Lupuz.de: Artikel-Portal / Magazin

Zurück   Postpla.net - die Forum Community > Lifestyle > Liebe, Sex und Zärtlichkeit

freund gestorben

Anzeigen:

Antwort
 
Themen-Optionen
Bamari23
Alt 11.07.2007, 18:30   #1
Unglücklich freund gestorben

Hi zusammen,
ich hab da momentan ein akutes Problem.
Im Februar ist mein Freund gestorben... das war für mich insoweit ziemlich heftig, weil es schon die zweite beziehung war, die durch einen Tod zu Ende gegangen ist.
Im Juni hab ich dann gemerkt, dass ich schwanger bin...
Vor 2 Wochen hab ich das Baby dann verloren, die Ärzte haben vermutet, ich hatte zuviel Stress - war auch richtig, ich hab bis zu 13 Stunden am Tag gearbeitet, nur um beruflich was zu erreichen.

Jetzt hat jemand gemeint, ich sollte zu einem Psychotherapeuten gehen, um das zu verarbeiten. Weil ich halt auch Schlafstörungen habe und Konzentrationsschwierigkeiten, weil ich dauernd drüber nachdenke.
Ich bin aber eher der Typ, der alles runterschluckt und wartet, bis die Zeit das heilt anstatt da groß zu reden.
Und mit Freunden drüber reden is sowieso nicht, die blocken bei dem Thema ab.
Und eigentlich will ich ja gar nicht drüber reden, sondern einfach nur meine Ruhe. Und trotzdem steh ich manchmal kurz vorm durchdrehen...

Was meint ihr dazu? Wart ihr schon mal bei nem Psychotherapeuten od. Psychologen, hat euch das geholfen? Oder "heilt die Zeit alle Wunden"?
 
 
Nach oben
Krashok
Alt 11.07.2007, 18:34   #2
Standard

Oder "heilt die Zeit alle Wunden"?
wenn du sowas in dich reinfrisst definitiv nicht..darüber reden solltest du definitiv..wenn deine "freunde" bei dem thema abblocken dann nimm professionelle hilfe in anspruch
 
 
Nach oben
Panacaea
Alt 11.07.2007, 18:40   #3
Standard

Hm, also ich habe mehrfache Erfahrungen in dem Bereich, unter anderem Traumaverarbeitung und ich würde dir zu einem Therapeuten raten. Das ganze läuft zwar manchmal bei Psychologen lockerer ab, aber gerade wenn es darum geht etwas zu verarbeiten, ist meiner Meinung nach ein Therapeut hilfreicher. Weil es einfach besser voran geht und wie der Name schon sagt, nicht nur geredet wird, sondern auch therapiert.

Ich würde dir auch auf jeden Fall dazu raten, das zu tun. Ich habe auch 2 von 3 Therapien unfreiwillig machen müssen, einmal gezwungen von Eltern, einmal gezwungen von Ärzten und fand es zunächst ätzend. Aber so schlimm wie man es sich vorstellt ist es nicht. Ich bin zwar im Großen und Ganzen nicht viel weiter gekommen, aber das hatte meist nichts mit der Kompetenz der Leute zutun. (Trotzdem gibt es in dem Beruf echt viele inkompetente Menschen..).

Ich denke du solltest es ausprobieren, reinfressen geht zwar eine Zeit lang gut, aber es bleibt eben in dir, solange du es nicht rauslässt und das ist nie der richtige Weg. Wenn du es versuchst, solltest du allerdings schauen, dass du die richtige Person findest. Nicht beim erstbesten sagen "Ok", auch wenn keine Sympathie vorhanden ist. Wenn du es nicht schaffen solltest, eine Vertrauensbasis herzustellen, hat das alles wenig Sinn.

