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Helfen wollen vs. Helfen können

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AproX
Alt 13.10.2007, 03:18   #1
Standard Helfen wollen vs. Helfen können

Hi Leute.
Wie würdet ihr in der folgenden Situation reagieren:
1. so mittelmässige Freundin, die ihr aber als relativ vernünftig kennt, schmeisst sich, während ihr mit ihr tanzt ein bisschen Ecstasy rein.
2. der allerbeste Kumpel, der eh schon immer viel Alk trinkt, fängt nach der Trennung von seiner Freundin an zu saufen und zu kiffen, ihr trefft ihn nur noch betrunken an, 3-4 Rausche in der Woche sind Untergrenze.

Also Punkt 1 : Ich hab dazu nix gesagt, kenne sie ja auch nicht so sonderlich gut, aber im Prinzip hätte ich ihr ins Gewissen reden sollen.
Aber wieviel bringt denn ein Fingerzeigen? Dududu, Drogen sind aber ungesund, bloss die Griffel davon weg?
Ich fand sie sah sehr viel schlechter aus als z.b. noch vor ein zwei Jährchen, als wir mehr Kontakt hatten, also ka ob das noch die Ausprobier, die nur-Ausprobier oder schon die regelmässig was einpfeifen Phase ist.
Hab das jetzt auch erst zum ersten Mal bei ihr gesehen, was mir eh viel härter zu schaffen macht ist Punkt 2 --->
Punkt 2 : Jaaaa, mein bester Kumpel, das geht einfach nicht mehr frisch, die Situation bei ihm ist total scheisse, das geht jetzt schon seit über nem Jahr so, der ist permanent dicht, ist zu nix mehr zu gebrauchen, oft krank, Ausbildungsjahrprüfungen nur so lala mit Müh und Not geschafft, und mittlerweile auf dem echt harten Niveau von über 1 Wodkaflasche über den Abend verteilt angelangt, das geht auch meistens schon bis 8-9 Uhr morgens, ist auch mittlerweile in so einem Freundeskreis gelandet wo die sich auch mal Pepp ziehen.
Früher haben wir halt oft zusammen gefeiert, waren halt bekannt als die Trinkfestesten überhaupt, aber da hat noch niemand irgendwelche sozialen Probleme gehabt. Wenn ich ihm aber jüngst nahegelegt habe, dass er zu viel trinkt, war das Konterargument immer nur: Ja du ja auch.
Wirkte leicht entwaffnend, weil ich selber wie gesagt immer viel Alkohol getrunken hab, und mein Gegenargument hat nie gezogen: ja ich trinke aber nur so und bin nicht abhängig davon. - Klaro, das sagen alle Alkis Aber ich war jetzt seit 3 Monaten nicht mehr betrunken, und auch so schaff ich meistens übers Jahr verteilt ne Pause von 3-4 Monaten einzulegen in der ich nix trinke und das auch konsequent durchziehe. Und jetzt fällt mir auf, dass seit ich keinen Alkohol mehr trinke, unser Kontakt sich auf fast 0 reduziert hat.
Grübel da nur gerade drüber nach, wo es am schlausten wär sich als Freund/Bekannter einzuschalten, ob direkt am ersten Tag, oder nach 2-3 Wochen, oder 2-3 Monaten, oder wanns schon zu spät ist, weil als ich meinem Freund so Mai/Juni ins Gewissen geredet hat, da erreichte meine Standpauke leider 0 Resonanz.
 
 
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asdf
Alt 13.10.2007, 03:47   #2
Standard

Naja wer nunmal in dem Moment bzw. in der Zeit alles nurnoch erträgt wenn irgendwas konsumiert wird oder einfach an nicht viel anderem Gefallen findet oder der meint ihm würde es so besser gehn, da kann man reden wie man will.

Würde mich auch im Leben nicht sonderlich interessiert oder beeinflusst haben, wenn ich da gerade mal 10g Tramadol und Codein und was weiß ich noch im Haus gehabt habe und mir irgendwer mit "Drogen sind nicht gut für dich" gekommen wäre..

