Also ich hab zwar selber nicht in der Transfusionsmedizin gearbeitet, aber meines Wissenstandes nach ist das mittlerweile sehr sicher. Ist ja alles gesetzlich geregelt, sogar so Sachen wie maximale Entnahmedauer oder die genauen Pufferzusammensetzungen stehen im Gesetz...
Bereits bei der Spende wird auf die gängigsten Krankheiten getestet und ein Blutbild erstellt. Sachen wie Infektionen des Spenders fallen dann sofort auf, auch aktuelle Infekte (Grippe z.b)
Natürlich kann man nie ausschließen (wenn du Plasma bekommst und nicht nur ne EK) dass jetzt z.b. ein heftiger Allergiker spendet obwohl er es nicht sollte und die transfundierten Antikörper und T-Zellen dann eine Reaktion auslösen , wie auch immer die aussieht. Aber das ist auch echt unwahrscheinlich.
Es werden ja mittlerweile Spenden auch erst freigegeben nachdem man in 3 Monaten nochmal da wa um evntl. Neuinfektionen zu erkennen.
Alles in allem ist das mittlerweile (nicht so vor 20 Jahren, klar) - sehr sicher
Ach und um nochmal auf diesen Artikel einzugehen:
„Wenn man sich in der Situation befindet, ohne die Möglichkeit einer Transfusion operieren zu müssen, wird man dazu neigen, bessere Arbeit zu leisten. Man ist dann mehr darauf bedacht, jedes blutende Gefäß abzuklemmen.“
Das ist echt lachhaft. Obwohl Chirurgen schon oft ziemliche Pfosten sind wird sich keiner Denken "ach wir haben ja genug EKs, lass ich den mal etwas Bluten und leg ne andere CD ein, die Arterie kann ich ja nachher abklemmen".
Blutende Gefäße sind immer #1 Priorität, da wird nicht sauberer oder sorgfältiger gearbeitet nur weil keine EKs zur Verfügung stehen.
Oftmals kann eine einfache Kochsalzlösung, die Laktat-Ringer-Lösung oder Dextran als Plasmavolumenexpander verwendet werden, und diese stehen in fast allen modernen Krankenhäusern zur Verfügung.
Sicher, erzähl dass mal jemand der in der 3. oder 4. Rezidiv-OP liegt und bereits nen HB (Eisen) von 7-8 (stark erniedrigt) hat. Könnte man genausogut sagen "trinken sie mal ordentlich". Die Ringer hält lediglich den Blutdruck stabil.
die zitierten Quellen sind ja sowieso extrem Asbach Uralt, wie gesagt - heute geht die Kosten/Nutzenrechnung eindeutig hin zur "Spende", wobei die meisten OPs heute auch vorher Eigenblut abnehmen und aufbereiten für den "Fall"