Und noch etwas: setze nicht zu viel Vertrauen in so etwas, diese Menschen können dir helfen, helfen Wege zu weisen, aber viele Leute tendieren dazu das als rettenden Anker zu sehen und sich total dran zu klammern. Ich hab das selbst mal so gemacht und ich glaube heute das kann nur schief gehen, weil es nunmal keine Wunderheiler sind.

Mein herzlichstes Beileid und viel Kraft & Glück weiterhin.
 
 
Nach oben
Sivar
Alt 11.07.2007, 18:44   #4
Standard

Ich hab jetzt zwar keine Erfahrungen mit Psychologen oder sonstigen Therapeuten, aber Zeit allein heilt sicherlich nicht alle Wunden.

Wie kommst du denn darauf dass deine Freunde abblocken bei dem Thema? Ich meine, man kann ja durchaus nachvollziehen, dass das jetzt sowas wie ein rohes Ei für sie ist, weil sie selber nicht wissen, wie sie damit (und mit dir) umgehen sollen aus Angst dich zu verletzen. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass gute Freunde so ein Gespräch wirklich verweigern würden, wenn du von dir aus offen damit ankommst und auch sagst dass du Hilfe brauchst und es nicht verdrängen willst. Es wäre also sicherlich nen Versuch wert... aber im Einzelgespräch, und nicht in ner grossen Runde beim Kaffee.

Weiterhin denke ich nicht, dass du nicht drüber reden und bloss deine Ruhe haben willst, sonst würdest du ja hier nicht um Rat fragen, oder? Vielmehr glaube ich, dass dir das ganze (verständlicherweise) schon soweit über den Kopf gewachsen ist, dass du alleine nicht mehr in der Lage bist, in das ganze Gefühlschaos Ordnung zu bringen. Auf der anderen Seite... selbst wenn die Emotionen im Laufe der Zeit nachlassen, werden sie immer noch so konfus sein, wenn du nicht anfängst dich damit auseinanderzusetzen.

Du bist ja noch verhältnismässig jung und hast schon mindestens 3 wirklich grosse Tragödien erlebt, bei denen eigene Schuldgefühle wahrscheinlich auch eine grosse Rolle spielen. So hart es auch klingt... lass dir dein restliches Leben nicht davon versauen, sondern such aktiv Hilfe. Psychologen können zwar keine Wunder bewirken, aber ein guter wird dir sicherlich dabei helfen, das ganze so zu verarbeiten, dass du langfristig ein "angenehmes" Leben führen kannst und nicht total von alten Emotionen, alten Schuldgefühlen und alten Verlustängsten in den Abgrund gesteuert wirst.

Ich will dich jetzt garnicht grossartig aufmuntern, weil das in deiner aktuellen Situation wie ein Tropfen auf dem heissen Stein verdampfen würde, deswegen rede ich auch so "distanziert". Aber der erste Schritt zu Hilfe (und ich bin mir sicher dass du welche brauchst - ob nun freundschaftliche oder professionelle, sei mal dahingestellt) ist der, dass du auch Hilfe willst und annehmen kannst, und zudem bereit bist, dich dem Chaos zu stellen. Wenn du das Chaos nicht halbwegs in den Griff bekommst, wird es dich irgendwann beherrschen.

Alles Gute!
 
 
Nach oben
Bamari23
Alt 11.07.2007, 18:59   #5
Standard

Zitat von Sivar
Wie kommst du denn darauf dass deine Freunde abblocken bei dem Thema?
Sie vermeiden es definitiv. Sie wollen nicht auf meinen Freund angesprochen werden, sie sagen, sie müssen das selbst erst mal verarbeiten, dass er nicht mehr da ist. Und einzelne Personen geben auch mir die Schuld an seinem Tod, weil der Unfall halt passiert ist, als er von mir nach Hause gefahren ist.

Und es gibt auch welche, die den Kontakt zu mir abgebrochen haben, weil es ihnen "zu gefährlich erscheint, mit mir zusammen zu sein, weil ja schließlich schon zwei Menschen wegen mir umgekommen sind" (orginialaussage).
 
