heißt, wird alles mit einer intimen Beziehung gleichgestzt bzw verwechselt?:
Muß ich erklären, daß Eltern-Kind-Liebe etwas anderes ist, als die intime Liebe, um die es hier gehen sollte? Wir brauchen tatsächlich eine Definition von Liebe???
Zitat von Ripper08
Menschen mit Tieren gleichsetzen, die praktizierenden "Polyamoristen" als gehirnlose triebgesteuerte Unmenschen darstellen[...]
Wir haben doch gesehen, in welche Richtung dieser Thread gelaufen ist. Darauf habe ich nur hingewiesen. Fand ich interressant und paßt zum Wiki-Artikel. Dieser hat mehr als deutlich gezeigt, was die Anhänger unter Polyamory verstehen.

Der Kuschel-Party-Kumpel in Felicitas-Fallbeispiel hat für mich nichts mit einer Liebes-Beziehung zu tun. Es klingt technisch praktisch. Aber Liebe ist nichts Praktisches, sondern etwas Gefühlvolles. Wenn jemand Macken hat, ist die Liebe nicht mehr 100%?

Vielleicht fühlen sich Polyamory-Fans hier angestoßen, weil nicht jeder das selbe unter Liebe versteht. Merkt man an Rippers Post, in dem er über Postermeinung meckert, ohne Begründung, ohne selber seine Sichtweise zum Thema zu erklären. Das ist für mich Kindergartenstil und Sportpalast. Also wer hat hier unterschwelligen Hass?

Geändert von ShakeTheDisease (15.04.2008 um 20:35 Uhr).
 
 
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Fränze
Alt 15.04.2008, 21:20   #35
Standard

@Feli: Das klingt gut. Nur: Glaubst Du, dass die junge Frau, die jemanden zum Kuscheln gefunden hat, froh ist, wenn ihr derzeit mürrischer Freund nur mit einer Seelenfreundin seine Probleme bespricht? Wenn z. B. seine Probleme so schwerwiegend sind, dass er diese Seelenfreundin öfter trifft als die junge Frau ihren Kuschler treffen kann, weil der Kuschler sich seinerseits häufiger mit einer Sportfreundin im Studio trifft? Ist die junge Frau dann froh und ausgeglichen?

@ Ripper: Warum zeterst Du so und wirst so allgemein in Bezug auf "hasserfüllte" Leute, deren Gründe ersichtlich sind und "von denen hier einige schon gescheitert sind" und so Kram? Wie auch immer:

Nirgends habe ich was gesagt von triebgesteuerten Unmenschen. Ich habe gar nichts gegen Mehrfachbeziehungen, sofern niemand zu Schaden kommt. Soll jeder machen, was er mag, wenn die Emotionen gleich verteilt sind. Ich bezweifle nur, dass es sich dabei wirklich vorrangig um Emotionen oder gar Liebe handelt.
Ich halte es (um nicht fundamentalistisch zu sein) entweder um Notlösungen oder Egoismen des "Siegers", nämlich dessen, der emotional am wenigsten berührt ist und deshalb bei keiner Beziehungslinie zum Opfer wird. Ich glaube, dass in der Regel einer oder mehrere dabei emotional auf der Strecke bleiben. Dies zu sagen, halte ich für mein gutes Recht der freien Meinungsäußerung. Diskutieren wir hier, oder muss man einer bestimmten Meinung sein?

Ich kann wirklich nicht verstehen, warum Du so ausfallend und persönlich geworden bist.
 
 
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Felicitas
Alt 15.04.2008, 21:31   #36
Standard

sagen wir es so: ich halte sehr vieles für möglich und sehr weniges für unmöglich, gerade wenn es um solche sachen wie gefühle, emotionen, partnerschaft, sexualpraktiken usw. geht. und ich denke, nur weil ich das ein oder andere in meinem leben noch nicht erlebt habe, sollte ich es nicht ausschließen. ich sehe viel potential in dieser polyamory geschichte und ich sehe, so wie du, natürlich "haken". aber haken seh ich an so ziemlich allem, auch an den für unsere breitengrade normalen monogamen zweierbeziehungen.

ich würde mir halt nur nie anmaßen die meisten sachen komplett abzulehnen (ohne dir das nun unterstellen zu wollen, aber vllt anderen in diesem thread), ohne sie selbst erlebt zu haben (abgesehen von solchen krassen sachen wie sex mit kindern/toten/tieren usw.). ich glaube dass wir menschen zu viel mehr sachen fähig sind und dass wir uns selbst sehr viel durch gesellschaftliche zwänge, anerzogene werte- und moralvorstellungen sowie hierzulande üblichkeiten vergeben.
 
