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Zwang zu Früherkennungsuntersuchungen- Ist Skepsis berechtigt?

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sailor
Alt 15.02.2007, 23:07   #1
Standard Zwang zu Früherkennungsuntersuchungen- Ist Skepsis berechtigt?

Ich meine ja. Nach meinen Informationen hat sie recht, die Frau Prof. Dr. Mühlhauser. Deshalb halte ich es für richtig, ihr hier etwas mehr Gehör zu verschaffen.
Ich blende zuvor mal einen Auszug aus dem Stern-Artikel ein:

Die Politik plant Sanktionen gegen Patienten, die Früherkennungs-Untersuchungen meiden. Zu Unrecht, sagt Expertin Ingrid Mühlhauser: Vieles sei modernes Schamanentum, womöglich eher schädlich als nützlich....

...Bei den meisten Früherkennungsuntersuchungen weiß man heute nicht genau, ob sie nützlich sind. Dazu richten insbesondere Krebsuntersuchungen bei gesunden Menschen oft mehr Schaden an, als sie nützen, sodass dem Einzelnen zumindest offenstehen muss, sich nach gründlicher Information zu entscheiden, ob er an einer Untersuchung teilnehmen will oder nicht.

Die Untersuchungen schaden?
Ja: Viele erhalten eine Diagnose, die sie ohne Früherkennungsuntersuchungen nie bekommen hätten, eine sogenannte Überdiagnose.

Sie meinen: Wenn der Arzt sagt, man hat Krebs, und es stimmt gar nicht?
Es kann sein, dass man Krebszellen findet, die sich aber niemals bemerkbar machen. Viele Menschen tragen Krebszellen in sich, die nie zum Problem werden....

stern

Geändert von sailor (16.02.2007 um 00:01 Uhr).
 
 
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short_cut_baby
Alt 20.02.2007, 14:15   #2
Standard

ich habe von väterlicher Seits her ein sehr hohes krebsrisiko. ich muss einmal im jahr zur krebsvorsorge und mir wurden kritische Melanome schon entfernt.
Ich denke es ist quatsch da nachzugeiern, dass die leute eine früherkennungsuntersuchung machen lassen sollen.

Aber unsre Familie macht alle 5 Jahre eine Komeplttuterscuhung mit bluttest etc um zu gucken wie die werte aussehen etc.
Aber n zwang zu untersuchung? unsinn.... ich denke auch, dass oftmal überdiagnostiziert wird. kenne einen fall, da wurde ein junge wegen einer vermintlichen leukämie jahrelang bestrahlt, der mann ist arbeitsunfähig und verkrüppelt und hat tieirische schmerzen, in wirklichkeit hat es sich um eine leichte entzündung der lymphknoten gehandelt. toll.

Aber ich denke mal alle paar jahre ein komplettcheck is okay
 
 
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hackvresse
Alt 20.02.2007, 14:48   #3
Standard

Kann diesem Artikel nur beipflichten.
Besonders treffend folgende aussage:


"Ich glaube, dass sich da archaische Rituale widerspiegeln. Ganz viel in unserer modernen Medizin heute ist Voodoo. Wir denken, wir seien besonders aufgeklärt, weil Medizin im Operationssaal abläuft und die Ärzte nicht bemalt sind und mit Federn da stehen, sondern in grünen Gewändern. Aber letztlich ist vieles modernes Schamanentum."

Besser kann mans wohl nicht formulieren..

Aber ich denke mal alle paar jahre ein komplettcheck is okay
Das ist aber für gewöhnlich was man unter Früherkennung versteht. Also sprich doch nicht dagegen wenn du eigentlich dafür bist
 
 
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baedr
Alt 21.02.2007, 13:13   #4
Standard

<Ironie>"Gesund sein" bedeutet "nicht genug untersucht sein" </Ironie>
Ich finde da wird oft übertrieben.Mittlerweile sind wir doch schon soweit, dass wir von unserem Gesundheitswahn krank werden, Allergien bekommen, Toleranzen entwickeln, Leberschäden bekommen etc...
 
 
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short_cut_baby
Alt 21.02.2007, 13:31   #5
Standard

Das ist aber für gewöhnlich was man unter Früherkennung versteht. Also sprich doch nicht dagegen wenn du eigentlich dafür bist
Naja ich kenn leute, die rennen 10 mal im Jahr zu hundert Ärzten-ohnw wirklichen Grund, nur weil sie schiss haben, dass sie was haben können.

Manche Untersuchungen muss ich auch machen, um z.B. die Pille zu bekommen. 2 mal im Jahr von der Frauenärztin untersuchen lassen. Sollte ich das nicht machen, bekomme ich das Rezept nicht mehr und muss mir die Pille aus eigener Tasche bezahlen, muss ja nicht sein. noch nicht, bin bald 18, dann schon.

