
04.08.2005, 09:34
# 1 Die Mühlen der Justiz Ich möchte berichten von dem was mir in den letzten Tagen wiederfahren ist.Ich wünsch das keinem, denn es hat mich wirklich mit genommen und sitzt mir immer noch in den Knien.
Ich fang am besten ganz vorne an... im Jahr 2002 wurde ich mit Alkohol am Steuer erwischt. Das war mein eigener Fehler und über die Strafe will ich mich auch nicht beschweren. Da ich zu der Zeit damals beruflich aufs Auto angewiesen war, beatragte ich die Umstellung des Fahrverbots auf eine Geldstrafe. Das wurde auch genehmigt. Letztendlich betrug die Geldstrafe 65 Tagessätze a 50 Euro. Ein netter Batzen Geld. Gefahren bin ich in München, zuständig war also die Münchner Justiz. Ausserdem vereinbarte ich eine Ratenzahlung, die ich bis Anfang diesen Jahres auch eingehalten habe. Die Reststrafe betrug noch Euro 1350,- (entspricht 27 Tagessätze). Als mir langsam das Geld dünn wird, rufe ich in München an und frage ob ich den Rest abarbeiten kann. Kein Problem und ich wende mich an die zuständige Stelle hier in HH (wo ich seit 2003 lebe), die Gerichtshilfe der Justizbehörde. Das war im April. In meinem Beisein wird von dort in München angerufen, ich hätte mich gemeldet und das ganze läuft. Dann kommt gar nichts, nach mehrmaligen Nachfragen erhalte ich im Juni einen Brief der Gerichtshilfe mit Termin den ich auch wahrnehme. Am nächsten Tag liegt ein Brief aus München in Kasten mit dringendem Wortlaut. Ich die Gerichtshilfe angerufen, die will sofort mit München Kontakt aufnehmen. Such mir inzwischen eine gemeinnützige Arbeitsstelle und trete die auch an. Täglich und pünktlich, es gibt keinen Anlass zur Beschwerde. Und dann Sonntagmorgen 8 Uhr....steht die Polizei mit Haftbefehl vor der Tür. Auf die tollen Erfahrungen bis mich mein Mann ausgelöst hat möchte ich mal lieber nicht eingehen. Nachdem ich nun mit mehreren Stellen telefoniert habe unter anderem mit München, hab ich erfahren das ausser dem einen Anruf in München niemals ein Kontakt stattgefunden hat zwischen der Justizbehörde in HH und München. Für die war es als hätte ich mich nicht gemeldet. Allein dem Chef der gemeinnützigen Arbeitsstelle ist es zu verdanken das zumindest die geleisteten Stunden angerechnet wurden.
Ich seh den Fehler bei der Gerichtshilfe, die haben auf kein Schreiben aus München reagiert. Traurig das in der BRD die Komunikation zwischen den Ländern nicht funktioniert. Selbst der Staatsanwältin in München tats leid, dass ich die Leidtragende war. Denn inzwischen sieht selbst sie, das ich mich korrekt verhalten habe (von der alkoholisierten Autofahrt mal abgesehen). |