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Das Leben ist wertvoll

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99er
Alt 21.09.2006, 00:35   #1
Standard

Liebe Planetarier und Lupuz-Leser,
der Grund für diesen Bericht ist die Tatsache, dass mir seit Samstag wirklich bewusst ist, wie schnell ein Leben vorbei geht oder einfach nur schlagartig seine Qualität verlieren kann.
Dazu möchte ich euch die Geschichte eines wirklich sehr guten, ja wenn nicht sogar meines besten, Freundes erzählen.
Sein Name ist Sven. Er ist, sagen wir, ungewöhnlich. Er ist nicht der hellste und auch äußerlich gesehen nicht alltäglich. Er ist groß, bullig, wir nennen ihn im Freundeskreis den "dicken Sven", was jedoch keineswegs abwertig sein soll. So war er, und das wusste er auch immer.
Sven hat aus seinem Leben bis heute weiß Gott nicht das allerbeste gemacht. Er brach früh seine Schule ab und kämpfte sich seit dem mit mehr oder weniger vielversprechenden Jobs durch sein noch junges Leben.
Doch viel wichtiger ist, dass Sven wirklich immer ein Freund war und auch jetzt noch ist. Brauchte man ihn war er immer für einen da, hatte man irgendwo Stress war er der Erste der erschien um zu helfen. Und das auf seine Weise, ja manchmal auch nicht im Rahmen des Erlaubten. Um das zu verallgemeinern: er lebte sein Leben wie er es für richtig hielt und wofür er bekannt war; es war schlicht anders.
Sven fragte immer, egal ob man bereits 5 Minuten vorher mit ihm telefonierte/chattete, wie es einem geht. Es war, zugegeben, häufig nervig, dieser Standard-Gesprächsbeginn. Doch er wollte wirklich immer nur das Beste für seine Freunde.
Ich kenne Sven seit nun knapp 3-4 Jahren. In dieser Zeit ist viel passiert. Um einen Eindruck von unserer Freizeit zu bekommen, möchte ich die Sachen schildern, die mich an ihn erinnern und die mir immer in Gedanken bleiben werden.
Ich hatte immer das Gefühl, dass Sven Publikum brauchte. Sobald die ein oder andere Person in seiner Nähe war, wurde er anders und fühlte sich noch sicherer als sonst, was anschließend nicht selten zu Streit zwischen ihm und mir führte. Doch ich vergab ihm jedes Mal, da ich wusste wie er in Wirklichkeit ist.
Im normalen Leben, wenn wir uns trafen, hatten wir Spaß. Immer wenn wir uns trafen, sei es alleine oder zusammen mit Freunden, haben wir Spaß gehabt, und das oft nicht zu knapp. Sven war einfach der, den wir in unserer Clique brauchten und ohne den wir irgendwie auch nicht existieren konnten so wie wir es taten.
Am 1. Mai 2005 kam es auf dem "Tanz in den Mai"-Fest im Ort zu einer Auseinandersetzung zwischen einem anderen Jugendlichen und einem Freund. Es kam soweit, dass ich verwickelt wurde und selber einen Faustschlag hinnehmen musste. Sven wusste was er tun sollte und mischte sich dazwischen um uns zu schützen.
Wie es eigentlich immer war, war Sven im Nachhinein der Täter. Sei es im Sportverein oder sonst wo, Sven war immer der erste der beschuldigt und dann verurteilt wurde. Sicher mag er es selbst Schuld sein, dass dieser Verdacht immer wieder geschmieden wurde wenn etwas passiert war, nichts desto Trotz war es jedes Mal aufs Gleiche unfair ihn als Sündenbock darzustellen. Zurück zu den Folgen des Fests. Er bekam die Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung und er war der Gearschte, der als Angeklagter auf der Anklagebank saß.
Es vergingen Monate bis zur Verhandlung, zu der ich als Zeuge geladen wurde. Bis dahin vergingen etliche Stunden der Beratung zwischen uns beiden, etliche Telefonate wurden geführt und etliche ICQ-Histories wurden aufgezeichnet. Wir alle aus der Clique standen hinter Sven weil wir wussten, dass er unschuldig ist.
All das hat Sven und mich immer mehr zusammengebracht, wir wurden mittlerweile richtige Freunde, nicht nur Kumpels wie es davor war, wir wurden Freunde.
Nachdem das Verfahren eingestellt wurde da sich seine Unschuld herrausstellte tat er etwas typisches, was allg. mehr zum schmunzeln einlädt, wovon ich jedoch wusste wie er es meinte. In seiner Abwesenheitsnachricht im ICQ schrieb er sinngemäß, dass ihm eine Person sehr viel bedeute und er dieser Person sehr viel zu verdanken hat. Damit meinte er mich, und es bedeutete sehr viel für mich. Nun merke ich, dass ich ihm zu wenig entgegengebracht habe, was IHM etwas an mir bedeuten könnte, bzw. was ihm MEINE Dankbarkeit für seine Worte deutlich macht. Ich hoffe, dass ich das nachholen kann.
Kommen wir zu dem Moment, der sein, mein und das Leben meiner Clique deutlich verändert hat. Sven war mit Freunden in der Altstadt gewesen. Wie üblich floss der Alkohol sehr gut und Sven war nach Aussagen deutlich angetrunken - was an sich nichts Schlimmes ist. Er hatte sich in den letzten Wochen/Monaten in dem Zustand immer gut im Griff, was davor teilweise problematisch war. Doch an dem Abend hatte er eine Idee, die jeder bereut.
In der Zeit, in der er in der Stadt war, saßen einige meiner Freunde und ich in unserer "Stammkneipe", welche direkt an der Bahnhaltestelle lag. Sven und die Bekannten, mit denen er an dem Abend unterwegs war, waren auf dem Weg zu uns.
Auf der Bahnfahrt zwischen dieser besagten Haltestelle an der Kneipe und er vorherigen Haltestelle ereignete sich der angesprochene Unfall. Sven öffnete im trunkenen Zustand während der Fahrt die (in Fahrtrichtung) linke Tür der Bahn und lehnten sich ein wenig hinaus, wobei er seinen Arm herausstreckte. Was folgt kann man sich denken. Er blieb mit seinem Arm an einem Mast hägen und wurde dadurch aus der Bahn geschleudert, wodurch er lebensgefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde.
Das ganze geschah knapp 300m Luftlinie von uns entfernt - und wir alle hatten keinen Schimmer, was zu dem Zeitpunkt dort passierte.