Da kann man statt "du trinkst doch auch" auch sagen "das ist mir auch klar, toll und nu?". Ich weiß nicht. Sofern man da keinen wirklichen Plan hat worauf das Gespräch hinauslaufen sollte, wird das nix bringen.
Bevor man sich auf dererlei Gespräche einlässt sollte man sich wohl wirklich gut vorbereiten und sich einiges zurechtlegen, auch dahingehend, dass man sich irgendwann nicht nurnoch anschreit (oder bei Frauen bis irgendwer heult..*g*).
Eventuell auch ruhig mal bei einer entsprechenden Alkoholismus Beratungsstelle fragen, ob die irgendwelche Tipps für einen haben.

So wie du das beschreibst (z.B. 1 Flasche Wodka pro Tag/Abend) ist das ja durchaus Alkoholismus und wenn das erst ne Weile so läuft wird es wohl immer schwieriger es wieder abzustellen bzw. danach "normal" zu leben.
Und wenn Speed dazu gezogen wird, kann danach nur noch umso mehr gesoffen werden, was natürlich gerade bei Alkoholikern, die eh schon eine hohe "Toleranz" haben, ziemlich ausarten kann und dementsprechend gewisse Risiken birgt..


Zu Teil 1:
Ich würde die, falls es einen denn wirklich interessiert, einfach fragen, was sie so nimmt und wie regelmäßig. Aber eben nicht irgendwie seltsam entsetzt oder bemitleidend oder sonstwas, sondern eine völlig normale offene Unterhaltung führen. Danach weiß man ja vielleicht mehr und kann sich immernoch überlegen, ob man irgendwas unternehmen will.
Ich mein, wenn man jetzt mal von dem psychischen Zustand der einzelnen Person absieht, den man ja nun aus der Entfernung sowieso kein bisschen beurteilen kann, wird es jemandem meiner Ansicht nach auch nicht wirklich mehr Schaden sich alle 3 Monate mal 1 oder 2 XTC Pillen zu gönnen (vorrausgesetzt man weiß man tut, beugt Dedydrierung/Kreislaufkollaps vor, safer Use, etc.) als sich alle 2 oder 3 Monate mal unter den Tisch zu saufen..
 
 
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Reh
Alt 13.10.2007, 11:39   #3
Standard

Zitat von AproX
Also Punkt 1 : Ich hab dazu nix gesagt, kenne sie ja auch nicht so sonderlich gut, aber im Prinzip hätte ich ihr ins Gewissen reden sollen.
Aber wieviel bringt denn ein Fingerzeigen? Dududu, Drogen sind aber ungesund, bloss die Griffel davon weg?
Ein Fingerzeig bringt am wenigsten. Er bringt insofern was, dass er der Frau klarmachen würde, dass ihr Drogenkonsum keine Akzeptanz findet. Aber vermutlich würde das nicht dazu führen, dass sie dadurch mit Drogen aufhört, sondern eher dazu, dass sie sich unverstanden fühlt und abschottet.
Statt das Negative zu betonen, muss man meiner Meinung nach das Positive hervorheben, damit die Frau motiviert wird und dann aus eigener Kraft und Überzeugung ihre negativen Eigenschaften ablegt. Wie man diese Theorie in der geschilderten Situation praktisch umsetzen könnte, weiss ich aber auch nicht.

Zitat von AproX
Wenn ich ihm aber jüngst nahegelegt habe, dass er zu viel trinkt, war das Konterargument immer nur: Ja du ja auch.
Da hättest du ihm anbieten sollen, mit ihm zusammen komplett aufzuhören und hättest ihn damit entwaffnet.
Was du ihm ins Gewissen einredest (Negatives betonen), redet er sich schon selbst ins Gewissen ein. Er leidet sicher schon von sich aus daran und deine Verstärkung des Negativen führt nur zur Abschottung. Da sucht er sich lieber Trost bei Gleichgesinnten. Biete ihm etwas Positives, zeig ihm eine Alternative, die mehr Trost bietet als das Saufen, damit er aus eigener Kraft die Wende vollzieht.
Hilfe zur Selbsthilfe ist das Stichwort. Du kannst ihn nicht direkt rausziehen, du kannst nur indirekt auf ihn einwirken, damit er sich selbst rauszieht.
Eine konkrete praktische Umsetzung habe ich auch hier im Augenblick nicht parat. Aber vielleicht hast du eine Idee?
 
