| | 
22.04.2008, 10:17
# 41 Wie von vielen hier schon erörtert: der Konsum muss (wie bei allen anderen Substanzen auch) seine Grenzen haben.Gelegentlich ist das förderlich- und das ohne, dass irgendwelche der beschriebenen neagtiven Begleiterscheinungen auftreten!
Ich kiffe seit nunmehr 7 Jahren,immer nur gelegentlich. Die letzten 1 1/2 Jahre jedoch wurde der Konsum regelmäßig und ich konnte schon deutliche Veränderungen an mir feststellen- Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Vergesslichkeit und Egal- Einstellung- nur habe ich das immer verharmlost. Mein jetziger Freund allerdings machte sich Sorgen um mich- nicht wegen dem Kiffen an sich, sondern wegen der Regelmäßigkeit. Mich beeindruckte die Offenheit meines Freundes und dass er offensichtlich Recht hatte, also beschloss ich, meinen Konsum einzuschränken. Unter der Woche kiffe ich jetzt gar nicht mehr, nur mal einen Kopf am Wochenende, wenn es hinhaut. Trotzdem denke ich nicht schlecht über´s Kiffen, eben nur über den schleichenden und fast unbemerten Vorgang, den man oft verharmlost und überspielt. Dass man sich verändert, ist nicht zu leugnen- und dabei ist es egal, wie solide die Persönlichkeit ist oder wieviel Willen man hat. Einzig und allein entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Wenn man sich MAL total den Kopf zuraucht und das unter Kontrolle hat, ist nichts einzuwenden. Man sollte auch immer bedenken, dass Alkohol als evetueller Ausgleich mehr Schaden im Körper anrichtet, als THC!
Und hier ein Beispiel aus meinem Freundeskreis: ein sehr guter Kumpel kifft, seit ich ihn kenne. Es verging in einer jahrelangen Freundschaft nur selten einen Tag, an dem er nicht dicht war. Er sitzt den ganzen Tag zu Hause, zockt auf der Konsole und raucht sich Einen nach dem Anderen. Seit Jahren hatte er keine Freundin mehr- ist ja auch kein Wunder! Bei ihm sieht man den Zerfall sehr deutlich. Er geht aufgrund seiner körperlichen und geistigen Behinderung keiner fest geregelten Arbeit nach und so ist das Kiffen sein einziges Highlight. Statt im Sommer zum Schwimmen oder einfach nur in die Stadt zu gehen, hockt er tagein tagaus hinter zugezogenen Vorhängen und hängt ab. Ist ja nicht so, dass er keine Freunde hat- eine zeitlang hatte er jeden Tag die Bude vollsitzen. Jedoch sind die meisten nur da, um selbst abzuhängen und zu kiffen- die wenigsten kommen wegen ihm. Wie schon in einem anderen Beitrag erwähnt, würden die Leute wohl gar nichts mehr aneinander finden, wenn sich nicht mehr das Kiffen verbinden würde. Eines ist mir jedenfalls klar- so will ich nicht enden!! Deshalb muss man früh genug die Bremse ziehen, bevor man im Sumpf versinkt...Ich bin meinem Freund sehr dankbar, denn schon jetzt haben sich Veränderungen ins Positive eingestellt.
Zitat von mizue:
"mich nerven bekiffte menschen, die einem irgendwelche pseudo-weisheiten vermitteln wollen und mich nerven bekiffte oder sonstwie bedödelte menschen, weil sie - was schon erwähnt wurde - von der eigentlichen realität nichts mitkriegen, wenn sie berauscht sind."
Ich kriege auch im berauschten Zustand die Realität mit. Zwar bin ich gelockert, lustig und gesprächig, aber das heißt doch nicht, dass ich aphatisch in eine Ecke starre und völlig weggetreten bin. Du stellst dir wahrscheinlich vor, dass einem Speichel aus dem Mund läuft und man zombiehaft gegen Wände rennt. Das ist der totale Bullshit! Wahrscheinlich hast du einfach die falschen Erfahrungen und Beobachtungen gemacht...
Und diese von dir bezeichneten "Pseudo- Weisheiten" treten nicht beim sinnlosen Dauerkonsum auf, sondern bei überlegtem Genusskonsum! Sag mal, stellst du dir immer gleich einen extremen Kiffer vor, der solange raucht, bis er sich nicht mehr bewegen kann??? Gehe doch bitte mal mit etwas Toleranz den "normalen" Kiffern gegenüber an die Sache ran! Ich kann sehr wohl viel Positives aus einem Rausch filtern. Plötzlich fällt mir eine Lösung zu einem Problem ein, das mich schon lange belastet- und diese Lösung ist dann auch in der Realität anwendbar. Es ist nicht zu bestreiten, dass einem der Rausch die Möglichkeit einer anderen Sichtweise gibt! Allerdings gilt das nur für gutes Weed, von Peace ist man einfach nur stoned und wird keine philosophischen Ergüsse und Einsichten gewinnen...
Zitat von mizue:
"ich empfinde es irgendwie als lächerlich, drogen zu konsumieren, um dann "spaß" zu haben, "total deep", "cool und total alternative" zu sein o. ä., für mich ist das alles künstlicher schein und unecht."
Das hört sich ganz danach an, als hättest du deine Erfahrungen im falschen Kreis gesammelt. Man kann nicht einfach alle Konsumenten über einen Kamm scheren und sie als lächerlich und unecht betiteln. Die "bösen Kiffer" bezeichnen cleane Leute doch auch nicht einheitlich als langweilige Spießer- oder?
Und was soll falsch oder "künstlich" daran sein, einfach ein bisschen Spaß zu haben, mit seinen Freunden einen entspannten Abend zu verbringen, über Gott und die Welt zu philosophieren, andere Meinungen und Sichtweisen zuzulassen, einfach ein bisschen locker zu werden?? |