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Deutschlands Süchtige tun mir leid!

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pitchyyy
Alt 04.02.2008, 13:52   #1
Standard Deutschlands Süchtige tun mir leid!

Hallo


Ich hab jetzt schon öfter gehört, das es ist Deutschland nur ein einziges Substitutionsmittel gibt, und zwar Methadon. Ich habs von einigen Süchtigen aus DE erfahren, die nur nach Wien gekommen sind weil sie in DE nicht richtig betreut wurden.

Ich meine stimmt das? Ihr habt nur Methadon im Ersatzprogramm? Kein Substitol, kein Compensan, kein Subutex, kein Codidol, nichts von all dem? Das darf doch wohl nicht wahr sein? Werden dann ernsthaft alle Süchtigen auf eine Stufe gestellt? Das heißt ein 15 Jähriges Mädl, dass ab und zu H zieht, und nur leichte Entzugserscheinungen hat, wird gleich mit Metha zugepumpt? Bei uns haben wir für die "Soft-Junkies" Subutex oder Codis, tausendmal leichter und verträglicher als Metha.

Ein so großes Land wie Deutschland kann doch bei so einem wichtigen Thema, nicht so zurückgeblieben sein?? Die Therapien sind auch umstritten. Jetzt mal ehrlich, in DE möchte ich keine Süchtige sein, und ich versteh langsam warum immer mehr deutsche Junkies zu uns kommen--> weil sie im eigenen Land keine Unterstützung erhalten.
 
 
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Alt 04.02.2008, 14:02   #2
Standard

Zitat von pitchyyy
Ein so großes Land wie Deutschland kann doch bei so einem wichtigen Thema, nicht so zurückgeblieben sein?? Die Therapien sind auch umstritten. Jetzt mal ehrlich, in DE möchte ich keine Süchtige sein
Ich möchte in keinem Land eine Süchtige sein - so fängts schonmal an...

Ich kann nicht aus Erfahrung sprechen, aber ich hab dir mal was rausgesucht:

Drogensubstitution

Unter Substanzen findest du in diesem Artikel diesen Text:

Der am meisten verwendete Ersatzstoff ist Methadon (als Racemat oder Methaddict®), zunehmend wird auch Buprenorphin (Subutex® und Subuxone®) und nur noch selten Codein verwendet. Die Substanzen werden oral eingenommen unter Aufsicht (bei dem verordnenden Arzt, oder in der Apotheke). Nach einer gewissen Zeit kann der Arzt entscheiden, ob er das Substitut mit nach Hause gibt (sog. take-home-Verordnung, z. B. Racemat-Methadon).
Am 1. Juli 2006 waren laut Bundestagsdrucksache 16/2294 beim Substitutionsregister des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte folgende Daten gemeldet:
  • 42 187 Patienten behandelt mit Methadon
  • 11 506 Patienten behandelt mit Levomethadon
  • 11 171 Patienten behandelt mit Buprenorphin
  • 577 Patienten behandelt mit Dihydrocodein
  • 118 Patienten behandelt mit Codein
Gut, die Mehrheit wird mit Methadon behandelt. Aber wie du siehst hat Deutschland nicht nur ein einziges Mittel
 
 
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pitchyyy
Alt 04.02.2008, 15:59   #3
Standard

Ja aber die Zahlen sprechen Bände, und ich finde es gelinde gesagt eine Frechheit. Ich bin ein sehr sozialer Mensch, und kann nicht verstehen wie ein so reiches Land wie Deutschland so wenig für seine Suchtkranken Bürger tut. Drogensucht ist eine Krankheit, genauso wie Magersucht oder Depressionen. Nur das wollen die Leute nicht anerkennen. Genauso wie du.
Ich will dich nicht persönlich angreifen, aber in deinem Beitrag kommt eine gewisse Verachtung gegenüber Junkies oder Süchtlern zum Vorschein.
Genau gegen dieses Klischee versuche ich anzukämpfen, denn es gibt nichts schlimmeres als Intoleranz.
Viele halten sich für etwas Besseres, so auf die Art " Süchtige sind minderbemittelte Proleten die nichts im Hirn haben, nur schnorren und stehlen!" Ich zumindest kenne keinen einzige Junkie, oder Ex Junkie der andere Leute bestiehlt oder sich wie ein Prolet verhält, das sind durchwegs anständige Leute, die eben krank sind., und trotzdem wird mit dem Finger auf uns gezeigt.
Man sieht mir meine Vergangenheit nicht an, bzw meine Gegenwart weil ich ja auf Morphium eingestellt bin, und solange ich den Leuten nichts von meiner Sucht erzähle bin ich Everybodys Darling. Es ist wirklich grotesk, denn sobald man seine wahre Identität Preis gibt, reagieren die Leute entweder geschockt, abgestoßen oder umklammern die Handtasche mit beiden Händen als würde man sie ihnen entreißen wollen.

