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Extreme Schreckhaftigkeit

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nonsurvivor
Alt 25.08.2007, 01:21   #1
Standard Extreme Schreckhaftigkeit

Folgendes Problem: Seit ner Weile bin ich übermäßig schreckhaft. Zunächst hab ich mir darüber nicht weiter Gedanken gemacht, aber die Schrecksituationen häufen sich im Moment und da kommt man schon ins Grübeln, ob das vielleicht einen medizinischen oder psychologischen Hintergrund haben könnte.

Zuerst wars noch relativ harmlos, ich bin halt mal bei nem Film erschrocken zusammengezuckt (wobei ich keine Horrorstreifen oder sowas gucke, da reicht schon ein simpler Überraschungsmoment in nem >normalen< bis actionreichen Film aus, um mich zu erwischen^^) oder ähnliches. Ich hab aber das Gefühl, dass sich das mit der Zeit irgendwie gesteigert hat. Und zwar insofern, dass ich mittlerweile in den normalsten Situation vor Schreck zusammenfahre. Zum Beispiel wenn in einem Gespräch ne längere Pause entsteht und dann unerwartet gesprochen wird () oder wenn hier mal ne Tür etwas zu laut zu fällt. Nur so Kleinigkeiten, die mir früher nicht mal aufgefallen sind. Und das passiert wirklich auffällig oft in letzter Zeit.

Ich war durchaus schon immer schreckhaft, aber im Moment nimmt das irgendwie ein bisschen Überhand.

Meine Frage an euch: Gings jemanden schonmal ähnlich? Und gibts irgendwelche Tricks und Kniffe, wie man sich selbst ein bisschen in - ich nenns jetzt mal - Standhaftigkeit und Sicherheit üben kann?
 
 
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PowerWapiti
Alt 25.08.2007, 01:28   #2
Standard

mir gings zum Glück noch nie so.. bei mir könnte man in nem leisen Raum Teller auf den Boden schmeisen und es würde mir nichts "ausmachen" .

hatten in der Schule früher aber mal eine, die hat sich bei jeder Kleinigkeit voll erschrocken ^^

Meine Mutter ist aber auch etwas so.. heute z.B. fällt beim Einkaufsband eine Flasche um und sie: HÜÜÜAARGH erschreckt voll xD
 
 
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Imorah
Alt 25.08.2007, 01:57   #3
Standard

Schon...
Ich bin des öfteren bei Türen zu knallen erschreckt, bei plötzlichen lauten Geräuschen usw.
Ich zuck heute immernoch ab und zu. Stören tut es mich nich unbedingt.
Bei mir könnte es allerdings an der Psyche liegen. Ich weiß ja nicht wie's bei dir ausschaut.
 
 
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baedr
Alt 25.08.2007, 02:07   #4
Standard

Ich hab das auch ab und zu bei absolut unpassenden gelegenheiten, also bei Computerspielen z.B. dabei ist es egal, ob die entsprechende situation schon tausendmal aufgetreten ist, und ich mich nicht erschrocken hab... aber dann fährt mir bei irgendnem Autorenn-spiel ein Computergegner hinten drauf, und mich reißts ungefähr, dass alles zuspät ist, und ich fast den Controller irgendwo hinwerfe... oder wenn ich mir nen Horrorfilm ansehe... an den entscheidenden stellen erschreck ich mich meistens gar nicht... aber dann kommt wieder n szenenwechsel mit lautem hintergrundgeräusch, welcher etwas unerwartet auftritt, und ich erschreck mich wieder extrem... wie als ob mein gehirn alle paar wochen entscheiden würde, dass es mal wieder zeit ist, dass ich mich erschrecken soll... Juckt mich aber auch nicht besonders, weils nicht sehr oft passiert... Wenn ich ehrlich bin, glaub ich aber nicht, dass man da selbst was dagegen machen kann... Solange dein Leben nicht negativ davon beeinträchtigt wird, würd ich auch nicht zu nem Nervenarzt rennen. Vielleicht bist du manchmal nicht richtig bei der Sache, oder "träumst"... dann könntest du es mal mit regelmäßiger Meditation oder so probieren.
 
