da hätten wir also 2 "probleme"
zum einen die frage "darf ich mit jmd ins bett hüpfen, obwohl ich weiß dass er eine partnerin hat?"
und die andere frage "sex mit dem besten freund, kann das gutgehen?"
bei der ersten frage schließe ich mich ivi ehrlich gesagt an, vorallem was seine ausführungen über moral angeht. ganz ehrlich, wenn du das mädchen nicht mal kennst, dann wäre meine hemmschwelle dahingehend auch sehr gering. wenn sie eine freundin von dir wäre, ok, dann kann man mit dem standard moral geqatsche anfangen, aber eine quasi wildfremde person?
ich denke dass es sehr wohl die entscheidung deines freundes ist. in eine funktionierende beziehung kann sich keine dritte person einschleichen und die schuld dann bei einer dritten person zu suchen, ehrlich, das ist mir zu einfach.
vllt bin ich da auch etwas anders gestrickt als die meisten, und jetzt folgt wieder geschwafel aus meinem erfahrungsschatz

. in dem anderen thread hab ich dir ja schon erzählt das mein ex damals eine andere hatte als er schluss machte. für mich kam nie der gedanke auf "die ist schuld das er mit mir schluss gemacht hat", "die hat mir meinen freund ausgespannt", "die ist das luder". und die situation war wohl ähnlich. ich kannte und kenne sie bis heute nicht, ich habe sie bislang nur einmal gesehen, per zufall, beim einkaufen. mein gott, letztendlich haben die halt besser zusammen gepasst als ich mit meinem ex, aber dafür kann man ihr doch keine vorwürfe machen. wenn dann maximal ihm fürs fremdgehen, aber auch da bin ich glaub ich recht offen eingestellt. in unserer beziehung hat es länger schon nicht wirklich funktioniert, auch wenn ich das eine ganze weile nicht wahrhaben wollte. es war eine frage der zeit und ich kann schlecht jmd böse wegen seiner gefühle sein. und ich kann ihn deswegen auch nicht verurteilen. die schuld auf dritte zu schieben ist für mich eine recht große charakterliche schwäche dahingehend. um es auch anders zu sagen. ich war auch mal in der situation wie du. also so ähnlich zumindest

. ich kannte seine freundin auch, bzw wusste das sie existiert, hatte vllt auch mal ein wort online mit ihr gewechselt und einmal auch real getroffen, aber im großen und ganzen war sie damals kein mensch den ich irgendwie kannte und zu dem ich irgendeine bindung hatte. wir sind freundlich miteinander umgegangen bis dahin, mehr aber auch nicht. keine freundschaftliche, keine bekanntschaftliche bindung, nichts. und an der stelle vertrete ich durchaus den standpunkt, dass es der partner der jeweiligen entscheiden muss, ob er sie betrügt, oder ob nicht. ich mein, eine dritte person kann ja nicht für alles verantwortlich gemacht werden. und am ende ist auch bloß keiner glücklich. derjenige nicht, der sich aus irgendwelchen, für mich scheinheiligen moralischen gründen, nicht auf so eine "affaire" einlassen will, weil er ja die beziehung nicht zerstören will, derjenige nicht, der gern etwas mit einer anderen hätte, weil er weiß das die beziehung die er jetzt führt auch bloß nicht funktioniert und am ende ist auch die pot. betrogenen nicht glücklich.
also, um klartext zu reden. wenn du mit ihm ins bett willst und er das in seiner beziehung verantworten kann, dann mein gott, tut es. wenn ihr so scharf aufeinander seid, warum nicht?
und das was er nun mit seiner freundin macht, steht auf einem anderen blatt. damit hast du nichts zu tun, lass dir das nicht einreden. natürlich wäre es nur "fair" von ihm sich zu trennen, wenn er schon eine andere körperlich begehrt und vllt auch auf anderer ebene. aber das ist nicht dein ding. das ist sein problem.
rauskommen wird es trotzem. irgendwann. da kann man jetzt schöne szenarien spinnen: er wird danach bemerken das seine beziehung echt am arsch ist und mit ihr schluss machen. dann wird sie ihn solange nerven bis sie erfährt das er was mit einer anderen hatte. oder, er bekommt danach ein schlechtes gewissen und sagt es ihr freiwillig. nur 2 der möglichen varianten. aber rauskommen wird es wohl früher oder später.
zu deiner anderen frage: "sex mit dem besten freund?". da bin ich glaub ich auch recht offen eingestellt, vom grundlegenden her. ich glaube, wenn man ein gewisses alter und damit auch eine gewisse reife erreicht hat, dann kann so ein ons die freundschaft kaum zerstören. wieder ein bissl privat gefasel

: ich hatte mal so eine situation, war halt nicht der beste freund, aber mei... . eine unerwiderte liebe, diverse aufgestaute sexuelle energien und dann jmd der sich quasi anbot mir a) sex zu geben und b) damit auch das gefühl zu geben begehrt zu sein. das ging dann soweit das wir schon im bett lagen und n bissl gefummelt hatten. aber dann kam bei mir der punkt an dem es einfach nicht weiter ging. es hat sich für mich falsch angefühlt und ich hab die sache wohl ziemlich aprupt abgebrochen. falsch hat es sich für mich aber eher angefühlt, weil meine gefühle bei dieser "unerwiderten liebe" waren und nicht bei ihm. _ich_ kann mit keinem sex haben, von dem ich nicht mehr will als freundschaft. aber das übertrag ich jetzt nicht auf andere. das ist nur mein ganz persönliches ding, bzw sind das meine erfahrungen die ich bislang mit mir gemacht habe. danach sind dann noch ein paar unschöne sachen passiert in folge meiner geistigen umnachtung, aber letztendlich: wir sind immer noch gut befreundet. und ich glaube, egal ob man nun abbricht, oder wirklich vögelt oder wie weit das ganze überhaupt geht: eine wirklich gute, erwachsene freundschaft kann das ab.
sex ist doch nichts wahnsinnig großes das über allem steht. irgendwie wird mir das zu oft dramatisiert.
und sex mit einem besten freund, mit dem man vllt schon immer mal über ein paar fantasien geredet hat, kann mit sicherheit etwas ganz tolles werden. weil derjenige ja auch weiß wie man tickt, was man will usw.
also mein fazit

: lass dir kein schlechtes gewissen einreden weil er ne partnerin hat, die du nicht mal kennst. du bist nicht mutter theresa und auch nur ein mensch. und wenn du auf deinen besten freund scharf bist und er auf dich, dann mein gott, vögelt bis die wände wackeln
vllt entwickelt sich daraus eine schöne beziehung? kann ja durchaus sein
die meisten hier sehen moral als irgendetwas steif definiertes, starres. irgendwie ist aber auch das etwas individuelles und bewegliches.