Sven liegt mich lebensgefährlichen Verletzungen, u.a. einem Schädelbruch, im künstlichen Koma. Die Ärzte sagen, dass er geistige Folgeschäden erleiden wird.

Es macht mich innerlich kaputt. Wir alle wissen, dass wir nicht mehr unseren dicken Sven erleben werden, wie wir ihn liebten und wie wir ihn kannten. Ja, selbst dieser folgenschwere Unfall war irgendwie typisch für ihn, doch dies möchte ich aus moralischen Gründen nicht weiter vertiefen.

Ich könnte noch Stunden über Sven schreiben, es gibt so viel über ihn zu erzählen, doch das würde mich denke ich innerlich noch kaputter machen.

Ich bin normalerweise nicht gläubisch, doch es bleibt nichts anderes übrig als zu beten, dass wir unseren alten Sven wiederbekommen. Ich würde alles hergeben, damit dies in Kraft tritt.

Dies soll das beste Beispiel für alle Menschen sein. Macht keinen Scheiß, auch wenn dieser Scheiß auf den ersten Blick lustig klingt. Die Folgen können für euch und für eure Freunde wirklich schlimme Folgen haben. Ich bitte euch.

Ailton, wir brauchen dich.

Geändert von Felicitas (22.09.2006 um 08:14 Uhr).
 
 
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reyals
Alt 21.09.2006, 20:46   #2
Standard

Oh, scheiße! Wie soll ich es ausdrücken? Ich kann mir vorstellen(Erfahrung), was du jetzt alles denkst und fühlst und überhaupt.. Bei sowas kann man nur abwarten und hoffen...

Ehrlich gesagt, dein Bericht hat mich jetzt ganz schön bestürzt und mitgenommen auch wenn ich den garnicht kenne. Es legt wohl daran, dass du selber so bestürzt bist..
Jaa, sowas ist schrecklich.
 
