es gibt ein paar handlungsweisen die ich in den letzten jahren und monaten für mich ganz persönlich als "richtig" befunden habe. ob diese handlungsweisen auch zukünftig von subjektivem erfolg gekrönt sind sei mal dahingestellt, aber im großen und ganzen funktionieren sie jetzt im rahmen der mehr oder weniger aktuellen umstände.
zum einen habe ich irgendwann angefangen freundschaften nicht mehr nur gefühlsmäßig zu bestimmen, sondern sie auch begrifflich zu differenzieren. das wird von außenstehenden oftmals als zu radikal angesehen, oder zu statisch, hilft mir persönlich aber oftmals bei situationen in denen man die beziehung zu verschiedenen menschen definitiv braucht. die grobe differenzierung liegt dabei zwischen freundschaften und bekanntschaften. in deinem fall würde ich, ganz persönlich, mein umfeld völlig neu strukturieren. vermutlich würden bei dieser umstrukturierung wahnsinnig viele menschen den status eines freundes verlieren und in richtung bekanntschaft "abrutschen" oder gar noch weiter in die kategorie mensch mit der man nichts mehr zu tun haben will. bei dir wären das, wenn ich mich so hineinversetze, ganz klar diejenigen, die dir die schuld geben an den todesfällen, bzw. diejenigen die dich meiden aufgrund irgendwelcher paraphänomenaler annahmen bezüglich deiner angeblichen todbringenden aura auf menschen in deiner umgebung. auf solche menschen könnte ich persönlich mächtig scheissen auf gut deutsch gesagt, die würde ich in keiner weise mehr in meine nähe lassen, weil sie mir, meinem selbstwertgefühl nur schaden und mein eigenes umgehen und behandeln der vorfälle, und meine selbstheilung nur behindern, ja sogar sabotieren.
eine derartige sortierung des umfeldes geht nicht ganz so gefühllos daher wie es sich vllt anhört. damit sind (für mich) klare beendigungen von lebensabschnitten verbunden, teilweise radikale kontaktabbrüche und das ablegen von erlebten in eine imaginäre schachtel die irgendwo im dunklen zumindest vorerst verschwindet, bis die zeit irgendwann da ist sie ggf wieder zu öffnen und noch mal zu betrachten. wichtig in einer solchen situation wie deiner ist glaube ich, bzw. wäre es für mich, "die zeit" (dazu gleich mehr) eben nicht
alle wunden heilen zu lassen, sondern eine wunde nach der anderen. und da gilt es zu sortieren nach, pragmatisch ausgedrückt, dringlichkeit und wichtigkeit. prioritätensetzung. die frage ob man da nun im detail beginnt, oder etwas großes ganzes angreift vermag ich spontan nicht zu beantworten. auch ob man chronologisch anfängt etwas zu "heilen" oder rücklaufend oder gar durcheinander vermag ich persönlich gerade nicht zu sagen. vllt macht die ordnung ansich zwar sinn, die heilung sollte aber durchaus an allen stellen gleichzeitig ansetzen.
was mich zum nächsten punkt führt. genau das herauszufinden stelle ich mir in deiner situation, ausgehend von dir, schwer vor. ich kann diesen drang nachvollziehen sich allein zu heilen, sich allein zu helfen. gerade wenn man die ablehnung aus deinem umfeld dir gegenüber erfährt erscheint mir dieser wunsch nur noch nachvollziehbarer. und ich glaube auch, dass es sehr viele situationen im leben gibt die man "mit sich allein regeln kann". und andere wiederrum nicht. da braucht man die kommunikation mit anderen, manchmal mit involvierten menschen, manchmal auch mit komplett außenstehenden menschen. die menschen im umfeld, die nah genug dran sind um sich direkt einzufühlen, einen distanzierten menschen der eine situation objektiv bewerten kann. ein dialog, mit wem auch immer, mit menschen aus dem nahen umfeld oder mit einem objektiven dritten. was diesem objektiven dritten in solchen situationen nicht fehlen sollte ist das vermögen sich einzufühlen, im unterschied zum nahen umfeld ist es aber, meiner meinung nach, vom vorteil dass sich dieser objektive dritte nicht persönlich durch diese ereignisse belastet fühlt. und das führt uns nun zu therapeuten oder psychologen oder vllt auch zu psychiatern oder neurologen.
mit ersteren habe ich nun keine direkte persönliche erfahrung, wohl aber mit letzteren. ausgangspunkt für meine kontaktaufnahme wie bei dir waren allerdings nicht ganz konkrete anlässe und ereignisse die es in umfassenden maße zu bewältigen gab, sondern andere sachen. ich glaub auch darin liegt ein unterschied, der mich gerade tendenziell dazu bringt deine entscheidung zu einem psychologen bzw. therapeuten zu gehen befürworten zu lassen. fernab aber vom anlass einen dritten hinzuzuziehen kann ich dir von meinen erfahrungen berichten.
