Nun gibt es nicht viele Länder, die im Nahen Osten andere Staaten überfallen und zurück in die Steinzeit bomben.
Das ist jetzt Ihre Wortwahl. Das Thema Krieg ist ausgiebig diskutiert worden. Das ist keine Frage, die ich jetzt zu bewerten habe. Im übrigen habe ich als Bürger meine Haltung zu dem Thema und freue mich ansonsten auf den Besuch von Herrn Bush.
Das heißt, Sie haben keine Meinung zum Irak-Krieg?
Das habe ich damit nicht zum Ausdruck gebracht.
Sondern?
Das ist eine Entscheidung, die die Vereinigten Staaten von Amerika betrifft und keine Frage, die ich zu bewerten habe. Was wollen Sie denn von mir hören? Ob ich für oder gegen den Krieg bin?
Finde es schon lustig, wie sich der Herr Caffier blamiert. Er wird doch mit solchen Fragen bei dem Thema rechnen, wenn er der jungen welt ein Interview gibt.
Man kann kann es vielleicht souverän finden, wenn man erfolgreich Fragen um die es angeblich nicht geht mit eben dieser Ausrede von sich weist, aber irgendwo ist es auch ein Armutszeugnis.
Es geht schliesslich um Journalismus, und zwar politischen. Die Gesprächsstrategie ist klar, dem in einer Zwickmühle befindlichen Gesprächspartner Eingeständnisse entlocken.
Und es ist toll, dass Herr Caffier als Bürger eine Meinung hat, als Politiker wird er sie sicher auch haben. Noch toller wäre es aber, wenn man - gerade in einem Interview - bereit ist seine Meinung auch zu offenbaren.
Politischer Realismus lässt sich aber schwer mit Aufrichtigkeit verbinden.