tjao....das habe ich schon gemacht, und das wurde mit mir auch schon gemacht. mein ex hat es auch gebracht mir a) einen tag vorher noch zu sagen das er mich liebt, und b) mich noch die letzte nacht bei ihm übernachten zu lassen um sich früh um 5 von mir zu trennen....
ich glaube...das läßt sich nicht wirklich erklären. es ist schon schwer genug sich selber einzugestehen das man einen langjährigen partner nicht mehr die gefühle entgegen bringt die eine beziehung zum existieren braucht. wie geschrieben: es sind oftmals keine greifbaren probleme. sich dann zu trennen, obwohl der partner der wichtigste mensch im leben ist, aber eben nur auf freundschaftlicher basis, sich zu trennen bei einer überwiegend schönen vergangenheit ist wohl verdammt schwer für den der sich trennt. und der der verlassen wird begreift die welt nicht mehr, weiß nicht warum.
und der der verläßt hat schuld gefühle, zweifel und hat solange das gefühl mit sich herumgetragen das es eben nicht mehr geht. das keine liebe mehr da ist.
mal am beispiel. wie gesagt, mein ex und ich waren sehr lange zusammen. alles in allem wenn man es großzügig auslegt fast 5 jahre. wir sind jetzt seit einem 3/4 jahr getrennt. er hat sich von mir getrennt. für ihn war die trennung unheimlich schwer. er hat geweint bevor ich überhaupt tränen in den augen hatte, ließ sich von mir halten. ok, danach bin ich dann zusammengebrochen, aber im ersten moment hat er auf absurde art und weise meine stärke, meinen halt gebraucht um sich von mir zu trennen.
jetzt, ein 3/4 jahr später sehe ich das ganze etwas anders. für mich kam das damals auch sehr plötzlich. wenige wochen vorher waren wir noch gemeinsam im urlaub, den er mir geschenkt hatte, es kam keine wirklich einschlägigen negativen erlebnisse. im großen und ganzen war es eine gute zeit. auch das hat er gesagt, und ich weiß das er es auch so meint.
und manchmal tut er mir ein bisschen leid. wie lange er dieses scheiss gefühl mit sich rumgetragen haben muss. wie lange es ihn wohl gequält hat mit mir zusammen zu sein und mich nicht mehr zu lieben. ich war ihm unwahrscheinlich wichtig. er wollte mich nicht loslassen, mich nicht gehen lassen, mich nicht als freund verlieren. und da nun zu unterscheiden: ist es nur eine wahnsinnig starke bindung freundschaftlicher art, oder ist es liebe ich glaube das ist schwer.
das ist auch keine sache die man lernen kann. das wird denk ich mal immer und immer wieder passieren. und es wird immer wieden beiden sehr weh tun.
ein paar wochen später habe ich ihn noch mal zufällig getroffen. wir standen uns minutenlang gegenüber, haben kein wort gesagt. aber seine augen haben bände gesprochen. er hatte zu dem zeitpunkt schon wieder eine freundin (ok, die hatte er wohl auch schon währen unserer beziehung

), aber seine augen, waren so unendlich traurig als er mich gesehen hat. und ich glaube das ich das nach 5 jahren beziehung beurteilen kann was er denkt wenn ich seine augen sehe.
am ende haben wir das gemacht was für _uns_ das einzige war um die ganze sache zu verarbeiten, denn es war für beide seiten nicht einfach. ich will auch nicht sagen das es für mich einfacher war als für ihn weil ich ja die passive rolle in der ganzen trennungsgeschichte eingenommen habe.
zuerst habe ich den kontakt sofort auf null gestellt, wenig später er dann auch. und es war das beste. für beide seiten ist dadurch zwar ein unendlich wichtiger mensch weggebrochen, aber es war wichtig um sich _wirklich_ zu trennen. wenn wir weiter freundschaftlich miteinander umgegangen wären, wäre es für beide seiten schwierig geworden. ich hätte noch lange zeit nicht wirklich loslassen können und er hätte lange zeit seine neue beziehung nicht wirklich genießen können.