 
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Kittcat4you
Alt 21.09.2006, 21:06   #3
Standard

Traurig wie durch eine DUmmheit so schnell etwas passieren kann was auf den Rest eines Lebens Einfluss nimmt. Man kann nur hoffen das er nicht zu schwere Schäden davon nimmt. Einmal nicht aufgepasst und schon kann alles vorbei sein, klingt irgendwie unfair.....
 
 
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michaelg
Alt 21.09.2006, 22:06   #4
Standard

Das tut mir leid, ich bin froh dass in meinem Umfeld niemandem je argh etwas zugestossen ist.

Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge?
 
 
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Cobain
Alt 21.09.2006, 23:10   #5
Standard

Das ist echt eine tragische Geschichte ich kann mich echt gut hinein versetzen, in meinem Umfeld gibt es nämlich auch so jemanden,unser "Jolly" es passt auch von der Beschreibung her, nur dass er sehr intelligent ist.

Das Leben ist manchmal einfach nur zum kotzen und so verdammt ungerecht, aber was soll man tun ? es ist einfach so und wir sind nur der wehrlose Spielball eines Spieles das wir oft nicht verstehen können.


Ich wünsch ihm alles gute und hoffe dass er einigermaßen "normal" aus dem Koma kommt, Wunder soll es manchmal geben...

edit: Was mir gerade noch aufgefallen ist, er hat die Bahntüre während der Fahrt geöffnet ?? wie geht denn das, also bei uns geht das nicht und sollte das nicht überall so sein ? kann mir kaum vorstellen dass die Bahn solche Sicherheitsmängel haben darf, kann man die dann auch noch dazu belangen.?

Geändert von Cobain (22.09.2006 um 16:26 Uhr).
 
 
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99er
Alt 22.09.2006, 00:46   #6
Standard

Erstmal vielen Dank für euer Mitgefühl, ich weiß das wirklich sehr zu schätzen.
Desweiteren bin ich überaus dankbar, dass nicht solche Sprüche wie "Selbst schuld" etc. kommen. Das ist (leider) die am häufigsten auftretende Form. Es mag auch definitiv richtig sein, das bezweifelt keiner, doch wir alle in unserem Freundeskreis haben wirklich besseres zu tun als über die "Schuldfrage" zu diskutieren.

Zitat von michaelg
Wie ist denn der aktuelle Stand der Dinge?
Man wird ihn frühestens am Wochenende aus dem Koma holen. Dann wird man feststellen, ob er alleine atmen kann etc. Erst danach, wenn eigenständiges "Leben", sprich atmen etc. gewährleistet wird, kann man genaueres über seinen geistigen Zustand sagen.
Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, da ich es einfach kaum aushalte wenn ich genauer darüber nachdenke was passiert ist und was noch passieren wird.
Ich wünsche mir dass dieser Alptraum bald vorbei ist, denn ich kann tagsüber kaum klar denken, ich musste deswegen sogar eine Leistungskurs-Klausur verschieben.
Dazu kommt, dass mein Onkel seit heute im Hospiz liegt und man auf seinen Tod wartet.

Im Moment kommt alles zusammen. Und das kotzt mich an.
 
 
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mephisto
Alt 22.09.2006, 08:21   #7
Standard

stimmt. die schuldfrage muss nicht geklärt werden.. und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die prioritäten dann an ganz anderer stelle liegen - an der Gesundheit des Betreffenden Menschen!

Die EInsicht, dass man Zuneigung, Freundschaft und platonische (freundschaftliche) Liebe zu wenig gezeigt hat, kommt oft "zu spät" .... aber ich denke, dass du schon noch die Möglichkeit haben wirst, sie deinem Kumpel zu beweisen... einfach indem du für ihn da sein wirst, wenn er aus dem Koma wieder aufwacht... und womöglich auch schon während des Komas! Versuch, an sein Bett zu kommen und ihm was zu erzählen...
 
