Ich habe mir diesen Artikel
http://gin.uibk.ac.at/thema/sportund...abspecken.html gerade noch mal vollständig durchgelesen. Er ist gut, kann aber falsch interpretiert werden von jemandem, der sich mit der Materie nicht gut auskennt.
Gleich die erste Kernaussage lautet:
[FONT=Arial][FONT=Arial]Das einzig entscheidende Kriterium für eine Reduktion des Körperfettanteils ist eine negative Energiebilanz[/FONT][/FONT]
Das schlägt im Gehirn des Lesers ein wie eine Bombe und lässt ihn folgenden, ganz entscheidenden Zusatz übersehen:
[FONT=Arial][FONT=Arial]Es ist es allemal sinnvoller, da zweckmäßiger, die negative E-Bilanz so zu erklären: “Kalorienverbrauch höher als Kalorienzufuhr“ (anstatt “Kalorienzufuhr geringer als Kalorienverbrauch“)[/FONT][/FONT]
Es ist nicht nur sinnvoller und zweckmäßiger, ich würde viel weiter gehen und behaupten, es ist
dringend, eine negative Energiebilanz durch höheren Verbrauch anzustreben und nicht durch geringere Zufuhr.
Sonst passiert folgendes (wie schon in vorigen Beiträgen erklärt):
[FONT=Arial]Eine reine Kalorienrestriktion ohne gleichzeitige körperliche Aktivität würde langfristig nur zu einem Absinken des Grundumsatzes und einem Abbau von Muskelmasse führen (der den GU weiter reduziert) und damit eine Körperfettreduktion auf Dauer immer schwieriger werden lassen (Fastenkuren, “crash“- Diäten). [/FONT]
[FONT=Arial]Nur eine maßvolle negative E-Bilanz macht Sinn.[/FONT]
Mit "maßvoll" ist genau das gemeint, was ich schon gesagt habe: Auf keinen Fall hungern, sondern den Verlust der Kohlenhydrate ausgleichen.
Obwohl der Artikel gut ist, kann man viele Kritikpunkte ansetzen, weil der Autor zwar richtig, aber nicht differenziert genug argumentiert und viele bedeutende Aspekte einfach unterschlägt, was möglicherweise damit zusammenhängt, dass er das Ausdauer- und Krafttraining einzig unter dem Aspekt des Abnehmens betrachtet. Von einer Förderung des Herz-Kreislaufsystems durch Ausdauertraining ist zum Beispiel keine Rede. Dabei sind Herz-Kreislauferkrankungen die mit Abstand häufigsten Todesursachen in Deutschland (und auch in anderen Industrieländern). Krafttraining hat im Gegensatz zum Ausdauertraining keine oder nur sehr geringe Verbesserungen des Herz-kreislaufsystems zur Folge. Keine Rede davon. Keine Rede auch davon, dass hohe Trainingsintensitäten nicht von jedem Sporteinsteiger geleistet werden können. Natürlich verbrennt man mehr Fett bei einem Puls von 150 als bei 130. Viele Menschen werden aber mit einem Puls von 150 keine 20 Minuten trainieren können, bei 130 dagegen viel länger. In diesem Fall wäre letzteres also effektiver für das Abnehmen. Es kommt eben nicht nur auf die Intensität, sondern auch auf die Dauer an und aus diesen zwei Faktoren ergeben sich ganz unterschiedliche Konstellationen für einen maximalen Energieverbrauch. Das wird meiner Ansicht nach nicht deutlich genug.
Deshalb immer kritisch bleiben, auch wenn das Wissen von vermeintlichen Experten vermittelt wird.