Um es in einen Satz zu packen: Drogen sind eine Substitution fuer die Gefuehle, die man glaubt sonst nicht in seinem Leben erfahren zu koennen oder auch nur ein Alternativweg, weil es oft einfacher ist bestimme positive Gefuehle ueber eine Droge zu beziehen.
Das
Prinzip vom Gluecklich sein ist tief in uns Menschen und in den meisten Tieren verankert und es ist letztendlich die
einzige Motivation, die all unsere Aktionen steuert (auch wenn Menschen verschiedene Ansaetze waehlen um gluecklich zu sein und dadurch
scheinbar verschiedene Ziele haben). Das Prinzip lautet wenn deine Faehigkeiten zu
Ueberleben und dich
biologisch (bei Menschen auch geistig)
Fortzupflanzen gut sind oder verbessert werden, belohnt dich dein Gehirn dafuer mit Glueckshormonen.
Zitat von mir selbst weils besser in nem Kasten aussieht (z.B. Sport, Gewichteheben, Sex, Lesen um dadurch wichtige Informationen zu erwerben, Nachdenken und auf eine Loesung kommen, Mehr Geld, Mehr Macht, Mehr Einfluss, Mehr soziale Kontakte, Mehr Sicherheit, Gutes Essen, Kinder kriegen und aufziehen, Groesseres Haus, Besserer Status durch den Kauf des neuen Autos, Boobjob um attraktiver auf Maenner zu wirken...)
All diese Dinge sind nuetzlich um unseren Ueberlebens- und Fortpflanzungs"wert" zu erhoehen und deswegen werden wir von unserem Gehirn mit Gluecksgefuehlen dafuer belohnt (genau wie Tiere *anmerk). Ausserdem sind das Eigenschaften, die Menschen attraktiv fuer andere Menschen machen. Entweder weil man mit ihnen erfolgreich Kinder kriegen kann oder weil man sich Freundschaften mit ihnen aufbauen kann und durch Teamwork beiderseits profitiert.
Beispiel: Wenn ihr reiche Freunde habt (reich an Erfahrung, Geld, Status, was auch immer), die euch ohne mit der Wimper zu zucken 1000E leihen wuerden, ist das weitaus besser als jemand der so viele eigene Probleme hat das er garantiert niemals den Arsch hochbekommen wird um einem jemals irgendwie zu helfen.
Das ist auch warum wir Pessimisten eher meiden und Optimisten sowie Leute die immer gut drauf sind mehr schaetzen. Wenn jemand gut drauf ist, ist er letztendlich ja relativ gluecklich und hat vermutlich gute Ueberlebens- und Fortpflanzungs"werte", wodurch es fuer uns von Vorteil waere, mit diesem Menschen eine Freundschaft zu formen.
Wenn deine Chancen zu
Ueberleben und dich
Fortzupflanzen schwinden, wirst du durch schlechte Gefuehle und evtl. sogar Depressionen bestraft. Das alles findet allerdings auf einem subjektiven Masstab statt. Menschen die in unseren Augen vielleicht arm zu sein scheinen koennen durchaus Gluecklich sein, solange sie die beiden grossen Kriterien in dem Masstab, den sie fuer ihr eigenes Leben anlegen, erfolgreich erfuellen und verbessern.
Ich
definiere Drogen schlicht als einen Weg dieses simple Prinzip von
Glueck als Belohnung fuer Erfolg zu umgehen, bei dem Menschen einen Weg finden, die koerperlich erzeugten Gluecksgefuehle durch "Tricks" abzuernten, ohne es wirklich "verdient" zu haben.
Das umfasst Alkohol, Zigaretten, Halluzinogene, aber ebenso Medien wie Internet, Computerspiele, TV sowie Musik. Manche Drogen sind natuerlich harmloser als andere und klug eingesetzt (um z.B. seinen emotionalen Status kurzzeitig auf ein hoeheres Level zu bringen und durch diesen "Boost" echte Erfolge zu erringen) eher nuetzlich als schaedlich.
Ebenso sind manche recht praktisch, wenn es darum geht seinen Fortpflanzungs- und Ueberlebens"wert" zu erhoehen, wie zum Beispiel das relativ einfache Beschaffen von allen erdenklichen wichtigen Informationen ueber das Internert.