 
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Felicitas
Alt 22.09.2006, 09:13   #8
Standard

ich bin mir nicht ganz sicher was man da schreiben soll.

die schuldfrage braucht man wirklich nicht zu diskutieren, die ist sowieso ziemlich eindeutig, aber fürs ergebniss und die momentane situation total irrelevant.

in deinem text steckt so unendlich viel liebe. das berührt mich.

ich kann mich mephisto nur anschließen, versuch alles um für ihn da zu sein. vllt lassen dich seine eltern mal zu ihm ans krankenbett, dann kannst mit ihm reden, über ganz alltägliche sachen. irgendetwas was ihn normalerweise zum lachen gebracht hätte.

wenn er wieder wach ist, dann versuch auch zu ihm zu kommen.

_der alte_ wird er wohl nie wieder werden. unabhängig davon was an körperlichen schäden zurückbleibt. diese grenzwerterfahrung wird ihn auch als menschen verändern.

die frage die sich mir irgendwie unterschwellig stellt - du sagst das er schon ab und an was getrunken hat und sich auch immer gut unter kontrolle hatte, dh - das er seine grenzen durchaus kannte....

wenn das an diesem abend auch so war.....

also *rumdrucks*

besteht die möglichkeit, daß das vllt sogar ein suizidversuch war? motiviert durch den alkohol, abbau der hemmungen?

du schreibst das er soziale probleme hatte, weil er immer verkannt wurde. weißt du wie sehr ihn das evt. belastet hat?

hm


auf jeden fall, und das kommt von mir hier wirklich selten vor, wünsch ich ihm und euch alles erdenklich gute. ich wünsche ihm das er keine/kaum körperliche/ geistige schäden zurückbehalten wird.


hm....

ach mir liegt sowas nicht, sorry
 
 
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Sehr gut ?
Alt 22.09.2006, 11:23   #9
Standard

Hab beim lesen gänsehaut bekommen
Gute Besserung
 
 
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99er
Alt 23.09.2006, 22:51   #10
Standard

Zitat von méphïstø
stimmt. die schuldfrage muss nicht geklärt werden.. und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die prioritäten dann an ganz anderer stelle liegen - an der Gesundheit des Betreffenden Menschen!

Die EInsicht, dass man Zuneigung, Freundschaft und platonische (freundschaftliche) Liebe zu wenig gezeigt hat, kommt oft "zu spät" .... aber ich denke, dass du schon noch die Möglichkeit haben wirst, sie deinem Kumpel zu beweisen... einfach indem du für ihn da sein wirst, wenn er aus dem Koma wieder aufwacht... und womöglich auch schon während des Komas! Versuch, an sein Bett zu kommen und ihm was zu erzählen...
Ich glaube, dass ich das nicht fertig bringen würde. Alleine die Vorstellung, meinen großen, starken Kumpel dort hilflos liegen zu sehen ist die Hölle.



Zitat von felicitas
in deinem text steckt so unendlich viel liebe. das berührt mich.

Ein Nebeneffekt der jedoch absolut nicht eingeplant war. Jedoch bist du nicht die Einzige die mir das sagt, und das macht mich irgendwie doch nachdenklich.

wenn er wieder wach ist, dann versuch auch zu ihm zu kommen.

_der alte_ wird er wohl nie wieder werden. unabhängig davon was an körperlichen schäden zurückbleibt. diese grenzwerterfahrung wird ihn auch als menschen verändern.

Sobald er wieder wach und besuchsbereit ist werden wir ihn besuchen, das ist selbstverständlich. Ich warte nur auf diesen Tag, auch wenn ich davor irgendwie Angst habe.

die frage die sich mir irgendwie unterschwellig stellt - du sagst das er schon ab und an was getrunken hat und sich auch immer gut unter kontrolle hatte, dh - das er seine grenzen durchaus kannte....

wenn das an diesem abend auch so war.....

also *rumdrucks*

besteht die möglichkeit, daß das vllt sogar ein suizidversuch war? motiviert durch den alkohol, abbau der hemmungen?

Also, es war so dass er früher schnell aggressiv und übermütig wurde, wenn er was getrunken hatte. Das hatte er sich aber im letzten Jahr extrem abgewöhnt (siehe Gerichtsverhandlung). Warum er es an dem Abend jedoch gemacht hat, kann jedoch einfach nur Übermut gewesen sein. Selbstmord kann ich zu 100% ausschließen.




du schreibst das er soziale probleme hatte, weil er immer verkannt wurde. weißt du wie sehr ihn das evt. belastet hat?

