Original geschrieben von Blue Deine Vermutungen sind auch nachvollziehbar irgendwie, aber ich kann mir absolut nicht vorstellen das ein verletzter Stolz ein derartiges Gefühlschaos auslöst, da muss doch mehr im Busch sein
Selbstverständlich ist da mehr im Busch. Es ist nicht ganz einfach, hier rüberzubringen, wie mies die Beziehung zu ihr im letzten jahr war, und wie sehr ich mir damals gewünscht habe, dass es zuende ist. Dass das auf en ersten Blick nicht zu meinem jetzigen "Gefühlschaos" passen mag, ist richtig, bei näherer Betrachtung wird man feststellen, dass da noch mehr hintersteckt.
Zuende war es genau am 23. Dezember 2003. Richtig, einen Tag vor heilig Abend. Viel härter kann es, denke ich, nicht sein, alles ist "besinnlich", eine betont emotionsgeladene Zeit, und dann eine Trennung. Aber wir beide wollten und konnten das so nicht mehr, und haben uns einvernehmlich getrennt. Jo, es war tatsächlich einvernehmlich.
Ich habe mich dann zuhause vergraben, und für mich getrauert. War eine miese Zeit, heilig Abend noch allein zu meinen Eltern, wo nur melancholische Musik lief. Was ein Horror.
Dann ist am 16.01.2004 ein Kumpel zu mir gezogen, der sich auch von seiner Freundin getrennt hatte, und nun keine Bude hatte. Und der hat zu mir gesagt:" Alter, wir werden uns hier NICHT eingraben und Trübsal blasen"..also sind wir raus, haben 8 Wochenenden lang den Hamburger Kiez unsicher gemacht, gesoffen, gevögelt (nicht miteinander), eben Fun gehabt. Meine Trauer war zuende, alles war gut, und ich war froh, frei zu sein.
Bis dann der verhängnisvolle Morgen kam, an dem ich ihn nachts auf dem Kiez verloren hatte, und im Suff vor meiner verschlossenen Haustür stand. Und wo habe ich Ochse mich von dem Taxifahrer hinfahren lassen? Richtig, zu meiner Ex. Von da an hatten wir wieder Kontakt. Und das Unheil nahm seinen Lauf.
Wo mag nun mein Problem liegen? Ich denke, es ist die Tatsache, dass sie wieder mit jemandem zusammen ist. Der Punkt, dass ich den jenigen auch noch gut kenne, verstärkt alles noch zusätzlich, es ist dadurch noch einfacher, sich bildlich vorzustellen, wie sie zusammen sind, was ich genau meine: in meinem Kopf laufen Filme, wie sie Sex haben. Und das kann ich nicht ertragen.
Was könnte ich nun tun? Eigentlich gibt es 2 möglichkeiten, eine kluge, und eine dumme.
1.) Die Kluge: ich lasse los, und gehe da durch. Ich "ertrage" die Bilder in meinem Kopf und lasse eine Frau, die ich tatsächlich schon lange nicht mehr liebe, ihren Weg gehen. Stattdessen kümmere ich mich darum, mein Leben zu ordnen - und damit habe ich mehr als genug zu tun! -, und fange dann, wenn ich mit mir selber im reinen bin, vielleicht mal etwas neues an.
2.) Die Dumme: ich "sprinte" dazwischen, tue alles, um sie zurückzuholen, und mir so den Schmerz der Vorstellung zu ersparen. Am Ende werde ich wieder denken: "wie kommste hier jetzt möglichst schnell weg?", nämlich immer dann, wenn der Sex vorbei ist. Das ist der 5-Sekunden-Countdown, 5 Sekunden nach dem Höhepunkt will man nur noch weg. Wie gesagt, diese Methode erspart mir den Schmerz, mir weiter vorstellen zu müssen, wie sie mit ihm zusammen ist. Das wars dann aber auch an "Vorteilen".
Für welche ich mich entschieden habe? Na, ist doch klar, für die zweite natürlich. Ich war nie besonders gut darin, emotionale Schmerzen zu ertragen, was nicht gerade für mich spricht, aber nunmal Fakt ist. Am Ende wird es im Chaos enden. Aber, na ja, irgendwas ist ja immer.
Ich habe nun schon Kontakt zu ihr aufgenommen, per SMS. Interessant dabei ist, dass schon jetzt, wo sie reagiert, die Last auf mir weniger wird. Ich weiß, dass das, was ich hier mache, geradezu hirnverbrannt ist, ich weiß, was die "richtige" Lösung ist, dennoch kann ich nix dagegen tun. Ich muss das jetzt durchziehen, leider, ob ich will, oder nicht.
Sad but true...
Gruß Olli
(Edit: Mein Sternzeichen ist Löwe...)