
26.02.2007, 20:14
# 28 Arbeiten auf einer Ölbohrinsel Hallo,
habe eure Einträge mit Interesse und einem Schmunzeln gelesen.
Einige Dinge waren war, andere waren völlig daneben.
Ich habe bereits einen Termin für ein Vorstellungsgespräch absagen müssen, weil ich leider keinen Urlaub bekommen habe. Dennoch habe ich die erste, auch schwerste Hürde gemeistert.
Angefangen hat das ganze vor ca. einem Jahr mit einer Anzeige über das Arbeiten auf einer Ölplattform in der Tageszeitung, in der das Leben und Arbeiten in einem halbseitigem Artikel beschrieben wurde. Tipps zur Bewerbung und Kontaktadressen inklusive.
Also habe ich nicht lange gezögert und eine Bewerbung geschrieben, übrigens komplett in englisch, was das wichtigste an der Sache ist. Abgesehen von Bohrhilfskräften und Reinigungskräften werden ausschließlich englischsprachige Bewerbungen akzeptiert, alles andere wird zurückgeschickt.
Etwa drei oder vier Wochen später erhielt ich einen Anruf um halb zehn Abends (man mag es kaum glauben, dass der Anruf um diese Zeit aus einem Arbbeitsamt kam!!!). Ich, etwas angetüddelt, wurde in einem perfektem Englisch mit leichtem holländischem Akzent aufgefordert ein wenig über mich zu erzählen. Zu diesem Zeitpunkt war ich der Weltsprache nicht mehr gut geübt und wusste vor lauter Verwunderung nicht, was ich meinem Gesprächspartner erzählen sollte.
Dann einigten wir uns, dass ich ihm von meinen Hobbies erzählte und er fragte mich auch oberflächlich über mein Privatleben, mit dem Hintegrund, ob mein soziales Umfeld mit einem Job auf der Ölplattform vereinbar wäre. Er gab sich dann ziemlich schnell mit meinen sprachlichen Kenntnissen - und auch meinem sozialen Umfeld ;-) - zufrieden und teilte mir mit, dass ich mit meiner Qualifikation (staatl. gepr. Elektrotechniker, Abschluss 1,7, kaum Berufserfahrung als solcher) und sprachlicher Gewandtheit ein sehr interessanter Kandidat sei und würde meine Bewerbung an die entsprechenden Kunden (Ölfirmen) weiterleiten. Es würde aber schon einige Zeit vergehen bis sich jemand meldet.
Zwischenzeitlich habe ich eine gute Arbeit im Kundendienst eines CNC-Maschinenherstellers gefunden, die ir sehr Spaß macht.
Dann wurde ich vergangenen Freitag angerufen. Ich wurde zu einem Vorstellungstermin gebeten, bei dem ich zuerst mit der Vermittlungsgesellschaft spreche und dann einen Tag später direkt dessen Kunden vorgestellt werden sollte.
Leider bekomme ich für den Mittwoch und Donnerstag nicht frei und somit musste ich die Einladung zurückweisen. Dennoch habe ich bei der nächsten Interviewrunde wieder die Möglichkeit einen Gesprächstermin wahrzunehmen. Doch das wird wieder ca. 3 bis 6 Monate dauern.
Zuerst dachte ich anfangs ich hätte keine Chance auf ne Bohrinsel zu kommen Mittlerweile stehe ich eher noch vor der großen Entscheidung, ganz abzusagen oder beim nächsten Termin, wenn ich eine Zusage bekomme bei meinem jetzigen Arbeitgeber zu kündigen. Ich hasse solche Entscheidungen.
Mit meiner Geschichte möchte ich euch nur zeigen, dass es nicht unrealistisch ist, diesen Job zu kriegen, zugegeben nicht ohne sich vorher zwei drei Stunden mit einer englischsprachigen Bewerbung auseinaderzusetzen.
Die Arbeitszeiten sind übrigens gesetzlich geregelt. Esgilt die 16/24 Regel. Heißt: 16 Tage Arbeit am Stück in 12-Stunden-Schichten, danach 24 Tage frei. Verdienst hängt von Qualifikation ab und liegt deutlich über dem Durchschnitt. Natürlich ist es harte Arbeit, jedoch liegt die Begründung des hohen Verdienstes nicht ausschließlich an der Härte der Arbeit, sondern vielmehr an der überdurchnittlichen Gefahr am Arbeitsplatz und die beschränkte Freizeitmöglichkeit. Schließlich könnt ihr ja nicht nach Schichtwechsel einfach mal kurz heimfahren und eurem Hobby nachgehen. Es wird quasi auch eure Anwesenheit bezahlt und nicht nur die Arbeit die verrichtet wird.
Ich für meinen Teil werde jedenfalls die zweite Chance auf ein Bewerbungsgespräch wahrnehmen und mir das mal durch den Kopf gehen lassen.
Letztendlich würde ich zwischen Facharbeiter und Ingenieur eingestuft und bekäme so etwa 3000,- bis 3500,- Euro NETTO (12x3500,- = 42.000 Euro/Jahr NETTO). Und das alles für 144 Tage Arbeit und 216 Freitage im Jahr (gerechnet bei 360 d/a). Was will man mehr???
Wer also ernsthaft in Erwähgung zieht sich dafür zu entscheiden, der kann mich gerne per email zwecks Kontaktadresse kontaktieren. Bitte nur ernstgemeinte emails.
Grüße
Xip |