Das hat ihn eigtl. kalt gelassen (äußerlich), wobei man sagen muss dass er sich sowas (denke ich) innerlich zu Herzen genommen hat. Aber Sven ist nicht so einer der sich lange mit sowas beschäftigt. Zur Kenntnis nehmen - abhaken. So kam er uns vor.

***

Vielen Dank für eure Worte.
Seine Schwellung im Kopf ist zurückgegangen, aber noch nicht weg. Er ist immernoch in Lebensgefahr. Man weiß nicht, wann man ihn zurückholen kann.
 
 
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99er
Alt 26.09.2006, 22:51   #11
Standard

Er hat gestern zum ersten mal leicht die Augen geöffnet. Die Mittel für das künstl. Koma wurden abgesetzt, sodass es noch ca. 3 Tage dauern kann bis er wieder wach ist. Heute Morgen hat er zum ersten Mal die Augen komplett geöffnet.
Außerdem fing er an, mit den Armen und Beinen umher zu schlagen. Das ist eine nat. Reaktion und zeigt, dass er sowohl Arme als auch Beine benutzen kann.

Warten wir ab wie es in einigen Tagen um seinen Geisteszustand aussieht.

Ich bin sehr zuversichtlich, wirklich!
 
 
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semmela
Alt 27.09.2006, 07:01   #12
Standard

hey das hört sich doch schonmal sehr gut an !

vielleicht kannst du ihn ja die nächsten tage mal besuchen, das wird ihn sicherlich aufbauen, mach ihm mut und zeige ihm, das du für ihn da bist, so wie er auch für dich immer da war.
 
 
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99er
Alt 06.10.2006, 03:28   #13
Standard

Meinem Kumpel gehts deutlich besser.
Er kommt nächste Woche auf die Reha-Station.
Noch ist er verwirrt, deswegen kann man noch nicht sagen was er für Folgeschäden hat.
Ich poste euch mal das Gespräch von einer Freundin mit dem Vater.
Diese Freundin ist quasi zuständig Neuigkeiten zu erfahren, da wir nicht alle dort anrufen wollen etc., denn ich denke dass die Eltern auch ganz froh sind wenn die nicht immer drauf angesprochen werden. Deswegen haben wir halt eine Person ausgemacht die sich darum kümmert.
Hier das Gespräch:


Alex (03:40 PM) :
hallo herr ***, wie geht es sven?
Sven (03:46 PM) :
er hat einen großen Schritt auf einem langen Weg gemacht
er versteht was man ihm sagt und er antwortet darauf
er erkennt uns auch wenn wir am Bett stehen
Alex (03:47 PM) :
das ist ja super zu hören. na dann hoffen wir das er bald auf eine normale station kommt damit wir ihn mal besuchen können
Sven (03:51 PM) :
noch ca. 1 woche dann kommt er in die früh-reha da sind
andere besuchszeiten vieleicht dürfen dann mehr besucher
kommen zur zeit ist er isoliert da er sich einen keim eingefangen hat der ansteckend ist
Alex (03:52 PM) :
oh das ist ja wirklich nicht gut.
ja hoffen wir mal denn ich würde ihn sehr sehr gerne mal besuchen und andere sicher auch aus der clique
Sven (03:55 PM) :
ist nicht gefährlich sobald er besuch bekommen darf sage ich
bescheid er freud sich schon drauf ich habe ihm gesagt wer
angerufen hat
Alex (03:56 PM) :
das ist schön. weiß er denn wer wir sind bzw konnte er mit zb meinem namen was anfangen?
Sven (03:59 PM) :
aber hallo! er ist ab und zu noch etwas verwirrt aber bei
dem Namen Alex grinst er über das ganze gesicht (warum?)


So langsam bin ich wirklich guter Dinge.
Hoffen wir auf die nächste Woche
 
 
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reyals
Alt 06.10.2006, 13:03   #14
Standard

Das klingt doch schon nicht schlecht.
Hoffen wir mal, dass er wieder ganz in Ordnung kommt..
 
