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Grüße ins All

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Cobain
Alt 25.10.2006, 12:00   #1
Standard Grüße ins All

Hier möchte ich die bisher bekanntesten Nachrichten die ins All gesendet wurden posten und man kann natürlich auch über den Sinn und Nutzen oder alles andere was mit Nachrichten ins All zu tun hat diskutieren.

Die Arecibo-Botschaft


Am 16. November 1974 um 1.00 pm AST (19:00 Uhr MEZ) haben Frank Drake und Carl Sagan mit dem Radioteleskop in Arecibo eine Botschaft ins All geschickt. Ziel war der Kugelsternhaufen Messier 13. Durch die Fokussierung betrug die effektive Sendeleistung beim Senden der Botschaft 2 x 1012 Watt (2.000 Giga-Watt).
Die Botschaft hatte eine Länge von 1679 Bit und war binär kodiert. Richtig zusammengesetzt ergibt sich aus ihr folgende schwarz-weiße, 23 x 73 Bildpunkte große Abbildung:

Warum nun genau 23 x 73 Bildpunkte? Unsere "Freunde" werden mit der Botschaft experimentieren. Dabei werden sie auch versuchen, die gesendeten Informationen zu einem Bild zusammenzusetzen. Aber mit welchem Seitenverhältnis? Wie oben schon erwähnt, die Länge der Botschaft betrug 1679 Bit (= Bildpunkte). 23 ist von 1 ausgehend die erste Zahl, durch die sich 1679 ganzzahlig teilen läßt. 1679 / 23 = 73. Alle kleineren Teiler ergeben Kommazahlen.
Die Botschaft wurde ohne Farbkodierung verfaßt und gesendet, nur zur Verdeutlichung ist sie nachfolgend eingefärbt.
Die Zahlen 1 bis 10 in binärer Schreibweise. Das jeweils unterste Pixel ist ein Orientierungsbit, es gehört nicht zur eigentlichen Zahl. Durch das Orientierungsbit können Zahlen als Zahl identifiziert werden. Fehlt dieses Bit, liegt keine Zahl vor sondern eine (schematische) Darstellung.Binär kodierte Zahlen 1, 6, 7, 8 und 15 (wie schon erwähnt: Die jeweils untersten Pixel sind Orientierungsbits). Dies sind die Ordnungszahlen der Elemente Wasserstoff, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Phosphor, aus denen die 4 Nukleotide unserer DNS bestehen.Beschreibung der Moleküle unserer DNS. Nachstehende Zahlenfolgen werden dargestellt (auch hier wieder mit Orientierungsbit):
7501045500552207501000041 000417501045310455107501000041 00041Die Zahlen sind nicht dezimal zu lesen, vielmehr geht es hier um jede einzelne Ziffer und deren Position. Durch die Anordnung und in Verbindung mit ergibt sich beispielsweise für "75010":
7 x Wasserstoff5 x Kohlenstoff0 x Stickstoff1 x Sauerstoff0 x Phosphor= C5OH7, die chemische Formel für DesoxyriboseInsgesamt sind folgende chemischen Formeln inkl. deren Anordnung kodiert:
DesoxyriboseAdeninThyminDesoxyribosePhosphorsäure PhosphorsäureDesoxyriboseCytosinGuaninDesoxyribose Phosphorsäure Phosphorsäure
Blau: Schematische Darstellung unserer DNS. Die Nukleotidpaare unserer DNS sind jeweils über die Wasserstoffbrücken ihrer Basen miteinander verbunden. Jeweils zehn Nukleotidpaare kommen auf eine Windung des Doppelstrangs. Auf diese Weise bilden zwei lange Polynukleotidstränge einen Doppelstrang, der zudem schraubig verdreht ist. Daher auch die Bezeichnung Doppelschrauben- oder Doppelhelix-Struktur. Weiß: Die Zahl ist dezimal 4.294.441.822. Hier ist die Anzahl der Nukleotide oder Nukleotid-Paare kodiert. Es läßt sich aber nicht ableiten was genau kodiert ist. Sinn der Darstellung ist weniger die exakte Angabe unser Nukleotide bzw. Paare sondern vielmehr die Verdeutlichung unserer Komplexität.
Schematische Darstellung des Menschen: Kopf, Rumpf, 4 Extremitäten. Die weiße Linie daneben kodiert binär die Zahl 14. Nur 14 x WAS? Es gibt nur eine Größe bei dieser Botschaft, die zweifelsfrei ist: Die Wellenlänge mit der die Botschaft gesendet wurde. Die Lichtgeschwindigkeit beispielsweise scheidet aus, da in Geschwindigkeiten die "Zeit" vorkommt, die aber nur per Definition eindeutig ist (Was ist eine Sekunde? Minute? Jahr?). Also: Die Wellenlänge der Botschaft war 12,6 cm. 14 x 12,6 cm = 176,4 cm, die Körpergröße eines Menschen. Dies ist, nebenbei bemerkt, auch die Körpergröße von Frank Drake, dem Autor der Arecibo-Botschaft.
Diese Zahl ergibt dekodiert 4.292.853.750. Sie stellt die Erdbevölkerung zum Zeitpunkt des Absendens der Botschaft dar.Schematische Darstellung unseres Sonnensystems. Der 4. Himmelskörper, die Erde, ist hervorgehoben. Zusätzlich ist genau über ihm der Mensch positioniert. Die Symbole stellen hier keine Zahl dar (es fehlt das Orientierungsbit, was sonst bei jeder Zahl zu finden ist), sondern geben nur einen groben Hinweis auf die Größenverhältnisse der Himmelskörper zueinander.Schematische Darstellung des Teleskopes. Unseren "Freunde" dürften zumindest in ihren Anfängen auch mit Radiowellen und der Art der Versendung ihre Erfahrungen gemacht haben, weshalb ihnen die Form einer Parabolantenne und das zugrundeliegende Prinzip der Fokussierung bekannt sein dürften. Die Zahl (in weiß) ist 2430. Mit der Wellenlänge 12,6 cm multipliziert ergibt dies 306,18 m, den Durchmesser des Teleskopes in Arecibo.