 
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Bodo
Alt 25.08.2007, 02:11   #5
Standard

Könnte das Drogen bedingte Paranoia sein?
Ich kenn sowas aus meinen schlimmen Drogenzeiten aber wenn man eh bischen leicht reizbar is muss es ja nichmal sein dass man fiese harte Drogen nimmt. Kiffst du in letzter Zeit viel oder nimmst sonstwas?
 
 
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Sivar
Alt 25.08.2007, 02:16   #6
Standard

Also mir würden spontan zwei mögliche Ursachen einfallen.

Die eine wäre, dass jemand dazu neigt zu erwarten, dass etwas Schlimmes passiert, bzw sich allgemein bedroht fühlt, und zu schwach, sich dagegen zu wehren. Das würde also Richtung Angst und Hilflosigkeit gehen, wobei die Angst natürlich dann unbegründet wäre.

Die zweite Sache wäre tatsächlich so ein Tagträumen, wie baedr es schon ansprach. Wer mit seinen Gedanken ganz woanders ist - möglicherweise, weil ihn/sie etwas beschäftigt (bewusst oder unbewusst), aber die Gedanken nicht beiseite schieben kann -, der erschreckt sich natürlich, wenn er durch Geräusche oder auffällige Ereignisse in die Realität zurückgeholt wird.

Kannst ja in beide Richtungen mal "forschen"... vielleicht gibt es da ja etwas Unverarbeitetes, was übrigens nicht Schlimmes sein muss, was noch abgehakt werden will.
 
 
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nonsurvivor
Alt 25.08.2007, 02:34   #7
Standard

Mit dieser Tagträumesache könnte ich mich schon identifizieren. Bin im Moment tatsächlich nicht immer ganz da und es spielt sich innerlich mehr ab, als nach außen durchdringt. Vielleicht sollte ich da mal ein bisschen aufräumen.

Zitat von Bodo
Könnte das Drogen bedingte Paranoia sein?
Ich kenn sowas aus meinen schlimmen Drogenzeiten aber wenn man eh bischen leicht reizbar is muss es ja nichmal sein dass man fiese harte Drogen nimmt. Kiffst du in letzter Zeit viel oder nimmst sonstwas?
Naja, hab jetzt ein paar Tage Urlaub gemacht und da durchaus öfter mal gekifft. Aber so im Alltag passiert das eher dosiert, höchstens einmal im Monat.
 
 
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Cobain
Alt 25.08.2007, 08:19   #8
Standard

Also ich würd einfach mal sagen lass das Kiffen weg und schau was passiert, auch wenns von allen Kiffern herabgespielt wird muss man eindeutig sagen dass Kiffen irgendwann die Psyche angreift und auch psychische Störungen zur Folge haben kann, dass was du hast nennt man dann glaube ich nen Hänger Hab ich leider bei Freunden schon des öfteren erlebt...

Ansonsten kann ich von mir sagen dass ich extrem schreckhaft bin wenn ich zu wenig oder garnicht geschlafen hab.
 
 
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Reh
Alt 25.08.2007, 11:21   #9
Standard

Die Betroffenen sagen immer so zurückhaltend "könnte etwas mit meiner Psyche zu tun haben".
Die Psyche umfasst alle bewussten und unbewussten gedanklichen Vorgänge, positive wie negative.
Ich frage mal anders herum: welche Ursache könnt ihr euch vorstellen, die nichts mit der Psyche zu tun hat?
 
 
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reyals
Alt 25.08.2007, 12:33   #10
Standard

also ich bin ein extrem schreckhafter mensch... allerdings weiß ich auch ziemlich genau, welche dinge ganz besonders schlimm sind:

-laute geräusche: ich bin schon wegen nem krankenwagen, der neben mir die sirene angestellt hat in eine hecke gesprungen und das nicht nur einmal.
-zugfahren: wirklich, ich weiß ganz genau, wenn mir ein zug entgegenkommt und an mir vorbeirauscht, während ich in einer Bahn sitze, dass ich meinem sitznachbar fast an den hals springe vor schreck.
kann in einer fahrt 10 mal passieren, auch wenn ich ganz genau weiß, gleich kommt wieder ein zug.
-angefasst werden: werde ich unerwartet an der schulter angefasst oder sowas, kann ich schonmal nen meter wegspringen
-veranstaltungen: plötzliche lautsprecherdurchsagen, ins stadion geh ich ohnein nicht, ich brech bei jedem tor in panik aus, weil die musik spielen...
-das mit den sprechpausen kenn ich auch, wenns irgendwie leise ist und plötzlich ein geräusch...
-filme: ein plötzlicher szenenwechsel reicht manchmal schon.

