
25.07.2005, 03:47
# 51 Zuerst mal an Kiki und Angel of Death: Dafür, dass ihr hier so offen darüber redet und uns damit zumindest einen klitzekleinen Einblick gebt, WIE man sich fühlt, wenn man eine Abtreibung machen musste, habt ihr meinen größten Respekt. Dazu gehört verdammt viel Mut.
Generell finde ich kann man nie zu hundertprozent sagen "ich bin dafür" oder "ich bin dagegen". Halt weil man nicht in der Situation ist. Man kann versuchen sich vorzustellen, wie es wäre....aber wenn es dann letztendlich dazu kommt, steht man vor einer Entscheidung, die das komplette Leben verändern wird - deshalb denke ich, man kann nicht pauschal sagen wie man handeln würde.
Prinzipiell würde ich sagen "ja". Ich finde es in Ordnung wenn eine Frau bzw. ein Paar absolut nicht in der Lage ist ein Kind groß zu ziehen, z.B. aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen oder natürlich wenn die Mutter einfach viel zu jung ist. Wenn ich in irgendwelchen Talkshows sehe, dass 12jährige schon Kinder bekommen, zum Teil sogar gewollt, kann ich das nicht verstehen. Ich sag nicht, dass sie keine guten Mütter wären, aber trotzdem brauchen sie immer unterstützung und können ihr eigenes Leben überhaupt nicht leben.
Bei einer Vergewaltigung finde ich es noch gerechtfertigter - ich glaube, dass ein Vergewaltigungsopfer immer an die Tat erinnert wird, wenn daraus ein Kind entsteht und ich weiss nicht, ob dieses Kind dann von der Mutter genau die Liebe bekommen würde, wie ein Kind aus einer normalen Beziehung. ich glaube nicht!
Wie gesagt, im Grunde bin ich schon dafür - aber: WENN Abtreibung, dann auf jeden Fall nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt der Schwangerschaft. Wir haben im Bio LK mal bilder von Embryos gezeigt bekommen, die gerade 12 Wochen alt waren. Soweit ich weiss kann man bis zur 12. Woche abtreiben - oder? Jednfalls konnte man auch dort schon ansätze von Händen etc. sehen. Ich finde wenn man sich für eine Abtreibung entschliesst, MUSS das so schnell wie irgendwie möglich passieren.
Was hier auch schon angesprochen wurde - die Zeit NACH dem Abbruch. Das stell ich mir am schlimmsten vor - der Gedanke "wie würde mein Kind jetzt aussehen" oder immer die Erinnerung daran, wenn man einen Kinderwagen sieht.
hier ist meiner Meinung anch wieder der Punkt, wo man sagen muss "das MUSS jeder für sich alleine entscheiden", denn im Endeffekt muss man sich überlegen, ob und wenn ja, wie man damit umgehen kann. Ist man in der Lage sowas zu verarbeiten oder würde man daran zerbrechen?
Was mich sehr interessieren würde @Kiki & Angel of Death:
Wie sieht die Betreuung nach einer Abtreibung aus? Habt ihr irgendwelche professionelle Hilfe bekommen oder wart ihr auf euch allein gestellt? Familie und Freunde jetzt mal aussen vor gelassen. Das mein ich jetzt hauptsächlich im Bezug auf professionelle Hilfe von aussen. |