Wenn man sich allerdings mal umsieht merkt man, dass wir nach dieser Definition in einer
Gesellschaft leben die geradezu Drogenverseucht ist und wo relativ wenig positive Emotionen "ehrlich" errungen werden. Die allermeisten von uns haben fuer sich einen Weg gefunden, um durch Drogen ihre Laune konstant aufrecht zu erhalten. Aber da es eben alles nur eine Illusion ist und wir das auch irgendwie tief im Inneren zu begreifen scheinen, sind wir ununterbrochen unzufrieden.
Ein Beispiel ist dass ich hier gerade am Rechner sitze mit dem Drang mich euch gegenueber mitzuteilen. Im Prinzip ist das nichts weiter als mein Drang meine
Ideen und einen
Teil meines Geistes zu Vervielfaeltigen. Replikation. Menschliche Gedanken sind ebenso der Evolution und Selektion unterworfen wie biologische Lebewesen und wenn wir hier alle eifrig in unsere Tastatur tippen und im Forum abhaengen, ist das in etwa so als ob wir unsere Gedanken in einem Kolosseum antreten lassen mit der Motivation die eigene durchzusetzen, was recht selten gelingt aber manchmal koennen wir eben doch andere Menschen inspirieren, beeinflussen oder ueberzeugen.
(Ein Weltbild muss sich meiner Meinung daran messen lassen, wie sehr es uns beim Ueberleben und Vervielfaeltigen hilft, denn dieses wird sich letztendlich durchsetzen koennen und weiterentwickeln.)
In Anbetracht der Zeit die ich damit vergaeude hier zu schreiben und in Anbetracht der Tatsache, dass nur recht wenige von euch von dieser Idee inspiriert werden und sie widerum ihrerseits verbreiten, ist es allerdings nuechtern betrachtet ziemliche Zeitverschwaendung meiner Ressourcen. Wahrscheinlicher ist, dass ich vor dem Monitor abhaenge und in ein Forum tippe, weil es einem ziemlich gut das Gefuehl vortaeuscht soziale Kontakte zu pflegen und weil es unsere Gier nach "Social Networking" stillt, waehrend wir uns gleichzeitig durch unsere gegenseitige Anonymitaet relativ wenig Angriffsflaeche bieten. Das ist der Drogenaspekt eines Forums.
Das
Gleiche trifft auf World of Warcraft zu, nur noch etwas staerker und suchterzeugender.
Es gibt allerdings
Loesungen fuer dieses Problem und wer daran interessiert ist ein erfolgreiches Leben zu fuehren, tut gut daran ein bisschen graue Gehirnmasse in diese Thematik zu investieren.
Die Loesungen sind meist recht
simpel aber nicht unbedingt einfach zu erreichen, denn welche Gefuehle man auch immer durch die Drogen bezieht, man kann sie nur dann wirklich erfolgreich ablegen, wenn man sie durch die "reale" Quelle im richtigen Leben
ersetzt.
Wer also WoW spielt tut dies vermutlich aus Gruenden wie diesen:
WoW gibt einem die
Illusion von stetiger "Verbesserung" und Fortschritt im Leben, waehrend man tatsaechlich kein Stueck vorankommt und in Apathie versinkt.
Ebenso
taeuscht es einem "reale" soziale Kontakte und Freundschafen vor, die in der Form gar nicht existieren. Kommt dein reiner Cyberkontakt ohne Gesicht, den du in deiner ICQ-Liste hast, angerannt wenn du ihn anrufst weil die Zeugen Jehovas dein Haus gerade mit Molotovcoctails bewerfen und du dringend Hilfe brauchst? Ich bezweifle das, vielleicht haben solche Kontakte ein
bisschen an Wert, aber gegen ein gutes "reales" Netzwerk von Freunden kackt diese Form von Socializing voll ab.
Die Loesung fuer das Problem von short_cut_babys Freund waere WoW abzuschaffen und die
richtigen Quellen fuer die Gefuehle zu finden, die vorher durch den "Konsum" dieser Droge erzeugt wurden.
Also
richtige soziale Kontakte und Freundschaften knuepfen, seinen Arsch bewegen und
realen Fortschritt im Leben zu erziehen, indem man sich bildet oder vielleicht haerter arbeitet usw.
PS: Ich wuensche allen Lesern viel Erfolg, wenn sie das naechste Mal ihren Drogenkonsum mit dem Cold Turkey approach angehen.