 
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AproX
Alt 14.10.2007, 21:16   #4
Standard

Ja also wie gesagt, so sonderlich interessieren tut mich Madame aus Punkt 1 nicht, war halt nur der einzige der das gesehen hat wie sie was genommen hat. Seh das genauso wie du asdf, falls sie sagt nicht öfter als einmal in 2 Monaten oder so muss ich ihr das dann ja glauben und werd da wohl auch nicht mehr sonderlich nachhaken.
Mal schauen, falls sich da was neues ergibt werd ich mal berichten.

Zu meinem Kumpel : Also am liebsten würde ich halt erreichen wohl im Gespräch dass mal bei ihm ankommt dass er sich damit so richtig kaputtgemacht. Ob er nicht merkt dass er überhaupt nix mehr macht mit Leuten die ich als guten und positiven Umgang werten würde. Ist ja nicht nur dass er zu mir den Kontakt mehr oder weniger abgebrochen hat, sondern eigentlich zu allen gemeinsamen Freunden.
Dass das mir auch voll weh tut und ich das überhaupt nicht mit ansehen kann.
Das Anbieten " zusammen aufzuhören ", hmm ja sowas hab ich ja ungefähr damit beabsichtigt als ich halt aufgehört hab jetzt soviel zu trinken. Nach dem Motto als gutes Beispiel vorangehen
Er fährt eigentlich die klassische Verdrängung : Oeh ich hab kein Problem, mir gehts doch voll gut, alle Perlen laufen mir nach ( er ist halt dazu so ne Art Weiberheld, nur dass er alles nimmt was nicht bei 3 aufm Baum ist )
+ was halt noch die Situation verkompliziert sind natürlich die Gründe, besser gesagt die von mir vermuteten Gründe, für seinen momentanen Amok-Konsum.
- zerrüttetes Familienverhältnis ( gab mal ne Scheidung der Eltern und ne Trennung für paar Jahre, sind mittlerweile wieder zusammen, aber hat ihn doch arg geprägt, ist auch nicht besonders harmonisch bei ihm daheim )
- wenig Cash ( normal, das fuckt jeden ab ) , aber auch durch Dummheit von ihm mitverschuldet, jedes halbe Jahr baut er nen Unfall mit dem Auto
- Ja Trennung von seiner Freundin vor einem Jahr, damit hat das auch alles angefangen, war der Auslöser und ist sicherlich auch mit Ursache.
- labile Psyche allgemein, er hatte mit 14 oder 15 schonmal ne 2jährige Phase wo er nur gekifft hat, ständig im Polizeiwagen nach Hause gebracht wurde, sein bester damaliger Freund war der grösste Dealer der Gegend, und mit 18-19 nochmal so ein Jahr Dauerbreit, da war der Auslöser übrigens auch die Trennung von seiner jetzigen Ex, die sind 2 mal zusammengekommen.
Aber immer er hat sich getrennt, also ist das keine Verarbeitung von gebrochenem Herzen im klassischen Sinne, sie hatte sicherlich auch nen guten Einfluss auf ihn.
Selbstmordversuch gabs auch schonmal, zwar halbherzig als Hilfeschrei, dennoch arg bedenklich.
Und was noch dazu kommt ist dass schon immer ich der einzige war auf dessen Meinung er wert gelegt hat, Eltern, Lehrer, andere Freunde oder Freundin, alle mehr oder weniger Wayne, aber was ich gesagt hab hat er eigentlich immer gemacht, über jede Kritik voll nachgedacht, jeden Ratschlag eigentlich beherzigt, aber ich hatte dieses Jahr auch super viel Stress und nichtmehr soviel Zeit was mit ihm zu machen.
Ach alles verkorkst ey :'(
 
 
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