Die ESA startet in zusammenarbeit mit mit anderen Staaten voraussichtlich ende Dezember einen Satelliten der nach erdähnlichen Planeten suchen soll, ausserdem sind weitere Projekte für 2011 und 2015 geplant.
Ich begrüße das sehr und finde es wirklich sehr gut dass die großen Organisationen so langsam richtig in Fahrt kommen was die Suche nach anderem Leben betrifft.

Der COROT-Satellit kann Mücken und Planeten aufspüren (Bild: ESA)
Europas Wissenschaftler sind einer alten Frage der Menschheit auf der Spur: Gibt es weitere erdähnliche Planeten im unendlich großen Universum? Mit der Satellitenmission COROT läutet Europa eine neue Ära der weltraumgestützten Planetensuche ein: Erstmals soll aus der Erdumlaufbahn heraus gezielt nach erdähnlichen Welten in fremden Sonnensystemen gesucht werden.
Bislang nur Riesenplaneten
1995 wurde der erste Planet entdeckt, der einen anderen Stern umkreist. Heute, elf Jahre später, sind schon 210 extrasolare Planeten in 180 Systemen bekannt, und es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein neuer Planet außerhalb unseres Sonnensystems - ausschließlich mit bodenständigen Teleskopen - aufgespürt wird. Bei allen bisher bekannten Körpern handelt es sich jedoch um so genannte Riesenplaneten, ähnlich unserem Jupiter, die ihren jeweiligen Zentralstern auf einer sehr engen Bahn umkreisen.
Suche nach zweiter Erde
Auf diesen riesigen Gasplaneten dürfte E.T. kaum anzutreffen sein. Wenn überhaupt, könnte außerirdisches Leben eher auf erdähnlichen Planeten zu erwarten sein. Doch bislang ist noch kein derartiger Planet außerhalb unseres Sonnensystems gefunden worden. Die ESA hofft, dass sich das dürfte sich mit der unmittelbar bevorstehenden Mission COROT (Abkürzung für Convection Rotation and planetary Transits) ändern. Deren Hauptziele bestehen in der Suche nach extrasolaren Planeten sowie in der Astro-Seismologie, der Sternenbebenkunde.
Start im Dezember
Der Start des 4,10 mal zwei mal zwei Meter großen und 630 Kilo schweren Satelliten ist gegenwärtig für den 21. Dezember im kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur vorgesehen. Da es sich bei der Trägerrakete um den Erststart der weiter verbesserten Sojus 2-1B mit der Fregat-Oberstufe handelt, wäre eine kurzfristige Startverschiebung allerdings nichts Außergewöhnliches. COROT soll aus einer polaren Umlaufbahn in 896 Kilometern Höhe hochpräzise Sternenphotometrie betreiben - un zwar unabhängig von irdischen Einflüssen und Problemen bodengebundener Teleskope, wie Wetter, Atmosphäre, Wechsel von Tag und Nacht. Zweieinhalb Jahre dauert die Mission. In der Zeit können sage und schreibe 60.000 Sterne beobachtet werden.
Selbst eine Mücke auf 800 Kilometer
Das auf einer PROTEUS-Satellitenplattform montierte 27-Zentimeter-Teleskop mit vier CCD-Detektoren misst im Spektralbereich von 370 bis 950 Nanometern zum einen den Lichtkurvenverlauf heller Sterne, um daraus Rückschlüsse auf deren innere Struktur ziehen zu können und um Fragen der Astro-Seismologie zu beantworten. Zum anderen wird bei den 60.000 Sternen nach so genannten Transits gesucht, also nach Durchgängen von Planeten vor dem Mutterstern. "Eine Mücke könnte an einer Flutlichtanlage vorbeifliegen, und COROT würde die auftretende Helligkeitsschwankung aus über 800 Kilometer Entfernung messen", veranschaulicht der österreichische Astrophysiker Werner Wolfgang Weiss die Präzision der Detektoren.
Projektleiter sind zuversichtlich
Auf Grund der extrem genauen Teleskop-Auslegung versprechen sich die Wissenschaftler von der ersten weltraumgestützten Planetensuche sehr viel. ESA-Projektwissenschaftler Malcom Fridlund ist davon überzeugt, dass "COROT das erste Abbild eines erdähnlichen Planeten liefern wird, der um einen anderen Heimatstern kreist". Seine Instrumente werden jedoch nicht in der Lage sein, die Frage nach außerirdischem Leben auf einem dieser Planeten zu beantworten.
Breite internationale Zusammenarbeit
Zu den Hauptbeteiligten an der unter Federführung der französischen Raumfahrtagentur CNES stehenden COROT-Mission gehören Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien, Brasilien und die Europäische Weltraumorganisation ESA. Die ESA beteiligte sich am Teleskop, hat den Satelliten in ihrem niederländischen Forschungs- und Technologiezentrum ESTEC auf Herz und Nieren getestet und stellt das Bodensegment zur Verfügung. Der Empfang der Daten erfolgt in der bei Madrid gelegenen ESA-Bodenstation Villafranca und wird von dort an die beteiligten Institutionen weitergeleitet. Spezifische COROT-Stationen befinden sich zudem in Kiruna (Schweden), Aussaguel (Frankreich) Hartebeesthoek (Südafrika), Kourou (Französisch-Guyana), Alcantara (Brasilien) und in Wien.
DLR übernimmt Steuerung
Das Institut für Weltraumsensorik und Planetenerkundung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof steuert die Flugsoftware bei, die die Steuerung der Instrumente und des On-Board-Computers sowie das Datenhandling übernimmt. Mit eigenen Suchprogrammen sowie Verfahren zur Dateninterpretation der aus dem All gewonnenen Ergebnisse arbeiten Forscher des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching, der Universität Köln sowie der Thüringer Landessternwarte in Tautenburg intensiv mit.
Wissenschaftler aus ganz Europa
Aus Österreich sind am COROT-Projekt unter anderem das Institut für Weltraumforschung in Graz sowie das Institut für Astronomie der Universität Wien besonders mit Fragen der Stern-Seismologie beteiligt. Außer den bereits genannten Staaten sind Wissenschaftler aus den ESA-Mitgliedsländern Dänemark, Großbritannien, Portugal und der Schweiz einbezogen.
COROT als Pfadfindermission
COROT ist aber nur Europas erster Schritt, die Pfadfindermission sozusagen. Um Planeten von der Größe der Erde in bewohnbaren Zonen zu finden, werden nach Meinung vieler Forscher noch leistungsstärkere Teleskope und längere Beobachtungszeiten nötig sein. Hierzu existieren bereits konkrete Pläne. Und die amerikanische Weltraumbehörde NASA will das populäre Thema nicht ausschließlich den Europäern überlassen. Sie bereitet für 2008 den Start der Kepler-Mission vor, bei der ein Hochleistungsteleskop mehrere Jahre lang einen bestimmten Himmelsausschnitt auf erdähnliche Planeten hin absucht.
Nachfolgeprojekte in Planung
Die ESA wiederum plant mit Gaia 2011 und Darwin 2015 zwei extrem anspruchsvolle Unternehmen zur Suche nach erdähnlichen Planeten. Darwin soll darüber hinaus in den Planetenatmosphären nach chemischen Spuren von Leben suchen. Vielleicht erfährt die Menschheit dann auch, wo sich E.T. versteckt hält.
Quelle:T-Online