@ Mike:
Und selbst wenn es nicht 25% weniger Tote sind sondern nur ein einziger Mensch - das ist's meiner Meinung nach dann schon wert!
Mich würde mal interessieren, wie viele Menschen eben gerade deshalb gestorben sind, WEIL der Staat hart gegen jeden durchgreift, der gegen die Gesetze verstößt.
Wie viele haben sich umgebracht, weil sie ihren Führerschein verloren haben, in Folge dessen dann ihren Job, und am Ende Frau und Kinder?
Natürlich kann man sagen: "Die sind ja selbst schuld, wenn sie gegen die Gesetze verstoßen".
Dann kann ich aber auch gleich sagen: "Das Kind, das auf den Zebrastreifen gelaufen ist, ohne nach links und rechts zu sehen, ist ja selbst schuld, wenn es überfahren wird, weil es die Gesetze der Natur und der Schwerkraft nicht berücksichtigt hat."

Ich denke, man kann Leid nicht dadurch bekämpfen, dass man neues Leid schafft.
Man sollte vielmehr versuchen, das Übel verstärkt an der Wurzel zu bekämpfen.
Man sollte sich fragen:
Warum rasen Menschen? Warum verhalten sie sich im Straßenverkehr asozial?
Liegt es nicht oft daran, dass man ihnen eben von klein auf beibringt, egoistisch, asozial und triebgesteuert zu sein?
Liegt es nicht auch an der Arbeitswelt, die die Menschen immer mehr unter Zeitdruck setzt und Aggressionen schürt?
Das sind die wahren Wurzeln, meines Erachtens... und da sollte man für eine wirkliche Lösung ansetzen. Alles andere ist Populismus.
@ Felicitas:
außerdem sollen die mehr kontrollieren und die bürger mehr zum petzen animieren.
Denunziation ist seit jeher eines der beliebtesten Hobbys der Deutschen. Da braucht man nicht mehr viel zu animieren, fürchte ich...
Ich meine, klar gibt es viele Idioten da draußen, die mal dringend aus dem Verkehr gezogen werden müssten.
Aber treffen Bußgelderhöhungen wirklich immer die richtigen?
Bußgelder werden meines Erachtens stets ungerecht sein, so lange sie allein nach der Schwere des Vergehens gestaffelt sind, und nicht auch in dem selben Maße nach den Vermögensverhältnissen des Übeltäters.
Ein Hartz4-Empfänger oder Niedrigverdiener, der sich im Straßenverkehr asozial verhält, wird durch ein mehrere hundert Euro betragendes Bußgeld schnell ganz tief in die Schuldenfalle rutschen...
Ein reicher Porschefahrer zahlt das Bußgeld hingegen aus der Portokasse. Gerechterweise müsste man den reichen Schnöseln dann mindestens das Haus und ihre gesamten Ersparnisse wegnehmen, damit sie ähnlich unter der Strafe zu leiden haben wie der arme Niedrigverdiener.
So lange das nicht geschieht, sind vor dem Gesetz eben nicht alle gleich... und so lange werde ich unseren "Rechtsstaat" und dessen Methoden auch nicht gutheißen können.