Lupuz.de: Artikel-Portal / Magazin

Zurück   Postpla.net - die Forum Community > Lifestyle > Liebe, Sex und Zärtlichkeit

Denk bloß nicht an sie/ihn!

Anzeigen:

Thema geschlossen
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen
Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 31.12.2006, 01:04   #1
Standard Denk bloß nicht an sie/ihn!

...nicht weil er / sie es nicht wert ist, sondern:

Es geht um Verliebtheit und Schwärmerei gepaart mit Pessimismus. Es geht um diesen Satz aus Sven Regeners Roman Neue vahr Süd "...am Ende verliebt man sich noch, und dann ist das extra bitter".

Wenn Schmerz und Enttäuschungen einem bislang viel Leid zugefügt haben entwickelt mensch Abwehrstrategien. In der Verliebtheit kann das so aussehen, dass man, wenn man jemandem begehrt, bestimmte vorbeugende Maßnahmen trifft, zum Beispiel:

- sich nicht darin hineinsteigern
- tunlichst vermeiden an die Person zu denken, gar sich Träumereien hinzugeben
- positive Signale des anderen abwerten
- bis hin zu Kontaktvermeidung

Das geht mir leider gerade so. Es ist sehr negativ und pessimistisch, man wird gar nicht aktiv, kann sich nicht mehr auf etwas einlassen und würde man ewig so handeln würde man wohl niemals aktiv lieben.
Es bringt ja nichts Liebe immer zu verdrängen, zu unterdrücken.

Bei mir sah das beispielsweise vor kurzem so aus, dass ich beispielsweise eine wirklich liebe Nachricht bekommen habe, mich super gefreut (das war diese wirkliche, echte, eigentliche, originäre Freude) habe und sofort mir befohlen habe "Halt, bitte nicht weiterdenken, bitte dich nicht weiterfreuen, bitte nicht genießen".

Das ist doch nicht gut so. Es ist eine ganz simple Kein Risiko-Kein Einsatz-Kein Erfolg Rechnung.

Lohn? Kein heftiger Schmerz (Rückschläge, Enttäuschungen, Trennungen)
Preis? Ewige Verdammnis, ein sich verzehren, ewig unerfülltes Herz, longing until eternity

Für mich eher ein Verlust, kein Nullsummenspiel.

Geht es denn vielleicht jemanden auch so? Was kann man dagegen effektiv tun ("Änder deine Einstellung" ist übrigens ein toller Ratschlag)... Findet ihr die Entwicklung dieses "Abwehrmechanismus" psychisch logisch?
 
 
Nach oben
Sivar
Alt 31.12.2006, 01:20   #2
Standard

Ich finde die Einstellung alles andere als logisch. Nicht mal in meiner "Selbstschutz-Phase" hab ich das so gemacht, sondern mir statt dessen ausgemalt, wie die Dinge laufen KÖNNTEN. Damals hatte ich zwar meist nicht das nötige Ego, manchmal hat es aber trotzdem geklappt. Das Problem war dann eher, dass ich hinterher ziemlich enttäuscht war, wenn meine hohen Erwartungen (ich hatte ja viel Zeit nachzudenken und mir viel auszumalen ) dann nicht erfüllt wurden.

Du hast schon recht, wenn du sagst, dass das ganze kein Nullsummenspiel ist, sondern man damit dauerhaft Verlust macht. Das ist so als würde man ständig Blinds setzen (müssen) beim Pokern, und nie spielen . Man investiert - ob man will oder nicht - immer Gefühle, und wenn man sich nie traut, aktiv zu werden, den ersten (oder zweiten) Schritt zu machen, nie in die Offensive geht, dann hat man halt auch nur sehr schlechte Chancen, gross zu gewinnen.

Ich kann zwar irgendwo nachvollziehen, warum man aus Selbstschutz seine Gefühle zurückhält, da ich das von mir in anderen Zusammenhängen auch kenne, aber in der Liebe macht es wirklich überhaupt keinen Sinn. Abgesehen davon lernt man aus Fehlern und Versagen, aus Schmerz und Enttäuschung. Solange man eine halbwegs optimistische Sichtweise hat, gewinnt man auch aus einer Niederlage.

