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Co-Abhängigkeit?


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Juno
Alt 03.04.2008, 22:44   #1
Unglücklich Co-Abhängigkeit?

Hallo...

Ich habe da ein "kleines" Problem... ich glaube, ich habe eine Art Co-Abhängigkeit von meinem Freund entwickelt.
Ich denke ständig nur über ihn und seine Probleme nach, was man dagegen tun könnte etc. Inzwischen geht das so weit, dass ich schon darüber nachdenke, welche Probleme entstehen könnten!
Sind das Anzeichen einer Co-Abhängigkeit?
Was kann ich dagegen tun?
 
 
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nonsurvivor
Alt 04.04.2008, 09:19   #2
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Es wäre ganz hilfreich, wenn du deine Situation mal ein wenig differenzierter beschreiben würdest. Ein paar Beispiele wären ganz gut.

Das man sich Gedanken über seinen Partner und dessen Lebenslage macht, ist wohl normal. Zumal seine Situation in der Regel sehr eng mit der eigenen verbunden ist. Von Co-Abhängigkeit in Bezug auf Beziehungen spricht man dann, wenn diese Gedanken zwanghaft werden und das eigene Befinden ausschließlich vom Wohlsein/Unwohlsein des Partners abhängig ist.

Da aber eine Grenze zu ziehen, ist nicht immer leicht. Nicht jeder, der sich intensiv mit den Problemen anderer auseinandersetzt, kann deshalb gleich als co-abhängig bezeichnet werden. Auch ist es erstmal nicht unnatürlich, dass man nicht unbedingt bester Laune ist, wenn es einem geliebten Menschen nicht gut geht.

Für dich heißt das: Ja, das können Symptome einer Co-Abhängigkeit sein, müssen es aber nicht. Wenn du aber selbst schon merkst, dass du in dieser Hinsicht zumindest mal gefährdet bist, wäre es ratsam, mal über eine Therapie und/oder den Besuch einer Selbsthilfegruppe nachzudenken.
 
 
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Juno
Alt 04.04.2008, 18:25   #3
Standard

Mein Freund leidet schon seit längerer Zeit unter Depressionen. Ich habe oft Angst um ihn gehabt, über seine Probleme nachgedacht, Entscheidungen für ihn getroffen.
Ich mache mir auch im Moment viele Gedanken, da er so stur ist und keine Hilfe annehmen möchte. Nicht einmal Ratschläge möchte er annehmen. Dabei sind das Dinge, bei denen im professionelle Leute viel eher weiterhelfen können. Er möchte Entscheidungen treffen, die nicht einmal ich (ohne Depressionen!) treffen würde, ohne mich vorher beraten zu lassen.
Das heißt, ichstehe die ganze Zei hilflos daneben, und kann nichts tun. Ich habe ihm meine Meinung gesagt, aber mehr kann ich ja nicht machen. Es ist sein Leben, da darf ich ihm nicht reinreden.
Ich mache mir bei allem was er tut viele Gedanken. Gestern ist mir bewusst geworden, dass das teilweise schon ziemlich weit geht. Er hat mir gesagt, dass er beschlossen hätte, weniger zu essen, weil er etwas abnehmen wolle. Und ich habe sofort daran denken müssen, wie er sich mit 14 Jahren innerhalb von drei Monaten 18 Kilo runterghungert hat. Ich habe sofort Angst bekommen, dass er da in eine Essstörung reinrutschen könnte! Das hab ich natürlich nicht gesagt, sondern ihm nur geraten, eher darauf zu achten, was er isst, als darauf, wie viel er isst.
Ist es norml, dass ich bei jeder Kleinigkeit sofort das Schlimmste befürchte? Ich glaube, ich bin wirklich schon überbesorgt. :-(
 
 
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Dreamrat
Alt 04.04.2008, 19:06   #4
Standard

hi, ich glaube du machst dir deshalb soviele Gedanken, weil du hilflos bist und deinem Freund nicht helfen kannst und du würdest es aber so gerne. Ich bin in einer ähnlichen Situation, ich rede meinem Freund gar nicht mehr so an, auf was er achten soll oder was er tun soll, versuche ihn in positiven Sinne aufzuheitern und Mut und Kraft zu geben, dass alles schon werden wird, dass ich zu ihm stehe und gebe ihm sehr viel Zärtlichkeiten.