Die Plaketten der Pioneer-Sonden

Hier die von Carl Sagan und Frank Drake entworfenen vergoldeten Plaketten der Raumsonden Pioneer 10 und 11, mit denen wir unsere Grüße ins All geschickt haben:




Die Raumsonden wurden 1973 (Pioneer 10) und 1974 (Pioneer 11) gestartet.
Pioneer 10 arbeitet (gerade) noch. Die letzten Daten von ihr wurden am 31. März 1997 empfangen. Pioneer 11 hatte den letzten Kontakt zur Erde im November 1995. Beide Sonden verlassen gerade unser Sonnensystem (die Flug-Routen). Entfernung zur Erde ca. 11 Milliarden km, dies entspricht ca. 0,0012 Lichtjahren. Mehr dazu unter dem Link 9 Planeten (empfehlenswert) und auf der NASA Pioneer Project Homepage.(dies sind auch die Quellen für die Informationen auf dieser Seite).

Die Bild-/Schallplatten der Voyager-Sonden

Die Bild-/Schallplatten wurde an den Voyager-Raumsonden angebracht, die 1977 gestartet wurden (Voyager 2 im August, Voyager 1 im September).

Detaillierte Darstellung und Beschreibung der enthaltenen Abbildungen: hier (englisch)

Die Bild-/Schallplatten bestehen aus vergoldetem Kupfer. Sie sind üblichen Langspielplatten ähnlich, allerdings beträgt die Abspielgeschwindigkeit nur die Hälfte von 33 RPM, einfach um mehr Informationen unterzubringen. Sie enthält neben Informationen über uns, unser Sonnensystem, dessen relative Lage zu 14 Pulsaren und einer Anleitung, wie sie benutzt werden muß noch:
  • 116 Bilder (deshalb sind sie auch "Bildplatten")
  • Grüße in 55 Sprachen (orginaler Begrüßungsspruch in Deutsch: WAV-Format | AU-Format)
  • 22 Musiktitel (Klassik, Folk, Rock 'n Roll) und
  • "Murmurs of Earth" - Geräusche oder Murmeln dieser Erde: Vögel, Wind, Walgesänge, Start einer Saturn V etc.
Zu sehen und zu hören auf der Voyager Project Site unter Golden Record.

