Ich wurde irgendwann anfang Februar dieses Jahres gemustert... ausgemustert um genau zu sein.
Die lange Geschichte meiner kurzen Musterung:
Scheisse man dieser Tag war eine richtige Erfüllung für mich. Ich hatte ein medizinisches Gutachten, das mir "psychische Störungen und Phobien" bescheinigte und diverse andere Wehwehchen, von denen ich weder davor noch danach gehört habe. Von wem ich diese Gutachten habe ist natürlich Geheimsache, aber mit ein bisschen Recherche wirst du sicher auch einen Arzt (eher eine Ärztin) finden können, der/die den Bund "nicht so toll findet".
Die Ärztin meines Vertrauens hat mir sogar meinen Rücken geröngt und meinte dabei "ja, genau so und jetzt verbieg' dich doch mal dorthin und dahin und spaste hier n bisschen rum..." und auf dem Röntgenfoto -oh Wunder- sah meine Wirbelsäule aus wie ein Bonsaibäumchen.
Quasimodo hätte nichtmal mit einem Buckelwal einen hässlicheren Bastard zeugen können, das Röngenbild war also wirklich übelst unansehnlich...
Der Tag meiner (Aus)musterung war natürlich auch der Höhepunkt meiner bisherigen schauspielerischen Leistungen.
Am Morgen des besagten Tages hatte ich bereits drei Clowns und mindestens einen Forrest Gump gefrühstückt und war schon richtig gespannt drauf, wie ich die Leute dort foppen kann.
Auf jeden Fall habe ich mich näher mit Klaustrophobie befasst (also Platzangst quasi) und habe mir natürlich die besten Storys zu allen möglichen Fragen ausgedacht, z.B. auf die Frage wie ich denn überhaupt hergekommen sei, es sei doch auch im Auto und im Bus so eng usw.
Auf jeden Fall sollte ich -wie erwartet- meine Urinprobe in einem winzigen Raum mit zwei kleinen Pissbecken abgeben. Ich habe mich also regelrecht in die Tür gekrallt, bis die fette Schwester mir abgenommen hat, dass ich wirklich sterben müsste, wenn die mich da reinzwingen würden...
alles andere war nurnoch reine Formsache.
Ich hielt also einige Zeit später ein Formular in Händen, das mir bekräftigte, dass ich von diesen unangenehmen Zeitgenossen nie mehr belästigt werde.
Auf den letzten Schritten in die Freiheit musste ich einen Wartesaal mit einer tief gedrückten Stimmung passieren, doch auf den letzten Metern konnte ich mich nicht mehr beherrschen... mein Gang wurde mit jedem Schritt auftrechter, ich wischte mir den Sabber vom Kinn und ein unförmiger Mund verwandelte sich in das breiteste Grinsen, das man sich vorstellen kann. Einige von den Leutchen im Wartesaal wurden Zeugen dieser spontanen Wunderheilung und begannen laut zu lachen und einer klatschte sogar.
FAZIT: Es gibt Dinge im Leben die kann man nicht kaufen...
und dieser Tag hat definitiv dazugehört... NOCHMAL!