 
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aightlex
Alt 23.10.2006, 02:23   #15
Standard

und wasn etz? gutes Ende ?
 
 
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99er
Alt 23.10.2006, 22:55   #16
Standard

Es gibt soweit nichts neues.
Wir alle hoffen ihn in dieser oder nächsten Woche besuchen zu können.
Die Eltern sind auch so gut wie nie zu Hause, sodass wir seit gut 2 Wochen (!!!) nichts neues mehr wissen.
Wenns was neues gibt sag ich hier auf jeden Fall bescheid.
 
 
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aightlex
Alt 24.10.2006, 00:10   #17
Standard

ok. Ich hoffe natürlich auch dass es ein "happy end" geben wird.
 
 
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Angel~Of~Death
Alt 24.10.2006, 13:04   #18
Standard

war echt geschockt als ich das gelesen hab. ich hoffe ihr wisst bald wieder neues von ihm und dass es ihm bald wieder besser geht und so gut es geht in ordnung kommt!!
 
 
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99er
Alt 25.10.2006, 14:32   #19
Standard

Freitag Nachmittag gehen wir ihn besuchen.
Es ist so dass er nicht mehr als 3 Besucher am Tag haben darf.
Besuchszeiten sind auch nur 2,5 Std am Tag. Zudem muss so ne Mundmaske getragen werden, damit er sich keine neuen Viren einfängt.

Heute gehen 2 Freundinnen aus unserer Gruppe hin, mal sehen was die dannheute Abend berichten.
 
 
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Cassandra
Alt 25.10.2006, 15:11   #20
Standard

Ist echt traurig mit deinem Freund. Da weiß man gar nicht was man so sagen kann, ausser das ich vom ganzen Herzen hoffe das es ihm bald besser geht.
 
 
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like a babe
Alt 26.10.2006, 07:21   #21
Standard

geht es ihm nun besser? 2 deiner Freunde waren ja gestern dort
 
 
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Blade
Alt 26.10.2006, 11:13   #22
Standard

Denk dran das er euch (Freunde) jetzt mehr brauch wie wahrscheinlich je zuvor. Auf wenn er es nicht audrücken kann.
Ich wünsch dir die Kraft ihm jetzt, trotz allem, als guter Freund zur Seite zu stehen.
 
 
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20mob
Alt 26.10.2006, 12:45   #23
Standard

Wichtig ist für ihn auf jeden Fall das ihr als Freunde bei ihm bleibt in so einer schweren Zeit. Es ist womöglich das einzige was ihn bewegt nicht aufzugeben und weiterzumachen.
Schenkt ihmBilder von eurer Zeit vorher falls es sowas gibt oder schreibt ihm immer nette nachrichten er brauch euch wirklich sehr.
 
 
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sailor
Alt 26.10.2006, 15:09   #24
Standard

Ich hatte auch einen Verwandten -na,ja ein Freund konnte man nicht sagen, ich kannte ihn zunächst kaum- der ins Koma gefallen ist. Aber mittlerweile ist er wie ein Freund geworden.

Er hat mit dem Fahrrad in den Bergen bei hohem Tempo ein Fahrzeug überholt, ist dann weggerutscht und mit dem Kopf gegen einen Baum gerast. Trotz Helm Jochbeinbruch, diversen andere Verletzungen und vor allem: Er lag im Koma wegen des massiven Hirntraumas (Erschütterung)
Ich weiß nicht mehr genau wie lange, es müssen Wochen gewesen sein.

Er hat alles neu lernen müssen, hatte eine Halbseitenlähmung u.s.w..
Am Anfang hat er nur verwirrt Englisch gesprochen, warum weiß ich auch nicht. Seine Muttersprache ist deutsch, aber vielleicht ist Englisch für´s Gehirn einfacher. Ist ja anzunehmen.

Mittlerweile (nach 1,5 Jahren) kann er wieder laufen, wenn auch nicht sehr schnell. Er kann seine beiden Hände benutzen, sogar etwas Fahrradfahren (natürlich vorsichtig) Und vor allem: Er kann wieder sprechen, seine Worte machen Sinn, er ist wieder voll da.