Der Grund, warum alle sagen, man solle seine Einstellung ändern, ist ganz einfach: Das ist der einzig vernünftige und funktionierende Weg . Nebenbei kann es natürlich nicht schaden, auch ein gutes Blatt in der Hand zu halten, also irgendwas zu bieten zu haben, aber mit jeder durchschnittlichen Hand lohnt es sich auch zu zocken.

Natürlich hilft es wenig, von heute auf morgen ganz plötzlich voll in die Offensive zu gehen, weil man dabei wahrscheinlich viele unnötige Fehler macht. Ich würde an deiner Stelle also langsam anfangen zu üben und GLEICHZEITIG was an meiner Einstellung ändern .

Ein guter Grund fällt mir jetzt am Ende übrigens doch noch ein... wenn (emotionales) Chaos in einem herrscht, das man erstmal sortieren sollte. Wenn man im Chaos ist, passiert es oft, dass man andere Leute - ohne es zu wollen - verletzt... und schlussendlich damit sich selber.
 
 
Nach oben
Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 31.12.2006, 01:46   #3
Standard

Zitat von Sivar
Ich finde die Einstellung alles andere als logisch. Nicht mal in meiner "Selbstschutz-Phase" hab ich das so gemacht, sondern mir statt dessen ausgemalt, wie die Dinge laufen KÖNNTEN.
Was hast du dir da denn ausgemalt? Beim Vermeiden von sich Dinge ausmalen geht es mir darum, best-cast szenarios zu vermeiden, auch wenn ich mich immer wieder dabei ertappe.

Mal angenommen du malst dir das beste Szenario aus. Das könnte dich anspornen, zielstrebig(er) machen. Bei mir als zurückhaltendem Charakter ist das aber leider nicht der Fall, eher verliere ich mich dann.
Und es ist, um dein Bild zu benutzen, wie ein Draw mit sehr niedriger Wahrscheinlichkeit beim Poker der einen denn dazu verleitet zu viel zu setzen. Zu viel Gefühl also. Und um so 'teurer' wird denn das negative Ereignis, das Scheitern.

Ich will meine "Position" jetzt gar nicht verfechten, sondern nur den Gedankengang schildern.

Ich "übe" oft, und das mag ich auch, mehr will ich dazu gar nicht sagen, aber diese Einstellungssache ist so ein Thema für sich. Die Notwendigkeit sie zu ändern sehe ich ja, aber die Frage ist ja wie macht man das. Was ist Einstellung (wie gesagt ein Thema für sich), ist Einstellung ein Programm, dass man sich selbst gibt und jederzeit ändern kann ("Ok, heute bin ich mal hilfsbereit und gebe jedem, der etwas braucht, das was er braucht...") oder ist Einstellung nicht eher die ständige Summe, das Ständige Ergebnis der Sozialisation? Und: ist Einstellung allgemein oder immer differenziert auf eine Sache gerichtet?
Sagen wir in diesem Fall mal: Einstellung=Pessimismus > Hoffnung, oder in Worten da ist knapp mehr Pessimismus als Hoffnung.
Dass man jetzt auf den Pessimismus scheißen sollte ist mir klar... Ich vermute, das ist dieses verdammte "über seinen Schatten springen".
 
 
Nach oben
Raubtier
Alt 31.12.2006, 01:57   #4
Standard

Also ich kann es nachvollziehen, wenn du damit so umgehst. Also ich mach es auch immer so, wenn ich genau weiß, dass es sowieso nicht klappen wird.

Es gibt doch Szenarien bei denen man von Anfang an weiß, dass es sich überhaupt nicht lohnt Hoffnungen zu machen oder sich zu bemühen oder sonst was.

Also wenn ich jemanden vergessen will oder mich da nicht weiter hineinsteigern will mache ich das genau so.

Sei es nun pessimistisch oder nicht, ich mache das automatisch so.
Es ist doch egal ob es psychisch logisch oder unlogisch ist.

Ein konkreter Aberhmechanismus ist es nicht...eher eine Mischung aus mehreren ...*gg* vergiss den Teil....

Mir hat es bisher immer geholfen, hilft es dir nicht? Wie lange versuchst du es so schon?
 
