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Alzheimer

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Blade
Alt 23.08.2004, 08:25   #1
Standard Alzheimer

Hi,

ich beschäftige mich gerade sehr mit dem Alzheimer, weil leider bei meinem Vater diese Krankheit festgestellt wurde.
Ich meine jedem von uns in der Familie ist schon vorher aufgefallen das er sich etwas komisch benimmt (war sehr vergesslich, ratlos oder verwirrt).
Meine Mutter ist zum Glück sehr Fit, hat aber natürlich auch etwas angst vor der Zukunft. Mein Vater ist jetzt 63 Jahre alt und ich finde es einfach sehr früh. Jetzt habe ich so überlegt was man machen und wie man damit am besten umgehend kann. Ich denke es einfach zu akzeptieren und damit zu leben ist wichtig, aber ich möchte meiner Mutter auch gerne helfen.
Dann habe ich mir so den Tagesablauf von meinem Vater angeschaut. Sämtliche Hobbys hat er fallen gelassen. Naja so richtige hatte er nie. Meißtens war es igrendwas am Haus machen oder "werkeln". Er interessiert sich auch sehr für sport... aber nur im TV.
Wenn meine Mutter nicht da ist, schaut er meißtens Fernseh. Ich habe natürlich nicht so den Einblick, weil ich nicht mehr zu Hause wohne, aber es kommt mir so vor. Er ließt auch noch viel denke ich, denn er "sammelt" immer diese Spiegel Zeitschriften.
Das große Problem ist eben das kleine Dinge die außer Plan laufen ihn sehr nervös machen und ihn sehr aufregen. Das beste Beispiel war erst kürzlich.
Ich war im Urlaub und mein Vater wollte bei mir Rasenmähen, weil ich das nicht mehr geschafft habe (naja war auch ein bissel extra, damit er mal rauskommt und was zu tun hat )
Dann hat er seinen Schlüssel bei mir verlegt und hat ihn natürlich gesucht. Er wusste sich nicht mehr helfen und war so aufgeregt das er zu den Nachbarn ging und da Hilfe geholt hat. Naja die Nachbarn kennen uns gut und das war dann auch kein Problem, nur von meiner Nachbarin hörte ich dann das er total am Ende war. Er hatte sich sehr aufgeregt und war sehr verwirrt.
Naja als ich aus dem Urlaub wieder da war, habe ich den Schlüssel schnell wiedergefunden und er war darüber sehr froh, aber so sachen sind schon heftig.
Habt ihr auch "Probleme" mit Alzheimer in der Familie? Würde mich freuen wenn ihr ein paar Tipps habt. Oder wenn wir einfach nur mal drüber reden können.
Hoffe der Text ist nicht zu lang.

Gruss Blade
 
 
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Felicitas
Alt 23.08.2004, 09:50   #2
Standard

hi du.....

mein opa hat auch in dem alter alzheimer bekommen.

schlimm wars als ich vor ihm stand und er meinen vater gefragt hat wer ich bin.

das war gerade für meinen vater hart. die damalige lebensgefährtin von meinem opa ist daraufhin zusammengebrochen. ich war noch zu jung um es ernsthaft zu kapieren und hatte es deswegen locker genommen.

tips kann ich dir nicht geben. ich war fast täglich beim meinem opa und eines tages hat er mich halt nicht mehr erkannt. und wir hatten auch eine sehr enge bindung zueinander.

deswegen weiß ich nicht was man da tun kann.
 
 
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Eisi
Alt 23.08.2004, 12:20   #3
Standard

Ich würde dir gerne helfen oder Tips geben, aber ich weiß0 da auch nich weiter... Ist schon hart und heftig diese Krankheit... Sorry ich weiß einfach auch nich so wirklich was man da machen kann....Kopf hoch das kriegst du schon noch hin
 
 
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Ripper08
Alt 23.08.2004, 14:16   #4
Standard

Ich hatte mal kurzzeitig als ich noch im Altenheim als Pfleger gearbeitet hab eine Frau da, die alles im 2 Minuten-Takt vergessen hat ! Aber wirklich alles, nur an ihren Mann konnte sie sich noch erinnern und hat mich ständig gefragt wo der ist.