 
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michaelg
Alt 15.04.2008, 22:19   #37
Standard

Zitat von Ripper08
Ein weiterer Gedanke ueber euer Verhalten:

Wer hier nur unfundiert gegen diese Thematik wettert ohne seine Meinung im geringsten zu hinterfragen und anfaengt Dinge als unerschuetterliche Wahrheit darzustellen, ohne sie im geringsten logisch zu begruenden, macht sich sehr verdaechtig.

Menschen mit Tieren gleichsetzen, die praktizierenden "Polyamoristen" als gehirnlose triebgesteuerte Unmenschen darstellen, Glaubenssaetze mit geradezu religioesem Fanatismus aufstellen und beinahe blutig verteidigen...
all das ist der Reaktion eines nicht-selbstgestaendigen Alkoholikers, der auf seine Sucht angesprochen wird, gar nicht so unaehnlich.
Den Verdacht teile ich nicht so ganz. Das ist eher Unwissen oder Beharrlichkeit (~Ignoranz/Sturheit, die in Wertefragen eben sehr verbreitet ist). Die Argumente (und diese in der Regel nichtmal einseitig) und logischen Begründungen sind doch aber da, hier im Thema auch.


Zitat von Ripper08
Wer hier in der Lage ist eine begruendete Meinung zu formulieren (ob pro oder konra!), die ohne unterschwelligen Hass auskommt -woran hier schon so einige gescheitert sind- darf sich gluecklich schaetzen. Allen anderen wuerde ich die Idee ans Herz legen mal das eigene Bild der Sexualitaet und Liebe zu hinterfragen.
Hälst du das im Interesse dieser jetzigen Diskussion für wichtig oder gleichsam "altruistisch" in deren Interesse in Bezug auf ein qualitatives Leben?
Ich glaube von außerhalb ist kaum mehr zu machen, als Skepsisappelle auszusprechen... Wer in klassischen Positionen verharrt (wie eben der der Triebeskritik) ist hier meist sehr unbeweglich, da die Grundsätze ganz oft als von vornherein gegeben, "wahr" verinnerlicht werden.


Zitat von Ripper08
Wer mit seiner eigenen Sexualitaet im reinen ist wird sich auch objektiv mit diesem Thema auseinandersetzen koennen. Mal im Ernst, es gibt einen sehr ersichtlichen Grund, weshalb viele der "Kontra" Leute gerade bei diesem Thema so aus dem Haeussen sind und mit boesen Woeretern um sich werfen. Und dieser Grund ist nicht etwa bei der Thematik zu suchen, sondern bei jeder einzelnen Person, welche glaubt hier eine Diskussion im Glaubenspredigtstil aka Kindergartenstil fuehren zu koennen. Wir sind hier nicht im Sportpalast, es ist an der Zeit zu denken bevor man redet.

[...]

Wenn diese "nicht-reflektierenden" Personen den Polyamoristen tieraehnliche Attribute ankreiden und sie als Triebgesteuereten Abschaum darstellen, muss ich eben diese Leute mal ganz klar dazu auffordern, sich einen Spiegel vorzuhalten und zu fragen, wer hier gerade ohne Ueberlegung auf Auotilot faehrt.
Die Ursache für extremen Kontra-Widerhall liegt wohl einfach im provokativen Charakter des Polyamory Konzeptes, dass im Gegensatz zu den verinnerlichten Normen einfach eher, zumindest auf Bewusstseinsebene, eine Außenseiterposition hat.