ach, da gibt es etliches, womit man mich schocken kann...
das mit dem zugfahren ist besonders schlimm... es gibt tage, da kratzt es mich nicht, da fährt son ding an mir vorbei und gut, es gibt auch tage, da kratzt es mich bei der hinfahrt nicht und bei der rückfahrt bin ich dann völlig alle, weil mich jeder vorbeifahrende zug in absolute panik versetzt und dann gibt es tage, da setz ich mich garnicht erst in die bahn, weil ich mich schon erschrecke, weil ein radfahrer hinter mir klingelt...

solang es dich nicht so erwischt wie mich katrin..
 
 
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nonsurvivor
Alt 25.08.2007, 12:34   #11
Standard

Zitat von Reh
Ich frage mal anders herum: welche Ursache könnt ihr euch vorstellen, die nichts mit der Psyche zu tun hat?
Ich könnte mir vorstellen, dass da auch körperliche Dinge mit reinspielen. Ich für meinen Teil war beispielsweise die letzten Monate oft krank, ich bin von einer Krankheit in die nächste gestürzt. Als ich mich dann irgendwann im Krankenhaus wiedergefunden habe, war das natürlich nicht so prickelnd. Und da war ich vor lauter Medikamenten die ganze Zeit ziemlich benommen und hab u.a. auch ein bisschen halluziniert, also Menschen und Dinge im Raum gesehen, die garnicht da waren. Als die Medis abgesetzt wurden, ist das direkt wieder verschwunden.

Will sagen: Dass vielleicht auch ein körperlicher/medizinischer Zusammenhang besteht, könnte doch durchaus möglich sein. Ganz simpel gesagt könnte theoretisch doch schon eine Kausalfolge von >körperliche Schwäche bringt psychische Schwäche< ne Erklärung sein.

@reyals: Hm, das ist schon krass. War das denn schon immer so bei dir oder hat sich das mit der Zeit entwickelt?
 
 
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reyals
Alt 25.08.2007, 12:52   #12
Standard

das merkwürdige daran ist, dass ich sonst der gelassenste mensch der welt bin. ich hab keine angst vor spinnen, kann ohne jeglichen ekel in die scheiße greifen, habe keine prüfungsangst etc. pp
ich werde oft als gelassener mensch betitelt aber die oben aufgezählten dinge lassen mich am rad drehen...
wenns irgendwo laut ist geht garnix mehr, ich renne nur noch panisch durch die gegend, es braucht drei menschen um mich festzuhalten (so gehabt im stadion beim handballspiel, auf etlichen messen und konzerten)
das angefasst werden ist auch schlimm... es braucht immer ne voranmeldung, meine freunde wissen das, die sagen dann, achtung du hast da nen käfer im haar, ich mach den da mal weg oder sowas, dann ist auch alles okay...

woher das alles kommt weiß ich nicht. es war einfach da.
ich weiß nicht, was passieren würde, wenn ich drogen nehmen würde, wahrscheinlich würd ich an nem herzinfarkt sterben, weil jemand buh gesagt hat...

krankenwagen habe ich schonimmer gehasst, als ich klein war hab ich bei jedem krankenwagen angefangen zu weinen...hachja..
 
 
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Reh
Alt 25.08.2007, 13:11   #13
Standard

Erschrecken ist ein psychischer Vorgang. Das Gehirn bekommt Informationen zugespielt und wertet sie als eine Bedrohung. Daraus resultiert ein Schrecken, der uns in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, damit wir effektiver kämpfen oder fliehen können. Ein uralter unbewusster Schutzmechanismus.
Wenn man sich zu sehr fürchtet, also irrational, dann ist dieser Schutzmechanismus gestört und reagiert zu sensibel. Wenn man rausfindet, was zu dieser Übersensibilisierung führt, kann man das beheben.

