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Hilfe!! Bulimie :(

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virginia22
Alt 18.02.2006, 18:42   #1
Standard Hilfe!! Bulimie :(

Hallo, ich habe ein großes Problem. Bin gestern draufgekommen, daß eine Freundin von mir an Bulimie leidet. Sie aß eigentlich nie viel und man sah ihr in letzter Zeit auch an dass es ihr nicht unbedingt gut geht, doch keiner aus dem Freundeskreis hat sich Gedanken gemacht. Gestern waren wir Pizzaessen und ich hab sie ertappt wie sie nachher alles wieder raufgekotzt hat. Hab sie drauf angesprochen, zuerst stritt sie alles ab, aber dann gab sie es doch zu. Sie meinte, sie könnte jederzeit damit aufhören und ich soll mir keine Sorgen machen, aber ich glaube ihr nicht.
Wie könnte ich ihr denn helfen? Wir machen uns nämlich alle sorgen um ihre gesundheit...
 
 
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FrozenSmile
Alt 19.02.2006, 06:37   #2
Standard

Ich kenn Dich nicht, ich kein Deine Freundin nicht - aber wenn sie ein gescheites Elternhaus hat, wärs sinnig, einfach mal mit den Eltern zu reden.
Bulimie ist in den meisten Fällen ein starkes Anzeichen für psychische Probleme. Bedeutet für die meisten den Gang zum Psychologen.
Das mit dem "jederzeit aufhören können" ist wie mit dem Rauchen. Theoretisch kann man immer aufhören. Praktisch tuns nur wenige.

Ich muss aber sagen, dass ich über so Themen ungern öffentlich rede, aber um Dir wirklich helfen zu können, müsste ich mehr Details wissen und ggf. meine eigene Story dazu erzählen, was ich aber wie gesagt hier nicht möchte. Zum Beispiel wärs sehr interessant zu wissen, wie alt ihr überhaupt seid. Wenn Du möchtest, kannst Du mir gerne eine PM schicken - vielleicht kann ich Dir helfen, zumindest hatte ich selbst schon mal sonen Fall im engsten Freundeskreis.
 
 
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Lexa
Alt 19.02.2006, 13:25   #3
Standard

Es kann nur dem geholfen werden, dem geholfen werden will. :-( Versuch mal den Grund raus zu bekommen warum es so ist. Hat sie das schon länger?
 
 
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FrozenSmile
Alt 19.02.2006, 16:10   #4
Standard

Lexa, ich tippe mal, dass diese Fragestunde unter Freunden nicht funktionieren wird. Die wenigsten Bulimiekranken sind bereit, über ihr Problem zu reden und ich behaupte mal, dass man als Nicht-Gleichaltriger da sogar bessere Chancen als Gesprächspartner hat. Kenne aus direktem Bekanntenkreis 3 Leute, die unter dieser Krankheit gelitten haben - 2 davon haben mit Freunden da garnicht drüber geredet und im Endeffekt erst durch ihren neuen Freund (jeweils deutlich älter) den "Absprung" geschafft. Die 3 hatte das Glück, gute und intelligente Eltern zu haben, die da sensibel genug mit umgegangen sind, um sie zu ner Therapie zu bewegen.

Ich denke bei der Sache mit dem Freundeskreis ist das sone Art "schmaler Grad" - ich hab mir das zu der Zeit, als diese 3 Leute da in der Kacke hingen, selbst gefragt, wer mir wohl am liebsten wäre als Kommunikationspartner für so ein Thema. Ich persönlich hätte meinen Freunden in dem Alter (16-17) nicht weit genug vertraut und ihnen auch nicht die Reife zugesprochen, mir bei diesem Problem selbst zu helfen. In dem Fall würd ich auch angepisst reagieren, wenn mich einer von denen darauf ansprechen würde (Was wisst denn ihr?)
Auf der anderen Seite könnte ich mir aber vorstellen, dass manche Menschen da auch ein großes Redebedürfnis haben. Da wäre dann ansprechen gut. Aber: Ich denke doch, dass, wer wirklich ein Redebedürfnis hat, tendenziell eher dazu geneigt wäre, das Thema aus eigenem Antrieb ins Gespräch zu bringen. Halte diese Möglichkeit also eeeher für unwahrscheinlich.


Da das Ganze ein bisschen ist, wie eine tickende Bombe zu entschärfen (jaja, verzeiht mir den Vergleich, ihr engstirniges Pack ), also jede falsche Herangehensweise an das Mädel dazu führen kann, dass sie sich zusätzlich zu ihrer Bulimie auch noch von ihren Freunden isoliert (womit sie nicht die erste wäre), ist es ganz wichtig, da lange drüber nachzudenken und nicht unüberlegt zu handeln.

Geändert von FrozenSmile (19.02.2006 um 16:16 Uhr).
 
 
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virginia22
Alt 21.02.2006, 04:46   #5
Standard

Ich weiß nicht ob sie das schon länger hat, sie wollte ja auch nicht wirklich viel erzählen. Sie bat mich nur darum ihren freund nichts davon zu sagen...es ging ihr in letzter zeit allgemein nicht gut, das wusste eigentlich der ganze freundeskreis. zu dem alter: sie ist 18 und somit die jüngste in unserer clique...wir wissen nicht ob es so gescheit wäre ihre eltern zu informieren, die sind nämlich ziemlich streng und ich glaube kaum dass die verständnis dafür hätten
 
 
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MiKe
Alt 21.02.2006, 09:20   #6
Standard

lieber ärger von den eltern bekommen, als der gesundheit auf ewig schaden zuzufügen oder schlimmeres!
 
 
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weltretter
Alt 21.02.2006, 10:16   #7
Standard

selbst wenn das verhältis zu ihren eltern gut wäre, bin ich unsicher, ob die helfen könnten...
 