Ich glaube übrigens schon, dass sich das polyamoröse Konzept grundsätzlich auf das zwischengeschlechtliche bezieht; also dass jemand, der seine Kinder, Eltern, (Verwandte, Fußball, Sonne, etc, ...) "liebt", aber außer mit seiner/seinem PartnerIN keinen anderen Partner in exklusiv diesem Sinne hat.
 
 
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Fränze
Alt 16.04.2008, 00:02   #38
Standard

Ausdrücklich noch mal: Ich äußere keine "Triebeskritik", Triebe sind völlig in Ordnung, ohne Triebe gäbe es uns alle nicht. Es geht mir auch keineswegs um Wertevorstellungen, um Himmels Willen. Es ist auch falsch, dass ich Polyamory "ablehne". Ich lehne nichts ab, sondern sage nur, dass ich nicht glaube, dass das Modell wirklich funktionieren kann. Ich habe auch gesagt, warum es einer Meinung nach nicht funktionieren kann. Nämlich:

Gerade weil ich bei einer Mehrfachbeziehung nicht an die Ausgewogenheit (nicht Gleichheit!) aller Gefühle untereinander glauben kann, denke ich, dass in der Regel derjenige, der die stärkeren, nicht im selben Maße erwiderten Gefühle hat, zum Opfer wird.

Dass alle Beteiligten die gleich starken Gefühle für alle anderen Beteiligten haben, ist, denke ich, völlig unrealistisch. Deshalb halte ich die Betonung der Emotions-Motivs für, vielleicht unbewußt, verlogen.

Sollte die emotionale Ausgewogenheit in einer polyamorösen Gruppe wider (mein) Erwarten vorhanden sein, dann könnte sie vielleicht funktionieren. Ich würde sehr gern von einer Gruppe erfahren, bei der es - sagen wir: ein Jahr lang - ohne Verletzungen funktioniert hat.

Dass ich daran zweifle, hat nichts mit einer bestimmten Wertevorstellung oder der Ablehnung von Trieben zu tun. Wer sich aber z. B. hier durch die Klagemauer- und Liebe-threads liest, muss einfach seine Zweifel haben. Ich hoffe, dass ich mich endlich verständlich machen konnte: Keine Ablehnung, sondern Mißtrauen.
 
 
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Ferdi83
Alt 16.04.2008, 00:14   #39
Standard

Oh Mann, Ihr glaubt gar nicht, wie mich manche Beiträge hier ankotzen. Und dann noch diese Verlogenheit, als ob die hinterletzte Schl*** tatsächlich etwas zum Thema Gefühle und Romantik beizutragen hätte...
 
 
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Felicitas
Alt 16.04.2008, 00:14   #40
Standard

@ Fränze: HALLLLLLLLLO DU DA!

(ohne dir das nun unterstellen zu wollen[...])
nu hör doch mal auf dich angesprochen zu fühlen wenn du es ausdrücklich und eindeutig nicht bist .

ich verstehe deine einstellung und kann sie gut nachvollziehen und: vollkommen akzeptieren!

mehr gelassenheit

@ferdi: hab doch den mut klar auszusprechen wen du hier als hinterletzte schlampe bezeichnest. man will doch gern wissen wer sich hier beleidigt fühlen muss.
 
 
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Ferdi83
Alt 16.04.2008, 00:19   #41
Standard

Zitat von Felicitas

@ferdi: hab doch den mut klar auszusprechen wen du hier als hinterletzte schlampe bezeichnest. man will doch gern wissen wer sich hier beleidigt fühlen muss.
Hehe, dann wird ja der Beitrag gelöscht, da offensichtliche "Beleidigungen" (ich würde es lieber "Benennung von Tatsachen" nennen, aber egal...) hier dazu führen, wie in vielen anderen Foren auch;-)
 
 
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Cobain
Alt 16.04.2008, 00:56   #42
Standard

Zitat von Felicitas
ich glaube dass wir menschen zu viel mehr sachen fähig sind und dass wir uns selbst sehr viel durch gesellschaftliche zwänge, anerzogene werte- und moralvorstellungen sowie hierzulande üblichkeiten vergeben.
Du triffst genau meinen Nerv

Ich kann dir da nur zustimmen, der Mensch ist nicht so beschränkt wie es ihm die Gesellschaft und die damit verbundenen Regeln vormachen wollen.