Wenn das Nervensystem physisch gestört ist, z.B. durch Drogen oder genetische Defekte, dann kann es passieren, dass Nervenzellen fehlerhaft aktiviert werden. Die Kausalkette physische Störung -> psychische Störung ist durchaus möglich. Mindestens genauso häufig ist die umgekehrte Kausalkette, also psychische Schwäche -> physische Störung und dieser Zusammenhang wird häufig nicht akzeptiert und verleugnet.

Schreckhaftigkeit bleibt ein psychischer Vorgang, egal ob von der Psyche selbst oder von physischen Fehlern ausgelöst. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Psyche für die Schreckhaftigkeit verantwortlich ist, ist ungleich größer im Vergleich zu physischen Ursachen. Es bietet sich daher an, zunächst die Psyche nach Ursachen zu durchforsten und das nicht nur als unwahrscheinliche Möglichkeit abzutun und lieber erst überall anderes nach Gründen zu suchen.
 
 
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hesse
Alt 25.08.2007, 13:32   #14
Standard

Gude Reh!
Danke für die ausfuehrliche Aufklärung. Mich würde jedoch interessieren woher du so sicher und fehlerfrei die menschliche Psysche erklären kannst. Hast du in diesem Bereich promoviert? Bedenkt man den selbstbewussten Text, so muss man ja von ausgehen das du Recht hast. Schade nur, sollten die Fakten die du präsentierst nicht zutreffen und keiner erkennt, dass dies nur Worte eines Fachlaiens sind.
 
 
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Reh
Alt 25.08.2007, 15:41   #15
Standard

Ich interessiere mich dafür und informiere mich darüber, im Studium und in der Freizeit. Alles was ich erzähle, lässt sich in öffentlich zugänglichen Quellen wie Zeitschriften und Büchern nachprüfen.

Ihr sollt mir keinesfalls blind glauben, nur weil sich mein Text flüssig liest oder glaubwürdig wirkt. Seid kritisch, hinterfragt den Wahrheitsgehalt meiner und aller übriger Behauptungen, informiert euch aus anderen Quellen. Ich beanspruche für mich keine Fehlerfreiheit, seht es als Ansporn, immer auch das eigene Gehirn zu benutzen.
Man sollte nie blind glauben oder blind abstreiten. Immer kritisch bleiben, nur so entwickeln wir uns wirklich voran.
 
 
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hesse
Alt 25.08.2007, 16:26   #16
Standard

Gude Reh!
Sollte es sich als Vorwurf lesen was ich geschrieben hab entschuldige ich mich dafür. Ich wollte nur festhalten, dass du einen doch sehr eingenommen Schreibstil pflegst und man dementsprechend schon differenzieren sollte, dass du ebenfalls lediglich informiert bist, keinesfalls aber praktisch im Bilde bist.
 
 
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Reh
Alt 25.08.2007, 16:51   #17
Standard

Ich fühle mich nicht beleidigt und meine es ernst damit, dass ihr hinterfragen sollt.
Was ist der Unterschied zwischen "lediglich informiert" und "praktisch im Bilde"?
 
 
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Sivar
Alt 25.08.2007, 18:23   #18
Standard

Nun, das könnte man natürlich auch ausdehnen in die Richtung, ob die "schulmedizinische" Psychologie überhaupt in der Lage ist, den Menschen zu beschreiben, oder ob sie lediglich versucht, die Psyche des Menschen zu sezieren und bestimmten Zuständen bestimmte Namen zu geben, anstatt ganzheitlich vorzugehen. Aber das würde natürlich viel zuweit abschweifen. Reh ist sicherlich gut informiert, was den wissenschaftlichen Stand der Dinge betrifft.

Teilweise sagt einem der gesunde Menschenverstand ja auch dasselbe, zB beim Erschrecken. Wie man es auch dreht und wendet, es ist und bleibt ja eine Form der Angst bzw des Sich-bedroht-Fühlens, egal wie irrational die Schrecksituationen sind. Inwieweit nun Psyche und Körper sich wechselseitig beeinflussen, darüber herrscht ja sogar quer durch alle Wissenschaften Uneinigkeit.