Das allerbeste aber ist: Er ist ein richtig lieber Kerl, unendlich dankbar für alles und... irgendwie hat man den Eindruck er sieht die Welt mit anderen Augen.
Das Problem ist, ich hatte vorher über mehrere Jahre praktisch gar keinen Kontakt zu ihm, hatte ihn nur mal flüchtig gesehen. Was ich aber von seinem Leben wusste, von früher, und was ich über seine Eltern mitbekommen hatte:
Er hatte es nicht einfach, Adoption, viele Probleme, viele Relikte aus der Kindheit, harte Drogen, Schulden, u.s.w..

Jetzt scheint er irgendwie verwandelt, so kindlich, offen für alles, voller Vertrauen zu den Menschen, von denen er schon einiges ertragen musste.
Z.B. hat ihn seine langjährige Freundin verlassen als er in der Reha war. Warum auch immer, aber es ist sehr, sehr hart in so einer Situation....

Man merkt jedenfalls: Er fängt ganz neu an. Nicht nur körperlich, indem er das Laufen lernen mußte u.s.w.. Vor allem geistig -nicht nur bezüglich des Horizonts, der ist irgendwie viel weiter als bei einem Kind...es sind eher die positiven Eigenschaften des Kindes...

Ich finde ihm ist ein neues Leben geschenkt worden. Was erst einen winzigen Spalt vom Tod entfernt war ist jetzt ganz neu!
Viele incl. mir haben darum gebetet, daß er wieder in Ordnung kommt, so wie auch Du es getan hast.
Und dieses Gebet ist erhört worden!

Ich finde es nachdenkenswert, daß es eben viele Menschen gibt, die durch so eine -zunächst- schlimme Sache ein richtig neues Leben bekommen.
Die alten Dreck über Bord werfen. Die einfach neu anfangen...
Viele sehen vielleicht nicht mehr so gut aus wie vorher oder haben Einschränkungen ... aber dadurch werden sie zu neuen Menschen.
Vielleicht sind sind manche dann auch keine Egoisten mehr...

Bei ihm war eben noch nicht Zeit zum sterben!.. ...weil der allmächtige Schöpfer, sprich Gott seinen eigenen Plan hat.... Er ist der Boss über Leben und Tod:

Jesus Christus sagte:

"Fürchtet euch nicht vor denen, die nur den Leib, aber nicht die Seele töten können. Fürchtet euch vor Gott, der Leib und Seele ins ewige Verderben schicken kann.
29 Kauft man nicht zwei Spatzen für einen Groschen? Und doch fällt nicht einmal ein Spatz auf die Erde, ohne dass euer Vater es weiß.
30 Bei euch aber ist sogar jedes Haar auf dem Kopf gezählt.
31 Habt also keine Angst: Ihr seid Gott mehr wert als ein ganzer Schwarm Spatzen!
32 Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich bekennen am Gerichtstag vor meinem Vater im Himmel.
33 Wer mich aber vor den Menschen nicht kennen will, den werde auch ich am Gerichtstag vor meinem Vater im Himmel nicht kennen.«

Matthäus 10,28-33

Ich weiß, das ist jetzt ein übler Vergleich... aber Hitler ist 42 Attentaten entgangen. Viele waren sehr komischer Zufall, bei der Anzahl dieser Versuche (das waren ja keine externen Spinner, sondern vielfach Insider) wird das erst recht deutlich.

Ich will damit nur sagen, es ist kein Zufall, wann das Ende kommt. Gott bestimmt es- nach seinem Plan.
Zu unserem Glück ist Gott aber nicht erhaben, unerreichbar und selbstverliebt. Er ist die Liebe, gütig, voller Erbarmen, sehr geduldig.

Deshalb wollte ich Dir sagen, lieber "AhhhUser", belaß es nicht dabei, nur zu beten, weil Dir nichts besseres einfällt.
Wenn Dein Freund gerettet wird, dann hast Du es vor allem IHM zu verdanken, die Ärzte und Pfleger arbeiten auch nur so geschickt, weil der allmächtige Gott und Vater von Jesus Christus ihnen den Verstand und das Wissen gegeben hat...und weil er tagtäglich seine Hand darüber hält.

