Kunst kommt immer noch von können, und bei der Fotografie gibt es viel zu können. Man kann zwar auch mit einer Handycam ein gutes Bild schießen, aber ein überzeugenderes Kunstwerk wird ein Photograf nur schaffen können, wenn er blende, belichtung, objektiv, filter etc selbst wählen kann, und je nach Situation unterschiedlich einsetzen kann. Auch bei einem Portrait gehört es dazu, dem zu fotografierenden subjekt eine angenehme Umgebung und ein gutes Klima zu schaffen, damit die Person locker und natürlich wirkt. Bei der Entwicklung kann man dann natürlich nochmal einzelne stellen des Abzuges mit der hand verdecken, oder stärker nachbelichten lassen. Unter diesem Aspekt ist der fertige Abzug auch nicht mehr reproduzierbar.
Wenn Fotografie die Wirklichkeit so abbildet, wie sie ist, dann ist das keine Kunst.
Wenn das Bild exakt die Atmosphäre einfängt, einen Moment richtig festhält, so dass man ihn beim betrachten des Bildes wieder ein bisschen durchlebt, dann ist das meiner meinung nach schon kunst...
Zur Kunstdefinition: Ich halte Musik ebenfalls für Kunst. Und ob Musik versucht die Wirklichkeit darzustellen, darüber lässt sich streiten, genauso gilt das für abstrakte Gemälde.