Zitat von somebody
hallo agakhan,
da du ja echt viel erfahrung mit h hast, würd ich dich gerne mal was fragen.
ich habe noch nie h genommen, aber mein vater hat auch schon so ca. 15 jahre hinter sich. er hat mit 19, 20 angefangen, mit mitte 20 einen entzug gemacht und war dann 16 jahre clean. (wie meine mutter, sie haben zusammen den entzug gemacht u dann eine Familie gegründet.)
vor 10 jahren ist sie dann gestorben und seitdem ist er regelmäßig wieder drauf inklusive kalter entzüge alle paar monate.
ich dachte, er wär jetzt endgültig mit dem thema durch, aber er hat schon wieder angefangen. das spiel hört einfach nicht auf. er war seit 15 jahren nicht mehr beim arzt und ist auch absolut weder dorthin noch zu einem "Psycho-typen" zu bekommen.
er will auch kein methadon, weil das das problem nicht löst -womit er an sich ja recht hat.
aber irgendwas muss man doch tun können?!! ich hab schon bei ner ambulanten therapie-stelle angerufen, (stationär kommt wegen der arbeit nicht in frage), und er war bereit mitzugehen, hat jetzt aber einen rückzieher gemacht. er sagt, er habe das mit der Ambulanten schon durch und das würde nicht funktionieren und er wolle zwar von der sucht weg, aber das sei unmöglich. vielleicht kennst du ja leute, die es geschafft haben??! und wie?! und kann ich was tun? ohne arzt? wenn sich damit jmd. auskennt, dann doch bestimmt sowieso eher ein (ex-)junkie als ein arzt.
wäre dir für eine antwort sehr dankbar.
Hallo somebody!
Ich selber habe zwar keine praktischen Erfahrungen mit Heroin, aber habe dennoch ein paar Dinge zu sagen, die für dich von Nutzen sein können.
Zu allererst einmal gibt es (leider) keine allgemeingültigen Rezepte, die Entzügen und dem darauffolgendem "cleanen" Leben Erfolg garantieren. Grundlage allerdings ist es, dass der Konsument
selbst einsieht, dass es so nicht weitergeht und das es von nun an ohne Drogen weitergehen muss/kann.
Das mit deiner Mutter ist tragisch und mehr als offensichtlich der Auslöser für deinen Vater gewesen erneut Heroin zu konsumieren. Das Erlebnis auf andere Weise zu verarbeiten und darüber hinweg zu kommen war/ist ein Ansatz für einen erfolgreichen Entzug.
konsumiert dein Vater i. v.? Warum entzieht er immer wieder - reine Toleranzsenkung? Darf ich nach dem Konsummuster deines Vaters fragen?
Du sprichst von Arbeit, die ihm vom stationären Entzug abhält - Dein Vater unterliegt also nicht dem Verfall, sozialen Ausgrenzung, etc. der den Konsum stark abhängig machender Drogen so oft begleitet?
Das Methadon -nicht- das Suchtproblem löst sollte auf der Hand liegen, aber dass es die Situation eines Abhängigen nicht zu verbessern vermag ist schlicht falsch.
Substitutionsmittel (z.B. Methadon) führen aus der Illegalität heraus und so aus evtl. Beschaffungskriminalität, Menschen gewinnen Abstand zur "Szene" (wichtiger Aspekt in der Bewältigung des Lebens ohne "seine" Droge) und stabilisiert den Zustand der Patienten. Methadon euphorisiert nicht so stark wie Heroin und damit ist man alltagstauglicher.
Verstehe ich es richtig, dass dein Vater nun seit bereits 10 Jahren drauf ist? Der körperliche Entzug wird für ihn wesentlich weniger schwierig sein als das Leben ohne Heroin. Hierfür bedarf es schon starker Willenskraft oder alternativer Bewältigungsstrategien. Substitution ist eine davon.
Dein Vater könnte langsam runterdosieren und entgeht so gleich auch einem erneuten körperlichen Entzug. Wie die aktuelle Lage der Substitutionsprogramme ist weiss ich nicht, da wird dir ein Substitutionsarzt weiterhelfen können, aber es ist Grundsätzlich möglich auch auf unbegrenzte Zeit ein Substitut zu beziehen.
Wenn dein Vater sagt er
könne nciht von der Sucht weg, obwohl er Willens dazu ist, dann lügt er. Finde heraus wie sehr bereit er dazu ist sein Leben ohne Heroin zu bestreiten. Mach ihm klar, dass er durch das Heroin am Ende
alles verlieren wird. Auch dich!