Hallo ihrs,
ich hätte da mal ein Problem, mit dem ich nicht mehr klarkomme.
Wie der Titel schon sagt, habe ich seit über einem Jahr absolut keinen Kontakt mehr mit meinem Vater.
Und das setzt mir zu.
Vorgeschichte:
Vor ~12 Jahren haben sich meine Eltern scheiden lassen, es geschah im Streit. Heute können sie sich immernoch nicht leiden. Etwa 11 Jahre lang hat mein Vater keinen Unterhalt gezahlt. Es ging nicht mit rechten Dingen zu, konnte gesetzlich durch eine Lücke aber auch nicht erwirkt werden.
Trotzdem hatte ich ein gutes Verhältnis zu meinem Vater, denn davon, dass er unterhaltspflichtig ist und nicht zahlte wusste ich nichts.
Irgendwann kam mir dann doch so die Erkenntnis und der Kontakt wurde weniger. Ich habe ihn trotzdem noch oft besucht und mich gut mit ihm verstanden.
Auf das Geld konnte ich ihn nie ansprechen, ich kann sowas nicht.
Als er dann seinen Arbeitgeber wechseln musste, sah meine Mutter ihre Chance und stellte über das Jugendamt einen neuen Antrag. Diesmal war mein Vater gezwungen, Unterhalt für meinen Bruder und meine Halbschwester zu zahlen.
Beide minderjährig.
Da er trotzdem nicht so viel verdiente, wurde der Betrag, den man ihm zumuten konnte, verhältnismäßig unter den beiden geteilt. Es war aber noch lange nicht der "normale" Betrag.
Ich bekam davon jedenfalls nichts mit. Meine Mutter eben.
Kurze Zeit später stellte meine Mutter den Antrag auch für mich. Da ich schon volljährig war, musste ich selbst unterschreiben.
Das wusste auch mein Vater, als er das Schreiben in den Händen hielt.
Da fing das ganze an.
Theater.
Die logische Seite: Derselbe Betrag wird nicht mehr durch 2 geteilt, sondern durch 3. Aber so eine Logik juckte ihn nicht. Ich hätte ihn hintergangen.
Ok, es war nicht die beste Art ihm vorher nichts zu sagen bzw ihn mal darauf anzusprechen.
Aber ich kann sowas nicht.
Jetzt kommt das Erbgut ins Spiel: Wir sind beide die reinsten Sturköpfe.
Ich sehe es nicht ein, dass ich mich bei ihm melden sollte, da er sich nicht wie ein Vater verhält... würde ihm etwas an mir liegen, so wäre er interessiert daran, wie es mir geht, was ich mache etc... nichts.
Auf dem Geburtstag meiner Oma habe ich ihn gesehen, er war wie ein Fremder.
Zur Begrüßung gab er mir die Hand.
Ich saß am Esstisch neben ihm (alle Anwesenden wollten, dass wir uns wieder vertragen... aber nur unterschwellig).
Wenn er etwas gereicht haben wollte, fragte er andere. Gab ich ihm doch etwas (ja, Oma

), bedankte er sich nur kurz grimmig murmelnd.
Doch ich musste ihm noch etwas geben, meinen Bafög-Antrag.
Kurz bevor er ging hatte ich die letzte Möglichkeit, also sagte ich ihm, dass er warten solle. Ich holte den Antrag, er ging aber schon zur Tür.
An der Tür sah ich in sein Gesicht und war wieder so fertig, dass ich gerade noch die Worte "Das musst du ausfüllen" heraus brachte.
Nicht gut.
Er schrie mich an er müsse garnichts und knallte die Tür hinter sich zu.
Nachdem meine Tante dann nochmal mit ihm telefoniert hatte, meinte sie zu mir ich solle den Antrag hier lassen, sie gebe ihn ihm.
Und nun liegt der Antrag bei ihm zuhause, vielleicht schon ausgefüllt.
Er ist ja kein Unmensch.
Und seit über einem Monat ringe ich mich durch, ihn anzurufen.
Aber ich kann es nicht.
Jeder Gedanke daran lässt schon meine Stimme versagen.
Vorbeigehen? Niemals. Ich würde es mit dem Auto nicht bis an den Ortsrand packen. Ich würde umdrehen.
Was soll ich tun?
Wäre der Antrag nicht so wichtig, würde ich bisschen Gras über die Sache wachsen lassen und einen Neuanfang versuchen.
Aber so bin ich gezwungen.
Ich weiß garnicht, ob man da Ratschläge geben kann... ich wollte das einfach mal von der Seele geschrieben haben, vielleicht nützt das auch schon.
distressed (<- passt doch -.-)