Mal wieder die alten Probleme mit unmotivierten Einzelfällen die das Gesamtbild das die breite Öffentlichkeit von Lehrern hat zu unrecht in den Dreck ziehen. Ich denke nicht, dass jemand der keinen Lehrer in seiner Familie bzw. Freundes-, Bekanntenkreis hat macht sich jemals ernsthaft Gedanken über dieses negative Allgemeinbild über Lehrer macht oder gemacht hat. Das Unterrichten an sich stellt nur einen Teil der Tätigkeiten dar, die im Rahmen des zu erfüllenden Bildungsauftrags erfüllt werden müssen - die Teile die man nicht so offensichtlich sieht, fallen gerne mal unter den Tisch. Ich bin der Auffassung, dass Lehrer mit die stressigsten Jobs überhaupt haben - stundenlang, Tag für Tag unmotivierte Schüler mit eingehämmertem Feindbild (Lehrer = faul, viel Freizeit, langweilig) zu motivieren und weiterzubilden. Niemand ders in der freien Wirtschaft mit so einem Fall von gravierender Unrentabilität zu tun hat würde das Konzept in der Form weiterführen.
Meiner Meinung nach wäre es kein fehler, die Schulpflicht in zwei Teilbereiche aufzusplitten. Grundschule bleibt wie sie ist, danach gehts für die motivierten auf eine Art Gymnasium, der Rest der Schüler, deren Motivation direkt gegen den Nullpunkt geht werden in einem Hauptschuläquivalent weiter unterrichtet, damit sie eben ihre Schulpflicht ableisten und dann als Sozialfälle enden. Wer von klein auf eingetrichtert bekommt, dass beruflicher Erfolg alles im leben ist (oder jedenfalls ein relativ großer teil) geht von vorneherein anders an das "Problem" Schule heran. Paradebeispiel Japan: japanische Schüler sind imho keinesfalls intelligenter oder sonstwas als die Kinder hierzulande - die Gesellschaft in Japan orientiert sich an anderen Idealen und dort hätte kein Lehrer oder Schüler auf einer Schule Bestand der nicht wirklich alles gibt. Persönlich finde ich keines der beiden Modelle besonders erstrebenswert; um die motivierten Schüler (früher hätte man sowas fleissig genannt

) davor zu bewahren, durch Querulanten ihren Einstieg ins Berufsleben vermiest zu bekommen, würde ich einfach die von Ex-Bundeskanzler Schröder propagierten Eliteunis zu Elitebildungszentren erweitern. Von der 4. Klasse bis zum Ende des Studiums umfassende Betreuung und ein in sich schlüssiges Konzept des modularen Aufbaus der Bildung und keine "Breite Allgemeinbildung" die keiner der in einem spezialisierten Aufgabenfeld arbeitet braucht - und gut. Das alles kostet Geld - wir müssen uns aber überlegen, dass wir jetzt das Geld dafür hinlegen aber unsere Rente damit sichern könnten.