Also wenn du sagen würdest, was für ne OP bei dir stattfinden soll, könnte man natürlich auch schätzen, wann du in etwa nach Hause kannst. Von der Narkose hängt es jedenfalls nicht ab, wenn du ansonsten keine schweren chronischen Krankheiten hast (Herz- oder Lungenprobleme).
Der ungefähre Ablauf wird wie folgt sein:
Am Abend vor der OP wirst du wahrscheinlich ein leichtes Beruhigungsmittel bekommen, damit du zum einen gut schläfst und zum andern am nächsten Tag noch ein bisschen ruhiger bist... es nimmt die Nervosität ein wenig. Am Tag der OP wirst du dann nichts essen dürfen, wenn du vormittags oder mittags aufm Plan stehst. Wenn nachmittags, gibt es evtl ein kleines Frühstück. Rauchen ist ebenso tabu, Trinken wenn überhaupt nur ne Kleinigkeit. Ausserdem wird dir ein OP-Hemd gegeben, welches du gegen deine gesamte Kleidung eintauschen darfst. Du liegst also bis aufs Hemd nackt im Bett.
Wenn du dann an der Reihe bist, wirst du samt Bett in die Schleuse gefahren. Dort wirst du mithilfe eines Tisches mit beweglicher Oberfläche seitlich von deinem Bett auf den OP-Tisch gefahren. Sowohl Schleusentisch als auch OP-Tisch sind meist beheizt, aber nicht in jedem KH. Wirst du dann schon merken

. Deine Decke wird dir zwar geklaut, aber mit etwas Glück bekommst du ne Wolldecke als Ersatz.
Weiter gehts in den Vorbereitungsraum, wo ne Blutdruckmanschette, ein EKG und ein Pulsoxymeter (das Ding, welches aufm Finger steckt) angeschlossen werden. Ausserdem gibts nen intravenösen Zugang - meist aufm Handrücken. Alle weiteren Vorbereitungen kriegst du nicht mit. Irgendwann kommt dann der Anästhesist, stellt sich hinter das Kopfende, fragt dich, wies dir geht, beruhigt dich ggf etwas, und fängt an, dir ne kleine Geschichte zu erzählen, wovon du träumen sollst. "Blabla, deine Augen werden langsam schwer, du schläfst friedlich ein, liegst am Strand in der Sonne mit Palmen um dich herum, blabla"... sowas in der Art. Währenddessen spritzt dir jemand das Narkosemittel, und du merkst, dass dein ganzer Körper tatsächlich schweeer wird... so ähnlich wie inner Badewanne, wenn du drin liegenbleibst, während das Wasser rausläuft *g*. Gleichzeitig hält dir der Anästhesist eine Beatmungsmaske vor die Nase, aus der Sauerstoff kommt.
Erst wenn du im Tiefschlaf bist (das wird kontrolliert), kriegst du das Muskelrelaxans, dh du bekommst deinen eigenen Atemstillstand nicht mehr mit. Mit o.g. Maske wirst du noch so ca 30 Sekunden lang beatmet, während das Relaxans zur vollen Wirkung kommt, und dann intubiert der Anästhesist dich. Auf dem Weg in den eigentlich OP-Saal beatmet dich noch jemand, bis du dann endgültig an alle Gerätschaften im OP (inkl Beatmungsgerät) angeschlossen wirst.
Wie du dann weiter vorbereitet wirst, hängt von der Art der OP ab, aber die Narkose wird natürlich ständig weiterhin überwacht, dh du bekommst nochmal gelegentlich Nachschub an Schmerzmittel und Narkosemittel. Wenn der Anästhesist wirklich richtig gut ist, wachst du pünktlich eine Minute nach Ende der OP noch im OP-Saal auf, ansonsten erst irgendwann im Aufwachraum. Erinnern wirst du dich aber so oder so eigentlich nur an den Aufwachraum, wo dir noch ein kleiner schmerzbekämpfender Medikamentencocktail als Infusion verabreicht wird

. An das Rausziehen des Tubus wirst du dich jedenfalls nicht erinnern. Ein Krächzen danach wird alles sein, was dir davon "erhalten" bleibt.
Wichtig ist im Grunde nur eine Sache von deiner Seite aus: Wenn dir kalt ist, sag es... wenn du Schmerzen nach der OP hast, sag es. Und zwar beides sofort (natürlich freundlich

). Man wird sich in aller Regel bemühen, da irgendwelche Abhilfe zu schaffen, und niemand wird beleidigt oder sonstwas sein. Im Aufwachraum hat das Personal selbst auch ein bisschen Handlungsspielraum, was zusätzliche Schmerzmittel angeht, aber die brauchen ggf eine Weile, um tatsächlich zu wirken.
Im grossen und ganzen brauchste dir jedenfalls keine Sorgen zu machen, alles von dem ich eben so erzählte ist totale Routine und passiert täglich zigmal. In diesem Sinne... alles Gute für deine OP!
Edit @reyals: Sinn der Schlaftabletten am Abend vorher isses auch nicht, dass du bis zur OP durchschläfst. Dass du erst 10 Minuten vorher aufgewacht bist, ist purer Zufall und bestenfalls dumm gelaufen. Das ist wie gesagt nur ein schwaches Beruhigungsmittel.