Wirklich dumm sind also nicht die Junkies, sondern die Leute die sie verurteilen. Man glaubt nur weil man "Wir Kinder am Bahnhof Zoo" gelesen hat, und auf der Straße ab und an einen Süchtigen sieht, Einblick in diese Szene zu haben. Das ist aber in 99% der Fällen das genau Gegenteil. Man lässt sich beeinflussen, von den Medien, von intoleranten Verwandten usw usw...Doch ich kenne niemanden der sich mit den Leuten auseinandersetzt, mit ihnen redet, sie fragt warum es zur Sucht gekommen ist.
Eines muss ich noch unbedingt sagen:
Die meisten Süchtigen sind unglaublich hilfsbereite Menschen, und das ist Fakt, denn ich war ja hautnah dabei. Nur leider lässt sich ja niemand von einem Junkie helfen ( alten Frauen beim Tragen helfen, wenn die Stufen zu lang sind, den Kinderwagen aus der Bim heben usw).....
Ich fordere mehr Toleranz, denn Intoleranz ist die Krankheit der Dummen!
 
 
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Alt 04.02.2008, 16:22   #4
Standard

Zitat von pitchyyy
Nur das wollen die Leute nicht anerkennen. Genauso wie du.
Ich will dich nicht persönlich angreifen, aber in deinem Beitrag kommt eine gewisse Verachtung gegenüber Junkies oder Süchtlern zum Vorschein.
Ich habe keine Abneigung gegenüber Junkies und Süchtlern. Im Grunde genommen wäre ich dann auch ein "Süchtling" was das Rauchen abelangt.

Aber sind wir doch mal ehrlich: Wie kommt man denn in sowas rein? Ich glaube kaum dass die meisten Junkies dazu gezwungen wurden sich H zu spritzen.

Sollte ich etwas gesagt haben, was den Tatsachen nicht entspricht, dann weiß mich bitte drauf hin
 
 
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Omarita
Alt 04.02.2008, 16:52   #5
Standard

Is das geil. Erst mit der frage beginnen: Was haltet ihr von der methadonbehandlung von Süchtigen? Und dann über die Intoleranz meckern, weil K-Stylez erwähnt, keine Süchtige sein zu wollen... Dabei hat sie doch nur versucht, Dir eine Antwort zu geben, obwohl sie selber nicht auf Entzug ist.
Und mal ehrlich, wer will schon krank sein?
Ich verachte ja auch nicht alle Kranken, nur weil ich selber nicht krank sein will. Mit großer Sicherheit verachtet K dich nicht und wird sich sicher auch von Dir über die Straße helfen lassen. Wieso sollte sie auch, sie kennt Dich ja garnicht. Und wenn sie Dich meiden würde, dann sicher nicht, weil Du ein Junkie wärest, sondern weil Du Dich nicht nett verhalten würdest. Denn auch unter Suchtkranken gibt es verschiedene Arten von Menschen: die, die trotzdem noch was für andere (auch Nicht-Süchtige) übrig haben und ein soziales Leben führen können oder die, die nur was für andere übrig haben aus purem Eigennutz und ihr eigenes Verhalten zu reflektieren gar nicht mehr in der Lage sind (oder niemals waren).
Also: alles ist doch soweit gut! Keiner hat Dich angegriffen.

Und nur so am Rande: 99 % der Nicht-Süchtigen zu verurteilen, dass sie dumm sind, halte ich jetzt einfach mal für sehr gewagt. aber da wird sich sicher noch jemand anderes dazu äußern.
 
 
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Alt 04.02.2008, 20:17   #6
Standard

Drogensucht ist eine Krankheit, genauso wie Magersucht oder Depressionen.
Es ist ein großer Fehler, die Menschen vollkommen von der Verantwortung abzusprechen, die sie für ihr (und meist auch andere) Leben tragen. Ich glaube an den freien Willen. Und wer Heroin "ausprobiert" ist selber schuld.
 
 
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pitchyyy
Alt 04.02.2008, 20:37   #7
Standard

Ich habe nicht behauptet das 99% aller nicht Süchtigen dumm sind, sondern die Leute die etwas gegen einen haben nur weil man Drogen nimmt, sind in meinen Augen dumme Menschen.
Für alles gibt es Therapiezentren, bei den Junkies wird eingespart, deswegen bekomme bei euch auch so viele Methadon. Bei uns in Österreich bekommen diesen Dreck nur noch ganz wenige, weils total schädlich ist.
Aufgeregt hat mich eigentlich ein Zitat von Bodo in einem meiner Threads in dem er meinte dass, die Junkies bei euch alles in den Arsch geschoben bekommen. Dem ist nun wirklich nicht so.
Bei uns wird wenigstens was getan für die Süchtigen, tolle Therapien, gute Medikamente usw usw.

