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Sonnenschirme sollen die Erde schützen

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Cobain
Alt 07.11.2006, 04:58   #1
Standard Sonnenschirme sollen die Erde schützen



Not macht erfinderisch: Angesichts mangelnder Fortschritte beim
internationalen Klimaschutz werden einst als abstrus verworfene Ideen einfallsreicher Wissenschaftler zusehends ernst genommen. Gigantische Sonnensegel im All, Schwefelstaub in der Atmosphäre oder das Versenken von Kohlendioxid in den Tiefen des Meeres scheinen gegenwärtig mehr Erfolg zu versprechen als das Kyoto-Protokoll, dem der größte Klimasünder USA noch immer nicht angehört und das mit China den zweitgrößten Luftverschmutzer des Planeten von seinen Vorschriften ausnimmt. Die Entwürfe der Wissenschaftler "sind Teil der Debatte geworden, auch wenn es weiter große Vorbehalte gibt", sagt der französische Klimaforscher Jean Jouzel.

Idee eines Optikprofessors
Eine dieser Ideen sind die riesigen Sonnenschirme im All. Ihr Erfinder, der Optikprofessor Roger Angel von der Universität Arizona, will sechs riesige Spiegel im All platzieren, die einen Teil der Sonnenstrahlung reflektieren und so von der Erde fernhalten sollen. Damit möchte Angel das Problem der Erwärmung in den Griff bekommen. Eine Art Spinnennetz aus riesigen Streben würde sechs schwenkbare Spiegel vor die Sonne halten und so die zur Erde gelangende Sonnenenergie um zwei Prozent reduzieren.

1,5 Millionen Kilometer weit weg
Das Netz soll sich über 2000 Kilometer ausdehnen und an einem Punkt installiert sein, der 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist. Wem dieser Vorschlag bizarr und unrealistisch erscheint, der wird sich über die US-Raumfahrtbehörde NASA wundern: Sie forderte Angel im Oktober auf, einen detaillierten Plan seines Projektes aufzustellen.

Teuer - so oder so
Eins ist sicher: Es wird teuer. Die Kosten der Anlage schätzt der Wissenschaftler selbst auf mehr als zwei Billionen Euro. Das entspricht zwei Prozent des weltweiten Bruttoinlandsproduktes. Und sicher ist auch: Auch die Klimaerwärmung und daraus folgende Naturkatastrophen werden die Menschheit teuer zu stehen kommen. Ein Schweizer Versicherungskonzern rechnet mit 250 Milliarden Euro allein bis 2050.

Schwefel soll Atmosphäre schützen
Einfacher in der Umsetzung scheint dagegen der Einfall des niederländischen Chemie-Nobelpreisträgers Paul Crutzen zu sein, der sich in seiner Arbeit intensiv mit dem Ozonloch befasst. Crutzen schlägt vor, in der äußeren Erdatmosphäre Teilchen von Schwefeldioxid auszustreuen, die ebenfalls Sonnenlicht und damit Wärme ins All reflektieren. Die Partikel würden nach einigen Jahren wie Staub auf die Erde fallen - doch solange sie von stratosphärischen Winden getragen werden, könnten sie die Atmosphäre erheblich abkühlen.

Idee nach Vulkanausbruch
Die Idee für den Schwefelstaub kam Crutzen nach dem Ausbruch des Vulkans Mount Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991 - dabei wurde so viel Asche in die Atmosphäre gestoßen, dass die Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche zwei Jahre lang um bis zu einem halben Grad Celsius sank.


Ein großer Haken
Der Plan hat allerdings einen Haken: Das Pinatubo-Phänomen ist bislang kaum erforscht, warnt der französische Wissenschaftler Edouard Bard vom College de France in Paris. Die Temperatur ist damals im Schnitt zwar tatsächlich gefallen, doch gab es regional dramatische Unterschiede: Im Nordwest-Atlantik sank sie stark, in Nahost und Nordafrika gab es dagegen eine lange Wärmeperiode. Solche regionalen Schwankungen könnten Bard zufolge schwerwiegende Folgen für Tiere und Pflanzen in diesen Gebieten haben. Eine davon könnte ein beschleunigtes Wachstum von Algen sein, die dann ganze Korallenriffe ersticken könnten.
CO²-Grab im Meer
Ebenfalls risikoreich ist ein Projekt, das die Treibhausgase durch Plankton in die Tiefe der Meere saugen will. Problematisch ist an dieser Idee vor allem, dass gerade die Ozeane mit ihren unergründlichen Tiefen, unerklärten Strömungen und unerforschten Lebensformen für die Menschheit weiterhin eines der größten Rätsel bleiben. Niemand ist sicher, dass das Plankton tatsächlich auf den Meeresgrund absinkt und das Kohlendioxid (CO²) dort für immer einschließt. Das gefährliche Gas könnte ebenso gut wieder abgegeben werden - und dann ganze Meere zerstören.

Quelle: T-Online


Ich finde es sehr gut dass die Menschen sich endlich ernsthaft über die Rettung unseres Planeten gedanken machen, denn wenn wir so weitermachen ist es nur eine Frage der Zeit bis die Welt nicht mehr atmen kann. Ich denke aber auch dass es total naiv ist von aussen anfangen zu wollen, wir müssen hier unten auf der Erde anfangen zu verstehen dass wir uns selbst umbringen wenn wir so weiter machen. Und das müssen auch die USA, die bedauerlicher Weise die Stellung der Weltmacht einnehmen irgendwann verstehen.

Was meint ihr dazu.

Geändert von Cobain (07.11.2006 um 05:18 Uhr).
 