Ich persönlich bin der Meinung, dass letztendlich alles aus der Psyche kommt und sich dann auf den Körper überträgt. Das muss keinesfalls bedeuten, dass eine Störung im medizinischen Sinne vorliegt, sondern eine Krankheit kann durchaus Sinn machen, indem sie die Aufmerksamkeit eines Menschen zB auf Dinge lenkt, die er sonst vernachlässigt hat... oder indem sie Menschen näher zusammenbringt (um nur zwei simple Beispiele zu nennen). Oft sind die Zusammenhänge sogar so offensichtlich, dass schon Sprichworte dazu existieren, oder man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht.

Ich gehe zB auch davon aus, dass dir (nonsurvivor) die Gründe deines Erschreckens total einleuchtend sind, wenn du erstmal dahintergestiegen bist, und dass du dich dann fragst, warum du nicht früher drauf gekommen bist . Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man ein wenig in sich hineinhorcht, möglicherweise auch mit unkonventionellen Ansätzen. Soll heissen, dass man versucht, wie ein total unwissendes Kind zu denken, sich mit einiger Distanz zu betrachten, und dann Sachen in Betracht zieht, die man sich vielleicht garnicht so gerne eingesteht, oder auf die man unter normalen Umständen garnicht gekommen wäre.

Es muss nicht unbedingt immer ein Kindheitstrauma sein (wie es die Schulpsychologie wohl teilweise gerne hätte *g*), sondern manchmal ist die Wahrheit viel einfacher. Leider ist das gleichzeitig sone Sache, wo Aussenstehende kaum helfen können, weil sie die betreffende Person kaum kennen.
 
 
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hesse
Alt 25.08.2007, 18:47   #19
Standard

Zitat von Sivar
Nun, das könnte man natürlich auch ausdehnen in die Richtung, ob die "schulmedizinische" Psychologie überhaupt in der Lage ist, den Menschen zu beschreiben, oder ob sie lediglich versucht, die Psyche des Menschen zu sezieren und bestimmten Zuständen bestimmte Namen zu geben, anstatt ganzheitlich vorzugehen.
mhhh...nee, sowas von gar net.

Was ist der Unterschied zwischen "lediglich informiert" und "praktisch im Bilde"?
Damit meinte ich eine Person die im praktischen Sinne damit zu tun hat. Somit beruflich oder sogar promoviert hat in einem solchen Fachbereich. Dies geht meines erachtens über das reine theoretische angelesene Fachgeplänkel weit hinaus. Tut mir leid, war etwas unklar dahingeschludert von mir.
 
 
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Reh
Alt 25.08.2007, 20:00   #20
Standard

Zitat von hesse
Damit meinte ich eine Person die im praktischen Sinne damit zu tun hat. Somit beruflich oder sogar promoviert hat in einem solchen Fachbereich. Dies geht meines erachtens über das reine theoretische angelesene Fachgeplänkel weit hinaus. Tut mir leid, war etwas unklar dahingeschludert von mir.
Ich weiss ja nicht wie du es machst, aber ich habe täglich in äußerst praktischem Sinne mit Psychologie zu tun. Privat und beruflich. Es gibt nichts alltäglicheres als die Psychologie und dennoch glauben viele, das sei etwas besonderes. Man darf sich nicht davon einschüchtern lassen, dass Psychologie Gegenstand der Wissenschaft ist.
 
 
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hesse
Alt 25.08.2007, 23:04   #21
Standard

ehhh...ja, nee au das net!
 
 
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Felicitas
Alt 26.08.2007, 00:49   #22
Standard

tja lieber reh, fein hastes gemacht. erschrecken hat was mit der psyche zu tun. mach sachen. darauf wäre jeder 14-jährige teenie gekommen, aber du schaffst es das so wunderbar zu verpacken als wäre es die neuigkeit schlechthin.