Und ja ich finde auch in deinem Beitrag ist eine gewisse Verachtung zu spüren, vielleicht ist es dir nicht einmal bewusst, aber du versuchst dich zu rechtfertigen, das zeigt mir das du wohl doch deine Probleme mit Süchtigen hast.

Sei mal ehrlich, hast du dir noch nie gedacht: Ich bin zu intelligent um in so einen Schlamassel zu rutschen? Ehrlich jetzt, beantworte mir die Frage. Ich mein es nicht böse, aber ich merk ja wie die Leute im RL reagieren. Obwohl ich sagen muss, dass ich zum Großteil nicht süchtige Freunde habe, die jedoch sehr offen sind und mit meiner Vergangenheit kein Problem haben. Solche Leute sind halt schwer zu finden, weil die Leute so festgefahrene Meinungen haben ala

) Alle Abhängigen haben AIDS oder Hepatitis
) Alle Junkies klauen
) Junkies denken nur an Drogen und sind ansonsten leere Hüllen

Klar, es gibt auch einige die Klauen, und sehr viele sind krank, aber eben nicht alle, und das müssen die Leute endlich kapieren.

Ich mein findet ihr es nicht auch merkwürdig das immer mehr deutsche Süchtler nach Wien kommen, weil sie im eigenen Land keine Unterstützung erhalten? Erst heute hat mir ein 18 Jähriger Kölner erzählt, das er als er noch in DE wohnte, oft an Selbstmord gedacht hat. Ich kann jetzt nur seine Sätze widergeben, aber er hat folgenden Satz gesagt " Hier in Wien sind die Leute anders, sie helfen einem. In Köln bin ich gemieden worden, Passanten haben mich beschimpft, Jugendliche angespuckt und alle Freunde haben sich abgwendet!"

Kann es sein das die Deutschen was das Thema Drogen betrifft wirklich ein bisschen intoleranter als zb Österreicher oder Schweizer sind? Immerhin haben sowohl die Schweiz wie auch Österreich ein gutes Auffangsystem für Junkies und Ex- Süchtige. DE hat das nicht, alleine die Auswahl der Substitutionsmittel ist begrenzt. Warum ist das so?
 
 
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Alt 04.02.2008, 20:43   #8
Standard

JEDER der sich die spritze selbst in den arm treibt und sich die erste dosis gibt ist selbst verantwortlich. wenn sich jemand selber, mit absicht, die hand abhackt denkst du ja auch nicht "och der arme kerl, musste der seine hand abhacken".

wahrscheinlich haben sich viele die erste spritze freiwillig gesetzt, viele aber auch nicht, ich will das nun nicht pauschalisieren.

aber wir leben in einem system in dem auch jenen geholfen wird die scheinbar nicht verantwortlich genug sind um zu wissen was sie tun.
und das ist auch gut so, jeder ist irgendwie in der lage mist zu bauen, wonach er hilfe benötigt.

Drogensucht ist eine Krankheit die man sich selber einfängt.

edit:

Kann es sein das die Deutschen was das Thema Drogen betrifft wirklich ein bisschen intoleranter als zb Österreicher oder Schweizer sind? Immerhin haben sowohl die Schweiz wie auch Österreich ein gutes Auffangsystem für Junkies und Ex- Süchtige. DE hat das nicht, alleine die Auswahl der Substitutionsmittel ist begrenzt. Warum ist das so?
Weil deutschland etwa das zehnfache an einwohnern hat, statt einer "junkie" stadt mindestens x städte wo hunderte junkies rumlaufen und deutschland ein sowieso schon marodes gesundheitssystem hat?
 
 
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Reh
Alt 04.02.2008, 23:38   #9
Standard

Man muss fairerweise erwähnen, dass es für Drogenkonsum einen Gruppenzwang geben kann, der die persönliche Entscheidungsfreiheit auf ein Minimum reduzieren kann, während es solchen Gruppenzwang für Hand abhacken nicht gibt. Der Vergleich ist daher übertrieben.
 
 
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Alt 05.02.2008, 12:15   #10
Standard

Zitat von baedr
Es ist ein großer Fehler, die Menschen vollkommen von der Verantwortung abzusprechen, die sie für ihr (und meist auch andere) Leben tragen. Ich glaube an den freien Willen. Und wer Heroin "ausprobiert" ist selber schuld.
Ich weiß nicht was das Schuld und Verantwortungsgequatsche soll, mal ganz davon abgesehen, dass es im Prinzip nichts anderes als das Ausprobieren wie bei anderen Stoffen ist.
Ich glaube da jedenfalls nicht dran, dass jeder absolut eigenverantwortlich ist wie manche hier schreiben.