Könnt ihr euch vorstellen wie das is, wenn einem dieselbe Frage gute 523 Mal am Tag gestellt wird ?
Ich hab da voll am Rad gedreht, zuerst immer die Standardantwort ''Der is im Krankenhaus und kommt bald wieder zurück'', dann bin ich irgendwann abgedreht... ''Der kommt gerade die Treppe hoch glaube ich !''

Ok, dann geht die zur Treppe und als ich 3 Min später vorbeigehe, fragt sie wer ich bin und warum sie denn hier überhaupt nochmal steht.

Das war echt heftig, einmal war sogar ihr Sohn zu besuch, den sie garnich erkannt hat ! Sie meinte: ''Was, ich hab einen Sohn ? Das kann garnicht sein !''
Der Typ war kurz vor dem Losheulen als ihn seine Mutter nicht mehr erkannt hat...


Die Krankheit is echt schlimm. Irgendwie verliert man dadurch seine Persönlichkeit und kann eigentlich nicht das geringste dagegen tun

MfG, Ripper
 
 
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mephisto
Alt 23.08.2004, 16:17   #5
Standard

ich DENKE (!), dass sich das mit der Zeit für dich entwickeln wird!

meine meinung ist, dass man zunächst eine enorme geduld entwickeln muss .... es wird sich nicht bessern und da ist Abfindung gepaart mit Geduld von nöten!

Behandle ihn weiter wie einen normalen menschen (warum sollte man es auch anders tun?), aber halte ihn von den dingen fern, die ihn nervös machen, bzw ich zu sehr anstrengen!

Gib ihm Spiele, am besten Gedächtnisspiele (Memory), um trotzdem sein gedächtnis weiterhin zu trainieren!

ferner solltest du dich, um wirklich gute informationen zu erhalten, an Foren oder Initiativen wenden! z.B. hier !

mach das mal ...=)
 
 
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Blade
Alt 24.08.2004, 06:53   #6
Standard

Danke für die Antworten.

Klar behandle ich ihn wie einen normalen Menschen. Wenn er mir was erzählt, versuche ich -auch wenn es manchmal schwer fällt- ihm immer auch zu zeigen das ich zu höre, damit er sich auch weiterhin traut was zu erzählen.
An Memory habe ich auch schon gedacht, aber ich habe angst das er enttäuscht wird wenn er es nicht schafft und dadurch nur entmutigt wird. Aber Spiele sind denke ich mal generell nicht schlecht, weil bei jedem Spiel muss man überlegen. Außerdem würde das die Familie nochmal etwas mehr zusammenführen wenn man sich zweimal im Monat alle zu einem Spieleabend trifft.
Danke für den Link, aber das Forum kenne ich schon... Ich glaube ich kenne inzwischen alle Foren dieser Art im Net!
Aufjedenfall werde ich schon dafür sorgen das er mich niemals vergisst. Mich wird er immer wiedererkennen!
 
 
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Filmazoid
Alt 24.08.2004, 13:20   #7
Standard

Er soll Tagebuch führen.
 
 
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Blade
Alt 24.08.2004, 14:00   #8
Standard

Die Idee finde ich echt super! Ist nur die Frage wie ich ihm das beibringe!
 
 
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Chickadee
Alt 24.08.2004, 17:18   #9
Standard

Hmm lernt man jeden Tag neue Leute kennen, hat doch auch so seine Vorteile... Okay, blöder Witz, ich weiß... Sorry

'Ne entfernte Verwandte von mir (glaub Großtante oder sowas) hatte Alzheimer, hab sie nie kennengelernt, weiß nur von meinem Vater, dass die halt andauernd alle nicht mehr kannte. Ist schwer mit umzugehen, aber irgendwie muß man sich wohl damit abfinden... Bei dem eigenen Vater isses sicher noch um einiges heftiger, aber mit dem Alter kommen nun mal solche Sachen... Ich denke, es gibt schlimmere Sachen im Alter, da kann man über Alzheimer noch einigermaßen... "froh" (klingt blöd in dem Zusammenhang) sein.

Das Beste wird sein, mit dem behandelnden Arzt zu reden und sich von da Tipps für einen selbst zum mit umgehen und für Deinen Vater um seinen Alltag zu erleichtern, zu holen. Außerdem solltest Du irgendwie versuchen, ihn so'n bisschen aus seinem Trott zu holen, ihn wieder zu neuen Hobbies zu überreden und sowas. Verkriechen und so ist sicherlich nicht gut.

Alles Gute
 
 
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