Natürlich sind Regeln in einer Gesellschaft unabdingbar und die meisten sind ja auch gut und schützenswert. Vor allem wenn es um Kinder und wirklich perverse Dinge geht. Aber einiges hat sich in den Jahrhunderten so krass gegen die Natur des Menschen entwickelt dass viele davon krank werden, ich behaupte einfach dass Depressionen und viele andere Geisteskrankheiten, Alkoholismuss, Drogensucht etc...oft durch die Zwänge in unserer Gesellschaft entstehen, weil es einfach nicht mehr natürlich ist.

Genau so wie Tiere in Gefangenschaft krank werden, wenn man sie nicht artgerecht hält. Ich behaupte immer wieder dass Menschen nicht für die Monogamie gemacht sind und die Scheidungs/Trennungsqutoe zeigt uns das doch auch offensichtlich, letztens hörte ich dass in Deutschland jedes 10.Kind ein Kuckukskind ist! Das bestätigt meine Meinung nur nochmal sehr deutlich. Trotzdem zwinge ich mich natürlich auch in das Geflecht der Gesellschaft, so gut es geht zumindest. Obwohl ein Besuch bei meinen Kumpels im Studentenwohnheim den Glauben daran gleich wieder den Gar aus macht, wenn ich sehe wieviele ein Verhältnis haben und die Partner der jeweiligen einfach garnichts davon wissen, find ich das immer etwas traurig aber auch lustig.

Menschen sind die schlechteren Tiere.

Es lebe die Monogamie!
 
 
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Ferdi83
Alt 16.04.2008, 01:48   #43
Standard

Zitat von Cobain
Ich behaupte immer wieder dass Menschen nicht für die Monogamie gemacht sind und die Scheidungs/Trennungsqutoe zeigt uns das doch auch offensichtlich, letztens hörte ich dass in Deutschland jedes 10.Kind ein Kuckukskind ist! Das bestätigt meine Meinung nur nochmal sehr deutlich. Trotzdem zwinge ich mich natürlich auch in das Geflecht der Gesellschaft, so gut es geht zumindest. Obwohl ein Besuch bei meinen Kumpels im Studentenwohnheim den Glauben daran gleich wieder den Gar aus macht, wenn ich sehe wieviele ein Verhältnis haben und die Partner der jeweiligen einfach garnichts davon wissen, find ich das immer etwas traurig aber auch lustig.

Menschen sind die schlechteren Tiere.

Es lebe die Monogamie!
Nun, es ist sicherlich unrealistisch, wenn man sagt, der Mensch sei an sich monogam oder "für die Monogamie gemacht", wenn man unter "monogam" versteht, dass ein Mensch sein gesamtes Leben ausschließlich mit einem einzigen anderen Menschen fristet.
Dennoch streube ich mich dagegen, dass es gar keine aufrichtigen "monogamen" und zudem auch glücklich Beziehungen gäbe. Die gibt es definitiv, wenn sie auch keine Selbstverständlichkeit (mehr) sind.
Naja, das Thema aus dem Wohnheim: Es ist sicherlich deren Bier, aber ich bin der Meinung, dass man - sobald man am eigenen Partner "seine Zweifel hat" und keine "offene Beziehung" lebt - vielleicht lieber doch so früh als möglich klar Schiff machen sollte. Einige scheinen wohl zu verdrängen, was alles passieren kann, wenn "so etwas" ans Tageslicht kommt. Es ist eine Frage der Charaktere, aber manche spielen vielleicht sogar mit ihrem Leben. Jeder von uns weiß, was extreme Emotionen alles hervorrufen können.
Menschen sind die schlechteren Tiere - da gebe ich grundsätzlich recht.
Sofern es jedoch für jemanden von Wichtigkeit ist / wird, meine ich, dass es durchaus sinnvoll ist, sein ganzes Leben lang nach "Ausnahmeexemplaren" zu schauen, auch wenn man sie dummerweise nicht findet. Das ist jedenfalls besser, als sich fahrlässig auf Menschen einzulassen, die es nicht wert sind. Ich wünsche mir und allen, die mir etwas bedeuten, niemals übelst auf die Schnauze zu fliegen.
 
