Habe mich gerade hier angemeldet, da ich dasselbe Problem habe wie Sugar18w und froh bin, daß ich mir hier mal meinen Kummer von der Seele schreiben kann. Bin auch erst seit kurzer Zeit mit meinem Freund zusammen und er ist wirklich der beste Mann, den ich mir vorstellen kann. Um so geschockter war ich, als er mir vor ca. 2 Wochen sagte, er sei zu diversen Junggesellenverabschiedungen schon in Tabledance Bars gewesen. Nachdem er bemerkte, wie mir das zu schaffen macht, meinte er halt, das sei zu Junggesellenverabschiedungen Tradition, man gehe mit 10-15 Männern da rein, um ein Bierchen zu trinken. Außer den Tänzerinnen Geldscheine ins Höschen zu stecken, sei Anfassen total tabu. Außerdem sähen die meisten Tänzerinnen ohnehin enorm hohl aus und es sei kein Ort, um sich zu verlieben. Mich hat das überhaupt nicht getröstet - ehrlich gesagt, war mein erster Reflex, alles hinzuschmeißen. Aber dafür ist er mir zu wichtig (falls ich das nach so kurzer Zeit unseres Kennenlernens jetzt schon beurteilen kann). Ich habe dieses Problem schon mit sämtlichen Freunden diskutiert und ich weiß, daß ich mit meiner Meinung ziemlich allein auf weiter Flur stehe. Aber das hilft mir bei meinem Problem nicht weiter: Wenn ich mit dem Bus an der Tittenbar vorbeifahre, wo er Geld dafür bezahlt hat, daß fremde Frauen sich vor ihm ausziehen, versetzt mir das einen schlimmen Stich im Bauch. Wenn er wie letztens ein kleines Kind von Freunden im Arm hatte und so lieb mit ihm geredet hat, sah ich ihn vor meinem geistigen Auge in der Tittenbar. Wenn ich mich im Bett auf uns konzentrieren will, muß ich an diese Scheiße denken. Daß mich das so beschäftigt, macht mir sehr zu schaffen, denn gerade die erste Zeit des frisch-verliebt-Seins ist doch die schönste Zeit und ich mache mir selber das Leben schwer. Ich verstehe mich da selber nicht! Ansonsten bin ich wirklich nicht pingelig im Bett und auch nicht unattraktiv, daß ich jetzt eifersüchtig sein müßte auf diese Atomphysikerinnen. Diese Erklärung ist zu einfach. Ich finde halt, Junggesellenabschied, also Heirat, bzw. eine feste Partnerschaft schließt sich komplett aus mit fremde, nackte Frauen gegen Bezahlung anzugaffen.
Das hat er nicht nötig, wenn er das zu Hause gratis haben kann. Er verglich das dann mit einem Saunabesuch, was ja wohl etwas völlig anderes ist, denn Sauna ist Wellness, Tittenbar ist Rotlicht. Seine Versuch, mich zu beruhigen, er habe in einem Club mit seinen Freunden nur an der Bar gesessen und im Hintergrund wurde nackt getanzt und diese Tänzerinnen so gut wie gar nicht beachtet, läßt mich zu dem Schluß kommen, wenn das sooo nebensächlich ist, dann kann man doch auch gleich in eine Bar gehen, wo alle angezogen sind... Jedenfalls habe ich richtig Angst vor der konkreten Situation, wo dieses Problem akut wird: denn eines ließ er gleich durchblicken, nachdem ich gesagt hatte, daß mich das sehr belastet: beim nächsten Junggesellenabschied wird er wieder dabei sein, denn weil es total harmlos ist, könne er dazu stehen, anstatt mich anzulügen. Das hat gesessen. Das war auch der Zeitpunkt, wo ich alles hinschmeißen wollte. Denn eines will ich nicht: meinem Partner sagen, was er zu tun und zu lassen hat, da käme ich mir auch vor seinen Freunden extrem unsexy vor. Will ja keinen Mann, der sich Vorschriften machen läßt. Aber ich kenne mich: Falls in Zukunft ein Junggesellenabschied bevorsteht, der in einer Tittenbar endet, bin ich weg und ich will das im Grunde gar nicht, da er ein toller Mann ist, der sonst keinen Haken hat. Als ich ihm sagte, ich empfände das als Haken, mußte er lachen - ich glaube, er ahnt gar nicht, wie sehr mich das belastet und wir uns auf dünnem Eis bewegen. Soll ich jetzt den Kopf in den Sand stecken und hoffen, daß in seinem Freundeskreis niemand mehr heiratet? Er hat mir glaubhaft versichert, daß er nur zu Junggesellenabschieden so etwas macht, niemals würde er einfach so mit einem Kumpel da rein gehen. Macht es für mich nicht angenehmer, sorry. Wieviel Energie mich diese Grübeleien schon gekostet haben, ist echt nicht mehr lustig. Ich habe das Gefühl, wir laufen ins offene Messer, denn ich befürchte, es ist nur eine Frage der Zeit, wann ich damit wieder konfrontiert werde. Ich möchte einerseits zu meiner Meinung stehen, aber ich habe an mich in einer Partnerschaft den Anspruch, daß man sich auf mich verlassen können muß. Wegen Tabledance alles hinzuschmeißen, ist nicht wirklich vernünftig, aber meinen Ekel überwinden zu müssen und so zu tun, als störe es mich nicht, weil alle anderen lockerer denken als ich, schaffe ich auch nicht. Das hat dann auch nichts mehr mit Wollen zu tun, sondern mit Können. Ich kann das nicht hinnehmen. Deshalb muß ich nicht in Therapie gehen, weil in meiner Kindheit etwas schiefgelaufen ist, nein, ich suche mir statt dessen einen Mann, der sich aus Überzeugung nicht in Tittenbars tummelt. Als ich ihn fragte, welches Frauenbild dem zugrundeliegt, meinte er, mit 2,0 Promille gar keines mehr. Na toll.