3 Mal im Jahr zum Hautarzt wegen Krebsvorsorge, rennen aber jede Woche ins Sonnenstudio. Oder eimal im monat zum Frauenarzt, weil sie ein bisschen weh-weh haben und gleich denken, dass sie krabs haben oder so.
Lassen sich auch jedes Jahr gegen Grippe etc Impfen und so weiter.

Wir haben da von unsrer Krankenkasse so n schönes Ding, nennt sich "bonusheft". Wenn man eben da alle so und so Jahre die Untersuchungen macht, werden viele behandlungen zum Teil oder voll bezahlt, also auf jedenfall mit Zuschüssen der Krankenkassen.
 
 
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reyals
Alt 21.02.2007, 19:31   #6
Standard

Ach gott, wie viele komische Vorsorgeuntersuchungen habe ich über mich ergehen lassen? Hat es ein Arzt gemerkt, dass mit meiner Milz etwas nicht stimmt? Nö.
Da muss man schon aus den Latschen kippen und dann suchen sie wer weiß was. Ich zählemal meine Liste auf:
-Leukämie
-Malaria
-sämtliche Viren und Bakterien
-andere Blutkrankheiten außer Leukämie
-sonstige Krebserkrankungen
-bla
-bla

Ich bin zu keiner dämlichen Vorsorgeuntersuchung mehr zu kriegen.
Bringt doch nix. Und dann liegt da einer halbtot rum, kotzt sich die Seele aus dem Leib und sie haben keine Ahnung was es ist, weil es ja nur 15000 Menschen in Deutschland besitzen.
Es war auch so unauffällig.

Ich finds in Ordnung, wenn man alle 5 Jahre mal hingeht, mal alles durchcheckt aber ich war nach einem Jahr monatlicher Vorsorgeuntersuchungen schon ziemlich angepisst.

Ich finde, es wird übertrieben. Ich habe Mütter kennengelernt, die am Tag 5 Stunden (!) Staubsaugen und ständig neue Putztücher verwenden, weil ja sonst irgendwo Bakterien sind und das ist dann ja nicht so schön mit dem Kind und so...
Und dann hat das Kind letztenendes fünf Allergien und Asthma.

Meine Kinder werden immer schön im Schlamm spielen und im Alter von drei Jahren mit Haustierchen konfrontiert.
Nee, echt.

Und ich finde es schwachsinnig andauernd zum Arzt zu rennen, weil ja irgendwie irgendwann irgendwass irgendwo passieren könnte.
 
 
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*Sunshine*
Alt 22.02.2007, 08:48   #7
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Das mit diesen Untersuchungen ist Kritisch einzuschätzen.
Ich sage es mal so, wäre ich zu einer untersuchung nicht gegangen wäre is bei mir, ja gegessen.

Ich hatte Gebärmutterkrebs im 3 Stadion was der Artzt feststellte, und musste dann alle 3 monate zu erneuten untersuchung.
Ich habe den ganzen mist ohne Bestrahlungen und was weiß ich nicht überstanden.

Und bin Froh zu dieser Untersuchung gegangen zu sein.
Und werde diese nun auch immer Regelmäßig einhalten, wenn man schon betroffen war, denkt man ehrlich anderst darüber.
Vorher habe ich mir auch immer gesagt , warum soll bei mir sowas kommen.

Aber jeder sollte selber bestimmen können ob er zu einer Untersuchung geht.
Sie haben nicht das recht, den Leuten nun auch noch ihre Entscheidungen ab zu nehmen !

Geändert von *Sunshine* (22.02.2007 um 09:03 Uhr).
 
 
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sailor
Alt 22.02.2007, 16:04   #8
Standard

Aber jeder sollte selber bestimmen können ob er zu einer Untersuchung geht.
Sie haben nicht das recht, den Leuten nun auch noch ihre Entscheidungen ab zu nehmen !
Richtig. Vor allem wird man quasi gezwungen. Und es sollte bemerkt werden: Frau Mühlhauser argumentiert nicht generell gegen eine Vorsorgeuntersuchung, sondern stellt fest, daß sie noch nicht ausreichend ausgereift sind und es deshalb im Frühstadium! (Stadium 0-1) zu Fehldiagnosen mit den entsprechenden Folgen kommen kann. Ab frühestens Stadium 1 (Tumor bis 2cm ohne Lymphknotenbefall) könnte etwa Brustkrebs auch per Tastbefund festgestellt werden. Im Fall eines solchen Tastbefundes ist eine nähere Untersuchung natürlich sinnvoll.
http://www.mammakarzinom-info.de/fra...einteilung.asp
Ich persönlich halte die Mammographie (Röntgenuntersuchung der gequetschten Brust) jedenfalls für fragwürdig, da dort nachweislich nicht nur Tumore als Stellen höherer Gewebsdichte abgebildet werden, sondern etwa auch Kalkeinlagerungen und gutartige Geschwülste. Gleichzeitig aber wird die Brust schmerzhaft gequetscht und mit radioaktiver Strahlung (wenn auch niedriger als früher) beaufschlagt.

