Zitat von Calli Motor & Leistung:
Dazu kann ich nicht viel sagen. Im allgemeinen heißt es das Autogas besser verbrennt als Benzin und daher der gut für den Motor ist. Ich merke das der Motor im Gasbetrieb ruhiger läuft. Ein großes Leistungsdefiziet kann ich auch nicht bestätigen. Vielleicht hab ich 5PS irgendwo verloren, merkt man aber kaum.
Das ist ein sehr, sehr großer Irrtum.
Ich hatte erst heute selbst ein Fahrzeug mit nachgerüsteter LPG-Anlage in der Werkstatt, dessen Fahrer sich über Leistungsverlust und schlechten Motorlauf beklagte. Das Problem ist ganz einfach, dass den meisten Kunden die Anlage einfach verkauft wird, egal ob der Motor dafür geeignet ist oder nicht. In Anbetracht der Tatsache, dass du einen relativ kleinen Kraftstofftank hast, gehe ich mal davon aus, dass du auch nur einen relativ kleinen Motor verbaut hast, irgendwas zwischen 1.2 udn 1.6l nehme ich mal an.
Ich gehe mal davon aus, dass ich mit deinem Auto soweit richtig liege, dass du einen 4-zylinder Reihenmotor mit Hubraum unter 1.8l und mit 8 Ventilen fährst.
Eine LPG-Anlage kann insofern für deinen Motor gar nicht gut sein, weil bei der Verbrennung von besagtem Autogas bedeutend höhere Verbrennungstemperaturen entstehen, für die der Motor nicht ausgelegt ist und die er nicht kompensieren kann. Aufgrund dieser zu hohen Temperaturen hast du enormen Hitzeverschleiß an Ventilsitzen und Ventilschaftabdichtungen, teilweise sogar in den Ventilböden selbst, besonders an den Auslassventilen.
Der hohe Verschleiß hat ein immer größerwerdendes Ventilspiel zur Folge, was auch die Steuerzeiten deines Motors (minimal) beeinflusst und die Verbrennung immer schlechter ablaufen lässt. Im schlimmsten Fall kann das sogar Löcher in den Kolben brennen oder die Zylinderwände stark beschädigen. Dein Kraftstoffverbrauch steigt weil das Motorsteuergerät versucht das Leistungsdefizit durch größere Einspritzmengen zu kompensieren, was eine Verstärkung der schädlichen Vorgänge zur Folge hat.
Summa summarum kannst du mit einem kapitalen Motorschaden in 20-40t km rechnen, sowas hält kein Motor auf Dauer durch, der nicht für soetwas konzipiert ist. Es gibt Hersteller von LPG-Anlagen, die diese Problematik inzwischen akzeptiert haben und eine Art Nachbehandlung der Ventile und der Ventilsitze anbieten, aber auch das ist keine technisch einwandfreie Lösung auf Dauer, sondern mehr Dummfang und Geldmacherei, weil hier nicht die Ursache, sondern die Folgen des Problems behandelt werden, was -logischerweise- eine völlig falsche Vorgehensweise ist.
Ich hoffe ich konnte dir ein paar nützliche Informationen geben, denn diese Symptome wird dein Motor vorraussichtlich nicht in den nächsten 5000km aufweisen, sondern dabei handelt es sich um Langzeitschäden, die wahrscheinlich sogar entsprechende Garantiezeiten weit überschreiten und du bleibst auf allen Kosten der Folgeschäden dieser Umrüstung sitzen.
Zu erwähnen wäre allerdings noch, dass das Ganze stark von der Fahrweise abhängt. Im reinen Stadtverkehr und auf Kurzstrecken fällt dieser Prozess bedeutend geringfügiger aus (bleibt aber dennoch nicht ganz aus, denn die Verbrennungstemperaturen bleiben), als jemand, der viel Autobahn und oft hohe Geschwindigkeiten fährt.
Auf Deutsch gesagt ist Aotogas eher was für Opas mit Hut mit 80km/h auf der rechten Spur.
MfG
kne