 
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xoey
Alt 21.02.2006, 13:27   #8
Standard

du musst auf jeden fall versuchen, an sie heran zu kommen, das ist wichtig. ich denke, du kennst sie ganz gut und weißt, wie du das vielleicht am besten kannst. als erstes muss sie selbst erkennen, dass sie ein problem hat.
ich kenne auch welche, die das getan haben, um aufmerksamkeit zu bekommen, quasi ein hilfeschrei, dass sie auch noch da ist!
ist natürlich sehr schwer das alles zu beurteilen, einfach meine ersten gedanken dazu.
 
 
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Lupus Silvanus
Alt 21.02.2006, 15:26   #9
Standard

Red lieber erstmal mit ihr, nicht mit ihren Eltern.
Und schau dabei dass du ihr Vertrauen gewinnst. Also sie muss fühlen dass du Interesse dran hast ihr zu helfen.
Du sagst sie hätt erstmal alles abgestritten: sie fühlt sich logischerweise gar nicht wohl in ihrer Haut. Wichtig ist dass sie checkt dass es dir wichtig ist und es nicht in der Clique breittrittst oder so was.
 
 
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madita
Alt 20.04.2006, 11:49   #10
Standard

hätte nicht gedacht, dass ich so schnell damit rausrücken würde, aber ich hab selbst bulimie. seit fast 10 jahren. das lezte, was ich je wollte, was leute, die mich bedrängen. weder zum essen, noch zum nicht essen, und schon gar nicht zum reden. weil die meisten da mit so zeug wie "die medien/das schönheitsideal sind schuld" oder mit pseudo-klugen ratschlägen zum thema ernährung ankamen. was ich mir immer gewünscht habe war leute, die mich so nehmen wie ich bin, egal wie es mit dem essen aussieht. wo ich weiss, wenn es mir richtig schlecht geht, kann ich anrufen.
was das man-kann-ja-immer-aufhören betrifft, das ist ein irrtum. ich schätze, deine freundin leidet noch nicht zu lang daran. (nur eine vermutung)denn der wunsch aufzuhören entsteht erst dann, wenn man sich dieser sucht bewusst wird, also der tatsache, dass man nicht mehr aufhören kann, obwohl man will. bulimie ist also nicht die tolle lösung, als die sie im ersten moment erscheint.
tja, was kannst du tun. so blöd es klingt: nichts. jedenfalls nicht, solange sie es nicht selbst will. ihr hilfe aufdrängen hat nur zur folge, dass sie sich weiter isoliert, du frustriert bist und dich abwendest, sie sich noch weiter isoliert usw. also, wie gesagt, vielleicht bietest du ihr an, dass sie dich anrufen kann, wenn sie reden will. auch wenn's nicht um die essstörung geht. sie wird nicht heute oder morgen anrufen, aber sie weiss, dass da wer ist, wenn sie mal hilfe braucht.

soviel von mir.
 
 
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Sivar
Alt 20.04.2006, 12:31   #11
Standard

Ich würde nicht versuchen, ihr bei der Überwindung der Bulimie zu helfen, aber ich würde ihr zur Selbsterkenntnis verhelfen. Wahrscheinlich weiss sie selbst, dass es nicht ganz einfach ist, damit aufzuhören (auch wenn sie sagt, sie könnte jederzeit), aber ich denke, man kann soweit gehen, ihr ihre Situation klarzumachen, und sie dabei nicht zu verurteilen. Jeder hat schliesslich eigene Wege, mit psychischen Problemen umzugehen.

Behandel sie defensiv und wie jemanden, der ein Problem hat, nicht als wäre sie dumm. Vergleich ihre Bulimie mit einer Abhängigkeit (zB rauchen), in die man aus psychischen Problemen heraus gelangt, und stell dabei nicht den Anspruch, von ihren Problemen erzählt zu bekommen.

Zeig ihr ihre Perspektiven auf, wenn sie sich nicht mit ihrer Bulimie helfen lässt, bevor sich die Sucht verselbstständigt (damit meine ich, dass man sie ausübt, obwohl man schon lange vergessen hat, wieso man damit angefangen hatte). Sie soll verstandesmäßig erkennen, dass sie in einer Abwärtsspirale ist, und ihre Bulimie ihre Probleme vergrößert statt zu lindern. Sie wird dann trotzdem weitermachen, aber sie wird nach und nach auf den Gedanken kommen, dass sie doch ohne fremde Hilfe nicht herauskommt.

Hilfe zur Selbsthilfe kann man denke ich geben, helfen lassen muss sie sich am Ende schon selber. Du kannst ihr vielleicht Tipps geben, wie man aus der Bulimie herauskommen könnte - Erfahrungsberichte gibt es ja wahrscheinlich wie Sand am Meer, wenn man danach googelt - dann kann sie sich entscheiden, was sie unternimmt.

Übrigens halte ich Bulimie für ein Problem, was durch mangelndes Selbstwertgefühl verursacht wird, also Gefühl der Wertlosigkeit, Hass gegen sich selbst, etc... also wäre es deine Aufgabe als Freundin, ihr zu vermitteln, dass sie als Person dir viel bedeutet, und dass ihre "Existenz" ansich Wert hat.

Die Bulimie wird nicht verschwinden, solange sie an ihrer Wertigkeit zweifelt, also versuch gar nicht erst, ihr Ernährungstipps zu geben oder sie zum Essen zu überreden. Einem Depressiven hilft man auch nicht viel, indem man ihn überredet ohne Grund zu lachen.

Sorry, dass alles ein bisschen durcheinander ist, ich hab einfach nacheinander alles aufgeschrieben, was mir gerade einfiel!
 
 
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