Eine andere Sache ist die Dickdarmuntersuchung etwa bei Männern:
Es wird ein zentimeterdicker Endoskopschlauch unter starken Beruhigungsmitteln dem mehr oder weniger schlafenden Patienten in den Anus eingeführt. Das alles präventiv und als Zwang zu machen, finde ich ehlich gesagt eine ziemlich krasse Entblößung und ein unverschämter Eingriff in die Privatspäre und den Intimbereich des Menschen.

Dabei ist zu bemerken, daß ballaststoffarme Ernährung (Faserstoffe aus Obst und Gemüse) und weiteren Inhaltsstoffen aus Obst und Gemüse wie etwa Vitamine, etwa durch Verlängerung der Darmpassagezeiten und Vitaminunterversorgung das Darmkrebsrisiko erhöhen.
Rauchen und übermässiger Alkoholkonsum, aber auch jede andere gesundheitsschädliche Lebensweise steigern es weiter, in dem sie beispielsweise das Immunsystem schwächen, welches auch für die Krebsabwehr zuständig ist.

An dieser Stelle (die wirklich präventiv wäre) wird nicht oder nicht ausreichend von den Krankenkassen angesetzt, die Vorsorgeuntersuchungen aber (die nur das schon entstandene Übel erkennen sollen, also sozusagen bei den Zweigen und nicht bei der Wurzel ansetzen) werden verpflichtend.
 
 
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Felicitas
Alt 24.02.2007, 17:21   #9
Standard

Zitat von sailor
Ich persönlich halte die Mammographie (Röntgenuntersuchung der gequetschten Brust) jedenfalls für fragwürdig, da dort nachweislich nicht nur Tumore als Stellen höherer Gewebsdichte abgebildet werden, sondern etwa auch Kalkeinlagerungen und gutartige Geschwülste. Gleichzeitig aber wird die Brust schmerzhaft gequetscht und mit radioaktiver Strahlung (wenn auch niedriger als früher) beaufschlagt.

aloa, lass das mal der frau ihr problem sein. ich hab noch keine heulend aus dem raum kommen sehen nach dem röntgen weils soooooo schmerzhaft war Oo. - die weibliche brust hält einiges aus...

und wie willst du wissen ob ein geschwulst gutartig ist wenn du es nicht erst mal siehst? ohne sehen keine weitere untersuchung zum feststellen ob gut oder bösartig.

wenn ich das richtig verstanden habe, ist der grundtenor aber folgender:

frauen und männer, die sich nicht regelmäßig vorsorglich untersuchen lassen, handeln vorsätzlich und können damit später die krankenkassen/das gesundheitssystem weitaus mehr belasten, als frauen und männer, die eventualitäten im frühstadium erkannt und behandelt haben.

ansonsten: wieder mal viel tamtam und panikmache. niemand wird dich zwingen vorsorgeuntersuchungen zu machen, genauso wenig wie dich jmd zwingt zum zahnarzt zu gehen. aber so wie wir spätere ansprüche auf zahnersatz verlieren wenn wir heute nicht nachweislich x/jahr beim zahnarzt waren, so soll frau/mann, wenn ich den artikel recht verstehe, ansprüche auf extra/zusatz was auch immer leistungen verlieren wenn sie sich nicht frühzeitig vorsorglich untersuchen lässt.
 
 
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short_cut_baby
Alt 25.02.2007, 21:26   #10
Standard

Ich finde, es wird übertrieben. Ich habe Mütter kennengelernt, die am Tag 5 Stunden (!) Staubsaugen und ständig neue Putztücher verwenden, weil ja sonst irgendwo Bakterien sind und das ist dann ja nicht so schön mit dem Kind und so...
Und dann hat das Kind letztenendes fünf Allergien und Asthma.
Richtig weil der Körper keine Abwehrkräfte entwickeln kann.

Nee wir machen nur so Sachen wie Gewicht, Blutwerte und des wars. Und ich eben 1 mal im Jahr Krebsvorsorge.

Aber zwingen zu Vorsorge-unsinn -_- soll jeder machen was er will, wenn er dann was schlimmes hat, dann eben pech. wenn ich mal irgend nen schmodder hab und es nicht hundert mal im jahr vorher untersuchen lassen hab, mein pech, ende. ich sehs nit ein 10 mal im jahr wohin zu rennen. unsinn.
 
 
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