Hallo Kinder,
dieser Guide richtet sich an alle, die sich gerade eine der folgenden Fragen stellen:
- Bin ich schwanger?
- Ist meine Freundin/Schwester/Tochter/etc schwanger?
Obwohl bei einem Verdacht eigentlich die nächsten Schritte klar sein sollten, kommen doch immer wieder o.g. Fragen in der Hoffnung, dass jemand Ordnung ins emotionale Chaos bringt oder zufällig hellseherische Talente hat

.
Vorwort: Wie kommt man zu dem Verdacht?
Es gibt ja nur eine Art und Weise, schwanger zu werden

. Es gibt aber mehrere Arten, warum es passiert sein könnte:
- Man hat es drauf angelegt (bzw man hätte nix gegen Nachwuchs), zur passenden Zeit (dazu mehr in Schritt 1) Sex gehabt, und nicht verhütet.
- Man hat es zwar nicht drauf angelegt, aber auch nicht verhütet. Gründe dafür wird es wohl immer geben, aber meistens passiert sowas aus Unreife bzw weil man so schrecklich spontan war und kein Kondom hatte. Dumme Sache, selber Schuld, könnte man sagen.
- Kondom ist gerissen/geplatzt. Pech gehabt, aber solls ja geben... für die Zukunft vielleicht nochmal die Anleitung lesen!
Alternativ für Enthaltsame: Haltbarkeit überschritten, so dass das Kondom evtl porös geworden ist. - Pille hat "versagt". Gründe können andere Medikamente sein, oder Durchfall/Erbrechen, oder vergessene/unregelmäßige Einnahme. Normalerweise liegt es am Anwender, wenn die Pille "versagt", aber es soll ja Fälle gegeben haben, wo jemand alles richtig gemacht hat und trotzdem schwanger geworden ist.
Schritt 1: Rechnen
Zunächst einmal sollte gerechnet werden, denn unter normalen Umständen sind die fruchtbaren Tage sehr begrenzt - nämlich auf 12-16 Tage VOR der nächsten Regelblutung. Je nach Zyklus (nicht jede hat 28 Tage) kann man dann anhand der letzten Blutung bestimmt, wann diese fruchtbaren Tage sind. Das allein liefert natürlich keine Garantie, denn egal wie unwahrscheinlich es ausserhalb dieser Zeitspanne ist, schwanger zu werden... möglich ist es durchaus.
Schritt 2: Regelblutung abwarten
Ich nehme dies mal als Schritt 2, weil die meisten Frauen entgegen anderslautender Erfahrungen nicht hypernervös sind