@nonsurvivor:
natürlich hat reh recht und es lässt sich auf diesen wunderschönen begriff psyche zurückführen. darauf bist du aber selber schon gekommen. und was soll es auch anderes sein? erschrecken ist ein teil der wahrnehmung, der bei manchen menschen grundsätzlich, bei anderen temporär eben mal mehr mal weniger sensibel vorhanden ist.

auch gebe ich sivar recht, wenn er meint, dass die ursachen dafür nicht in der fernen vergangenheit liegen müssen. können, müssen aber nicht. das herauszufinden liegt an dir. allerdings widerspreche ich siv, wenn er meint das außenstehende kaum helfen können. letztendlich hängt das von deiner persönlichkeit ab wie zugänglich du für hilfe von außen bist. manch einem bringt es etwas, manch einem nicht. was ich aber glaube ist, dass dir niemand eine konkrete ursache benennen können wird, sondern dich auf der suche danach unterstützen kann.

ein psychiater würde bei auffälligem erschrecken von angststörung/en reden. nun keine angst, ich will dich nicht zum psychiater schicken, erschrecken ist wohl noch eine der harmlosesten symptome von angststörungen. das wort angststörung ist so selbsterklärend wie irreführend, ist es doch sehr schwammig. ein psychiater würde dir an der stelle einen psychologen empfehlen, der dir bei der suche nach den ursachen, bzw. auf dem weg dahin helfen würde.

aber anfangen kannst du damit eigentlich allein. ich will keinen zeitraum festsetzen, irgendwan spürt man in sich drin wann man nicht mehr weiter kommt. aber vermutlich wirst die ursachen selber finden.

anstatt jetzt aber wild loszuspekulieren, mach es wie in mathe. erinnerst dich so an die mittelstufe? da musste man bei textaufgaben immer aufschreiben was gegeben und was gesucht ist und mit welchen einheiten man arbeiten will. im prinzip funktioniert so jede suche. auch die suche nach psychischen ursachen. du schaust was gegeben ist. schreib vllt die situationen auf in denen du dich erschreckst und wovor. so eine art erschreck-tagebuch. vielleicht wirst du dich im laufe des prozesses an das erste mal erinnern. wann du dich das erste mal in situation x erschrocken hast. vllt siehst du dann bilder vor dir und auf einmal liegt die erklärung auf der hand.

menschen gehen unterschiedlich mit situationen um in denen sie sich erschreckt haben. da gibt es die, die sich daran zurückerinnern und denken "halt stop. in der situation warst du schon mal. du hast dich erschreckt und am ende ist eigentlich nichts passiert". andere wiederrum neigen dazu zu denken "erschrecken ist eine warnung. ein schutzmechanismus. wenn das letzte mal in der situation nichts passiert ist, kann vllt heute etwas passieren". vernünftiger und gesünder ist vermutlich der erste weg, der zweite lässt einen irgendwann hypersensibel werden, schließlich geht man ja an eine bestimmte situation von vornherein mit dem gedanken ran "ich werde mich erschrecken". manche menschen erschrecken sich wenn jmd vor ihnen steht der sagt "ich werde dich jetzt erschrecken" und dann "buh" macht. man mag schmunzel, aber sowas gibt es. erschrecken ist meiner meinung nach auf ängste zurückzuführen. deswegen wirds wohl von profis als angststörung bezeichnet . letztendlich dient aber erschrecken auch dazu zu warnen. aber auch da reagieren menschen unterschiedlich. während die eine laut anfängt zu kreischen und was weiß ich, zum beispiel losrennt, bleibt der nächste wie versteinert stehen. ersteres liegt sicher darin begründet, dass dieser mensch instinktiv seine umwelt auf sich aufmerksam machen will, fliehen will, hilfe will.

nur vorweg, das ist nichts was ich in tollen zeitschriften oder büchern gelesen habe die ach so wissenschaftlich daherkommen. das ist mein halbwegs gesunder menschenverstand. und es ist ein ehrliches aufrichtiges interesse an menschen die mit diversen fachbegriffen versehen wurden.

wenn man anfangen wöllte, ernsthaft über eine psychische störung nachzudenken, ist es mit "angststörung" nicht getan. angststörungen kommen selten allein, oftmals steckt da viel mehr dahinter. und manches will man besser gar nicht wissen.