Es geht doch um die Fürsorge und Hilfe für die Betroffenen, die diese definitiv verdient haben (bzw. wohl eher umgekehrt ein Recht darauf haben), Süchtigen, bei denen ein eigener Wille nicht genug ist, um ihre Problematik zu überwinden.
 
 
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Alt 05.02.2008, 13:16   #11
Standard

Zitat von pitchyyy
Und ja ich finde auch in deinem Beitrag ist eine gewisse Verachtung zu spüren, vielleicht ist es dir nicht einmal bewusst, aber du versuchst dich zu rechtfertigen, das zeigt mir das du wohl doch deine Probleme mit Süchtigen hast.
Du ganz ehrlich pitchyyy: Ich glaube ich hätte schreiben können was ich will - es hätte dir nicht zugesagt. Mir kommt es eher so vor als möchtest du nur Meinungen hören, die deiner Auffassung entsprechen.

Ich habe lediglich gesagt dass ICH NICHT eine Heroinabhängige sein möchte. Ganz einfach. Ich versuche mich keinesfalls zu rechtfertigen: Ich will dir gegenüber nur erläutern wie ich zu solchen Dingen stehe und dass ich selber ein kleiner Süchtling bin, was den Tabakkonsum betrifft.

Zitat von pitchyyy
Sei mal ehrlich, hast du dir noch nie gedacht: Ich bin zu intelligent um in so einen Schlamassel zu rutschen? Ehrlich jetzt, beantworte mir die Frage.
Ein ganz klares: Ja. In meinen Augen wird man nicht gezwungen sich Koks zu ziehen, sich X in der Disse zu schmeißen, Joints zu drehen und die dann so zu rauchen oder wie gesagt, sich H in die Adern zu jagen.

Meiner Ansicht nach passiert sowas aus freiem Willen heraus.
 
 
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Felicitas
Alt 05.02.2008, 13:36   #12
Standard

ob das zwangsläufig was mit intelligenz zu tun hat *schulterzuck*. eher wohl mit erziehung (und damit verbunden sowas wie verantwortungsgefühl sich selbstgegenüber, selbstvertrauen usw.). ist aber auch egal.

mir ist nicht bekannt dass drogensüchtige hier anders behandelt werden als magersüchtige und shoppingsüchtige anders als kleptomanen (behandelt im sinne von "mehr oder weniger aufmerksamkeit erhalten").

aber dir geht es hier ja darum, dass du als schweizerin(?) den eindruck hast, dass in deutschland weniger für seine süchtigen tut, ua. auch deswegen weil du deutsche kennst die "auswandern" um clean zu werden. und dann gehts dir darum, deine klischees zur rechtfertigen und zwar darüber das du anderen pauschalisierend klischeedenken unterstellst. das ließe sich wunderbar analysieren...

ich muss ganz ehrlich sagen dass ich jetzt sehr gern mit statistiken auffahren würde wieviele offizielle drogensüchtige es im verhältnis zu bevölkerungszahl und auch im verhältnis der ballungsgebiete/land hat, wieviel das jeweilige land in sein gesundheitsystem investiert natürlich in bezug darauf wie das gesundheitssystem in land x überhaupt funktioniert, aber ich habe gerade schlichtweg keine zeit dafür.

auf jeden fall würde ich von dir gerne wissen, woher du die information hast, die dich ja felsenfest zu der überzeugung bringt deutschland tut nichts für seine süchtigen, dass in deutschland bei drogensüchtigen übermäßig häufig und unangebracht auf methadon zurückgegriffen wird (bedenke dabei auch verhältnisse, absolute zahlen sind oftmals nicht wirklich brauchbar für sowas). nur vom hörensagen oder kennst du dich mit der gesundheitspolitik in deutschland dahingehend wirklich aus?

zu dem ganzen "ihr denk doch alle süchtige wären so und so" gefasel sag ich jetzt mal nicht mehr außer: runterkommen und n bissl objektiver versuchen die ganze sache zu betrachten. du musst nicht in jede aussage hier irgendetwas negatives hineininterpretieren nur um dich in deiner selektiven (und klischeehaften) ansicht bestätigt zu fühlen alle anderen (Deutschen) würden euch nur verachten. und beim besten willen, k-stylez hat wirklich, aber auch rein gar nichts gesagt was eine derartige interpretation zulassen würde.

achja, wer lust, laune und zeit hat kann vllt in dieser doktorarbeit entsprechende aufschlussreiche informationen finden.


im übrigen kannst es dir sparen mich anzugreifen und mir irgendwelches klischeedenken zu unterstellen, es ist mir so oder so zu müßig dahingehend mit dir zu diskutieren. gern rede ich aber über fakten.

Geändert von Felicitas (05.02.2008 um 13:54 Uhr).
 
