-Nachträgliches Vorwort: Hey, hab mal wieder nen halben Roman virtuell hingeschmiert ohne es beabsichtigt zu haben. Ich hoffe ihr habt spaß am lesen, kopiert das Zeug am besten in nen Texteditor, dann siehts nichtmal nach halbsoviel aus wie hier im Forum

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Da kann ichn Wörtchen mitreden, ich bin da genauso gestrickt wie du und ich bin mir durchaus sicher, dass ich auch mein restliches Leben -zumindest am Grunde meiner Seele- ein Einzelgänger bleiben werde... aber ich will durchaus mal ne Familie gründen und ich bin nun auch nicht der, der sich aktiv freiwillig ausgrenzt, eigentlich hab ganz im Gegenteil recht gern Kontakt mit anderen Menschen.
Vielleicht kann ich dir da ein wenig helfen, denn ich glaube du bist so ein bisschen der Typ, der ich vor vielleicht 3-4 Jahren war. Zunächst muss ich dir sagen, dass du deine Introvertiertheit wohl ein Leben lang behalten wirst, das ist ein Charakterzug der sich vermutlich nie ändern wird, weil er sehr grundlegend ist aber das ist ja kein Grund, sich abzukapseln. Ich werd mal versuchen im Folgenden dashier zu interpretieren:
,,Einzelgänger" will ich ja nich bleiben, aber ich werde wohl immer einer bleiben, der weniger ein ,,Cliquen-Mensch" ist, sondern eher mit wenigen Personen zusammen ist. Das zu ändern ist leichter gesagt als getan. Wenn ich nicht mehr ich selbst bin und mich der ,,Gesellschaft" anbiedere, werde ich selbst auch unglücklicher, als wenn ich alleine wäre.
Gesellschaft:
Du sagst du willst kein Einzelgänger bleiben aber dich der "Gesellschaft" nicht anbiedern, weil du dann unglücklicher wärst als allein zu bleiben? Nun pass mal auf, es ist nämlich garnicht so leicht sich der Gesellschaft zu entziehen, solange du nicht alleine am Arsch der Welt auf nem Berg meditierst, du bist viel mehr in die 'Gesellschaft' integriert als du vielleicht annimmst. Gesellschaft sind die Menschen die dich umgeben und du bist zwangsweise ein Teil davon, denn so wie ich für dich Gesellschaft bin, bist du für mich genauso Gesellschaft durch deine pure Existenz in meinem Umfeld. Wenn ich mir auf dem Bahnhof keinen Runterhole, dann weil die Gesellschaft mich daran hindert, einzelne Menschen repräsentieren letztentlich die Gesellschaft als ganzes (welche aber leider nicht wirklich greifbar ist) und diese umgeben mich eigentlich überall.
Auf jeden Fall musst du dich von der Vorstellung befreien, dass du kein Teil der Gesellschaft bist. Du denkst vermutlich: "hier bin ich in meinem Inneren und alles das da draußen ist die Gesellschaft mit der ich eigentlich gar nix zu tun habe(n will)." Wie gesagt bist du für jeden anderen auch ein Repräsentant der Gesellschaft, vergiss das nicht.
Ich denke du machst einfach noch viel zu sehr den Unterschied zwischen "ich hier" und "alle anderen dort", es gibt viel mehr Menschen die im Grunde so sind wie du, die sich von dir garnichtmal so sehr unterscheiden. Du erkennst sie nur nicht immer weil du eben nur das siehst, was sie nach außen hin zeigen, versuch dich also ab jetzt als Teil der Gesellschaft zu verstehen, du bist noch weitab davon, 'nicht dazuzugehören' oder so.
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Einzelgängertum oder nicht?!:
Du sagst du willst kein Einzelgänger bleiben, tust diese Aussage aber irgendwie ein wenig unter den Teppich kehren, indem du dir vormachst, dass es eben in deiner Natur liegt einer zu sein und du infolgedessen nicht viel dran ändern kannst und praktisch zwangsläufig alleine bist. Wenn du es nicht willst, dann liegt es eben doch nicht wirklich in deiner Natur oder vielleicht nicht in dem Maße, wie du das Einzelgängersein gerade betreibst.