 
Nach oben
Panacaea
Alt 11.07.2007, 19:03   #6
Standard

Vergiss diese Freunde. Ich wundere mich wie du sie überhaupt als "Freunde" bezeichnen kannst. Und gleichzeitig wundere ich mich wie du das alles so packst. Dir ist hoffentlich klar, dass das was diese Menschen sagen absoluter Müll ist, oder? Solange du ihn nicht im Auto aktiv in seiner Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt hast, trifft dich auch keine direkte Schuld. Lass dir das nicht einreden. Und such dir professionelle Hilfe.
 
 
Nach oben
Bamari23
Alt 11.07.2007, 19:29   #7
Standard

Zitat von Panacaea
Vergiss diese Freunde. Ich wundere mich wie du sie überhaupt als "Freunde" bezeichnen kannst...
Lass dir das nicht einreden.

Du hast recht, ich sollte wirklich mal meine "Freunde" aussortieren...


Zitat von Panacaea
Und gleichzeitig wundere ich mich wie du das alles so packst.
Ich bin halt von haus aus so der Typ, der dann innerlich die Zähne zusammenbeißt und es auch so schafft, drüber hinweg zukommen.
Aber irgendwann is halt auch bei mir der Zeitpunkt da, wo´s absolut nimmer geht.
Drum werd ich das mit dem Therapeuten auch machen...
 
 
Nach oben
Panacaea
Alt 11.07.2007, 20:17   #8
Standard

Das solltest du definitiv, denn wenn sie dir so etwas an den Kopf werfen, haben sie den Titel "Freunde" nicht mehr verdient. Zumindest nicht, wenn sie sich nicht postwendend entschuldigen.

Ich denke es ist eine gute Entscheidung es mit einem Therapeuten zu versuchen. Aber wie gesagt, auch da gibt es welche die nicht so der Hit sind und du solltest dir die Freiheit nehmen es zu sagen, wenn die Chemie nicht so stimmt, sowas ist sehr wichtig.
 
 
Nach oben
Bamari23
Alt 11.07.2007, 20:31   #9
Standard

Danke für den Tipp, ich werd drauf achten!
 
 
Nach oben
reyals
Alt 11.07.2007, 22:11   #10
Standard

Meine Nachbarin hat ihren Mann verloren, 39 war er da, die hatten gerade geheiratet und ein 9 Monate altes Kind...

Sie hats auch erstmal hinuntergeschluckt, das ist der schock am Anfang und ganz normal. Aber nach einer Weile sollte man es in schlimmen fällen therapieren lassen, weil man sonst nie damit abschließt und du sagst ja selber, du hast Schlafprobleme und Konzentrationsstörungen.

Meine Nachbarin ist zur Kur gegangen mit vielen anderen Frauen, die das gleiche erlebt haben. Vorteil hier gegenüber Freunden: Du kannst problemlos darüber reden, dein Gegenüber möchte es auch.
Und dann gab es da noch Welnsessangebote und Maltherapie und all son zeugs.

Meiner Nachbarin hat das sehr geholfen.
 
 
Nach oben
Bamari23
Alt 12.07.2007, 10:06   #11
Standard

Ich hab heute morgen mal bei einer Psychotherapeutin angerufen, die recht gut sein soll. Da hab ich am Dienstag nen Termin.
Und ich hab beschlossen, heute meine Sachen zu packen und bis Montag in nen spontanen Kurzurlaub zu fahren...

Also dann macht´s mal gut bis Dienstag, man hört sich.
Ach ja, ich schick natürlich ne Karte...
 