 
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German Psycho
Alt 05.02.2008, 17:51   #13
Standard

Zitat von Reh
Man muss fairerweise erwähnen, dass es für Drogenkonsum einen Gruppenzwang geben kann, der die persönliche Entscheidungsfreiheit auf ein Minimum reduzieren kann, während es solchen Gruppenzwang für Hand abhacken nicht gibt. Der Vergleich ist daher übertrieben.
Gruppenzwang ist in meinen Augen keine Entschuldigung für _irgendwas_.
Ich hab früher gekifft (und nicht aus Gruppenzwan angefangen), habe das jetzt auf ein absolutes Minimum reduziert und auch kein Problem den Joint mal vorbeigehen zu lassen.

Das gleiche gilt für alkohol.

Und da H nunmal ein kleines bisschen heftiger ist als alk oder gras, sollte jeder vernünftige Mensch in der Lage sein sich nicht (und schon gar nicht aus Gruppendruck heraus) "mal eben nen Schuss zu setzten.

Ich möchte nicht jeden pauschal verdammen, der das Zeug mal genommen hat pauschal verdammen, aber ein mindestmaß an eigenständigem Denken sollte jedem menschen zuzutrauen sein.
 
 
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Alt 05.02.2008, 18:15   #14
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Es geht doch um die Fürsorge und Hilfe für die Betroffenen, die diese definitiv verdient haben (bzw. wohl eher umgekehrt ein Recht darauf haben), Süchtigen, bei denen ein eigener Wille nicht genug ist, um ihre Problematik zu überwinden.
Das was ich gesagt habe, war auf die Aussage bezogen, dass Sucht eine reine Krankheit wäre... Wenn man sich irgendwo einen Schnupfen fängt, oder sich mit etwas anderem ansteckt, ist das meistens vorher nicht abzusehen, und soetwas wie "höhere Gewalt". Wer ist denn verantwortlich, wenn du dich im Zug mit nem Grippevirus ansteckst? Dafür kann niemand verantwortlich gemacht werden. Wenn du aber heroinsüchtig bist, und deinen Pflichten bei der Arbeitsstelle nicht mehr nachkommen kannst, dich nicht mehr um deine Familie kümmern kannst, dann hat man dafür die Verantwortung zu tragen. Das ist nicht einfach "gottgegeben", man hätte schließlich dieses Risiko nicht eingehen dürfen.

Das jeder mal Scheiße baut, und demjenigen von staatlicher Seite geholfen werden muss ist klar, und das hab ich auch nie bestritten. Aber eine (theoretische) Aussage wie: "Wir können froh sein, dass wir nicht an dieser schrecklichen Heroinsucht erkrankt sind, es kann ja jeden mal erwischen" geht ja wohl vollkommen an der Realtität vorbei.

Ich glaube da jedenfalls nicht dran, dass jeder absolut eigenverantwortlich ist wie manche hier schreiben.
Auch wenn es viele Indizien dafür gibt, so sollte man es zumindest vermeiden daran zu glauben... Wer sich "seinem Schicksal hingibt" und sich weiter zusäuft, weil er ja schwer an Alkoholismus erkrankt ist, wird es nie schaffen davon wegzukommen.
 
 
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Cassandra
Alt 05.02.2008, 18:22   #15
Standard

Zitat von German Psycho
Gruppenzwang ist in meinen Augen keine Entschuldigung für _irgendwas_.
Ich hab früher gekifft (und nicht aus Gruppenzwan angefangen), habe das jetzt auf ein absolutes Minimum reduziert und auch kein Problem den Joint mal vorbeigehen zu lassen.
Gruppenzwang ist keine Entschuldigung, aber wohl eine gute Grundlage. Besonders für schwache Menschen, die Angst haben dadurch Freunde zu verlieren.

Zu Statistiken kann ich nichts sagen, weil ich mich damit noch gar nicht beschäftigt habe.
Mir kommt es aber so vor als würdest du hier Sucht etwas runterspielen, aber dem ist nicht so. Jeder ist für sein tun selbst verantwortlich und muss verstehen das zB Heroin kein Kinderkram ist.

Es ist sehr schön wenn man davon runterkommen will, und ich denke das wenn man Hilfe will man diese vor allem in Deutschland bekommt. Wie gesagt genau zahlen ect. habe ich nicht und wer es besser weiß kann mich gerne belehren!

Auch verstehe ich nicht warum man dumm ist wenn man sich von Süchtigen Menschen fern hält. Manche haben Angst oder können es eben nicht verstehen wie man sich von Drogen so leiten lassen kann. Und dass kannst du nun wirklich keinem Verdenken. Das manche Menschen sich von dir Fernhalten und dir nicht gleich Fürsorge versprechen ist doch klar. Dabei müsstest man aber auch bedenken das du dir jetzt deinen Jetzigen zustand irgendwo selbst zuzuschreiben hast! Ich mag das nicht wenn man selbst scheiße gebaut hat, aber entweder andere dafür verantwortet oder wie in deinem Fall sich darüber aufregt das manche kein Verständnis für haben!