 
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Manni
Alt 16.04.2008, 13:55   #44
Standard

Zitat von Fränze
Gerade weil ich bei einer Mehrfachbeziehung nicht an die Ausgewogenheit (nicht Gleichheit!) aller Gefühle untereinander glauben kann, denke ich, dass in der Regel derjenige, der die stärkeren, nicht im selben Maße erwiderten Gefühle hat, zum Opfer wird.
Naja, aber das hast du doch auch bei Zweierbeziehungen.
Bei den einen ist die Liebe füreinander fast gleich stark, bei anderen nutzt der eine den anderen nur aus und zwischen diesen 2 Extremen gibt´s noch viele kleine Abstufungen.

Insofern sehe ich die Ungleichheit der Gefühle füreinander nicht als Argument gegen Polyamorie.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 16.04.2008, 15:48   #45
Standard

Zitat von Felicitas
ich glaube dass wir menschen zu viel mehr sachen fähig sind und dass wir uns selbst sehr viel durch gesellschaftliche zwänge, anerzogene werte- und moralvorstellungen sowie hierzulande üblichkeiten vergeben.
Mir geht es nicht um Regeln in einer Gesellschaft. Sondern meine Meinung kommt durch meine Erfahrung, meine Gefühle bei einer Liebesbeziehung. Und deswegen brauchen wir auch keine Definition von Liebe. Das ist gut so, denn es kann jeder für sich selbst entdecken!
Zitat von Cobain
Aber einiges hat sich in den Jahrhunderten so krass gegen die Natur des Menschen entwickelt dass viele davon krank werden, ich behaupte einfach dass Depressionen und viele andere Geisteskrankheiten, Alkoholismuss, Drogensucht etc...oft durch die Zwänge in unserer Gesellschaft entstehen, weil es einfach nicht mehr natürlich ist.
[...]
Obwohl ein Besuch bei meinen Kumpels im Studentenwohnheim den Glauben daran gleich wieder den Gar aus macht, wenn ich sehe wieviele ein Verhältnis haben und die Partner der jeweiligen einfach garnichts davon wissen, find ich das immer etwas traurig aber auch lustig.
Wenn ich so etwas lese, weiß ich woher die Depressionen der Menschen kommen.

Hier wird oft Sex = Liebe gleichgesetzt. Und es wird von Trieben gesprochen. Daran sehe ich, daß die Triebe eine Rechtfertigung sind, die am Thema vorbei gehen. Liebe beeinhaltet zwar Sex, aber Sex muß nicht wirklich Liebe beinhalten.

Und es ist mir auch völlig schnurz piepe, wer hier wieviele flachlegt. Ich mißtraue Polyamory nicht, sondern lehne es ab, für mich.
 
 
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Fränze
Alt 16.04.2008, 17:13   #46
Standard

Zitat von Manni
Naja, aber das hast du doch auch bei Zweierbeziehungen.
Bei den einen ist die Liebe füreinander fast gleich stark, bei anderen nutzt der eine den anderen nur aus und zwischen diesen 2 Extremen gibt´s noch viele kleine Abstufungen.
Insofern sehe ich die Ungleichheit der Gefühle füreinander nicht als Argument gegen Polyamorie.
Das stimmt, aber bei der Polyamory soll ja alles anders (=besser) sein, weil in der Theorie jeder seine Emotionen dorthin tragen kann, wo sie am besten ankommen. In der Praxis (schon bei normalem Fremdgehen, wie von Cobain geschildert) hat immer eine/r die Arschkarte, nämlich der, der den anderen gerade weniger - auf welche Weise auch immer - attraktiv erscheint. Bei einer Viererpolyamory könnten sich 2 x 2 verbünden, aber was soll das? Gemeint ist doch, dass alle gleichermaßen glücklich mit mehreren Partnern sind, und das halte ich für unrealistisch. Das hat schon bei "Jules et Jim" (uralter Film) nicht funktioniert, aber Versuche gab es immer.
 
 
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