Zitat von fantamaus Dieses Buch kann man definitiv keine Geldmacherei nennen, denn man könnte es auch als sehr unterhaltsame Biografie verkaufen. Nur dass man daraus etwas lernen kann, dass sich wirklich auszahlt: Man lernt, wie man eine Frau rumkriegen kann.
Das unterschreibe ich sogar, dass MikeBaujahr1986 Strauss' Werk falsch bewertet hat. Aber was hat man nun davon? Die Elite der "PickUp Szene" feiert sich ja nun auch nicht selten ab, dass es um viel mehr ginge als
endlich richtig viel Sex sondern ganz allgemein um positive Lebenseinstellung, Lifestyle und ähnlich genannten Unsinn.
Jetzt schrieb fantamaus, dass es sich wirklich auszahlt. Wie denn nun? Mir geht es gar nicht um die Frage, ob es funktioniert. Da tendiere ich nämlich dazu, dies zu bejahen. Sondern, warum zahlt es sich aus?
Ist es nicht erbärmlich, wenn Mensch sich wieder den Trieben unterwirft und Mann versucht Frau mittels zielgerichteten, erfolgsprobaten sozialen Interaktionsmustern zum Geschlechtsverkehr zu treiben?
Aber Mensch bleibt klug, er tut dies ja freiwillig, zu seinem Nutzen, damit es sich auszahlt (für mich bleibt immer noch die Frage inwiefern. Ist es jetzt nur die Triebbefriedigung?).
Der Mensch degradiert sich: Den Erfolg eines Lebensbereiches sucht er sich mit Methoden, deren Prämisse unter anderem ist, dass die Vernunftbegabtheit der targets durch simpelste Triebreaktionen überlagert wird.
Es ist ja nun nichts neues, dass mensch Tatsachen ausnutzt, instrumentalisiert, arglistig handelt. Im Falle der PUAs liegen hier nicht die Wurzeln für die Schlechtheit des Games. Viel grundsätzlichere Sachverhalte tun dies, und zwar dergestalt, dass beispielsweise die Wertschätzung der Menschen auf völlig unmenschliches i.S. unaufgeklärter Ansichten reduziert wird, wie dem sozialen Status und eben die Kategorisierung des Aussehens. (Aber wir sind ja nur menschen... - eben: von wegen "nur"...).
Es ist nichts ungewöhnliches, wenn scheinbar zutreffende 'Theorie', die selber wohl gar keine sein will, Mann-Frau Verhalten abbildet, Begrifflichkeiten von durchaus hoher Plausibilität einführt (z.B. group-theory, bitch-shield etc) und darüber viel diskutiert, geschrieben und gelesen wird.
Schlimm ist doch das Erkenntnisinteresse der Leser und wohl auch vieler Schreiber (womit ich nicht Strauss, Mystery etc meine, sondern die ganzen Rede und Antwort stehenden in den Onlineforen) wird mir ganz schlecht. Denn es geht ja ums anwenden.
Oh mein Gott, dem Pickupinteressierten reicht es ja, den "Wert" einer Dame rasch mit einer Zahl zu benennen. Hat man eine aufgerissen, bloß nichts langfristiges Anfangen. Und wenn man mal Angst (Es könnte vielleicht auch Respekt sein) hat jemanden anzusprechen ist man ja sooo wussy. Außerdem ist es ja fürs weitere Aufreißen dermaßen schlecht, wenn einem irgendeine Frau mal etwas länger im Kopf herumschwirrt. usw. Tolle Verhaltensanweisungen, tolles Menschenbild.
Da soll vielleicht auch nochmal Antwort sein, die ich soul. noch schuldig bin.