Und ich will jetzt auch nicht verurteilt werden von wegen Vorurteile. Ich hatte selber einen Freund der ne Zeit lang heftig auf Gras war. Damals habe ich zu ihm gehalten. Leider hat er dein Klischee am Ende weit übertroffen. Deshalb sage ich nicht das alle so sind. Aber ich muss auch nicht unbedingt wieder mit gleichen Menschen Kontakt haben. Bin ich deshalb dumm oder ein schlechter Mensch?

Ich habe zwar jetzt ziemlich an dich geschrieben, aber der Text geht im Grunde nicht gegen dich persönlich sondern generell an Süchtige bzw zum Thema Süchtige.
 
 
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Alt 05.02.2008, 20:33   #16
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ich ergreife keine partei. will nur mal einwerfen, dass wir heute in der forschung so weit sind, vermuten zu können dass es durchaus veranlagungen für suchtverhalten auf ebene des erbgutes gibt. zum beispiel wird die neigung zu alkoholismus zu gut 60% vererbt.
was man dagegen viel eher ausschließen kann ist dass irgendwelche intelligenz vor dummheiten schützen könnte. das ist das selbe thema wie mit härteren strafen... ne folgenabschätzung macht auch der intelligenteste nicht, schon gar nicht wenn es um niedere beweggründe geht.

wie gesagt das soll kein pro- oder contraargument darstellen (dafür fehlen mir die fakten) aber ich würds gern sehen wenn hier nicht immer nur so monokausal argumentiert wird. "wer drogen nimmt ist dumm" vs. "ihr denkt doch die sind alle dumm!!!"

und überhaupt. jeder der alkohol trinkt sollte sich ganz schnell mal an die eigene nase fassen... droge ist droge.
 
 
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Omarita
Alt 05.02.2008, 21:41   #17
Standard

Danke, Sparkie!
Sowas führt hier ja auch zu nix, außer zu weiteren Anfeindungen, wo sich im Enddefekt jeder in seinen Klíschees bestätigt fühlt. Außerdem geht es ja nun wirklich an der Thematik vorbei.
Nun ja, trotzdem kann ich nicht großartig mit Erfahrungen auftrumpfen. Habe so eine ähnliche Problematik mit einem Exfreund, der nicht mehr aus seiner Sucht heraus kommt. Schmerzhaft ist es zu sehen, dass es an allen Ecken und Enden schief geht. Klar, wäre einfach gesagt, er sei selbst Schuld, aber das ist nur eine Seite der Medaille, weil es bei ihm in der Familie eine Veranlagung gibt. Außerdem ist die Sucht JETZT da, und da ändert das Gerede von HÄTTE er doch nie was angefasst nix. Deswegen finde ich die Anregung mit Österreich gar nicht mal so schlecht. Jedoch habe ich nach langer Hilfestellung den Kontakt abgebrochen, weil ich mich extrem ausgenutzt fühlte. Ich war nur gut genug, wenn ich ihm helfen sollte. Jeder nicht willkommener Kommentar wurde im Nachhinein gegen mich verwendet, was mich sehr verletzt hat. Nach dem Entzug brach er den Kontakt sofort ab und machte wie gewohnt weiter. In SEINEM Falle ist das für mich reiner Selbstschutz. Ich werde auch für ihn da sein, wenn er das wirklich möchte. Deshalb verachte ich trotzdem keine Suchtkranken. Sucht lauert nun eben überall, da müssen noch nicht mal Drogen im Spiel sein. Der Weg daraus ist kein Zuckerschlecken und nur mit einem vollkommenem Umkrempeln der bisherigen Lebensgewohnheiten verbunden, UND, was das allerschlimmste ist, sie hört niemals auf.
Denkt man leichtfertig, Suchktkranke könne man in einer Therapie in einen Topf schmeißen, so liegt man falsch. Jede Droge, jeder Schweregrad an Such erfordet unterschiedliche Behandlungen und Medikamente. Auch der Umgang miteinander ist wichtig. Weder darf man sich gänzlich aus der Verantwortung entziehen, noch denken, man stehe ganz alleine da und habe gar keine Unterstützung. Leider liegt hier oft das größte Problem, deshalb so schnell Streitereien.
Ein wirklich lausiges Thema. Würde mich freuen, wenn man dies ohne persönliche Angriffe bereden könnte. Und bevor man mit Klischees um sich wirft, erstmal innehalten und bedenken ob das der Diskussion hilfreich sei.
 