Ein Ziel der Voyager-Mission ist die Untersuchung des Raumes jenseits unseres Sonnensystems. Dies ist jenseits der Heliopause, dem Bereich, der nicht mehr dem Einfluß der Sonne unterliegt (die Flug-Routen). Obwohl die Voyager-Sonden 4 Jahre nach den Pioneer-Sonden gestartet wurden haben sie jetzt die Pioneer-Sonden überholt, da sie eine höhere Geschwindigkeit haben. Die Energieversorgung ist noch stabil, obwohl sie zwischenzeitlich von ursprünglich 470 Watt bei 30 Volt auf 330 Watt abgesunken ist. Die Energieversorgung der Sonde insgesamt reicht bis ca. 2010, wobei sich einzelne Instrument noch ca. 8 Jahre länger betreiben lassen.

Quelle:SETI-Germany

Und die neueste Nachricht war wohl die, die von ARTE letzten Monaten ins All geschickt wurd vielleicht hats ja jemand gesehen ? Ich leider nicht.

Falls es nicht bekannt ist hier ein Auszug aus der Beschreibung der Sendung:
Ab 20.40 Uhr geht der Sender nach eigenen Aussagen "für alle Außerirdischen und Erdlinge" auf Sendung. Unter dem Titel "CosmicConnexion" strahlt Arte sein Programm zeitgleich auf der Erde und - über eine Parabolantenne des französischen Raumfahrtzentrums CNES - in den Weltraum aus.

Als "Raumzeitflaschenpost" an mögliche Bewohner ferner Galaxien werden verschiedene Beiträge von Regisseuren, Künstlern, Wissenschaftlern und Privatpersonen gesendet. Sie stellen die Menschheit vor und setzen sich mit unserem Verhältnis zu anderen Sternen und außerirdischen Kulturen auseinander. Gestaltet wurde das 160 Minuten lange Programm von den Initiatorinnen Anne Jaffrennou und Marie Cuisset sowie dem Regisseur und Produzenten Jean-Jacques Beineix ("Betty Blue").

Die Sendung richtet sich natürlich nicht nur an Außerirdische, sondern auch an das ganz normale Arte-Publikum. Neben Weltraumforschern, Astrophysikern und Raumfahrern stellen Künstler, Prominente und auch Unbekannte ihre Ideen und Vorstellungen vom Leben in anderen Galaxien vor. Außerdem werden die originellsten Botschaften von verschiedenen Menschen gezeigt, die sich an einer Ausschreibung von Arte beteiligt hatten. So empfiehlt ein Mann den Außerirdischen, sich von der Erde fern zu halten, da Fremde hier nicht gern gesehen würden, und eine Mutter erhält von ihrer fünfjährigen Tochter dezidierte Auskunft über das Aussehen der Marsbewohner.

"CosmicConnexion" knüpft an die Botschaften der amerikanischen Raumsonden aus den 70er Jahren an: Im Jahr 1972 trugen Pioneer 10 und 11 unter anderem ein Bildnis eines nackten Paares der Spezies Mensch und des Sonnensystems ins Weltall. Fünf Jahre später folgten Voyager 1 und 2, die Ton- und Bildaufnahmen einschließlich eines Abspielgeräts samt Bedienungsanleitung mit ins All nahmen. Antworten aus dem Weltraum sind bislang nicht eingetroffen, und auch nach der Arte-Sendung wird man darauf mindestens 100 Jahre warten müssen, denn bis die Funkwellen mit Lichtgeschwindigkeit auf dem Stern Errai im Sternbild Kepheus eintreffen, werden etwa 50 Jahre vergehen.

Geändert von Cobain (25.10.2006 um 12:21 Uhr).
 
 
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