 
Nach oben
Jumpy
Alt 12.07.2007, 10:18   #12
Standard

Ich hab den Thread erst jetzt durchgelesen und kann dir nur bestätigen, dass du genau das Richtige (in meinen Augen) getan hast. Raus aus den eigenen 4 Wänden und professionelle Hilfe holen. Eine Scheu davor sollte man nicht haben, schliesslich ist es deren Job und schon alleine die Erfahrungswerte eines Profis können dir Ansätze zur Verarbeitung deiner Problematik geben.
Alles Gute und schalt ab
 
 
Nach oben
short_cut_baby
Alt 12.07.2007, 16:26   #13
Standard

Drum werd ich das mit dem Therapeuten auch machen...
Sehr gute Sache. Hinunterschlucken hilft auch nur auf Zeit, es würde dich immer wieder einholen und hochkommen. Es wirklich verarbeiten ist dagegen der richtige weg.

Urlaub ist gut, entspann dich, hab ein bisschen Zeit für dich und sammel ein bisschen kraft!
 
 
Nach oben
Felicitas
Alt 12.07.2007, 16:52   #14
Standard

es gibt ein paar handlungsweisen die ich in den letzten jahren und monaten für mich ganz persönlich als "richtig" befunden habe. ob diese handlungsweisen auch zukünftig von subjektivem erfolg gekrönt sind sei mal dahingestellt, aber im großen und ganzen funktionieren sie jetzt im rahmen der mehr oder weniger aktuellen umstände.

zum einen habe ich irgendwann angefangen freundschaften nicht mehr nur gefühlsmäßig zu bestimmen, sondern sie auch begrifflich zu differenzieren. das wird von außenstehenden oftmals als zu radikal angesehen, oder zu statisch, hilft mir persönlich aber oftmals bei situationen in denen man die beziehung zu verschiedenen menschen definitiv braucht. die grobe differenzierung liegt dabei zwischen freundschaften und bekanntschaften. in deinem fall würde ich, ganz persönlich, mein umfeld völlig neu strukturieren. vermutlich würden bei dieser umstrukturierung wahnsinnig viele menschen den status eines freundes verlieren und in richtung bekanntschaft "abrutschen" oder gar noch weiter in die kategorie mensch mit der man nichts mehr zu tun haben will. bei dir wären das, wenn ich mich so hineinversetze, ganz klar diejenigen, die dir die schuld geben an den todesfällen, bzw. diejenigen die dich meiden aufgrund irgendwelcher paraphänomenaler annahmen bezüglich deiner angeblichen todbringenden aura auf menschen in deiner umgebung. auf solche menschen könnte ich persönlich mächtig scheissen auf gut deutsch gesagt, die würde ich in keiner weise mehr in meine nähe lassen, weil sie mir, meinem selbstwertgefühl nur schaden und mein eigenes umgehen und behandeln der vorfälle, und meine selbstheilung nur behindern, ja sogar sabotieren.

eine derartige sortierung des umfeldes geht nicht ganz so gefühllos daher wie es sich vllt anhört. damit sind (für mich) klare beendigungen von lebensabschnitten verbunden, teilweise radikale kontaktabbrüche und das ablegen von erlebten in eine imaginäre schachtel die irgendwo im dunklen zumindest vorerst verschwindet, bis die zeit irgendwann da ist sie ggf wieder zu öffnen und noch mal zu betrachten. wichtig in einer solchen situation wie deiner ist glaube ich, bzw. wäre es für mich, "die zeit" (dazu gleich mehr) eben nicht alle wunden heilen zu lassen, sondern eine wunde nach der anderen. und da gilt es zu sortieren nach, pragmatisch ausgedrückt, dringlichkeit und wichtigkeit. prioritätensetzung. die frage ob man da nun im detail beginnt, oder etwas großes ganzes angreift vermag ich spontan nicht zu beantworten. auch ob man chronologisch anfängt etwas zu "heilen" oder rücklaufend oder gar durcheinander vermag ich persönlich gerade nicht zu sagen. vllt macht die ordnung ansich zwar sinn, die heilung sollte aber durchaus an allen stellen gleichzeitig ansetzen.