 
Nach oben
Dawn
Alt 31.12.2006, 12:14   #5
Standard

hmm...irgendwie hört sich das für mich sehr merkwürdig an.
Nehmen wir mal die Situation mit der Nachricht über die du dich so gefreut hast. Willst du mir ehrlich erzählen, du hättest dir dann quasi selbst gesagt, das du dich aufhören sollst zu freuen und schon war die Freude weg und du hast alles negativ gesehen?
Irgendwie kann ich das nicht ganz glauben, denn wenn man sich wirklich über etwas freut, ist man normalerweise gar nicht in der Lage sich das selbst auszureden. Sicher kann man es selbst ein wenig runterspielen - aber die Freude bleibt doch eigentlich.
hmm...versteh ich irgendwie nicht.
 
 
Nach oben
short_cut_baby
Alt 31.12.2006, 12:58   #6
Standard

Nja mir gings ne zeit lang so. Kaum gabs mal etwas erfreuliches, kam auch gleich in Gedankene ein "Vergiss es, ist doch eh wieder Schwachsinn, nicht reinsteigern, sonst bekommst die Rechnung dafür!"
Und irgendwann gemerkt: Hey, ich freu mich über gar nichts mehr! Dinge, über die man sich eigentlich freuen sollte oder über die sich jeder freuen würde waren mir total egal und ich fands irgendwann ziemlich scheiße, gar nichts mehr dem gegenüber zu füheln und dass mir alles hintenrum vorbei ging.
Naja dann hab ich immer wieder versucht mich drüber zu freuen, auch mit dem absichtlichen Gedanken "Hey, die person meint es lieb, nicht böse, du must mal lernen ein bisschen zu vertrauen!" Und dann ging es irgendwann wieder. Hat ein bisschen gedauert, aber es ging
 
 
Nach oben
Registrierter PPler
Anonymisierungsmodus aktiv!
Alt 31.12.2006, 14:43   #7
Standard

Zitat von Raubtier
Mir hat es bisher immer geholfen, hilft es dir nicht? Wie lange versuchst du es so schon?
Also insgesamt schon sehr lange, aber jetzt ganz konkret in Bezug auf die Flamme sind es wohl erst ca drei Wochen.

Ja ob es hilft, einerseits ja, andererseits nein, kommt drauf an in welcher Hinsicht. Ich sag es mal so, wenn es funktioniert, hilft es, aber es kann nicht immer funktionieren.

Zitat von short_cut_baby
Und irgendwann gemerkt: Hey, ich freu mich über gar nichts mehr! Dinge, über die man sich eigentlich freuen sollte oder über die sich jeder freuen würde waren mir total egal und ich fands irgendwann ziemlich scheiße, gar nichts mehr dem gegenüber zu füheln und dass mir alles hintenrum vorbei ging.
Das traue ich mir gar nicht zu. Wäre sehr schlimm wenn es so weit kommt. Ich glaube, das generelle Freuen das kann man nicht verlernen, unterdrücken vielleicht. Also bei mir ist es ja so: Ganz sicher freue ich mich, aber ich gebe mich der Freude nicht hin.

Zitat von Dawn
Nehmen wir mal die Situation mit der Nachricht über die du dich so gefreut hast. Willst du mir ehrlich erzählen, du hättest dir dann quasi selbst gesagt, das du dich aufhören sollst zu freuen und schon war die Freude weg und du hast alles negativ gesehen?
Nein, das möchte ich dir nicht erzählen. Hattest du das so verstanden? Was ich mir "befehle" ist keine Umpolung, ich sage mir nicht, dass ich etwas verachten statt mich freuen soll. Auch sage ich mir nicht, ich soll schlecht von jemandem denken, ich sage mir nur, ich soll einfach gar nicht an jemanden denken.
 
 
Nach oben
Anzeigen:
Thema geschlossen

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 23:43 Uhr.


Lupuz.de - wir können auch anders!
©1998 - 2008, Lupuz:Information-Network
Powered by vBulletin Version 3.7.1 (Deutsch), Jelsoft Enterprises Ltd.

SEO by vBSEO 3.2.0 ©2008, Crawlability, Inc.