 
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hesse
Alt 06.02.2008, 19:55   #18
Standard

Sei mal ehrlich, hast du dir noch nie gedacht: Ich bin zu intelligent um in so einen Schlamassel zu rutschen? Ehrlich jetzt, beantworte mir die Frage. Ich mein es nicht böse, aber ich merk ja wie die Leute im RL reagieren. Obwohl ich sagen muss, dass ich zum Großteil nicht süchtige Freunde habe, die jedoch sehr offen sind und mit meiner Vergangenheit kein Problem haben. Solche Leute sind halt schwer zu finden, weil die Leute so festgefahrene Meinungen haben[...]
Ich wurde ja nicht gefragt. Aber wääääääääääre ich gefragt worden, hätte ich folgendes gesagt: JA!

Aber ich wurde nicht gefragt, was mit einer gewissen Intollerantheit mir gegenüber zu erklären wäre. Warum HASST du mich?

Schau mal:
Ich bin tüchtig, ich arbeite jeden Tag hart für mein Geld, ich lasse auch immer mal Leute vom Beschleunigungsstreifen rein ohne sie von der Autobahn abzudrängen, ich entschuldige mich wenn ich niese und achte auf den Ausfluss um niemand zu verärgern. Warum hast du solche Vorurteile mir gegenüber? Bist du auf Pepp? BIST DU AUF PEPP????????

Und nebenbei: Ich nehme keine Drogen (und damit meine ich die hier angesprochenen Drogen) weil ich schon früh so erzogen wurde, dass ich mein Ding im Leben nicht durch Drogen finde. Sicherlich gibts Wege und Schluchten die einen (und da schließe ich mich nicht aus) zu etwas treiben was man vorher immer abgelehnt hat, aber letztlich ist man selbst für sein Werden verantwortlich. Ich kenne Menschen die haben Haus und Familie verloren und sind nicht im Drogensumpf verloren gegangen, ich kenne aber Leute den hat es schon gereicht in der Schule die Klasse wiederholen zu müssen. Klaro machens die Umstände, aber doch immer man selbst mehr als alles andere. Meine Meinung.
 
 
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EiskalteFee
Alt 06.02.2008, 22:18   #19
Standard

ich muss sagen ich habe nichts gegen drogensüchtige, mein erster freund war ziemlich besessen davon jeden tag seine 5 joints oder bongs whatever zu rauchen. ich ab mich angeschaut wie das einen menschen verändern kann wenn er ohne drogen nicht mehr klar kommt. ohne abend joint die augen nich zu kriegt und ohne morgen joint nicht aufstehen kann.

denke es ist schwer über so ein verhalten zu urteilen.

allerdings halte ich persönlich menschen die durch gruppenzwang drogen nehmen für relativ charakterschwach und selbst die angst *freunde* zu verlieren wenn man nicht mit macht, halte ich für unsinnig... ich würde die leute nicht als freunde bezeichnen wenn sie den kontakt zu mir abbrechen würden nur weil ich nicht mit mach. finde das ziemlich arm.


selbst wenn suchtveranlagung vorhanden ist, denke ich trotzdem dass man mit genügen willenstärke und vernunft dieser krankheit entgehen kann (allerdings kann ich das nur schwer beurteilen)
 
 
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Klendathu
Alt 07.02.2008, 15:08   #20
Standard

Also ich denke es ist vielleicht nicht okay das man vorurteile gegen drogensüchtige hat , doch es ist nunmal so das man vorurteile gegen minderheiten mit denen man nicht unbedingt kontakt pflegt hat.
Ich muss sagen ich kenne persönlich keine Drogensüchtige und würde mir ein bekannter erzählen würde er wäre drogensüchtig würde ich auch erstmal gut schlucken müssen.
Genauso würde es sich aber auch mit vielem anderen verhalten.
Ich denke als Junkie wirst du mit solchen "angriffen über die flanke" keine lanze brechen.
Vor allem da der Threat ja ganz unschuldig begann mit "stimmt das dass es in deutschland nur diese und jene ersatzdrogen gibt" und als nächstes "Buh!ich bin auch ein Junkie wie könnt ihr mich nur diskriminieren".
Nicht das du das falsch verstehst , ich kritisiere nicht das du drogen nimmst/genommen hast , es geht um deinen argumentationsaufbau.
 
 
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Farya
Alt 07.02.2008, 18:20   #21
Standard

Ich komme nicht umhin hier nun auch was dazu zu schreiben.. eigentlich eher aufgrund meiner derzeitigen aktuellen Situation. Selber habe ich mit Drogen nur bedingt Kontakt gehabt und das belief sich ausschließlich auf Nikotin, Alkohol und Gras. Letzeres aber nur sporadisch aller paar Jahre mal. Allerdings habe ich in meinem Bekannten- sowie Verwandtenkreis immer wieder Schicksale erleben müssen, die für mich als "Beobachter" mehr als erschreckend waren. Freunde die einem fremd wurden und vollkommen im Sumpf verschwanden bis hin zu Todesfällen aufgrund der körperlichen Folgen einer Drogensucht. Aber auch Fälle von Entzug mit anschließender Therapie, die erfolgreich waren.