was mich zum nächsten punkt führt. genau das herauszufinden stelle ich mir in deiner situation, ausgehend von dir, schwer vor. ich kann diesen drang nachvollziehen sich allein zu heilen, sich allein zu helfen. gerade wenn man die ablehnung aus deinem umfeld dir gegenüber erfährt erscheint mir dieser wunsch nur noch nachvollziehbarer. und ich glaube auch, dass es sehr viele situationen im leben gibt die man "mit sich allein regeln kann". und andere wiederrum nicht. da braucht man die kommunikation mit anderen, manchmal mit involvierten menschen, manchmal auch mit komplett außenstehenden menschen. die menschen im umfeld, die nah genug dran sind um sich direkt einzufühlen, einen distanzierten menschen der eine situation objektiv bewerten kann. ein dialog, mit wem auch immer, mit menschen aus dem nahen umfeld oder mit einem objektiven dritten. was diesem objektiven dritten in solchen situationen nicht fehlen sollte ist das vermögen sich einzufühlen, im unterschied zum nahen umfeld ist es aber, meiner meinung nach, vom vorteil dass sich dieser objektive dritte nicht persönlich durch diese ereignisse belastet fühlt. und das führt uns nun zu therapeuten oder psychologen oder vllt auch zu psychiatern oder neurologen.

mit ersteren habe ich nun keine direkte persönliche erfahrung, wohl aber mit letzteren. ausgangspunkt für meine kontaktaufnahme wie bei dir waren allerdings nicht ganz konkrete anlässe und ereignisse die es in umfassenden maße zu bewältigen gab, sondern andere sachen. ich glaub auch darin liegt ein unterschied, der mich gerade tendenziell dazu bringt deine entscheidung zu einem psychologen bzw. therapeuten zu gehen befürworten zu lassen. fernab aber vom anlass einen dritten hinzuzuziehen kann ich dir von meinen erfahrungen berichten.

einen dritten hinzuzuziehen hat bei mir sehr lange gebraucht (jahre). das liegt vielleicht aber auch eben damit begründet, dass es für mich eben keine konkreten situationen bzw. ereignisse zu bewältigen gab. jahrelang wollte ichs allein schaffen oder diskutierte in ellenlangen imaginären diskussionen mit mir selbst ein scheinbar offensichtliches problem einfach weg und akzeptierte es nicht für mich (obwohl es durchaus den ein oder anderen in meinem umfeld gab der mich auf _etwas_ hinwies, auch wenn letztenendlich keiner genau zu diagnostizieren vermochte - und das ist auch gut so, aber das mag ich nun hier nich (schon wieder) erörtern.) und wenn ich doch an einigen tagen der meinung war mir ein problem eingestehen zu können, so habe ich in gleichem atemzug mir gesagt "das schaff ich allein". ich tat mich schwer mich anderen zu öffnen, ein paar mal tat ich es und so gut wie dieses öffnen ansich tat, genauso unangenehm waren mir die folgen davon. ein fremdbestimmtes tempo, fremdbestimmte gedanken usw. - das wollt ich auch nicht. es war also so eine absurde mischung aus "ich brauche hilfe - bitte helft mir nicht". wie ich letztendlich dazu kam die hilfe von dritten zu suchen soll an der stelle mal unerwähnt bleiben, aber es war ein einschnitt in mein leben der sehr sehr vieles geändert hat. es gab auf einmal jmd der mir sachen erklärte, der mir lösungswege anbot auf die ich im leben nicht gekommen wäre und die ich anfangs auch für mich ablehnte. es hat eine zeit gedauert sich völlig darauf einzulassen, aber was schnell kam war diese erleichterung. es war als ob man "die verantwortung" oder besser "die last" nicht mehr allein tragen musste. es gab jmd der verstand, konnte sich einfühlen war aber gleichermaßen distanziert, derart distanziert dass er lösungswege aufzeigen konnte die mein "normales" umfeld nicht gesehen hätte. schmunzelnd denke ich heute noch an einen ersten lösungsweg den er mir aufzeigte, den ich mit meiner damaligen ansicht und moralvorstellung so gar nicht vereinbaren konnte, der von meinem umfeld als sehr, nun sagen wir mal, "außergewöhnlich" und fragwürdig angesehen wurde. und dann hab ich diesen lösungsweg einfach mal zugelassen und so im nachhinein betrachtet war es wohl genau das was ich gebraucht hatte damals.