In so einer Situation ist es sehr schwer, mit so einem Menschen umzugehen aber für alles gibt es eine Lösung. Ich denke nicht, dass es was mit co-abhängigkeit zu tun hat, eher mit Angst und Hilflosigkeit.

Was ich noch in so einer Situation mache, wenn mein Freund sich so hängen lässt und deppresiv ist, auch mal still neben ihm zu sitzen um einfach dazusein. Das ständige bevormunden, ich nenne es mal so bringt keinen Erfolg, auch Ratschläge schlagen oft ins leere.

Es gibt selbsthilfegruppen für angehörige, dessen Partner oder Familie betroffen sind, wo man sich hilfe holen kann, wie geht man mit solchen Menschen um. Das beste wäre wenn er zu einem arzt gehen würde, da ich denke, das dein Freund ernstzunehmende Probleme hat. Ich denke auch das deine Fürsorge normal ist, geht mir nicht anderst, aber man darf sie auch nicht zu sehr bemuttern und behätscheln Deshalb frage ich, wieso leidet er an Depressionen?

Was ich dir noch raten kann, etwas die Ruhe zu bewahren, es ist ihm auch nicht geholfen, wenn du auch noch am durchdrehen bist, versuche ihn zu Spaziergänge oder Sport aufzumuntern, auch mehr zusammen unternehmen, wenn das gar nix hilft, kannst du nur für ihn da sein, wenn er dich braucht und ihn selber machen lassen. Um deine Gedanken etwas von ihm loszukriegen, kannst du, Entspannungsübungen , Sport oder Spaziergänge machen. Wie schon gesagt, was wichtig ist eine Selbsthilfegruppe für Betroffene. Weil den weg muss er alleine gehen.

lg Dreamrat
 
 
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weltretter
Alt 05.04.2008, 05:16   #5
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im endeffekt braucht er aber doch hilfe, wenn er depressionen hat und schon mal in der nähe einer essstörung war. und du kannst da glaub ich nicht viel machen. ich möchte nur dazu sagen, aus eigener erschreckender erfahrung, dass man sich viel zu oft sowas gut redet. ich denke also nicht, dass du überbesorgt bist. ich befürchte er überwindet es irgendwann, mit was für hilfe auch immer, oder du wirst mit zerbrechen.


wünsche dir alles alles gute.
 
 
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ShakeTheDisease
Alt 09.04.2008, 16:02   #6
Standard

Zitat von Juno
Ich mache mir auch im Moment viele Gedanken, da er so stur ist und keine Hilfe annehmen möchte. Nicht einmal Ratschläge möchte er annehmen.
Ja, das ist sehr frustrierend für dich, da du dich um ihn sorgst, trotzdem: Mit Ratschlägen hilfst du ihm nicht viel. (Deshalb kann er sie auch nicht annehmen.)
Gib ihm deine Hand, wann er sich stützen möchte, aber zieh ihn nicht in eine Richtung.
Zitat von Juno
Ist es norml, dass ich bei jeder Kleinigkeit sofort das Schlimmste befürchte? Ich glaube, ich bin wirklich schon überbesorgt. :-(
Wenn es deinem Freund schlimm geht, ist das verständlich. Wichtig ist aber, daß du versuchst Abstand zu halten, seine Probleme sind NICHT deine Probleme. Ich weiß, daß das herzlos klingt. Ist es aber gar nicht! Ich hatte mal etwas ähnliches mitgemacht und erzähle aus eigener Erfahrung. Du mußt sehen, daß es DIR gut geht, nur dann hast du Kraft, denn dein Freund braucht deine Stärke! Im Moment machst du dich fertig, und wenn ihr dann beide irgendwann kaputt seid, hilft das deinem Freund nicht.
Vielleicht helfen dir diese Gedanken.
 
 
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