Meinen derzeitigen Partner habe ich kennengelernt kurz bevor er in den Entzug kam. Damals waren wir aber noch nicht zusammen. Dazu wäre zu sagen, dass sich sein Problem auf diverse synthetische Drogen und Gras beschränkte. Ich kann nach dem, was ich von ihm und dann auch später mit ihm erfahren habe, nicht behaupten, dass in Deutschland gar nichts für Süchtige getan wird. Ein Substitutionsprogramm kam für ihn zwar nicht in Frage aber dennoch hat das Gesundheitssystem insofern funktioniert, dass ihm sofort nach Entzug eine Therapie angeboten werden konnte und er die auch in Anspruch nahm. Die ambulante Behandlung warf dann leider nur arge Probleme auf. Es war hier in Leipzig nicht möglich einen Termin bei einer Beratung oder Betreuung zu bekommen unter 12 Wochen (!!!) Wartezeit. Auch gab es keine Möglichkeit einen regelmässiges Screening bei Ärzten machen zu lassen. Das hat die Krankenkasse schlicht nicht bezahlt. Da diese Screenings für uns und unsere Beziehung sehr wichtig sind (er hat das angeboten für mich zu machen, um mir zu zeigen, dass er clean ist - für mich kann und wird es einfach kein Leben mit Drogen geben..), haben wir uns die Tests schließlich selbst besorgt. Das heißt mein Freund hat sich kundig gemacht und herausgefunden wo es die gibt. Ein teurer Spass kann ich euch nur sagen.

Ich muss aber gestehen, dass ich mich nach zig Telefonaten und Kontaktversuchen zu Hilfsleistungen vollkommen allein gelassen gefühlt habe. Sie hätten alle zu viel um die Ohren.. Keine Termine und immer wieder Ausflüchte. Das Problem von meinem Freund wäre nicht so schlimm, dass es eine Notsituation darstellen würde, welche ein sofortiges Handeln erforderlich machen würde. Es war entmutigend.. Mittlerweile sind wir seit über einem halben Jahr zusammen. Die Tests sind nach wie vor selbstverständlich, so wie auch ein von ihm geführter "Alkoholkalender", in dem er immer einträgt wann er getrunken hat. Auch wenn es nur ein halbes Bier war. Es gibt gute Zeiten und auch wirklich schwierige Zeiten, in denen uns und unser Leben diese Sache arg einholt. Nicht zuletzt auch, weil wir so verschiedene Ansichten zu den Drogen haben. Und dabei so allein zu stehen, wo es doch angeblich so viele Angebote gibt, ist nicht sehr leicht.

Faktum, in "Notfällen" oder "Extremfällen" funktioniert dieses deutsche Drogenprogramm durchaus. Nur nach den Therapien werden die Süchtigen mehr oder weniger sich selbst überlassen. Selbst der Wille zu einer weiteren amublanten Behandlung reicht einfach nicht aus. Und dabei benötigen sie gerade in der Zeit, wo sie lernen müssen mit einem Alltag ohne Droge klar zu kommen, extreme Hilfe.

Ich möchte ernsthaft behaupten - ohne überheblich sein zu wollen - dass mein Freund ohne mich und meine Hilfe diesen Weg bis jetzt nicht erfolgreich bestritten hätte. Er hat einen neuen, guten Job und findet allmählich neue Freunde. Es braucht alles Zeit, aber das Gesundheitssystem hat in meinen Augen an dieser Stelle versagt! Uns beide mit dem Problem vollkommen allein gelassen. Von der psychischen Belastung mal ganz abgesehen.

Zu den Vorurteilen gegenüber Süchtigen bin ich auch nach wie vor der Meinung, dass jeder sein eigener Herr ist und es schlicht in seiner eigenen Verantwortung liegt, etwas zu nehmen, oder nicht. Die Konsequenzen und Risiken sind fast allen bewusst. Eine Sucht selber ist eine Krankheit, da gebe ich recht, aber dass es dazu kam war schlicht falsche Selbsteinschätzung oder einfach fehlende Charakterstärke. Aber wir alle sind nur Menschen und Schwäche gehört zu uns dazu.. niemand sollte deshalb verurteilt werden.

F.
 
 
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Reh
Alt 08.02.2008, 01:19   #22
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Ob es eine genetische Veranlagung für Sucht gibt, ist sehr zweifelhaft. Die Rolle der Gene wird von den Medien zu oft völlig falsch dargestellt. Wer etwas "wahres" darüber erfahren möchte, sollte sich einzig auf Fachliteratur verlassen.
 
 
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