zusammenfassend lassen sich von meiner seite aus also 2 sachen sagen: versuch dein umfeld neu zu strukturieren und sei nicht erschreckt wenn man ende gar nicht mehr so viele freunde übrigbleiben. die gesellschaft erklärt einem dass man toll ist wenn man ganz viele in seinem umfeld als freund bezeichnet, zeigt einem das man wahnsinnig beliebt ist und toll - großes bla, denn darum gehts nicht. es geht darum herauszufiltern wer zu einem steht, wer eine verbindung zu einem hat die den titel freundschaft verdient. immer wenn ich umstrukturiere (und das mache ich durchaus regelmäßig) dann wird mir der harte kern an freundschaften bewusst und es hilft mir, im bedarfsfall eben nicht vor einem umfeldmäßigen chaos zu stehen, sondern mich gleich an die richtigen menschen zu wenden.

als zweites möchte ich dir sagen dass ich die entscheidung einen termin bei einem "berater" zu machen für absolut richtig empfinde. es wird dir sehr helfen und wenn du dich vllt anfangs auch nicht öffnen kannst, dann wird es nachhaltig helfen. als tip um den richtigen zu finden möchte ich dir nur mitgeben was ich an mir beobachten konnte. bei mir zählt absolut der erste eindruck. als ich umzog in eine neue stadt, da wählte ich relativ wahllos einen ausm telefonbuch. es war eine gemeinschaftspraxis und ich hatte gleich früh einen termin. während ich so im wartezimmer saß kam eine ältere frau rein, lächelte alle an, begrüßte erst die patienten und dann die angestellten, alle mit handdruck und einem stets offenem lächeln. das fand ich sympathisch. der typ bei dem ich einen termin hatte war einer dieser kalten steifen sorte und ich beobachte mich während ich bei ihm im zimmer saß. ich bemerkte wie ich den stuhl weiter von seinem schreibtisch wegschob, beobachtete wie ich die beine zusammenkniff, die arme verschränkte. alles in mir ging auf kontra und ablehnung gegen diesen typen der einfach so wahnsinnig kalt daher kam. so emotionslos, so ganz ohne einfühlungsvermögen, der sein medizinsches wissen runtergerattert hat als wäre ich ne probandin mit nem "spekulativ-leiden" in einem seminar an der uni. den nächsten termin ließ ich bei der frau machen. und mein erster eindruck sollte mich ganz und gar nicht täuschen. sie strahlte eine ungemeine wärme aus und erschafften eine situation in der ich ins plaudern kam. in der ich erzählen konnte. sie schaffte es durch ihre art, durch ihr offenes gesicht, ihre klaren konzentrierten augen binnen sekunden ein vertrauensverhältnis aufzubauen.

wenn ich mal wieder einen "lebensberater" brauche, werde ich nicht scheuen auf mein erstes bauchgefühl zu hören. und wenn sich das gegen mein gegenüber wehrt, dann werde ich den nächsten nehmen. bis ich jmd finde bei dem es klick macht. sicherlich ist es individuell verschieden auf welchen typus mensch der einzelne anspringt. bei mir scheint es eine tendenz zur ersten generation zu sein, also zu menschen die einem so ein oma oder opa gefühl vermitteln.

wenn dir das was du am dienstag (war doch dienstag oder) siehst oder spürst nicht gefällt, dann verzag nicht. der schritt den du jetzt gemacht hast ist der richtige. und du solltest es dir wert sein den besten für dich zu finden. das muss nicht der mit den meisten büchern im regal sein oder mit ganz vielen urkunden an der wand. sondern derjenige der dir ein gutes gefühl gibt. irgendein gefühl das sich richtig anfühlt.

bla gefasel , schreib mal wie es dir ergangen ist
 
 
Nach oben
Bamari23
Alt 17.07.2007, 18:12   #15
Standard

Hallo Leute,
bin zurück aus dem Kurzurlaub - traumhaft, wäre gern noch länger geblieben... - aber ich hab ja hier was aufzuarbeiten!