von daher, JETZT damit anfangen sich aktiv damit auseinander zu setzen. setz dich aber nicht unter druck. auf manche fragen bekommt man erst antwort wenn man sich längere zeit beobachtet. bei mancher textaufgabe bekommt man die lösung erst, wenn man teillösungen richtig zusammen setzt. kennst du das? du sitzt vor einer mathe oder phsyik hausaufgabe und kommst einfach nicht weiter. irgendwann donnerst du das buch in die ecke. und abends unter der dusche, wenn du gedanklich gar nicht mehr bei mathe bist, da kommt dir die eine idee wie du die aufgabe lösen kannst.

das ist auch wie ein puzzle. puzzelst du gern? du kennst das bild, weil es auf der verpackung abgedruckt ist. die einzelnen teile kennst du erst, wenn du sie dir angesehen hast und das bild bekommst du wieder wenn du sie zusammengefügt hast. solche analogien können helfen wenn man mal keinen nerv mehr hat, endlich antworten will. schaff dir analogien die dir liegen. vllt bist du ja kein mathe- oder puzzle fan .

aber in allererster linie bist du mensch, mit all deinen ganz eigenen persönlichen erfahrungen und erlebnissen. egal welchen stempel (welche diagnose) dir ein facharzt aufdrücken würde. dieser stempel ist ein resultat. ursachen dafür sind tinte und irgendwas geschnitzes vllt. vllt aber auch etwas geätztes. kennst du radierungen? tampondruck? so unterschiedlich die druckverfahren (die ursachen, die individuen) sind, so ist das ergebnis ein druckbild.

hm, viel gefaselt. aber eigentlich will ich dir nur mut machen. mut zum einen dir selbst zu helfen, zum anderen aber auch, zu gegebener zeit und wie gesagt, das wirst du in dir spüren, hilfe von einem dritten anzunehmen.
 
 
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Sivar
Alt 26.08.2007, 11:49   #23
Standard

Zitat von Feli
allerdings widerspreche ich siv, wenn er meint das außenstehende kaum helfen können.
Öhm ja, ich meinte das natürlich so, dass man als Aussenstehender höchstens ein bisschen Anleitung geben und Wege aufzeigen kann, wie das Problem angegangen werden könnte. Was die Ursachenforschung betrifft, wissen aber oft Familie und Freunde nichtmal genug über einen Menschen, um bei der aktiven Verarbeitung zu helfen. Gerade übers Internet kann man eigentlich nur ins Blaue raten und hoffen, dass was Vernünftiges und Hilfreiches dabei ist. Aber man sollte sich halt nicht zu sehr auf konkrete Vorschläge verlassen, weil - wenn sie daneben liegen - eher schaden als nützlich sind.

Aus dem Grund halte ich meine Antworten auch sehr allgemein (so wie du ja übrigens auch ). Bin aber auch sehr zuversichtlich, dass du (nonsurvivor) das alleine hinbekommst! Erschrecken hat natürlich erstmal nen positiven Sinn und Hintergrund, von daher würde es wohl Sinn machen, es erstmal "dankbar anzunehmen" und sich dann erst Gedanken zu machen, wie man es in eine natürlichere Bahn lenken kann. Ausserdem ist Erschrecken ja jetzt auch nicht so dramatisch, so dass man sich ruhig alle Zeit der Welt geben kann .
 
 
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nonsurvivor
Alt 26.08.2007, 13:25   #24
Standard

Ja, es ist auch nicht so, als säße ich hier wie das letzte Wrack und käm mit meinem Leben nicht mehr klar . Mir ist das nur in letzter Zeit vermehrt aufgefallen.

Was mir aber aufgefallen ist, als ich eure Posts gelesen habe, ist, dass ich im Moment kaum die Zeit habe, so sehr in mich zu gehen, dass ich da vielleicht was finde, was raus, verändert oder aufgearbeitet werden muss. Aber die werd ich mir jetzt nehmen. Muss einfach.

Denn es nervt mich, so zu sein. Es ist halt doch anstrengend, wenn man jedesmal vor Schreck zusammenfährt, wenn jemand den Raum betritt .
 
 
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Sivar
Alt 26.08.2007, 21:18   #25
Standard

Vielleicht brauchst du auch einfach nur ne Schocktherapie. Wo wohnst du nochmal?
 
 
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