Er ist nicht so fern, wie wir glauben, vor allem dann nicht, wenn´s uns beschissen geht, so wie Dir noch vor kurzem. Das Problem ist unsere Verachtung ihm gegenüber, unsere Ignoranz, unser Hochmut, unsere Eigenschaft, IHN zu verwerfen und alles selbst zu regeln.
Trotzdem ist er wieder da, wenn wir an unsere Grenzen kommen, wenn´s uns wirklich ernst ist. Wir sollten das bedenken, wenn´s uns wieder gut geht!

Ich wünsche Dir und Deinem kranken Freund von Herzen alles Gute und hoffe sehr, daß alles gut wird!

Die folgenden Links kann ich sehr empfehlen! Die ersten beiden sind Video´s. Bitte mit Ton!

http://www.chasing-the-wind.com/video.php

http://www.youtube.com/watch?v=7hxmlUWceHg

http://www.diebibel.de -am besten man fängt beim Evangelium nach Johannes an.

Gruß Axel

Geändert von sailor (26.10.2006 um 15:33 Uhr).
 
 
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99er
Alt 26.10.2006, 19:19   #25
Standard

Hallo zusammen,
vielen Dank für eure Antworten.

@ blade & 20mob: Da könnt ihr Gift drauf nehmen Genau jetzt wird sich zeigen, wer wirklich ein Freund ist und wer nicht. Und ich werde einer sein. Wenn er wieder unter uns ist wird er soviele Sachen erzählt bekommen.. und er wird merken, dass wir wirklich seine Freunde sind!

@ sailor: Erstmal vielen Dank für deinen wirklich sehr emotionalen Beitrag. Hat wirklich sehr viel Spaß gemacht diesen zu lesen!
Jedoch muss ich dich enttäuschen und sagen, dass ich nicht gläubig bin und auch (im Nachhinein wird mir das klar) in keiner Situation auf Gott gehofft habe, wie ich es auch sonst nicht tue. Ich habe einzig und allein an meinen Kumpel geglaubt, und nach dem heutigen Stand wird er wieder okay! Das soll jetzt nicht so rüberkommen dass ich auf die Religion pfeife, ich bin nur nicht der Typ der an Gott etc. glaubt. Ich finde es gut, wenn sich andere Menschen (so wie du) intensiv mit der Situation rund um Religion beschäftigen, doch ich selber halte nichts davon.


An alle: Unsere Freundinnen waren gestern bei ihm. Er ist (natürlich) total abgemagert, was ich mir nicht wirklich vorstellen kann (ich glaube, ich muss mir einen neuen Spitznamen ausdenken, Ailton passt da nicht mehr so ganz )
Er kann sich an alle erinnern und weiß mit jedem was anzufangen. Er redet zwar ein wenig nuschelig, weiß aber ganz genau was er sagen will. Und das hat Hand und Fuß.
A Propos Hand: Durch den Aufprall ist ihm wohl ein Nerv oder so gerissen. Deswegen konnte er seine rechte Hand nicht mehr bewegen. Heute hatte er jedoch eine weitere OP, die das beheben soll. Somit fällt unser Besuch morgen flach
Er konnte schon ein paar Schritte gehen, jedoch hat er, sobald er den Boden berührt, kein Gefühl in seinen Beinen. Das wird sich aber wohl in den nächsten Tagen/Wochen legen.

Im allg. lässt sich sagen, dass er ein neuer Mensch geworden ist. Er hinterfragt alles für sich selber und sagt dann etwas. Wirklich erstaunlich.
Typisch für ihn: Auf die Aussage von unseren Freundinnen, dass er sobald er raus ist einen Döner mit uns isst (), sagte er dass er sowas nicht mehr anfassen will. Er hat es seinen Eltern versprochen

Nächste Woche wird er nach Essen verlegt, um dort mit der Reha zu beginnen.
Sein Leben nimmt neue Konturen an

Nochmals vielen Dank an euch alle, ich werd euch berichten wenns was neues gibt

Lieben Gruß
Martin
 
 
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