Komm gerade vom ersten Treffen mit der Psychotherapeutin. Die war mir sehr sympathisch. Sie hat mich auch nicht gedrängt zu reden, sondern ganz klare, strukturierte Fragen gestellt...
Am Anfang war´s a bisserl komisch und unangenehm, mit einem Dritten über Gefühle und seelische Probleme zu reden. Aber mit der Zeit gibt sich das - und nachdem es ja 25 Therapiestunden sind, hab ich ja alle Zeit der Welt.
Ich bin mir jetzt sicher, dass das der richtige Weg ist, weil ich bei dem Gespräch auch gemerkt hab, wieviel ich wirklich aufzuarbeiten hab, was mir vorher teilweise gar nicht bewusst war.

Auf jeden Fall ein großes Danke für eure Ratschläge!!!
 
 
Nach oben
Panacaea
Alt 17.07.2007, 18:29   #16
Standard

Hey, freut mich zu hören dass es schon beim ersten Mal ein wenig gefruchtet zu haben scheint. Du wirst im Laufe der Therapie vielleicht noch oft merken, dass da viel mehr ist, was dir selbst garnicht bewusst war. Aber das ist der Grund weshalb du dort bist.
Viel Glück weiterhin.
 
 
Nach oben
Lupus Silvanus
Alt 18.07.2007, 10:52   #17
Standard

Zitat von Bamari23
Hallo Leute,
bin zurück aus dem Kurzurlaub - traumhaft, wäre gern noch länger geblieben... - aber ich hab ja hier was aufzuarbeiten!
Hey, das ist ja super!

Viel Erfolg auch bei deiner Therapie. Oder ich sollte vielleicht sagen: gute Besserung! Auf dass deine seelischen Verletzungen zur Heilung kommen
 
 
Nach oben
princess
Alt 28.01.2008, 16:30   #18
Standard

hey süsse das tut mia voll leid mit dein freund und dein kind..sowas is wirklcih sea traurig ich finde du soltest auch mal zum Psychologen das is ja nix schlimmes....

i
 
 
Nach oben
Raubtier
Alt 28.01.2008, 23:12   #19
Standard

Der Thread ist schon einige Monate alt...
Bitte tu mir den Gefallen und schreib nicht in diesem "Knuddelz-Style".
Das muss echt nicht sein.
 
 
Nach oben
Ähnliche Themen, die dich vielleicht interessieren
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Mein Freund - Depressionen, BL,...? Ungewissheit :'( Leelie Klagemauer 9 20.05.2008 22:10
Trotz Freund von anderen Männern fassziniert... princess718 Liebe, Sex und Zärtlichkeit 12 13.11.2006 14:38
Miss PP Wahl Finale - Voting Bodo Postplanet-Kneipe 16 21.06.2005 22:30
Albtraum, - meine Angebetete hat schon einen Freund!!! Sonic Liebe, Sex und Zärtlichkeit 11 06.03.2005 23:20
Lach & Sachgeschichten - Mein Freund Nagel metz Postplanet-Kneipe 10 24.11.2000 13:52
Anzeigen:
Antwort

Themen-Optionen



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 12:48 Uhr.


Lupuz.de - wir können auch anders!
©1998 - 2008, Lupuz:Information-Network
Powered by vBulletin Version 3.7.1 (Deutsch), Jelsoft Enterprises Ltd.

SEO by vBSEO 3.1.0 ©2007, Crawlability, Inc.