Ich denke wir müssen hier aber langsam mal den Strich zwischen zwei Dingen ziehen, die eigentlich nix miteinander zu tun haben aber ständig miteinander in Zusammenhang gebracht werden und die das Verstehen der Zusammenhänge immer nur verkomplizieren und zwar: das Einzelgängertum und der Kontakt mit anderen Menschen.
Ein Einzelgänger zu sein heißt ja zunächstmal, dass man nicht das Bedürfnis hat, ständig in eine Gruppe integriert zu sein um sich sicher zu fühlen oder um beschäftigt zu sein oder was auch immer. Man geht seinen eigenen Weg und kümmert sich -im Vergleich zu Gruppenmenschen-weniger darum, was die anderen jetzt darüber denken und vorallem vertraut man sich selbst immer am meißten.
Kontaktscheu zu sein hat damit jedoch
überhauptnichts zu tun und ich denke eigentlich willst du auch garnicht mehr
nicht der Einzelgänger sein sondern du willst schlicht nur mehr Kontakt und Umgang mit anderen Menschen haben und das ist es, was dir eigentlich fehlt. Und das ist wirklich wesentlich leichter als so einen grundlegenden Charakterzug wie das Einzelgängersein zu ändern, was meiner Meinung nach sowieso eigentlich unmöglich ist.
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Kontakte knüpfen:
Du willst also kontaktfreudiger werden und dich gegenüber deinen Mitmenschen desensibilisieren... du bist doch der Einzelgänger und noch dazu ein so narzistisch veranlagter Mensch wie ich auch also dürfte doch eigentlich nichts leichter sein als das, oder ?
Wenn du sowas trainieren willst, dann brauchst du eigentlich nur zwei Dinge: Gelegenheit und die Fähigkeit, eine Gelegenheit zu erkennen.
Die potentielle Gelegenheit kannst du dir dabei selbst schaffen, nahezu perfekt sind doch eigentlich Konzerte oder auch Bekanntenkreise...
[BEISPIEL: Gestern war ich mit Speckmann und Jonaz auf einem Konzert, auf dem ein paar Bands gespielt haben und es lief prächtig: Die Vorband hatte ne heiße Bassistin, die auch noch sehr geil gesungen hat aber leider war sie gleich nach ihrem Auftritt weg, dafür hab ich den Gitarristen gesehen, bin hingegangen, hab ihn angestupst: "Hey, du hast gut gespielt, war echt geil der Auftritt".
Hab ihn auch nicht nach ihr gefragt oder so aber du musst ja nicht immer deinen eigenen Vorteil im Kontakt sehen, was glaubst du wie der gute innerlich abfeiert, wenn einer zu ihm hingeht und sagt: "Hey du bist gut, das hat mir gefallen" unter anderem macht er das ganze doch eigentlich deswegen also wieso ergreifst du so ne Gelegenheit nicht? Das war definitiv ne genutzte Kontaktmöglichkeit, hat mir zwar nicht viel gebracht aber ihm sicherlich... dir würde sowas allerdings auch mal gut tun, du musst ja nicht immer über irgendwelches übertheoretisch-wissenschaftliches debattieren, wenn du jemanden ansprichst, Smalltalk ist auch Kontakt um des Kontaktes willen, den du ja haben willst.
Kurz bevor wir nach der letzten Band gegangen sind ist die Bassistin irgendwo vor mir aufgetaucht, ich hab die Gelegenheit natürlich sofort am Schopf, bin zu ihr hin und sagte: "Hey, du kannst echt gut singen, das war echt geil. Kannst du das von dir aus so gut oder hast du mal Unterricht gehabt?" Hab dann vielleicht ne Minute mit ihr geplaudert; darüber wo sie denn Unterricht hatte, wie teuer der war und wo sie auf die Schule geht, dann is son kleiner Kerl gekommen der mit ihr geredet hat und sie hat mich vllt. über ne halbe Minute nicht weiter beachtet, während sie sich angeregt mit ihm unterhalten hat -hab gedacht naja, wirklich smooth jemanden abzuschieben, die hat Skill. Ich hab sie dann ein zweites mal angestupst, angelächelt und meinte: "Naja ich hau dann mal ab, meine Freunde sitzen mir schon im Nacken" und sie meinte ganz geshockt: "Oh, sorry das war jetzt echt keine Aktion um dich abzuschieben oder so, tut mir echt leid es geht grad darum wie der kleine jetzt heimkommt. Ich würd mich echt freuen mit dir in Kontakt zu bleiben, vielleicht über unser Gästebuch auf der Seite, meld dich mal bei mir.

