Ou man, mir gehts gerade richtig dreckig !
Heute morgen um ca. 9.00 Uhr war es soweit, ich habe das varhasste Gebäude mit gemischten Gefühlen betreten, während mir schon gute 10 Meter vor der Tür, hinter der die Praxis liegt der markante Zahnarztduft in die Nase stieg. Statt sich vernünftig (so wie ein Tier) zu verhalten und dem Gestank, den die Tiergattung Arzt produziert aus dem weg zu gehen -um nicht zu sagen die Flucht zu ergreifen- bin ich weiter darauf zu gegangen und bin auch wider besserem Wissen in die Praxis eingetreten.
Nach ca. 45 min Wartezeit hat mir die Ärztin -die auf meinen Wunsch hin vorhatte, mir unter lokaler Anesthesie, alle 4 Weißheitszähne aus dem Kiefer zu reißen- ein paar mal die Spritze hier und da durch die Kiefermuskeln gejagt, um mich dann weitere 25 Min warten zu lassen. Nachdem rund ein viertel meiner Fresse völlig gelähmt war, kam sie mit ihrer Assistentin wieder, die mir einen Haken in den Mundwinkel schob, um mich beim Mund-öffnen zu unterstützen und um mit der anderen Hand die ganzen Ekelhaftigkeiten aufzusaugen, die dabei austraten, als die eigentliche Ärztin mit der 'OP' begann. Die meißtelte dann auch schon fröhlich und mit aller Kraft an meinem Zahn rum, hämmerte und zog mit einer Zange und die Assistentin ließ wohlgelaunt mit einem saugenden Geräusch die ganzen Blutströme in ihrer Maschine verschwinden. Danach nahm die Ärztin Nadel und Faden und nähte die blutende Wunde mit offenkundigem Wohlgefallen ihrer Arbeit zu. Nachdem auch der nächste Zahn dran geglaubt hatte fragte sie mich: Na, sollen wir weitermachen ?
Ich sagte ihr "ja verdammt, mach schon ich würde hier sicher kein zweites Mal freiwillig herkommen". Naja, das ist eigentlich gelogen, ich grunzte irgendwas, das sie als gekonnt und sogar richtig als 'ja' interpretierte und schon hat sie meiner besseren (Gesichts-)hälfte auch den Gnadenschuss mit ihrer Spritze gegeben. Nach weiteren 15 minuten Gezerre, Gekloppe und Gemeißele, sowie Nadel und Faden begutachtete sie, was sie mit viel Mühe geschaffen und sah, dass es gut war.
Sie gab mir daraufhin ein Rezept für die Apotheke und einen Termin in einer Woche fürs Fädenziehen... dann entließ sie mich wieder in die kalte Welt und ich fühlte mich nach ihrer fürsorglichen Art irendwie verlassen und alleine...
Ich kann mich nicht erinnern, dass es mir körperlich jemals wirklich wesentlich beschissener ging als in ebendiesem Moment. Meine gesamte untere Gesichtshälfte ist gelähmt, angeschwollen und pocht als ob jemand mit etwas sehr großem und schweren meinen Kiefer ein dutzend mal gebrochen hätte... aber das ist noch längst nicht das Schlimmste. Ich darf meinen Mund bis morgen
nicht ausspülen. Und es sammelt sich darin mein bestial ekelig schmeckendes Blut, gemischt mit Speichel und Medikamenten. Ich kann meinen Mund und meine Zungenspitze zudem praktisch kaum bis garnicht kontrollieren, was nicht nur bedeutet, dass ich dazu degradiert bin, mit affenähnlichen Lauten (eigentlich nichtmal affenähnlich, es beschränkt sich auf mhmmm und m-mmmm) zu kommunizieren, sondern was auch bedeutet, dass das Blut in meinem Mund durch die Falten in meiner Unterlippe nach außen dringt, dort gerinnt und meinen Mund verklebt. Ich renne also ca. alle 15 Min aufs Klo und lasse mit größter Mühe ein paar bereits halb geronnene Blutströme aus meinem Fressbrett entweichen.
Wie meine Zähne und so aussehen will ich eigentlich garnicht beschreiben, ich sehe aus als hätte ich einen riesigen Harem Frauen an Vollmond Oral befriedigt (und sie hinterher auchnoch gefressen

).
Ich freue mich schon übelst darauf, dass die Betäubungsmittel aufhören zu wirken, dann kommt endlich gevatter Schmerz und ich darf mir rund eine Woche lang abgefuckte Schmerzmittelchen reinpfeifen. Aber ehrlich ich glaube kaum, dass dieser Schmerz so schlimm sein kann, wie dieser unglaublich ekelhafte Körperflüssigkeitenmix in meiner Mundhöhle
Das einzig positive heute ist, dass meine Bauchschmerzen, die nach der OP eingesetzt haben weg sind, was bedeutet, dass meinem Blut-Speichel-Medikamente-Mix vermutlich kein erbrochenes Frühstück beigemengt wird.
Danke für euer Beileid, auch wenn ich mir davon nix kaufen kann (Spenden dennoch erwünscht)
MfG, Ripper