einen dritten hinzuzuziehen hat bei mir sehr lange gebraucht (jahre). das liegt vielleicht aber auch eben damit begründet, dass es für mich eben keine konkreten situationen bzw. ereignisse zu bewältigen gab. jahrelang wollte ichs allein schaffen oder diskutierte in ellenlangen imaginären diskussionen mit mir selbst ein scheinbar offensichtliches problem einfach weg und akzeptierte es nicht für mich (obwohl es durchaus den ein oder anderen in meinem umfeld gab der mich auf _etwas_ hinwies, auch wenn letztenendlich keiner genau zu diagnostizieren vermochte - und das ist auch gut so, aber das mag ich nun hier nich (schon wieder) erörtern.) und wenn ich doch an einigen tagen der meinung war mir ein problem eingestehen zu können, so habe ich in gleichem atemzug mir gesagt "das schaff ich allein". ich tat mich schwer mich anderen zu öffnen, ein paar mal tat ich es und so gut wie dieses öffnen ansich tat, genauso unangenehm waren mir die folgen davon. ein fremdbestimmtes tempo, fremdbestimmte gedanken usw. - das wollt ich auch nicht. es war also so eine absurde mischung aus "ich brauche hilfe - bitte helft mir nicht". wie ich letztendlich dazu kam die hilfe von dritten zu suchen soll an der stelle mal unerwähnt bleiben, aber es war ein einschnitt in mein leben der sehr sehr vieles geändert hat. es gab auf einmal jmd der mir sachen erklärte, der mir lösungswege anbot auf die ich im leben nicht gekommen wäre und die ich anfangs auch für mich ablehnte. es hat eine zeit gedauert sich völlig darauf einzulassen, aber was schnell kam war diese erleichterung. es war als ob man "die verantwortung" oder besser "die last" nicht mehr allein tragen musste. es gab jmd der verstand, konnte sich einfühlen war aber gleichermaßen distanziert, derart distanziert dass er lösungswege aufzeigen konnte die mein "normales" umfeld nicht gesehen hätte. schmunzelnd denke ich heute noch an einen ersten lösungsweg den er mir aufzeigte, den ich mit meiner damaligen ansicht und moralvorstellung so gar nicht vereinbaren konnte, der von meinem umfeld als sehr, nun sagen wir mal, "außergewöhnlich" und fragwürdig angesehen wurde. und dann hab ich diesen lösungsweg einfach mal zugelassen und so im nachhinein betrachtet war es wohl genau das was ich gebraucht hatte damals.
zusammenfassend lassen sich von meiner seite aus also 2 sachen sagen: versuch dein umfeld neu zu strukturieren und sei nicht erschreckt wenn man ende gar nicht mehr so viele freunde übrigbleiben. die gesellschaft erklärt einem dass man toll ist wenn man ganz viele in seinem umfeld als freund bezeichnet, zeigt einem das man wahnsinnig beliebt ist und toll - großes bla, denn darum gehts nicht. es geht darum herauszufiltern wer zu einem steht, wer eine verbindung zu einem hat die den titel freundschaft verdient. immer wenn ich umstrukturiere (und das mache ich durchaus regelmäßig) dann wird mir der harte kern an freundschaften bewusst und es hilft mir, im bedarfsfall eben nicht vor einem umfeldmäßigen chaos zu stehen, sondern mich gleich an die richtigen menschen zu wenden.
als zweites möchte ich dir sagen dass ich die entscheidung einen termin bei einem "berater" zu machen für absolut richtig empfinde. es wird dir sehr helfen und wenn du dich vllt anfangs auch nicht öffnen kannst, dann wird es nachhaltig helfen. als tip um den richtigen zu finden möchte ich dir nur mitgeben was ich an mir beobachten konnte. bei mir zählt absolut der erste eindruck. als ich umzog in eine neue stadt, da wählte ich relativ wahllos einen ausm telefonbuch. es war eine gemeinschaftspraxis und ich hatte gleich früh einen termin. während ich so im wartezimmer saß kam eine ältere frau rein, lächelte alle an, begrüßte erst die patienten und dann die angestellten, alle mit handdruck und einem stets offenem lächeln. das fand ich sympathisch. der typ bei dem ich einen termin hatte war einer dieser kalten steifen sorte und ich beobachte mich während ich bei ihm im zimmer saß. ich bemerkte wie ich den stuhl weiter von seinem schreibtisch wegschob, beobachtete wie ich die beine zusammenkniff, die arme verschränkte. alles in mir ging auf kontra und ablehnung gegen diesen typen der einfach so wahnsinnig kalt daher kam. so emotionslos, so ganz ohne einfühlungsvermögen, der sein medizinsches wissen runtergerattert hat als wäre ich ne probandin mit nem "spekulativ-leiden" in einem seminar an der uni. den nächsten termin ließ ich bei der frau machen. und mein erster eindruck sollte mich ganz und gar nicht täuschen. sie strahlte eine ungemeine wärme aus und erschafften eine situation in der ich ins plaudern kam. in der ich erzählen konnte. sie schaffte es durch ihre art, durch ihr offenes gesicht, ihre klaren konzentrierten augen binnen sekunden ein vertrauensverhältnis aufzubauen.
wenn ich mal wieder einen "lebensberater" brauche, werde ich nicht scheuen auf mein erstes bauchgefühl zu hören. und wenn sich das gegen mein gegenüber wehrt, dann werde ich den nächsten nehmen. bis ich jmd finde bei dem es klick macht. sicherlich ist es individuell verschieden auf welchen typus mensch der einzelne anspringt. bei mir scheint es eine tendenz zur ersten generation zu sein, also zu menschen die einem so ein oma oder opa gefühl vermitteln.
wenn dir das was du am dienstag (war doch dienstag oder) siehst oder spürst nicht gefällt, dann verzag nicht. der schritt den du jetzt gemacht hast ist der richtige. und du solltest es dir wert sein den besten für dich zu finden. das muss nicht der mit den meisten büchern im regal sein oder mit ganz vielen urkunden an der wand. sondern derjenige der dir ein gutes gefühl gibt. irgendein gefühl das sich richtig anfühlt.
bla gefasel

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