"
(Fands nicht schlecht, wie offen die gesagt hat, dass das keine Aktion war um mich abzuschieben, so schön direkt die Dinge beim Namen genannt.)
Du musst dir klarmachen, dass das nicht nur ne Aktion war um SIE näher kennenzulernen, selbst wenn sie nicht die Richtige sein sollte: Wenn ichs soweit bringe in ihren Freundeskreis vorzustoßen, dann hab ich ein weiteres, großes Spektrum an Möglichkeiten entdeckt Leute kennenzulernen und dazu noch jene, die am ehesten meiner Zielgruppe entsprechen. Was will ich eigentlich mehr?
Das war ne genutzte Möglichkeit und nun sag mir, ob das nun irgendwie groß schwer war oder viel Überwindung gekostet hat?! Was habe ich denn bitte groß gemacht, außer sie anzustupsen um ihr zu ihrem Auftritt zu gratulieren, hm ?

]
Zurück zu deinem Spektrum an Möglichkeiten:
Dich kennt bei som Konzert eigentlich keiner und du kannst mal ein bisschen aus der Haut fahren, ich steh zwar nicht übermäßig auf Pogo (bin ja auch Antialkoholiker und dementsprechend immer nüchtern

) aber das ist doch ab und an eine lustige Erfahrung und ich denke genau sowas würde dir auch mal ne tolle Erfahrung einbringen. Ich schätze einfach mal ganz dreist du stehst bei so nem Konzert n bisschen abseits, vielleicht mit verschränkten Armen und siehst dabei zu, wie die anderen vorne sich wild umherstoßen... denkst dir vielleicht so wie ich auch: man was fürn Nonsens. Es stimmt, vollkommener Nonsens aber warum muss denn alles Sinn machen, es ist spaßig wenn du dich drauf einlässt!
Wenn du dort keinen kennst dann macht doch einfach mal probehalber mit, glaubst du es wird dich einer verurteilen oder als kindisch abstempeln oder dich sonstwie tadeln? Es stimmt eigentlich, Pogo ist irgendwo auch ne Art von Kontakt, so seltsam sich das anhört aber das könnte eine Desensibilisierung in dir fördern, steht Körperkontakt denn nicht sogar eigentlich noch über verbalem Kontakt, hm ?
Zurück zu den Gelegenheiten, wenn du jemals irgendeine gute Gelegenheit wahrnimmst... ne Moment, lass das 'gute' weg, sonst wirst du dir immer einreden, dass die Gelegenheit nicht gut genug ist, weil sie immer noch irgendwie perfekter sein könnte also sagen wir einfach sobald du ne Gelegenheit erkennst, dann nutze sie schlicht und einfach. Du hast keine Kontakte sagst du? Um so besser die Bedingungen um sich mal ordentlich gehen zu lassen. Querbeet alle ansprechen, das ist es was du mal tun solltest!
Ich denke du suchst nicht die Location sondern die Gelegenheit, für die du blind bist. Gelegenheiten gibts überall, du nutztest sie bisher nur nicht zur Kontaktaufnahme...
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Bitteres Schicksal:
Ich spreche jetzt nur für mich wenn ich Folgendes sage, weil ich nicht weiß wie das bei Leuten ist, die das im Blut haben oder die Geschwister haben oder sonstwie aber ich war eins von den Kindern, die nicht im Sandkasten spielen wollten, solange da andere Kinder drin waren, während neugierige Kinder von selbst zu denen hingerannt sind und mit ihnen im Sand spielen wollten. Ich weiß nicht woher das kommt, schlechte Erfahrungen oder sogar gar keine Erfahrungen, ich weiß nur, dass ich bis ich in den Kindergarten kam wirklich kaum Kontakt zu anderen Kindern hatte, eigentlich garkeinen Kontakt zu auch nur im Entferntesten Gleichaltrigen und dementsprechend waren meine ersten Tage im Kindergarten natürlich der pure Horror, während sich andere da pudelwohl fühlten und garnicht mehr heim wollten. Klar als Kind grenzt man sich da dann selbst irgendwie aus um seine Ruhe vor den anderen zu haben, weil sie einem aggressiv vorkommen... und zum Teil auch sind. Jeder der das liest weiß eigentlich, dass es sich hierbei um ein Kind handelt, das 'potentielles Mobbingopfer' in leuchtroter Schrift auf der Stirn stehen hat (natürlich weil er eben Einzelgänger ist und keinen 'so wirklich' hinter sich stehen hat. Es sagt eben bestenfalls mal einer: "Hey lass den doch in ruhe" aber es gibt keinen, der sich für dich mit anderen prügeln würde, was die Kinder, die ne ganze Gruppe hinter sich haben natürlich doch haben aus mehr doer minder großem Solidaritätsgefühl) und so war das dann auch bei mir und ich hab mich bis in die 8te, 9te Klasse mehr oder minder immer damit rumschlagen müssen und das waren wohl auch einschneidende Erfahrungen über die Jahre.