 
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Sivar
Alt 07.11.2006, 07:30   #2
Standard

Die Idee mit dem Sonnenschirm gefällt mir wirklich gut, ich hab davon letztens schon gelesen. Allerdings bezeichnet der Erfinder das ganze nur als allerletzte Notlösung, wenn die Erde kurz vorm Kollaps steht, und will den Sonnenschirm keinesfalls als Alternative zum Klimaschutz verstanden wissen. Die unglaublichen Kosten machen eine Realisierung auch ziemlich unwahrscheinlich, denn es gibt nicht den Punkt X, ab dem die Erde kurz vorm Kollaps steht, sondern das ist ein Prozess. Somit werden sich die Geldgeber sicherlich nicht einig sein, dass der Zeitpunkt für sowas schon da ist.

Mit der Schwefelidee und der mit dem Plankton wäre ich aber ganz ganz vorsichtig. Wie oben im Text schon steht, sind die Folgen so einer Aktion unberechenbar und vor allem nicht so einfach wieder rückgängig zu machen. Den Sonnenschirm dagegen könnte man ganz einfach wieder abbauen.

Ich schätze, dass der Umweltschutz eher von alleine kommt, wenn zB alternative Energien billiger werden als Kohle und Öl. Und spätestens wenn die Macht von Öl gebrochen ist, wird es bestimmt auch eine neue Energiequelle geben... neu in dem Sinne, dass sie vorher noch nicht benutzt wurde. In Frankreich wird zB schon ein Test-Fusionsreaktor gebaut, Antimaterie wird möglicherweise irgendwann einfacher herzustellen und zu "lagern" sein, möglicherweise lässt sich sogar Gravitation als Energiequelle nutzen.

Bis dahin sind zum Glück schon einige Länder wie Deutschland dabei, alternative Energien zu nutzen. Island ist auch sehr interessant. Soweit ich weiss, sieht irgendein Plan vor, den Strom bis 2050 zu 50% aus Erdwärmekraftwerken zu gewinnen. Ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass die Menschheit sich selber retten wird. Und wenn es tatsächlich eine Katastrophe gibt, hat sie bestimmt einen reinigenden Effekt .
 
 
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Alt 07.11.2006, 11:18   #3
Standard

möglicherweise lässt sich sogar Gravitation als Energiequelle nutzen.
Das wird doch längst gemacht. Gezeitenkraftwerke funktionieren mit der Mond-Gravitation. Natürlich ist es eigentlich die Bewegungsenergie vom Mond, welche Ebbe und Flut hervorrufen... Die Gravitation ist nur Übertragungsmedium... Ähnlich ist es bei einem Wasserkraftwerk... ohne Gravitation funktioniert das auch nicht. Aber Gravitation lässt sich auch nicht verbrauchen, und wirkt statisch. Außerdem ist es eine der schwächsten kräfte die wir kennen, weshalb ich glaube, dass es effizientere Energiequellen gibt (falls es überhaupt als solche nutzbar ist).

Das mit der Antimaterie wird wohl noch länger dauern... Bis jetzt lassen sich nur geladene Teilchen aufbewahren(in einem Magnetfeld), was natürlich das Problem mit sich bringt, dass sich die Antimaterie-teilchen gegenseitig abstoßen. Ungelade Teilchen wie z.B. Anti-Wasserstoff kann man nicht in einem Magnetfeld aufbewahren, und bei berührung mit Materie annihilieren sich diese Teilchen.
Dieser Sonnenschirm ist auch sehr schwierig umzusetzen. Erstens wird er im laufe der zeit durchlöchert wie ein Sieb, auf grund kleinster meteoriten, und zweitens wird es schwer sein, diesen Schirm an Ort und Stelle zu halten, zumal ein 2000km durchmesser Schirm ein Super Sonnensegel abgibt, und somit einfach von der Sonne weggeblasen wird.
Ich bezweifle, dass das je gebaut wird, soviel Geld wird man wahrscheinlich nicht ausgeben, und eher eine billigere Lösung verwenden, bei der nicht soviel schief laufen kann...
 
 
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Sivar
Alt 07.11.2006, 12:59   #4
Standard

Hehe ja, das weiss ich auch, dass Gezeitenkraftwerke/etc indirekt die Gravitation nutzen, aber halt über ein Medium. Mein Vorschlag ging in die Richtung, sie direkt zu nutzen (analog dazu vielleicht auch mal das Erdmagnetfeld), aber das ist natürlich alles Gedankenspielerei. Effizientere wird es mit Sicherheit auch geben, aber vielleicht keine so konstanten und gleichzeitig unerschöpflichen. Man denke in dem Zusammenhang mal an Pyramidenkonstruktionen, die angeblich Strom erzeugen können.

Antiwasserstoff kann man natürlich nicht im Magnetfeld aufbewahren, aber Antiwasserstoffionen (=Antiprotonen) dafür wunderbar. Das Problem bei der Sache ist eher das Vakuum, was man dazu braucht, denn ohne Vakuum gibts natürlich ne unaufgeräumte Bude und ein grosses Loch in der Erde . Idealerweise müsste also jedes Antimaterie-Kraftwerk einen eigenen kleinen Teilchenbeschleuniger haben, von dessen Ring aus die Antimaterie direkt in die Annihilationskammer geleitet wird.

Und noch zum Sonnenschirm: Er ist natürlich so konstruiert, dass die Segel viele kleine Löcher haben, so dass er eben nicht von Sonnenwinden zum Pluto befördert wird . Meteoriten sind da wohl das grössere Problem.
 
 
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