. Wer nachts nicht mehr schlafen kann, macht besser weiter mit Schritt 3.
Also weiter... es ist ganz einfach - kommt die Blutung, ist man sehr wahrscheinlich nicht schwanger. Auch da gibt es Ausnahmen, aber 5 Tage Blut bringen schon eine hohe Wahrscheinlichkeit mit sich, dass man nicht schwanger ist.
Kommt die Blutung nicht - keine Panik. Es gibt die verschiedensten Gründe, warum eine Regelblutung ausbleibt, und dazu könnte auch der Stress gehören, den man sich in den letzten Tage gemacht hat, oder allgemeiner Stress, oder Krankheit, etc pp. Trotzdem wird es Zeit für...
Schritt 3: Schwangerschaftstest (HCG-Test) machen
Das Prinzip ist ganz einfach. Man kauft sich einen Test (ca 10 Euro in der Apotheke) und hält ihn möglichst morgens in den (eigenen) puren Urin (bitte nicht ins Klo halten, wo sich der Urin mit Wasser vermischt hat!). Der Test enthält Antikörper, die auf ein Hormon (HCG) reagieren, dessen Konzentration bei einer Schwangerschaft stark ansteigt; erst im Blut, dann im Urin.
Der Test liefert etwa ab dem 10. Tag nach einer möglichen Befruchtung relativ zuverlässige Ergebnisse, was gleichzeitig bedeutet, dass er bei Ausbleiben der Regelblutung schon genutzt werden kann. Ist der erste Test negativ, kann man einige Tage später zur Sicherheit noch einen zweiten machen.
Ist der Test positiv, ist man höchstwahrscheinlich schwanger. Man sollte trotzdem noch nicht anfangen, sein Leben umzukrempeln, denn so ein Test KANN immer noch falsche Ergebnisse liefern. Man sollte also zum Telefon greifen und weitermachen mit...
Schritt 4: Termin beim Frauenarzt machen
Hier bekommt man endgültig etwas, was man als Gewissheit bezeichnen könnte. Der Arzt wird 2 Dinge tun: Blut entnehmen für einen weiteren HCG-Test (meist wird das Blut zum Labor geschickt, Ergebnis kommt am nächsten Tag) und möglicherweise noch eine Sonographie (Ultraschall). Bei der Sonographie kommt es darauf an, wie hochauflösend das Gerät ist. Mit einem sehr guten kann man in der 4. Woche schon die Fruchtblase erkennen, ansonsten etwa ab der 5. Woche den Embryo. Wenn wir nochmal rechnen, bedeutet das, dass eine solche Untersuchung frühestens 2 Wochen (eher 3) nach dem Ausbleiben der Regelblutung Sinn macht.
Wer also direkt wenn die Tage ausbleiben zum Arzt geht, wird auch nur eine (Blut-)HCG-Untersuchung bekommen. Da diese aber schon sehr sehr sicher ist, bleibt einem der zweite Arztbesuch mit Ultraschall-Untersuchung erspart, wenn der Test negativ ausfällt. Wenn er positiv ausfällt, kommen nur noch sehr wenige (und sehr unwahrscheinliche) Dinge ausser einer normalen Schwangerschaft in Frage, zB eine Eileiterschwangerschaft, Krebs, oder ein falsches Ergebnis wegen Medikamenteneinnahme.
Schlusswort: Alles kein Weltuntergang
Wenn die Schritte 1-4 klar sind, stehen natürlich immer noch jede Menge "Was-wäre-wenn"-Fragen im Raum, für die es verschiedene Ansprechpartner gibt:
- ELTERN! Ich persönlich finde, dass man (wenn man noch jung ist) die Eltern vor Schritt 4 informieren sollte, spätestens aber danach, wenn der Test/die Sonographie positiv war(-en). Eltern bzw Familie allgemein ist normalerweise die wichtigste Unterstützung, die man als junge schwangere Frau haben kann. Sie ermöglichen einem, die Schule oder Ausbildung abzuschliessen, weil sie auf das Kind aufpassen, sie stehen als Ratgeber oder Stütze zur Seite, wenn man mal nicht weiter weiss oder einem alles über den Kopf wächst, und sie können Mut und Gelassenheit geben. Kann natürlich alles auch anders sein, aber der Versuch ist es immer wert. Man sollte sich aber zB in Sachen Abtreibung NIEMALS von seinen Eltern unter Druck setzen lassen!
- Freunde. Fast so gut wie die Eltern, wenn es gute Freunde sind.
- Öffentliche/Kirchliche Beratungsstellen. Eine Übersicht über deren Arbeitsweise gibt es hier. Zu nennen wären da die Caritas, die AWO, katholische/evangelische Stellen, und pro familia. Weitere Tipps bitte an mich
. - Der Postplanet. Wir stehen euch im LSZ-Forum (Liebe, Sex und Zärtlichkeit) natürlich auch zu jeder Tages- und Nachtzeit für alle Fragen zur Verfügung und helfen gerne
. Macht nur bitte nicht den Fehler, euch mit eurer Schwangerschaft ins Internet zu verkriechen und euch von der Realität abzuwenden. Denn wenn ihr schwanger seid, wird sehr wahrscheinlich das Kind irgendwann herauswollen, und ihr werdet so oder so mit der Realität der Mutterrolle konfrontiert. Deswegen besser im Real-Life darauf vorbereiten! Falls ihr tatsächlich über eine Abtreibung nachdenken solltet, ist es umso wichtiger, sich nicht irgendwohin zu flüchten, denn sowas kann einen das ganze Leben lang verfolgen und wird euch ggf einholen, falls so eine Entscheidung nicht auf einem sehr stabilen Fundament getroffen wird.
Egal was passiert, gilt jedoch: Das Leben geht weiter, und es kann ein sehr sehr schönes Leben mit Nachwuchs werden, wenn ihr es denn zulasst und euch auf die Dinge besinnt, die wirklich wichtig sind im Leben. In diesem Sinne... ich hoffe irgendwem geholfen zu haben.