Mir fällt nur eins ein, das mich davor bewahrt hat, diese Rolle das restliche Leben zu spielen: Einer von denen zu sein, die die Klappe nicht aufmachen können wenn ihnen mal was stinkt und die sich ihren Lebtag lang als Fußabtreter benutzen lassen ohne groß zu maulen und sich ernsthaft zu wehren.
Ich denke es war einfach nur die jahrelange Übung in Kombination mit sich nicht damit abfinden wollen. Menschen wie wir müssen solchen Umgang mühsamst erlernen, etwas das andere anscheinend schon mit der Muttermilch bekommen haben, müssen wir uns im Nachhinein und eigentlich viel zu spät aneignen. Den Kontakt mit anderen Menschen müssen wir buchstäblich analytisch/theoretisch studieren um ihn wirklich zu begreifen und das hab ich einfach so lange gemacht, bis sich die ganze Scheiße mehr oder minder eingenistet und gesetzt hat und nun is gut.
Ich werde sicher immer der Eigenbrötler bleiben und den Augen von anderen (Sivar z.B. ?

) werde ich vielleicht auch jemand sein, "der nicht zu Kompromissen in der Lage ist, jemand der kaum auf sie eingehen kann oder will, der wahrscheinlich Probleme mit ihren Freundinnen und/oder Eltern haben wird" aber ich denke das sind nur Vorurteile. Eigenbrötler haben ja nicht nen Hass auf alle Menschen oder haben allesamt das Attribut, sich nicht in andere hineinzuversetzen zu können oder sowas. Die meißten sind Einzelgänger geworden, weil sie ausgegrenzt wurden und nicht weil sie aktiv alle anderen ausgrenzen und ihren eigenen egoistischen Zielen nachgehen, während sie klammheimlich alle anderen verachten.
Ich denke auch oder vielleicht gerade die Einzelgänger sind oft überaus sozial und die Sache mit den Kompromissen und dem nicht auf andere Eigehen können ist sicherlich kein Monopol selbiger, das findet man querbeet überall und ich meine da gibts keinen großen Unterschied.
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So das war jetzt ein scheiße langer Post, der Scrollbalken am rechten Rand ist schon so klein, dass ich ihn ohne Lupe nicht mehr erkennen kann also hör ich hier einfach mal auf, hat mir spaß gemacht dieses Thema ein bisschen zu reflektieren und ich hoffe das hat hier jemandem in irgendeiner Weise genutzt, besonders kenshin-himura. Übrigens siehst du mehr als passabel aus, das zweite Bild mit der eigentümlichen Krawatte gefällt mir besonders, das hat sowas schön individualistisches, zu dem solche Leutchen wie wir ja anscheinend nen ganz besonders großen Hang haben.
Du wirst Erfolg haben mit einem Mädchen und nicht vergessen, das ist alles reine Übungssache also such die Konfrontation und das Gespräch wann immer es irgend möglich ist und du wirst merken, dass dich das Mal für Mal in dieser hinsicht selbstbewusster macht, du wirst jedes Mal danach denken: Hey das war ganz cool, ich habs souverän gemeistert und irgendwann hast du nicht nur den Spaß nach der Anspannung, denn schon bald verschwindet die Anspannung ganz und es bleibt nurnoch die Freude am Kommunizieren und Interagieren
Viel Spaß !