so war es, zumindest für _uns_, das beste.
die zeit danach war schwer. der mir nahestehenste mensch, der vertrauteste mensch in meinem leben war nicht mehr da.
und zu der zeit habe ich etwas für mich bis heute wahnsinnig tolles erlebt: ich hab in den 5 jahren viele menschen vernachlässigt, freunde hier, freunde im realen leben. sie hätten sauer auf mich sein können, aber sie waren alle für mich da. als ob ich die ganze zeit da gewesen wäre. keiner hat mir vorwürfe gemacht, jeder hat mir geholfen. und das war ein phantastisches gefühl. und das hätte ich auch nicht erlebt wenn wir eben nicht diesen radikalen strich gezogen hätten. weil wir beide dann ja immer noch uns gehabt hätten, wenn auch auf freundschaftlicher basis.
und das ist ein fehler, denn will und werde ich nie wieder machen. denn noch mal vertrau ich meinem _glück_ nicht das meine freunde dann immer noch zu mir halten.
was ich wohl immer wieder so machen würde, den kontakt zum ex partner für eine zeit, oder für immer auf eis zu legen. ich trenne mich lieber absolut als noch lange zeit durch ständigen kontakt und nähe zu leiden.
wisst ihr beide, ich kann nur jetzt so sprechen. damals war es für mich genauso schwer wie für euch jetzt. hätte mir damals jemand so nen post geschrieben wie ich euch, dann hätte ich ihm das nicht geglaubt. das ist normal. ich hab sogar zu der zeit genau so einen thread hier gestartet wie ihr. ok länger war er, aber ich neige auch dazu zu faseln
einen tip kann ich euch nicht geben. selbst wenn ich euch sage das ihr die schuld nicht bei euch suchen sollt, ihr werdet es trotzdem machen. werdet euch trotzdem fragen was ihr falsch gemacht habt. selbst wenn man euch jetzt sagt sucht ablenkung, trefft freunde. am ende hat jeder seine eigene art damit umzugehen. und den weg geht ihr instinktiv. jeder verarbeitet trauer anders. am anfang habe ich dann viel mit meinen freunden gemacht, dann kam eine zeit da wollte ich einfach nur allein sein. und ich habe immer genau das gemacht was mein gefühl mir gesagt hat. wenn mir nach alleine weinen zumute war habe ich allein geweint, wenn mir danach zu mute war gehalten zu werden, mich bei jmd auszuweinen, habe ich das gemacht. es gab stunden/tage da habe ich mich eingeschlossen und stundenlang gitarre gespielt, mal laut und aggressiv, mal ganz leise und irgendwie verzweifelt. manchmal habe ich angefangen bilder zu malen, wütendene bilder, ruhige, manchmal klare, manchmal verschwommen. und meistens habe ich mir meinen kummer, meinen druck einfach von der seele geschrieben. unzählige seiten, tausende wörter, auf verschiedenen plattformen. mir fällt es leichter mich auszudrücken wenn ich etwas schreibe, als wenn ich jmd etwas erzähle. mir fällt es leichter mich über noten und klänge auszudrücken, über lieder, über bilder. man kann euch keinen tip geben, ihr macht instinktiv das was für euch richtig ist.
wenn man euch jetzt sagt: trefft euch mit freunden zur ablenkung damit ihr nicht mehr nachdenkt, dann _kann_ das klappen weil es in eurer natur liegt, es _kann_ auch unbefriedigend sein, weil es nicht in eurer natur liegt.
für gefühle und emotionen gibt es leider, oder zum glück, keinen ultimativen richtigen weg.
es ist hart, aber da müsst ihr durch, und irgendwann, mit genug abstand, werdet ihr das verstehen was passiert ist.